Bis zur Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren war der Bankensektor nur teilweise staatlich reguliert. In Folge der dramatischen Krise wurde eine umfassende Regulierung der Banken auf nationaler Ebene vorgenommen, um durch reibungslosere Abläufe im Kreditwesen die Funktionsfähigkeit der Gesamtwirtschaft zu gewährleisten.
Im Zuge der Globalisierung stellte sich heraus, dass eine rein national ausgerichtete Aufsicht nicht vor weltweiten Bankenkrisen schützen kann. Daher gewannen Fragen bzgl. der Organisation einer international abgestimmten Bankenaufsicht an Bedeutung. Die internationale Abstimmung und Weiterentwicklung der Bankenaufsicht wird durch Institute wie die Bank for International Settlement (BIS) koordiniert, die Mitinitiator von Basel II ist.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Einleitung
- 1.1 Ausgangslage
- 1.2 Zielsetzung
- 1.3 Gang der Untersuchung
- 1.4 Abgrenzung und Einschränkung
- 2 Ziele der Bankenaufsicht
- 2.1 Gläubigerschutz
- 2.1.1 Schutzwürdigkeit
- 2.1.2 Schutzbedürftigkeit
- 2.1.3 Schlussfolgerung bezüglich Schutzwürdigkeit und Schutzbedürftigkeit
- 2.1.4 Das besondere Verhalten der Gläubiger – Bank-Run Gefahr
- 2.2 Funktionsschutz – Reduzierung systemischer Risiken
- 2.3 Wettbewerbssicherung
- 2.4 Diskussion der Zielkompatibilität
- 3 Bankenaufsichtliche Instrumente zur Zielerreichung
- 3.1 Gliederung der Regulierungsformen
- 3.1.1 Eigenkapitalregulierung
- 3.1.2 Lender of Last Resort
- 3.1.3 Einlagenversicherung
- 3.2 Diskussion der Kompatibilität der Instrumente
- 4 Basel II
- 4.1 Status quo
- 4.2 Mindesteigenkapitalanforderungen
- 4.2.1 Kreditrisiko
- 4.2.2 Marktrisiko
- 4.2.3 Operationelles Risiko
- 4.3 Aufsichtliches Überprüfungsverfahren
- 4.4 Marktdisziplin
- 5 Umsetzung der Ziele der Bankenaufsicht durch Basel II
- 5.1 Auswirkungen von Basel II auf Ziele der Bankenaufsicht
- 5.1.1 Wettbewerbsneutrale Implementierung von Basel II – ,,Level Playing Field“ bei Mindestkapitalanforderungen
- 5.1.2 Höhere Kontrolleffizienz beim Gläubigerschutz durch aufsichtliches Überprüfungsverfahren
- 5.1.3 Erhöhter Gläubigerschutz durch verstärkte Offenlegung
- 5.1.4 Gestärkter Funktionsschutz durch freiwillige Implementierung aufgrund von Marktdisziplin
- 5.2 Prozyklizität und Risikopuffer durch Mindesteigenkapitalanforderungen
- 5.3 Hinterlegung weiterer Risiken durch flexibles aufsichtliches Überprüfungsverfahren
- 5.4 Kontrollmöglichkeiten durch Marktkräfte: Subordinated Notes and Debentures und Marktdisziplin
- 6 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Ziele der Bankenaufsicht und analysiert die Auswirkungen von Basel II auf deren Erreichung. Der Fokus liegt auf der Frage, inwieweit Basel II die angestrebten Ziele des Gläubigerschutzes, des Funktionsschutzes und der Wettbewerbssicherung effektiv unterstützt.
- Ziele der Bankenaufsicht: Gläubigerschutz, Funktionsschutz, Wettbewerbssicherung
- Bankenaufsichtliche Instrumente: Eigenkapitalregulierung, Lender of Last Resort, Einlagenversicherung
- Basel II: Drei Säulen (Mindesteigenkapitalanforderungen, Aufsichtliches Überprüfungsverfahren, Marktdisziplin)
- Auswirkungen von Basel II auf die Ziele der Bankenaufsicht
- Prozyklizität und Risikopuffer durch Mindesteigenkapitalanforderungen
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel führt in die Thematik der Bankenaufsicht ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit. Kapitel 2 untersucht die verschiedenen Ziele der Bankenaufsicht, wobei der Gläubigerschutz, der Funktionsschutz und die Wettbewerbssicherung im Detail betrachtet werden. Kapitel 3 analysiert die verschiedenen bankenaufsichtlichen Instrumente zur Zielerreichung, darunter Eigenkapitalregulierung, Lender of Last Resort und Einlagenversicherung. Kapitel 4 stellt Basel II vor und beschreibt die drei Säulen des Abkommens: Mindesteigenkapitalanforderungen, Aufsichtliches Überprüfungsverfahren und Marktdisziplin. Kapitel 5 schließlich beleuchtet die Auswirkungen von Basel II auf die Erreichung der Ziele der Bankenaufsicht, wobei insbesondere die Effektivität des Abkommens in Bezug auf Gläubigerschutz, Funktionsschutz und Wettbewerbssicherung analysiert wird.
Schlüsselwörter
Bankenaufsicht, Basel II, Gläubigerschutz, Funktionsschutz, Wettbewerbssicherung, Eigenkapitalregulierung, Lender of Last Resort, Einlagenversicherung, Mindesteigenkapitalanforderungen, Aufsichtliches Überprüfungsverfahren, Marktdisziplin, Prozyklizität, Risikopuffer, Subordinated Notes and Debentures.
Häufig gestellte Fragen
Was sind die Hauptziele der Bankenaufsicht?
Die zentralen Ziele sind der Gläubigerschutz, der Funktionsschutz (Stabilität des Finanzsystems) und die Sicherung des Wettbewerbs.
Was versteht man unter 'Basel II'?
Basel II ist ein internationales Abkommen zur Bankenregulierung, das auf drei Säulen basiert: Mindestkapitalanforderungen, Aufsichtsprozess und Marktdisziplin.
Welche Risiken müssen unter Basel II mit Eigenkapital hinterlegt werden?
Banken müssen Eigenkapital für Kreditrisiken, Marktrisiken und insbesondere auch für operationelle Risiken vorhalten.
Was ist die 'Bank-Run Gefahr'?
Ein Bank-Run tritt auf, wenn viele Kunden gleichzeitig ihr Geld abheben wollen, was die Liquidität einer Bank gefährdet und systemische Risiken auslösen kann.
Was bedeutet 'Prozyklizität' bei Basel II?
Prozyklizität beschreibt das Risiko, dass die Kapitalanforderungen in Krisenzeiten steigen und dadurch die Kreditvergabe weiter einschränken, was die Krise verschärfen kann.
- Arbeit zitieren
- Holger Hendrichs (Autor:in), 2005, Ziele der Bankenaufsicht und Basel II, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46909