Freundschaft in den sozialen Medien. Die drei Arten der Freundschaft (Aristoteles)

Ein Unterrichtsentwurf im Fach Ethik (Klasse 7-10 Gymnasium)


Unterrichtsentwurf, 2018
7 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Tabellarische Übersicht über die Unterrichtsreihe:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Fachdidaktischer Schwerpunkt/Zugang: phänomenologisch - analytisch - dialektisch (vgl. Martens 2003)

1. Kompetenzen und Lernziele

1.1 Kompetenzschwerpunkt der Reihe

Die Schülerinnen und Schüler reflektieren die Freundschaften der heutigen Zeit, indem sie sich mit unterschiedlichen Situationen und Problemfeldern der Freundschaft im Hinblick auf die sozialen Medien auseinandersetzen.

1.2 Lernziele

1.2.1 Übergeordnetes Lernziel

Die Schülerinnen und Schüler erkennen am beispielhaften Text, dass es mehrere Formen der Freundschaft gibt.

1.2.2 Teillernziele

Die Schülerinnen und Schüler …

1. … entwickeln anhand eines Zitats die Leitfrage, indem sie die Individualität jeder Freundschaft herausstellen. (Nicht alle Freundschaften sind gleichzustellen, welche Formen der Freundschaft gibt es also?)
2. … entwickeln eigene Vorstellungen über die Formen der Freundschaft, indem sie passende Kategorien finden (intensive Freundschaften, beste Freundschaften, oberflächliche Freundschaften, Freundschaft Plus, profitable Freundschaften, …)
3. … analysieren in EA und GA die verschiedenen Formen der Freundschaft, indem sie diese aus einem Text herausarbeiten und Grenzsituationen erläutern. (Die Nutzenfreundschaft existiert nur solange sie Gewinn abwirft, die Lustfreundschaft kennzeichnet angenehme Momente v.a. unter Jugendlichen und endet bei divergierenden Interessen, die Tugendfreundschaft stellt die vollkommene Freundschaft dar, die auch über große Distanzen gepflegt wird.)
4. … setzen ihre Ergebnisse untereinander in Beziehung, indem sie ihre Poster präsentieren und mit den Ergebnissen der anderen Gruppen sowie den eigenen Vor-Urteilen (fak.) vergleichen. (Die Lust- und Nutzenfreundschaft sind der Tugendfreunschaft unterzuordnen. Eigene Vor-Urteile können ggf. zugeordnet werden – ggf. gibt es Anlass zur erweiterten Kategoriebildung (fak.))
5. … überprüfen ihr Verständnis der verschiedenen Formen der Freundschaft, indem sie deren Bestand im Hinblick auf die heutige Zeit diskutieren.

(Lust- und Nutzenfreundschaft gibt es überall, während vollkommene Freundschaften sehr selten sind. Vor dem Hintergrund der sozialen Medien fällt es uns einfacher, sich zu unterhalten, sich in Gruppen zu organisieren, mit Freunden in Übersee zu sprechen, aber werden ggf. oberflächlicher, finden außerhalb der realen Welt statt, Freundschaften werden unpersönlich, … )

2. Stundenverlaufsplan

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

*IT = Interaktives Whiteboard

3. Antizipiertes Tafelbild

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4. Anhang und Materialien

4.1 Zur Erarbeitungsphase

M1: Die drei Formen der Freundschaft

Der griechische Philosoph Aristoteles begibt sich in seiner Schrift „Nikomachische Ethik“ auf verschiedene Denkwege, um z.B. die verschiedenen Formen der Freundschaft zu erklären.

Gründe für eine Freundschaft, so Aristoteles, gibt es dreierlei: das Nützliche, das Angenehme und das Gute. […] Ein Mensch wird deshalb [gemocht], weil er entweder „nützlich“, „angenehm“ oder „vollkommen gut“ ist. Demnach gibt es auch drei Grundformen der [Freundschaft]: die Nutzenfreundschaft, die Lustfreundschaft und die Tugendfreundschaft*.

Da die ersten zwei Motive – das Nützliche und das Angenehme – potentiell labil sind, d.h. sich rasch verändern können, und überdies nicht auf den Freund selbst abzielen, sondern eben auf seine Nützlichkeit oder sein angenehmes Wesen, sind sie rein prinzipiell weniger edel und vornehm und deshalb als wenig erstrebenswert zu betrachten. […] Nutzenfreundschaften – wie die Gastfreundschaft – und Lustfreundschaften – wie diejenige unter Kindern und Jugendlichen, welche überwiegend vom Affekt* beherrscht werden – bleiben demnach auf der Ebene des Mittels zum Zweck stehen.

