Diese Ausarbeitung untersucht den chinesischen Automobilsektor im Spannungsfeld der Zulieferinvestitionen.
Die bisherige Situation der Direktinvestitionen von Automobilzulieferern ist altbekannt. Europa und die USA investieren ihre Gelder beispielsweise in Joint Ventures in Asien. Aber dieser Trend bekommt allmählich einen Gegentrend, denn chinesische Zulieferer haben Kapitalreserven und investieren diese nun ebenso im Ausland. Das nachfolgende Executive Summary soll die chinesischen Zulieferer sowie ihre Auslandsaktivitäten in Form von Direktinvestitionen darstellen. Abgerundet wird dies durch ein Praxisbeispiel, wie ein chinesischer Konzern einen deutschen mittelständischen Automobilzulieferer übernommen hat.
Die Situation in China ist vergleichbar mit dem Rest der Welt, auch chinesische Zulieferer kämpfen trotz steigender Erfolgskennzahlen mit Margendruck. Daher müssen die Zulieferer ebenso neue Wege und Möglichkeiten finden ihre Marge zu verbessern, teils Direktinvestitionen in Europa. Sowohl die Anzahl als auch das Transaktionsvolumen steigt jährlich an. Vornehmlich wird in Hidden Champions investiert, um das Produkt- und Technologieportfolio in China zu erweitern. Jedoch sind im Vergleich zu deutschen Zulieferern die chinesischen Zulieferer bedeutend kleiner und unbekannter. Nichtsdestotrotz wird der Einfluss der chinesischen Zulieferer in Europa wird mit der Zeit zunehmen. Die chinesische Kultur führt bei Übernahmen jedoch teils erheblich zur Veränderung von Unternehmensstrategien.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Kennzahlen zum chinesischen Automobilsektor
3 Auslandsbeteiligungen des chinesischen Automotive Sektors
4 Überblick über chinesische Automobilzulieferer
5 Beispiel einer Direktinvestition
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Ausarbeitung analysiert die zunehmende Internationalisierung chinesischer Automobilzulieferer, die vermehrt durch Direktinvestitionen und Unternehmenskäufe in Europa ihre Marktposition und ihr Technologieportfolio stärken. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich dabei mit den Hintergründen dieser Entwicklung sowie den strategischen Auswirkungen der Übernahmen auf die betroffenen Unternehmen.
- Marktentwicklung und Kennzahlen des chinesischen Automobilsektors
- Analyse von Auslandsbeteiligungen chinesischer Automobilzulieferer in Europa
- Überblick über führende chinesische Zulieferunternehmen
- Untersuchung von Direktinvestitionen anhand von Praxisbeispielen
- Bewertung strategischer Veränderungen durch chinesische Unternehmenskäufe
Auszug aus dem Buch
5 Beispiel einer Direktinvestition
Die AMK Arnold Müller GmbH & Co. KG gilt als Praxisbeispiel für das Beispiel einer Direktinvestition eines chinesischen Automobilzulieferers. Die AMK Gruppe besteht aus den vier Firmen Antriebs- und Regeltechnik, Automatisierungstechnik, Elektroanlagen und Gerätebau sowie der Automotive Sparte. Seit 1963 ist die Firma aus Kirchheim unter Teck in der Automatisierungstechnik tätig. 1998 folgte der Eintritt in die Automobilbranche. Unter der Leitung von Dr. Ulrich Viethen erwirtschaftete das Unternehmen mit rund 950 Mitarbeitern in 2016 286 Mio. Euro. Das Produktportfolio umfasst Servomotoren, Steuerungen und Antriebslösungen im Non-Automotive Bereich. Der Automotive Bereich liefert als Tier-1 Luftfederkompressoren sowie Lenkhilfeantriebe. Zudem werden die Bereiche Aftermarket und E-Mobility ausgebaut. Die AMK Automotive beliefert aktuell BMW, Daimler, Land Rover, Jaguar und Volvo als Erstausrüster für aktuelle Modelle wie Mercedes-Benz W222 (S-Klasse).
