Technologietrends in der Automobilindustrie


Studienarbeit, 2017
42 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation und Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit

2 Veränderungen der Automobilindustrie
2.1 Aktuelle Situation
2.2 Ursachen der Veränderung
2.3 Folgen der Veränderung
2.4 Chancen und Risiken der Veränderung

3 Akteure der Automobilindustrie
3.1 Alte Akteure der Automobilindustrie
3.1.1 BMW AG
3.1.2 Daimler AG
3.1.3 Volkswagen AG
3.2 Neue Akteure der Automobilindustrie
3.2.1 Big Data Player der Telekommunikation
3.2.2 Big Data Player des Webs

4 Neue Mobilitätsdienstleistungen
4.1 Mobilitätsdienstleistungen der alten Akteure
4.1.1 Autovermietungsdienstleistungen
4.1.2 Sharing-Dienstleistungen
4.1.3 Elektromobilitätsdienstleistungen
4.1.4 Parkdienstleistungen
4.1.5 Taxidienstleistungen
4.1.6 Logistikdienstleistungen
4.1.7 Multimodalitäts-Apps
4.2 Kooperationen der alten und neuen Akteure

5 Konklusion
5.1 Fazit
5.2 Zukunftsausblick

Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Global Disruption Map nach Branchen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Ausgangssituation und Problemstellung

Die Automobilindustrie befindet sich mitten in einem Paradigmenwechsel. Seit Beginn der Automobilproduktion haben die Automobilbauer dem Kunden ein Produkt, ein „Fahrzeug“, zur Verfügung gestellt. Doch die Automobilbauer bekommen zunehmend Konkurrenz von branchenfremden Akteuren. Das Auto, das bisher als „Hardware“ verkauft wurde, wird durch branchenfremde Akteure immer mobiler. Eine intensive Phase der digitalen Trans- formation trifft daher auf die automobile Welt. Die „Software“ von Telekommunikations- und Webanbietern definiert das bisherige Produkt Auto neu: „Mobilität“. Mobilität gilt fortan als intelligent und vernetzt, da Bits und Bytes in diesem Zusammenhang nun eine wichtige Einflussgröße auf die Innovation der Automobile darstellen. Rückblickend betrachtet hat jede Disruption 1 den Menschen ein besseres Leben ermöglicht. Auch die Automobilin- dustrie ermöglicht durch neue Mobilitätsformen und -technologien ein besseres, innovati- veres und schnelleres Leben für die Autofahrer.2 Es bleibt abzuwarten, welchen Stellen- wert in Zukunft die Automobilhersteller besitzen werden, ob diese sich in die zweite Reihe hinter Big Data Player des Webs bzw. der Telekommunikation drängen lassen oder ihre Marktanteile durch neue Dienstleistungen und Kooperationen aufrechterhalten können.

1.2 Zielsetzung

Die vorliegende Studienarbeit soll dem Leser einen Überblick geben, wie sich die deut- schen Premiumhersteller Mercedes-Benz (Daimler), BMW und Audi (Volkswagen) auf den internationalen Märkten bzgl. Innovationen, Trends und Technologien platzieren. Au- ßerdem wird beleuchtet, welche neuen Akteure aus der Welt der Big Data Player in das Automotive-Segment eintreten und wie diese mit den bestehenden Akteuren Kooperatio- nen bilden. Weiterhin reagieren die alten Akteure mit neuen Mobilitätsformen und -tech- nologien, um sich gegen neu eintretende Akteure zu schützen. Ebenso bilden sie Koope- rationen und Partnerschaften mit neuen Akteuren, um näher am Kunden zu sein bzw. ihre Produkte und Dienstleistungen auf weiteren Geschäftsfeldern abzusetzen. Die vorlie- gende Studienarbeit greift diese Themen auf und stellt die Akteure und deren Mobilitäts- dienstleistungen vor.

