Die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass es mehrere Formen der Freundschaft gibt und überprüfen ihr Verständnis der Freundschaft vor dem Hintergrund sozialer Medien.
Die Schülerinnen und Schüler reflektieren die Freundschaften der heutigen Zeit, indem sie sich mit unterschiedlichen Situationen und Problemfeldern der Freundschaft im Hinblick auf die sozialen Medien auseinandersetzen.
Die Schülerinnen und Schüler erkennen am beispielhaften Text, dass es mehrere Formen der Freundschaft gibt.
Inhaltsverzeichnis
1. Kompetenzen und Lernziele
1.1 Kompetenzschwerpunkt der Reihe
1.2 Lernziele
1.2.1 Übergeordnetes Lernziel
1.2.2 Teillernziele
2. Stundenverlaufsplan
3. Antizipiertes Tafelbild
4. Anhang und Materialien
4.1 Zur Erarbeitungsphase
4.2 Zur Vertiefungsphase
Zielsetzung & Themen
Die Unterrichtseinheit zielt darauf ab, Schülerinnen und Schüler für die verschiedenen Formen der Freundschaft nach Aristoteles zu sensibilisieren und diese in den Kontext moderner sozialer Medien zu setzen, um eine kritische Reflexion über die Qualität heutiger zwischenmenschlicher Beziehungen zu ermöglichen.
- Reflexion über Freundschaften in der heutigen Zeit
- Differenzierung zwischen Nutzen-, Lust- und Tugendfreundschaft
- Kritische Auseinandersetzung mit sozialen Medien
- Förderung der analytischen Kompetenz durch Textarbeit
Auszug aus dem Buch
M1: Die drei Formen der Freundschaft
Der griechische Philosoph Aristoteles begibt sich in seiner Schrift „Nikomachische Ethik“ auf verschiedene Denkwege, um z.B. die verschiedenen Formen der Freundschaft zu erklären.
Gründe für eine Freundschaft, so Aristoteles, gibt es dreierlei: das Nützliche, das Angenehme und das Gute. […] Ein Mensch wird deshalb [gemocht], weil er entweder „nützlich“, „angenehm“ oder „vollkommen gut“ ist. Demnach gibt es auch drei Grundformen der [Freundschaft]: die Nutzenfreundschaft, die Lustfreundschaft und die Tugendfreundschaft*.
Da die ersten zwei Motive – das Nützliche und das Angenehme – potentiell labil sind, d.h. sich rasch verändern können, und überdies nicht auf den Freund selbst abzielen, sondern eben auf seine Nützlichkeit oder sein angenehmes Wesen, sind sie rein prinzipiell weniger edel und vornehm und deshalb als wenig erstrebenswert zu betrachten. […] Nutzenfreundschaften – wie die Gastfreundschaft – und Lustfreundschaften – wie diejenige unter Kindern und Jugendlichen, welche überwiegend vom Affekt* beherrscht werden – bleiben demnach auf der Ebene des Mittels zum Zweck stehen.
Ganz anders hingegen steht es mit der Tugendfreundschaft, der Freundschaft unter Guten, bei der die Freunde sich um ihrer selbst willen [mögen]. Diese Art der Freundschaft, so Aristoteles, ist vollkommen, unter anderem auch deshalb weil sowohl die Nutzen- als auch Lustfreundschaft in der Tugendfreundschaft bereits enthalten sind. Alles, was schlechthin gut ist, das ist auch im Besonderen gut, d.h. für den Einzelnen nützlich und angenehm. Wer das Gute selbst liebt, liebt zugleich auch das Nützliche und Angenehme.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Kompetenzen und Lernziele: Dieses Kapitel definiert die Lernziele der Unterrichtsreihe, wobei der Fokus auf der Reflexion von Freundschaften unter dem Einfluss sozialer Medien liegt.
2. Stundenverlaufsplan: Hier wird der zeitliche und methodische Ablauf der konkreten Unterrichtsstunde dargestellt, von der Einstiegsphase bis hin zur vertiefenden Diskussion.
3. Antizipiertes Tafelbild: Dieses Kapitel visualisiert die drei aristotelischen Freundschaftsformen, um eine strukturierte Übersicht der theoretischen Inhalte für die Klasse bereitzustellen.
4. Anhang und Materialien: Dieses Kapitel enthält die Arbeitsmaterialien, insbesondere die Texte zu den drei Freundschaftsformen von Aristoteles sowie dazugehörige Arbeitsaufträge für die Schüler.
Schlüsselwörter
Ethik, Freundschaft, Aristoteles, Nutzenfreundschaft, Lustfreundschaft, Tugendfreundschaft, soziale Medien, Unterrichtsentwurf, Reflexion, Nikomachische Ethik, Jugendliche, Identität, Werte, Kommunikation, digitale Welt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit umfasst einen Unterrichtsentwurf für das Fach Ethik, der sich mit der phänomenologischen und analytischen Betrachtung von Freundschaften auseinandersetzt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Das zentrale Thema ist der Vergleich zwischen klassischen Freundschaftsformen nach Aristoteles und der Wahrnehmung von Freundschaften in der Ära sozialer Medien.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtsstunde?
Das Ziel ist, dass Schülerinnen und Schüler erkennen, dass Freundschaften unterschiedliche Qualitäten haben und dass diese Differenzierung für ihr eigenes Sozialverhalten in digitalen Netzwerken bedeutsam ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der methodische Zugang orientiert sich am fachdidaktischen Modell nach Martens (2003) und umfasst phänomenologische, analytische und dialektische Ansätze.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Erarbeitung der drei aristotelischen Freundschaftsformen und deren kritische Reflexion im Kontext der modernen, medial geprägten Welt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?
Wichtige Begriffe sind Ethik, Aristoteles, Nutzen-, Lust- und Tugendfreundschaft sowie die Auswirkungen sozialer Medien auf zwischenmenschliche Beziehungen.
Warum unterscheidet Aristoteles zwischen Nutzen-, Lust- und Tugendfreundschaft?
Aristoteles unterscheidet sie nach dem Beweggrund: Entweder dienen sie einem äußeren Nutzen, kurzfristiger persönlicher Lust oder einer moralisch vollkommenen, auf dem Guten basierenden Bindung.
Welche Bedeutung haben die sozialen Medien in diesem Unterrichtskontext?
Die sozialen Medien dienen als zeitgenössischer Kontrastfolie, an der geprüft wird, ob die klassischen Kategorien der Freundschaft heute noch Anwendung finden oder ob sich Freundschaften durch digitale Einflüsse grundlegend verändern.
- Arbeit zitieren
- Lena Groß (Autor:in), 2018, Freundschaft in den sozialen Medien. Die drei Arten der Freundschaft (Aristoteles), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/469350