Fragwürdige Buchhaltungsmethoden, schlechtes Management und mangelnde interne Kontrollsysteme führten in den letzten Jahren zu einer Serie spektakulärer Firmenszusammenbrüche. Die Skandale um Enron, welches zuvor als eines der weltweiten Topunternehmen galt, Worldcom, Flow Tex oder Metallgesellschaft, um nur einige Beispiele zu nennen, hatten nachhaltigen Einfluss auf Kapitalmarkt und Wirtschaftsordnung, sowie das Vertrauen der Investoren. Aus diesen Gründen rückte vor allem das Thema Corporate Governance verstärkt in den Blickpunkt öffentlichen Interesses. Primärer Zweck einer effektiven Corporate Governance ist es, Aktionäre und andere von der Leistung und dem Verhalten der Kontrollinhaber abhängige Personenkreise vor Vermögensschädigung und anderen Nachteilen zu schützen. Die Notwendigkeit von Corporate Governance folgt vor allem aus der Trennung von Eigentum und Kontrolle in Aktiengesellschaften und der daraus resultierenden Principal-Agent- Konstellation. Diese Informationsasymmetrie soll nun durch periodische Rechenschaftspflichten des Management reduziert werden1. Als Reaktion auf die oben genannten Skandale wurden sowohl in Europa, als auch in den USA eine Reihe von Gesetzen beschlossen, um eine Wiederholung ebensolcher zu verhindern.
Eines dieser Gesetze ist der amerikanische Sarbanes-Oxley Act (SOA), von dem auch eine Reihe deutscher Unternehmen betroffen sind. Einer der Kernpunkte des Gesetzes betrifft die Ausgestaltung des internen Kontrollsystems. Das Ziel dieser Hausarbeit ist es aufzuzeigen, in wie weit sich der SOA auf die Ausgestaltung interner Kontrollsysteme deutscher Unternehmen auswirkt und in welcher Weise die Überwachung der Funktionsfähigkeit von internen Kontrollsystemen umgesetzt werden kann. Dazu werden im ersten Teil dieser Hausarbeit die allgemeinen Inhalte des SOA beschrieben. Der zweite Teil befasst sich mit den grundlegenden Elementen und Prinzipien eines internen Kontrollsystems. Der dritte Teil beschäftigt sich mit den Auswirkungen des SOA auf interne Kontrollsystem und versucht die Möglichkeiten der Sicherstellung der Funktionsfähigkeit eines internen Kontrollsystems zu umschreiben.
Struktur der Seminararbeit
1. Einleitung
2. Der Sarbanes-Oxley Act of 2002
2.1. Entstehungsgeschichte des Sarbanes-Oxley Act
2.2. Geltungsbereich des Sarbanes-Oxley Act
2.3. Inhalt des Sarbanes-Oxley Act
2.4. Streitpunkte des Sarbanes-Oxley Act
3. Interne Kontrollsysteme
3.1. Begriff des Internen Kontrollsystems
3.2. Funktion des Internen Kontrollsystems
3.3. Bestandteile des Internen Kontrollsystems
3.4. Abgrenzung zur externen Revision
4. Auswirkungen des Sarbanes-Oxley Act auf Interne Kontrollsysteme
4.1. Einführung
4.2. Gesetzliche Vorschriften bezüglich des Internen Kontrollsystems
4.3. Einrichtung eines effizienten Internen Kontrollsystems
4.4. Bewertung der Funktionsfähigkeit des Internen Kontrollsystems
4.5. Möglichkeiten zur Überwachung des Internen Kontrollsystems
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Forschungsthemen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen des US-amerikanischen Sarbanes-Oxley Act (SOA) auf die Ausgestaltung interner Kontrollsysteme (IKS) in deutschen Unternehmen. Ziel ist es, die Anforderungen an ein effizientes IKS unter Berücksichtigung des SOA aufzuzeigen und Strategien zur Sicherstellung der Funktionsfähigkeit im Sinne einer modernen Corporate Governance zu analysieren.
- Sarbanes-Oxley Act und dessen Anwendbarkeit auf deutsche Unternehmen
- Grundlagen, Funktionen und Bestandteile interner Kontrollsysteme
- Implementierungsaufwand und regulatorische Herausforderungen des SOA
- Methoden zur Bewertung und Überwachung der Funktionsfähigkeit von IKS
- Rolle von COSO-Framework und Control Self Assessment (CSA)
Auszug aus dem Buch
2.3. Inhalt des Sarbanes-Oxley Act
Das Maßnahmenpaket des SOA enthält im wesentlichen folgende Punkte:
• Persönliche Verantwortlichkeit des Managements für meldepflichtige Abschlussinformationen
CEO und CFO müssen durch eine Art eidesstattliche Erklärung die Richtigkeit und Vollständigkeit der Finanzberichte gegenüber der SEC beglaubigen. Es drohen Geldstrafen bis zu 5 Mio. US-Dollar und bis zu 20 Jahre Haftstrafe (Sec.1106).