Die vorliegende Studienarbeit soll dem Leser einen Überblick geben, wie sich die deut- schen Premiumhersteller Mercedes-Benz (Daimler), BMW und Audi (Volkswagen) auf den internationalen Märkten bzgl. Innovationen, Trends und Technologien platzieren. Au- ßerdem wird beleuchtet, welche neuen Akteure aus der Welt der Big Data Player in das Automotive-Segment eintreten und wie diese mit den bestehenden Akteuren Kooperatio- nen bilden. Weiterhin reagieren die alten Akteure mit neuen Mobilitätsformen und -tech- nologien, um sich gegen neu eintretende Akteure zu schützen. Ebenso bilden sie Koope- rationen und Partnerschaften mit neuen Akteuren, um näher am Kunden zu sein bzw. ihre Produkte und Dienstleistungen auf weiteren Geschäftsfeldern abzusetzen. Die vorlie- gende Studienarbeit greift diese Themen auf und stellt die Akteure und deren Mobilitäts- dienstleistungen vor.

1.3 Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit

Die vorliegende Studienarbeit ist daher folgendermaßen gegliedert: Im ersten Kapitel wer- den die Ausgangssituation und Problemstellung, die Zielsetzung, die Vorgehensweise so- wie der Aufbau der Arbeit dargestellt. Im zweiten Kapitel wird die Veränderung der Auto- mobilindustrie thematisiert. Beginnend mit der Darstellung der aktuellen Situation, werden die Ursachen und Folgen der Veränderung erläutert. Zuletzt wird auf die sich daraus er- gebenden Chancen und Risiken eingegangen. Im dritten Kapitel werden zuerst die alten Akteure, die Automobilhersteller, vorgestellt. Im Anschluss werden die Big Data Player des Webs und die Big Data Player der Telekommunikation vorgestellt. Das vierte Kapitel widmet sich den Mobilitätsdienstleistungen, es werden sowohl die Mobilitätsangebote und -technologien der alten Akteure vorgestellt, ebenso jedoch auch die Kooperationen zwi- schen verschiedenen Akteuren. Das fünfte und letzte Kapitel rundet die Betrachtung mit einer Konklusion bestehend aus einem Fazit und einem Zukunftsausblick ab.

2 Veränderungen der Automobilindustrie

„Das Auto wird immer mehr zum Kern eines digitalen Ökosystems, in dem sich eine Fülle neuer Dienste rund um die Mobilität entwickelt.“3 Diese Aussage über die Zukunft der Automobilindustrie spiegelt den aktuellen Trend wider und stammt von Matthias Wiss- mann, dem Präsidenten des Verbands der deutschen Automobilindustrie (VDA). Die nachstehende Abbildung einer globalen Disruptionskarte, zeigt wie sich die digitale Trans- formation von Produkten und Dienstleistungen auf verschiedene Branchen auswirkt. Während sich einige Branchen bereits im digitalen Wandel befinden (z. B. Medien, Han- del, Banken), genießen andere noch eine gewisse Schonfrist (z. B. Automotive, Verkehr, Gesundheit).4

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Global Disruption Map nach Branchen

Quelle: Deloitte Digital GmbH (2015) zitiert bei Schiller, Thomas/Wagner, Gunther (2015), S. 3.

Die konkreten Einflussfaktoren der digitalen Transformation in der Automotive Branche sind bspw. immer kürzer werdende Innovationszyklen, größere Händlergemeinschaften sowie neue, komplexere rechtliche, teils auch internationale Rahmenbedingungen. Der BMW-Vorstandsvorsitzende Harald Krüger fasst die aktuelle Situation damit zusammen, dass die Automobilbranche an der Schwelle einer neuen Mobilitätsära steht. Anerkannte und vormals starke Unternehmen bzw. Industriezweige können den Anschluss verpassen und dramatisch an Bedeutung verlieren. Nur wenn die Automobilhersteller mit Verände- rungen ihrer Geschäftsmodelle auf die Veränderung des Umfeldes reagieren, können sie ihre Akzeptanz und Position weiter behaupten.5

Im folgenden Kapitel werden die aktuelle Situation, sowie vor dem Hintergrund der Digi- talisierung und Mobilitätsveränderung die Zukunft der Automobilbranche dargestellt.