Im Juni 2016 wurde die AMK Gruppe an die ZhongDing Gruppe veräußert. Abbildung 11 zeigt den Ablauf der Übernahme. Die beiden Firmen hatten seit 2011 eine Geschäftsbeziehung die sich stetig ausgebaut hatte, bis ZhongDing einen Share Deal für die Übernahme angeboten hatte. Im April 2016 folgte dann eine umfangreiche Due Diligence Prüfung, unter Berücksichtigung der Kartellbehörden erfolgreiche endete, sodass AMK seit Januar 2017 vollkonsolidiert als Tochterfirma von ZhongDing agiert.
Der Grund für die Übernahme besteht in den vielfältigen Synergieeffekten der beiden Unternehmen. So wollte AMK vor allem Wachstumschancen in Asien realisieren unter gleichzeitiger Reduktion der Kosten. ZhongDing hingegen wollte in Europa anerkannter werden und das Technologieportfolio um E-Mobilität erweitern.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert den Wandel in der globalen Automobilzulieferindustrie, in der chinesische Unternehmen zunehmend als Direktinvestoren auf dem ausländischen Markt agieren.
2 Kennzahlen zum chinesischen Automobilsektor: Dieses Kapitel betrachtet das rasante Wachstum, die Exportraten und die Lohnkostenentwicklung des chinesischen Automobilmarktes im Vergleich zu Deutschland.
3 Auslandsbeteiligungen des chinesischen Automotive Sektors: Hier wird die Zunahme chinesischer Unternehmenszukäufe in Europa analysiert, wobei Deutschland als bevorzugtes Ziel identifiziert wird.
4 Überblick über chinesische Automobilzulieferer: Das Kapitel stellt die Marktstruktur der chinesischen Automobilzulieferer dar und ordnet bedeutende Unternehmen anhand von Umsatz und Portfolio ein.
5 Beispiel einer Direktinvestition: Anhand der Übernahme der AMK Gruppe durch die ZhongDing Gruppe werden die Motive, der Ablauf und die strategischen Folgen einer solchen Direktinvestition beleuchtet.
6 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass chinesische Zulieferer durch Investitionen in Hidden Champions versuchen, ihre Marge zu sichern und ihre technologische Kompetenz zu erweitern, trotz kulturell bedingter Herausforderungen.
Schlüsselwörter
Automobilzulieferer, China, Direktinvestitionen, Unternehmenskäufe, M&A, AMK Gruppe, ZhongDing, Automotive, Exportvolumen, Lohnkosten, Profitabilität, E-Mobilität, Technologietransfer, Strategie, Synergieeffekte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die zunehmende Bedeutung chinesischer Automobilzulieferer als Investoren auf dem europäischen Markt, insbesondere im Kontext von Direktinvestitionen und Unternehmenskäufen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der wirtschaftlichen Kennzahlen in China, der Entwicklung chinesischer Auslandsbeteiligungen in Europa und der Untersuchung spezifischer Investitionsbeispiele.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Beweggründe und strategischen Ziele chinesischer Unternehmen bei der Übernahme europäischer Zulieferer darzustellen und deren Auswirkungen auf die betroffenen Unternehmen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Sekundärforschung, die aktuelle Studien, Marktanalysen und Branchenberichte auswertet, ergänzt um ein praktisches Fallbeispiel.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert Marktdaten, Investitionsstatistiken, das Profil chinesischer Zulieferer sowie den konkreten Ablauf und die Folgen der Übernahme der AMK Gruppe durch die ZhongDing Gruppe.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Automobilzulieferer, China, Direktinvestitionen, M&A, Technologietransfer und strategische Unternehmensausrichtung.
Warum investiert ein chinesischer Konzern wie die ZhongDing Gruppe gezielt in deutsche Unternehmen?
Die Investitionen dienen primär dazu, das Technologieportfolio – insbesondere in Bereichen wie der E-Mobilität – zu erweitern, internationale Anerkennung zu gewinnen und Synergieeffekte durch den Zugang zu europäischem Know-how zu nutzen.
Welche Herausforderungen ergeben sich bei derartigen Übernahmen?
Neben der Integration der Unternehmen spielen kulturelle Unterschiede und die damit verbundene Notwendigkeit, Unternehmensstrategien anzupassen, eine zentrale Rolle bei der erfolgreichen Umsetzung der Übernahmeziele.
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- Pascal Limburg (Author), 2018, Chinesische Zulieferer und der chinesische Automobilsektor, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/468998