Ganz anders hingegen steht es mit der Tugendfreundschaft, der Freundschaft unter Guten, bei der die Freunde sich um ihrer selbst willen [mögen]. Diese Art der Freundschaft, so Aristoteles, ist vollkommen, unter anderem auch deshalb weil sowohl die Nutzen- als auch Lustfreundschaft in der Tugendfreundschaft bereits enthalten sind. Alles, was schlechthin gut ist, das ist auch im Besonderen gut, d.h. für den Einzelnen nützlich und angenehm. Wer das Gute selbst liebt, liebt zugleich auch das Nützliche und Angenehme.

Quelle: Eugen-Maria Schulak: Freundschaft. Eine Analyse des Instituts für Wertewirtschaft. www. Philosophische-praxis.at (12.09.2017)

*Affekt: heftige Gemütsbewegung, Erregung, Leidenschaft

*Tugend: moralisch gute/wertvolle Eigenschaft

Arbeitsaufträge:

Einzelarbeit:

1. Fasse mithilfe des Textes wichtige Aspekte der Lustfreundschaft zusammen.
2.1 Erkläre die Lustfreundschaft in eigenen Worten. Nenne mindestens ein Beispiel.
2.2 Erläutere kurz Grenzen dieser Freundschaft (ggf. anhand von Beispielen).

Gruppenarbeit:

3. Erstellt ein passendes Symbol für die Lustfreundschaft.
4. Entwerft gemeinsam ein Poster zu dieser Form der Freundschaft.

M2: Die drei Formen der Freundschaft

Der griechische Philosoph Aristoteles begibt sich in seiner Schrift „Nikomachische Ethik“ auf verschiedene Denkwege, um z.B. die verschiedenen Formen der Freundschaft zu erklären.

Gründe für eine Freundschaft, so Aristoteles, gibt es dreierlei: das Nützliche, das Angenehme und das Gute. […] Ein Mensch wird deshalb [gemocht], weil er entweder „nützlich“, „angenehm“ oder „vollkommen gut“ ist. Demnach gibt es auch drei Grundformen der [Freundschaft]: die Nutzenfreundschaft, die Lustfreundschaft und die Tugendfreundschaft*.

Da die ersten zwei Motive – das Nützliche und das Angenehme – potentiell labil sind, d.h. sich rasch verändern können, und überdies nicht auf den Freund selbst abzielen, sondern eben auf seine Nützlichkeit oder sein angenehmes Wesen, sind sie rein prinzipiell weniger edel und vornehm und deshalb als wenig erstrebenswert zu betrachten. […] Nutzenfreundschaften – wie die Gastfreundschaft – und Lustfreundschaften – wie diejenige unter Kindern und Jugendlichen, welche überwiegend vom Affekt* beherrscht werden – bleiben demnach auf der Ebene des Mittels zum Zweck stehen.

Ganz anders hingegen steht es mit der Tugendfreundschaft, der Freundschaft unter Guten, bei der die Freunde sich um ihrer selbst willen [mögen]. Diese Art der Freundschaft, so Aristoteles, ist vollkommen, unter anderem auch deshalb weil sowohl die Nutzen- als auch Lustfreundschaft in der Tugendfreundschaft bereits enthalten sind. Alles, was schlechthin gut ist, das ist auch im Besonderen gut, d.h. für den Einzelnen nützlich und angenehm. Wer das Gute selbst liebt, liebt zugleich auch das Nützliche und Angenehme.

Quelle: Eugen-Maria Schulak: Freundschaft. Eine Analyse des Instituts für Wertewirtschaft. www. Philosophische-praxis.at (12.09.2017)

*Affekt: heftige Gemütsbewegung, Erregung, Leidenschaft

*Tugend: moralisch gute/wertvolle Eigenschaft

Arbeitsaufträge:

Einzelarbeit:

1. Fasse mithilfe des Textes wichtige Aspekte der Nutzenfreundschaft zusammen.
2.1 Erkläre die Nutzenfreundschaft in eigenen Worten. Nenne mindestens ein Beispiel.
2.2 Erläutere kurz Grenzen dieser Freundschaft (ggf. anhand von Beispielen).

Gruppenarbeit:

3. Erstellt ein passendes Symbol für die Nutzenfreundschaft.
4. Entwerft gemeinsam ein Poster zu dieser Form der Freundschaft.

[...]

Ende der Leseprobe aus 7 Seiten

Details

Titel
Freundschaft in den sozialen Medien. Die drei Arten der Freundschaft (Aristoteles)
Untertitel
Ein Unterrichtsentwurf im Fach Ethik (Klasse 7-10 Gymnasium)
Note
1,3
Autor
Jahr
2018
Seiten
7
Katalognummer
V469350
ISBN (eBook)
9783668936416
Sprache
Deutsch
Schlagworte
freundschaft, medien, arten, aristoteles, unterrichtsentwurf, fach, ethik, klasse, gymnasium
Arbeit zitieren
Lena Groß (Autor), 2018, Freundschaft in den sozialen Medien. Die drei Arten der Freundschaft (Aristoteles), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/469350

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