2.1 Aktuelle Situation

Die Automobilbauer haben seit Jahren den Fokus auf ihre Produktionen gelegt. Ihr Ge- schäftsmodell ist vor allem durch die Entwicklung sowie den Vertrieb von Fahrzeugen geprägt. Davon abgesehen, besteht zwar noch das Ersatzteilgeschäft, das jedoch immer mehr an die Automobilzulieferer abgegeben wird, ebenso wie das Servicegeschäft, das schon lange nicht mehr zu Kerngeschäft der Automobilhersteller gehört, sondern von mehr oder weniger eigenständigen Werkstätten, markengebundenen Autohäusern oder Dritten abgewickelt wird.6 Neben dem Herzstück, der Automobilproduktion, beruht der Er- folg der Automobilindustrie auf drei Paradigmen der Automobilität. Das erste Paradigma beschreibt den Verbrennungsmotor als Kern des Fahrzeugs. Das zweite Paradigma be- schreibt den Besitz des Fahrzeugs durch den Kunden, bspw. um damit seinen sozialen Status zu demonstrieren. Das dritte und letzte Paradigma beschreibt den ausgebildeten Fahrer, der benötigt wird um das Fahrzeug zu steuern.7 Doch die Paradigmen der Auto- mobilität unterliegen auch dem Wandel der Zeit. Die Automobilhersteller reagieren bereits und bringen neue Technologien auf den Markt, bspw. die Elektrifizierung des Antriebs- strangs oder autonomes Fahren per Autopilot. Gleichzeitig hat Automobilproduktion durch die Connectivity8 des Fahrzeugs angefangen, sich zu verändern. Durch neue Assistenz-, Sicherheits- und Komfortsysteme erhöht sich ebenso die Funktionalität des Fahrzeugs. Ebenso verändern sich jedoch auch die Rahmenbedingungen der Automobilhersteller und der Automobilbranche. Als Beispiel gilt, bspw. die Entwicklung von Prototypen, die immer zügiger wird. Die Automobilhersteller adaptieren daher entsprechend schneller neue Modelle, um so schnell wie möglich einen großen Absatz zu generieren. Bisher standen die Automobilhersteller jedoch genau für das Gegenteil, wird der Produktlebens- zyklus eines Fahrzeugs betrachtet, der im Schnitt sieben Jahre beträgt.9

2.2 Ursachen der Veränderung

Die Automobilindustrie unterliegt zwei unterschiedlichen Trends, die unweigerlich zu einer Mobilitätsveränderung führen: zum einen der Urbanisierung, die von der Bevölkerung ge- trieben wird, zum anderen der digitalen Transformation, die von den Automobilherstellern getrieben wird.

Seit 2007 zeigt sich, dass weltweit mehr Menschen in der Stadt als auf dem Land leben. Dieser Trend gilt als ungebrochen, auch in den nächsten Jahren werden in den Ballungs- räumen die Bevölkerungszahlen stetig ansteigen. Daher wird sich der Mobilitätsbedarf in Städten grundlegend ändern, da mehr Menschen schneller und flexibler transportiert wer- den müssen, ohne Lebensqualität oder Verkehrssicherheit zu beinträchtigen.10

Auch die zweite Ursache, die digitale Transformation, wird die Mobilitätsanforderungen schnell ändern. Die digitale Transformation bezeichnet den fortlaufenden, in digitalen Technologien begründeten Veränderungsprozess, der die Volkswirtschaft betrifft, vor al- lem jedoch die Unternehmen.11 Basis dieser digitalen Transformation sind digitale Tech- nologien, die immer schneller entwickelt werden und wiederum den Weg für neue digitale Transformationen ebnen.12 Daher ermöglicht die digitale Transformation schon heute eine noch nie zuvor da gewesene Vernetzung. Als Treiber der digitalen Transformation gelten das Internet of Things13 (IoT), die Industrie 4.014 sowie die Machine-to-Machine-Kommu- nikation15 (M2M). In einer digitalen Welt ist es durch intelligente Verbindungen von Fahr- zeugen, Infrastruktur- und Verkehrsdaten sowie Nutzungsgewohnheiten möglich, neue Mobilitätsdienstleistungen zu entwickeln.16