• Erweiterte Erfordernisse und Kontrollen in der Finanzberichterstattung
Dazu gehört auch die Einrichtung interner Überwachungsmaßnahmen des Finanzberichtswesens (Sec.404). Dies soll verhindern, „dass durch unzureichende Kontrollen fehlerhafte oder unvollständige Informationen Eingang in die Finanzberichterstattung finden und damit für die Investoren irreführend sein könnten“8. In einem jährlichen Bericht hat das Management die Funktionsfähigkeit des internen Kontrollsystems festzustellen. Ebenso muss jede wesentliche Änderung der internen Überwachung bewertet werden. Diese Auflage dürfte wohl diejenige sein, die den größten Umsetzungsaufwand für die betroffenen Unternehmen bedeutet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Hintergründe der Unternehmensskandale und die daraus resultierende Notwendigkeit, das Corporate Governance System durch Gesetze wie den SOA zu stärken.
2. Der Sarbanes-Oxley Act of 2002: Dieses Kapitel erläutert die Entstehungsgeschichte, den Anwendungsbereich sowie die wesentlichen inhaltlichen Vorschriften des SOA und adressiert erste Kollisionspunkte mit deutschem Recht.
3. Interne Kontrollsysteme: Hier werden Definition, Aufgaben, Funktionen und Bestandteile interner Kontrollsysteme theoretisch hergeleitet und von der externen Revision abgegrenzt.
4. Auswirkungen des Sarbanes-Oxley Act auf Interne Kontrollsysteme: Das Kernkapitel analysiert den Implementierungsaufwand, die gesetzlichen Pflichten sowie Methoden zur Einrichtung, Bewertung und Überwachung eines SOA-konformen Kontrollsystems.
5. Fazit und Ausblick: Der Autor resümiert, dass der SOA zwar einen hohen administrativen Aufwand bedeutet, jedoch gleichzeitig als Katalysator für eine notwendige Systematisierung und Effizienzsteigerung der internen Unternehmensüberwachung dienen kann.
Schlüsselwörter
Sarbanes-Oxley Act, Corporate Governance, Internes Kontrollsystem, IKS, SEC, Finanzberichterstattung, COSO-Framework, Compliance, Interne Revision, Wirtschaftsprüfung, Risikomanagement, Control Self Assessment, Prozessdokumentation, Unternehmensüberwachung, Bilanzskandale.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen des amerikanischen Sarbanes-Oxley Act auf die Ausgestaltung interner Kontrollsysteme in deutschen Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die rechtlichen Anforderungen des SOA, die theoretischen Grundlagen eines internen Kontrollsystems sowie die praktische Umsetzung und Überwachung dieser Kontrollstrukturen.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet, inwieweit sich der SOA auf die Ausgestaltung interner Kontrollsysteme deutscher Unternehmen auswirkt und wie die Überwachung deren Funktionsfähigkeit konkret umgesetzt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Auswertung existierender regulatorischer Vorgaben, Gesetze, Fachliteratur sowie anerkannter Rahmenwerke wie dem COSO-Modell.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der SOA-Inhalte, die theoretische Fundierung des IKS-Begriffs und die detaillierte Analyse der prozessualen und organisatorischen Anforderungen an Unternehmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Sarbanes-Oxley Act, Corporate Governance, Internes Kontrollsystem, Compliance, Risikomanagement und COSO-Framework.
Wie bewertet der Autor die Auswirkungen des SOA auf deutsche Unternehmen?
Der Autor sieht den SOA primär als Herausforderung durch einen erhöhten administrativen Aufwand, erkennt jedoch gleichzeitig die Chance zur Effizienzsteigerung durch systematische Prozessoptimierung.
Was ist das "Control Self Assessment" in diesem Zusammenhang?
Es handelt sich um eine Form der Selbstevaluierung des internen Kontrollsystems durch Fachabteilungen, die das Ziel hat, die traditionelle interne Revision vorteilhaft zu ergänzen.
- Quote paper
- Markus Naber (Author), 2005, Auswirkungen des Sarbanes-Oxley Act of 2002 auf interne Kontrollsysteme, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46919