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Melusine. Herrscherin, Ehefrau und übernatürliches Wesen

Titel: Melusine. Herrscherin, Ehefrau und übernatürliches Wesen

Hausarbeit , 2018 , 14 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Germanistik - Literaturgeschichte, Epochen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Geschichte des Melusinenstoffs in der deutschen Literatur ist von einer altfranzösischen Herkunft gekennzeichnet. In Form der Prosahistorie von Thüring von Ringoltingen wurde die Sage zu einem der populärsten Bücher. Diese beendete er am 28. Januar 1456 und widmete sie dem Markgrafen Rudolf von Hochberg. Thürings von Ringoltingen Adaption lässt sich als eine stark überarbeitete Übersetzung der Versversion von Couldrettes beschreiben.

Thürings von Ringoltingen Übersetzung wurde zur Zeit der Prosaauflösung im Spätmittelalter verfasst. Mit seiner Übersetzung nahm der Melusinenstoff seinen Platz in der deutschen Literatur des 15. Jahrhunderts ein.
Im Gegensatz zu den Vorgängerversionen stellt Thüring von Ringoltingen die Melusine in seiner Übersetzung anders dar. Sie ist nicht mehr dämonisch, sondern eine schöne und dominierende Frau, die ein nicht-menschliches Merkmal besitzt. Die Darstellung der Figur der Melusine in Thürings von Ringoltingen soll Hauptgegenstand der vorliegenden Arbeit sein.

Im Mittelalter erscheint Melusine als eine Mischung aus Mensch und Meerjungfrau in einer Erzählung.
Sie sehnt sich nach Erlösung und sucht einen treuen Ehemann, dem sie verbietet, unter bestimmten Umständen nach ihr zu sehen.

Die Figur der Melusine spielt eine bedeutende Rolle in der Erzählung und ist eine Variante der mythologischen Meerjungfrau und markiert einen langen Zeitraum des mittelalterlichen Glaubens dieser. Solche Figuren kommen regelmäßig in romantischen Werken vor, welche die weibliche Verführung darstellen und gleichzeitig versuchen diese angeborene Bedrohung zu verteidigen. Figuren wie die der Melusine haben meistens die Funktion eines Topos oder eines konventionellen Bildes.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Melusine

2.1 Geschlechtsidentität

2.2 Liebesbeziehung zwischen Reymund und Melusine

2.3 Melusines Dominanz und Herrschaft

2.4 Melusine und das Wunderbare

3. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung der Figur Melusine in der Prosahistorie von Thüring von Ringoltingen aus dem 15. Jahrhundert. Ziel ist es, die spezifische Charakterisierung Melusines als dominierende, nicht-dämonisierte Frau sowie ihre Rolle innerhalb der höfischen Gesellschaft und des Wunderbaren zu analysieren, um zu verstehen, wie sie sich von traditionellen Vorlagen unterscheidet.

  • Analyse der Geschlechtsidentität von Melusine und Reymund.
  • Untersuchung der gestörten Martenehe als zentrales Motiv.
  • Betrachtung von Melusines Rolle als dominierende Herrscherin und Bauherrin.
  • Diskussion der Bedeutung des Wunderbaren in der mittelalterlichen Literatur.
  • Erforschung der Verschränkung von privater Ehe und dynastischem Aufstieg.

Auszug aus dem Buch

2.3 Melusines Dominanz und Herrschaft

Mit der Hochzeit wird Melusine zur gehorsamen Ehefrau und lässt ihre Rolle außerhalb der höfischen Gesellschaft zurück. Zwar besteht Melusine auf eine ordnungsgemäße Hochzeit, lässt sich jedoch abermals versichern, dass sie ihren freien Samstag erhalten wird. Melusines Untertanen haben Reymund bereits zuvor als Herr anerkannt. Mit der Eheschließung, in der Melusine Reymund gehorsam abverlangt und mit diesem Abverlangen zusammenhängenden Dominanz ist die normativ vorgesehene Geschlechterhierarchie des Spätmittelalters aufgehoben. Aber auch nach der Eheschließung dauert die Dominanz Melusines weiter an. Reymund nimmt zwar für die Öffentlichkeit die Rolle des Herrschers und Ehemannes ein, aber spielt (s.o. unter 3.2) die Rolle eines Statisten ein. Auch dass Reymund in den ersten Ehejahren im Erzählgeschehen kaum noch erwähnt wird und sich alles um Melusine, die als Gründerin einer neuen Adelsfamilie dargestellt wird, untermauert diese These. Auch die Errichtung von Burgen, Schlössern und Klöstern und die vielen Geburten lassen Melusine stark und dominant wirken. Reymund tritt als Erzeuger der Kinder in den Hintergrund, während Melusine mit scheinbar unbegrenzten finanziellen Mitteln ein Bauwerk nach dem anderen mit einer hohen Geschwindigkeit erbauen lässt. Dies lässt auf Melusines magische Fähigkeiten schließen, die sie mit der Eheschließung endlich einsetzen kann. Aus Sicht des Erzählers verkörpert Melusine die ideale Weiblichkeit, sie ordnet sich ihrem Mann unter, wenn auch nur formal und schenkt ihm viele Kinder und erzieht diese.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Herkunft des Melusinenstoffs ein und skizziert die Besonderheiten von Thüring von Ringoltingens Adaption im 15. Jahrhundert.