2.3 Folgen der Veränderung

Als Folge der veränderten Mobilitätsanforderungen drängen branchenfremde Wettbewer- ber in den automobilen Markt. Daher müssen sich die Automobilhersteller auf eine neue Situation einstellen, einen Wettbewerb zwischen etablierten Fahrzeugmarken und Big Data Playern, die ebenso nach Kunden und Gewinnen auf dem wachsenden Mobilitäts- markt streben.17 Allerdings haben die Big Data Player einen Erfahrungsvorsprung in den Bereichen des Data Mining (Big Data), Software sowie kundennaher und -individueller Services. Aufgrund dessen besitzen die Big Data Player eine gute Ausgangslage, um das Geschäftsmodell der Mobilität bzw. des vernetzten Fahrzeugs nachhaltig neu zu definie- ren. Damit stehen die etablierten Akteure, die Automobilhersteller, vor einem disruptiven Wandel. Die Anforderungen an ein vernetztes Fahrzeug bestehen nun nicht mehr nur aus dem Design und der Motorleistung, sondern auch aus Onlinediensten, autonomem Fah- ren und Kommunikation zwischen Fahrzeug und Smartphone.18 Ebenso rückt das eigent- liche Produkt Automobil mehr in den Hintergrund. Der reine Mobilitätsgedanke gewinnt zunehmend an Bedeutung, dies zeigt sich unter anderem an dem Trend zum Carsharing statt Autokauf. Der Trend macht deutlich, wie sehr eine digitale Vernetzung von Produkt und Konsument das Nutzungsverhalten von Mobilität ändern kann.19 Entscheidend ist da- her in Zukunft, wie der Konsument von A und B gelangt, dabei spielt das Transportmittel eine ungeordnete Rolle, geschweige denn dessen Besitz. Darum wird es für die Automo- bilhersteller in Zukunft schwieriger, sich wie bisher allein über das Fahrzeug bzw. dessen technische Features und hochwertige Innenausstattung zu differenzieren.20 Vielmehr muss es den Automobilherstellern gelingen, nachhaltige und positive Mobilitätserlebnisse zu generieren.21 Dies kann bspw. durch neue Mobility-Services geschehen. Denke wären Funktionen wie: Entertainmentangebote (z. B. Streamen von Videos oder WLAN-Hot- spots), Fahrtüchtigkeitsassistenten (z. B. Müdigkeitssensoren), Mobilitätsmanagement (z. B. hochaktuelle Verkehrsinformationen oder Verbrauchsoptimierung), Fahrzeugma- nagement (z. B. Fernbedienung oder Wartungsinformationen) und Sicherheitsfunktionen (z. B. Gefahrenwarnungen oder Notruf-Funktionen). Je weiter die Entwicklung des auto- nomen Fahrens per Autopilot voranschreitet, desto mehr werden auch diese Funktionen an Bedeutung gewinnen. Weiterhin verändern sich auch die klassischen Geschäftsmo- delle von Fahrzeugkauf, -leasing oder -finanzierung hin zu Mobilitätskonzepten wie Fahr- zeug(mit)nutzung und Bereitstellung von mobilitätsübergreifenden Reisemitteln.22

2.4 Chancen und Risiken der Veränderung

Aus den veränderten Mobilitätsbedingungen und -anforderungen ergeben sich für die Au- tomobilhersteller, die bestehenden Akteure, sowohl Chancen als auch Risiken. Um die Risiken in Chancen umzuwandeln und die Führungsposition zu behaupten, müssen sich die bestehenden Akteure stärker digitalisieren, was bedeutet, Kooperationen mit neu auf den Markt kommenden Akteuren einzugehen. Nur so können die Unternehmen ihre Kun- den besser verstehen und agiler werden.23 Ebenso bestimmen politische, ökonomische und technologische Faktoren den Wandel der automobilen Welt. Zukunftsfähige Unter- nehmen reagieren bereits frühzeitig und machen das Automobil zu einem „Third Place“, einem weiteren Mittelpunkt neben dem Zuhause und dem Arbeitsplatz. So wird das Au- tofahren von einer zweckgebundenen Notwendigkeit zu einem produktiven Zeitfenster.24 Jedoch betrachten die neuen Akteure, die Big Data Player, das Automobil nur als weiteres Mobile Device. Daher besteht für die Automobilhersteller das Risiko, von Non-OEMs (Ori- ginal Equipment Manufacturer) vom Markt verdrängt werden können, da auch die neuen Akteure in Mobilitätsdienste und neue Technologien wie autonomes Fahren investieren. Da sie aus der digitalen Welt bereits das Wissen um den Kunden und damit das Erkennen und Befriedigen seiner Bedürfnisse kennen, benötigen sie nur noch einen Kooperations- partner für die traditionelle Kernkompetenz „Blech und Motor“.25 Jedoch haben die Auto- mobilhersteller auch hier den Geist der Zeit erkannt, um nicht als margenschwacher Hard- warelieferant abgewertet zu werden. Der Trend geht dazu, dass sie ihre eigenen Ökosys- teme von Dienstleistungen rund um die Mobilität und Digitalisierung entwickeln.26

Infolge der Veränderungen der Automobilbranche verändern sich, wie bereits erwähnt, auch die Akteure innerhalb der Branchen. Bestehende Akteure verändern ihre Geschäfts- modelle und neue Akteure treten in den Markt ein. Sowohl die bestehenden, als auch die neuen Akteure werden im nachfolgenden Kapitel drei vorgestellt.

3 Akteure der Automobilindustrie

3.1 Alte Akteure der Automobilindustrie

In diesem Unterkapitel werden drei ausgewählte Original Equipment Manufacturer (OEM) vorgestellt. Bei der Auswahl wurden die 19 größten globalen OEM’s berücksichtigt und die High Performer mit der höchsten Innovationsstärke der letzten zehn Jahre ausge- wählt.27 Bei der BMW AG, Daimler AG und Volkswagen AG handelt es sich um drei deut- sche Automobilhersteller, die mit ihren Marken bzw. Modellen vor allem im Premiumseg- ment zu finden sind.

3.1.1 BMW AG

Die Bayrische Motoren Werke AG (BMW) ist die Holding der BMW Group. Die BMW Group ist weltweit der einzige Premiummarkenhersteller, der Automobile und Motorräder produziert.28 Sie besteht aus den vier Segmenten Automobile, Motorräder, Finanzdienst- leistungen und sonstige Gesellschaften.29 Das Segment der Automobile wird durch die Marken BMW, Mini und Rolls-Royce gebildet. Die Marke BMW besitzt darüber hinaus die Submarken BMW M und BMW i.30 Aktuell ist BMW in der Kompakt-, Mittel-, oberen Mittel- , Ober-, Sportwagen-, Kompakt-SUV- und SUV-Klasse vertreten.31 Zusätzlich werden die leistungsstärksten Modelle/Motoren einer Klasse in der Submarke BMW M gebündelt.32 BMW i als Submarke hingegen fasst alle Mobilitätsdienste sowie die elektrischen bzw. teilelektrischen Modelle (bisher Kleinwagen bzw. Sportwagen) zusammen.33 Die Marke Mini ist im Kleinwagen-, Sportwagen- und SUV-Segment aktiv.34 Rolls-Royce stellt aus- schließlich edle Luxuslimousinen, -cabrios und -coupés der Oberklasse her.35

3.1.2 Daimler AG

Die Daimler AG ist ein deutscher Hersteller von Premiumfahrzeugen aus den Bereichen Personenkraftwagen (Pkw) und Nutzfahrzeugen (Nfz) wie bspw. Lastkraftwagen (Lkw).36 Die Daimler AG besteht aus den fünf Geschäftsfeldern Mercedes-Benz Cars, Daimler Trucks, Mercedes-Benz Vans, Daimler Buses und Daimler Financial Services.37 Das Ge- schäftsfeld Cars wird aus der Marke Mercedes-Benz mit den Submarken Mercedes-AMG und Mercedes-Maybach gebildet. Mercedes-AMG bündelt die leistungsstärksten Mo- delle/Motoren einer Klasse, Mercedes-Maybach hingegen produziert Luxuslimousinen auf Grundlage der aktuellen S-Klasse (Baureihe W222). Darüber hinaus gehören zum Geschäftsfeld Cars die Marke Smart, die Kleinstwagen für den Stadtgebrauch herstellt, und die neue Submarke Mercedes me.38 Mercedes me fungiert als Marke für innovative Services, Produkte und Lifestyleangebote, die auch über das Produkt „Auto“ hinausge- hen.39 Aktuell ist Mercedes-Benz Cars damit in der Kleinst-, Klein-, Kompakt-, Mittel-, obe- ren Mittel-, Ober-, Sportwagen-, Supersportwagen-, Geländewagen-, SUV-, Hochdach- kombi- und Kleintransporterklasse vertreten.40 Marken wie die Mobilitätsplattform moovel, das flexible Mobilitätskonzept car2go und die App mytaxi gehören zum Geschäftsfeld Daimler Financial Services.41 Aufgrund der Zielsetzung dieser Studienarbeit wird auf die weiteren Marken anderer Geschäftsfelder nicht weiter eingegangen.

3.1.3 Volkswagen AG

Die Volkswagen AG ist der größte europäische Automobilhersteller, der zwei Konzernbe- reiche besitzt. Der erste Konzernbereich sind die Automobile, die sich in zwei Bereiche untergliedern: Pkw und Nutzfahrzeuge/Power Engineering. Der Bereich Nutzfahr- zeuge/Power Engineering teilt sich wiederum in die Bereiche Nutzfahrzeuge und Power Engineering auf. Sämtliche Mobilitätsangebote wie bspw. Carsharing gehören dem zwei- ten Konzernbereich Finanzdienstleistungen an.42 Der gesamte Volkswagenkonzern be- steht aus zwölf Marken: Volkswagen Pkw (VW), Audi, Seat, Škoda, Bentley, Bugatti, Lam- borghini, Porsche, Ducati, Volkswagen Nutzfahrzeuge, Scania und MAN.43 Seit Dezem- ber 2016 ergänzt MOIA als dreizehnte Marke das bestehende Portfolio.44 Mit all diesen Marken bietet Volkswagen Modelle in der Kleinst-, Klein-, unteren Mittel-, Kompakt-, Mit- tel-, oberen Mittel-, Ober-, Coupé-, Cabrio-, Komptaktvan-, Van-, Kleinbus-, Hochdach- kombi-, Pickup-, Sportwagen-, Supersportwagen-, Gelände- und SUV-Klasse an.45

3.2 Neue Akteure der Automobilindustrie

Die neuen Akteure stammen aus einer anderen Welt, einer digitalisierten Welt. Während die klassischen Automobilhersteller von der Hardware (Automobil) kommen, betrachten die neuen Big Data Player aus der Telekommunikation bzw. des Webs die Entwicklung des Automobilbaus aus dem Blickwinkel der Software.

3.2.1 Big Data Player der Telekommunikation

3.2.1.1 Apple Inc.

Die Apple Incoporation Ist ein amerikanisches Unternehmen, das Computer, Smartpho- nes, MP3-Player und sonstige Unterhaltungselektronik entwickelt und vertreibt. Daneben werden eigene Betriebssysteme wie iOS und macOS bzw. Anwendungssoftware wie iTu- nes oder App Store angeboten. Ebenso forscht Apple an der Entwicklung von autonomen Fahrzeugen, was unter dem Projektnamen Apple Car bzw. in der konzerneigenen No- menklatur iCar läuft.46

3.2.1.2 Microsoft Corp.

Die Microsoft Corporation ist ein Hersteller von Soft- und Hardware. Hauptprodukte von Microsoft sind das Betriebssystem Windows, die Anwendungssoftware Office sowie ver- schiedene Serversoftwares. Daneben betreibt das Unternehmen mit Microsoft mobile eine komplette Sparte für die Entwicklung von Smartphones und deren Software.47

[...]


1 Disruptive Innovationen sind meist in neuen Märkten zu finden. Die neuen Märkte entstehen für die etablier- ten Anbieter i.d.R. unerwartet und sind für diese, besonders aufgrund ihres zunächst kleinen Volumens oder Kundensegmentes, uninteressant. Sie können im Zeitverlauf jedoch ein starkes Wachstum aufwei- sen und vorhandene Märkte bzw. Produkte und Dienstleistungen komplett oder teilweise verdrängen. (vgl. FAZ (2015), online im Internet.)

2 Vgl. Krüger, Harald (2016), S. 4.

3 Wissmann, Matthias (2015), S. 3.

4 Vgl. Deloitte Digital GmbH (2015) zitiert bei Schiller, Thomas/Wagner, Gunther (2015), S. 3.

5 Vgl. Krüger, Harald (2016), S. 4.

6 Vgl. Melzer, Stephan/Ptok, Frank (2015), S. 16.

7 Vgl. Bratzel, Stefan (2016), online im Internet.

8 Als Connectivity werden Integrationslösungen für mobile Geräte im Auto und zur Vernetzung von Fahrzeu- gen mit der Außenwelt bezeichnet. Sie tragen dazu bei, das Autofahren sicherer und komfortabler zu machen. (vgl. Continental (2017), online im Internet.)

9 Vgl. Oliver Wyman (2016), S. 2.

10 Vgl. Wissmann, Matthias (2015), S. 3.

11 Vgl. Wolan, Michael (2013), S. 242 ff.

12 Vgl. Hoffmeister, Christian/von Borcke, Yorck (2015), S. 157.

13 Das Internet of Things (IoT) vernetzt Dinge, wie bspw. mobile Endgeräte mit Menschen oder Prozesse auf intelligente Art und Weise, bspw. mithilfe von Sensortechnik. (Vgl. SAP (2017), online im Internet.)

14 Die Industrie 4.0 steht für die intelligente Vernetzung von Produktentwicklung, Produktion, Logistik, Liefe- ranten und Kunden. Die Industrie 4.0 stellt die vierte industrielle Revolution dar und soll die Produktion intelligent, wandelbar, effizient und nachhaltig gestalten. Konkret deutet das, dass eine Vernetzung von autonomen, sich situativ selbst steuernden, sich selbst konfigurierenden, wissensbasierten, sensorge- stützten und räumlich verteilten Produktionsressourcen (Produktionsmaschinen, Roboter, Förder- und La- gersysteme, Betriebsmittel) inklusive deren Planungs- und Steuerungssysteme möglich sein wird. (Vgl. Fraunhofer (2017), online im Internet.)

15 Die Machine-to-Machine-Kommunikation (M2M) bezieht sich auf die unmittelbare Kommunikation zwischen zwei beliebigen Geräten. Das können Rechner, Steuergeräte, Feldgeräte, Smartphones, Sicherungs-, Fernwartungs- oder Telematikeinrichtungen sein. Das Datennetz kann bspw. per WLAN oder IoT betrie- ben werden. (Vgl. ITWissen (2017), online im Internet.)

16 Vgl. BVDW (2016), S. 1.

17 Vgl. Nagel, Pascal (2016), online im Internet.

18 Vgl. Melzer, Stephan/Ptok, Frank (2015), S. 16.

19 Vgl. Melzer, Stephan/Ptok, Frank (2015), S. 16 f.

20 Vgl. Schiller, Thomas/Wagner, Gunther (2015), S. 4.

21 Vgl. Oliver Wyman (2016), S. 1.

22 Vgl. BVDW (2016), S. 1.

23 Vgl. Oliver Wyman (2016), S. 2.

24 Vgl. Dobrindt, Alexander (2016), S. 3.

25 Vgl. Padberg, Jürgen/Schmidt, Yujin (2016), S. 4.

26 Vgl. Bratzel, Stefan (2016), online im Internet.

27 Vgl. CAM (2016) zitiert bei Cisco (2016), S. 7.

28 Vgl. BMW Group (2017), online im Internet.

29 Vgl. BMW AG (2016), S. 18.

30 Vgl. BMW AG (2017a), online im Internet.

31 Vgl. BMW AG (2017b), online im Internet.

32 Vgl. BMW M (2017), online im Internet.

33 Vgl. BMW i (2017), online im Internet.

34 Vgl. MINI (2017), online im Internet.

35 Vgl. Rolls Royce (2017), online im Internet.

36 Vgl. Daimler AG (2016a), S. 4.

37 Vgl. Daimler AG (2017a), online im Internet.

38 Vgl. Daimler AG (2016a), S. 74.

39 Vgl. Mercedes me (2017), online im Internet.

40 Vgl. Daimler AG (2016b), S. 33 ff.

41 Vgl. Daimler AG (2016a), S. 75.

42 Vgl. Volkswagen AG (2016), S. 53.

43 Vgl. Volkswagen AG (2016), S. 6.

44 Vgl. Volkswagen AG (2017), online im Internet.

45 Vgl. Volkswagen AG (2016), S. 57 ff.

46 Vgl. Apple (2017), online im Internet.

47 Vgl. Microsoft (2017), online im Internet.

Ende der Leseprobe aus 42 Seiten

Details

Titel
Technologietrends in der Automobilindustrie
Hochschule
Fachhochschule der Wirtschaft Bergisch Gladbach
Note
2,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
42
Katalognummer
V468996
ISBN (eBook)
9783668944152
ISBN (Buch)
9783668944169
Sprache
Deutsch
Schlagworte
technologietrends, automobilindustrie
Arbeit zitieren
Pascal Limburg (Autor), 2017, Technologietrends in der Automobilindustrie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/468996

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