2. Melusine: Das Hauptkapitel analysiert Melusines Wesen, ihr Auftreten als Mischwesen sowie ihre Integration und Dominanz innerhalb der höfischen Welt.

2.1 Geschlechtsidentität: Hier wird untersucht, wie Reymund und Melusine als gesellschaftlich marginalisierte Figuren durch ihre Verbindung nach gesellschaftlicher Integration suchen.

2.2 Liebesbeziehung zwischen Reymund und Melusine: Dieses Kapitel betrachtet die Ehe der beiden als zweckgebundene, aber dennoch starke Bindung, die abseits klassischer höfischer Liebesideale existiert.

2.3 Melusines Dominanz und Herrschaft: Der Fokus liegt hier auf Melusines aktiver Rolle als Herrscherin und Bauherrin, die die männliche Vorherrschaft des Spätmittelalters dekonstruiert.

2.4 Melusine und das Wunderbare: Hier wird das Konzept des Wunderbaren im Mittelalter erläutert und Melusines Status als "magicus" und "miraculosus" Wesen eingeordnet.

3. Fazit: Das Kapitel schließt mit einer Würdigung der Relevanz der Figur Melusine für das spätmittelalterliche Publikum und die moderne Forschung.

Schlüsselwörter

Melusine, Thüring von Ringoltingen, Spätmittelalter, Geschlechterrollen, Martenehe, Dominanz, höfische Literatur, das Wunderbare, Herrschaft, Schlangenschwanz, Identität, Prosahistorie, Weiblichkeit, Transformation, Integration.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Darstellung der Melusine in der Prosahistorie von Thüring von Ringoltingen im Kontext des 15. Jahrhunderts.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Felder sind die Geschlechterhierarchie, die Funktion von Herrschaft, das Konzept des Wunderbaren und die Dynamik innerhalb der Ehe von Reymund und Melusine.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Thüring von Ringoltingen Melusine als eigenständige, dominierende Figur darstellt und damit von traditionellen dämonisierenden Vorlagen abweicht.

Welche methodische Herangehensweise wird gewählt?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse des Primärtextes unter Einbeziehung zeitgenössischer Forschungsliteratur zu Ehelehre, Gender und dem Konzept des Wunderbaren vorgenommen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Geschlechtsidentität, die Analyse der Ehe, Melusines politische Dominanz und ihre Einordnung als Wunderwesen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den Schlüsselbegriffen gehören Melusine, Herrschaft, Geschlechterrollen, das Wunderbare und das Spätmittelalter.

Wie unterscheidet sich die Melusine bei Thüring von Ringoltingen von anderen Darstellungen?

Sie wird nicht mehr als dämonisches Wesen, sondern als schöne, dominierende und gottgewollte Adelsahnin porträtiert, die aktiv am Aufbau eines Reiches beteiligt ist.

Welche Bedeutung kommt dem Schlangenschwanz in dieser Adaption zu?

Im Gegensatz zu anderen Versionen wird der Schlangenschwanz nicht als reiner Fluch oder Zeichen des Bösen interpretiert, sondern als ein von Gott erhaltenes Kennzeichen ihrer Außergewöhnlichkeit.

Warum scheitert Melusines Herrschaft aus Sicht der Arbeit langfristig?

Das Scheitern wird darauf zurückgeführt, dass ihre Rolle als Ehefrau innerhalb der höfischen Gesellschaft durch den Tabubruch und die damit einhergehenden gesellschaftlichen Zwänge nicht mit ihrer Machtposition als Herrscherin vereinbar bleibt.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Melusine. Herrscherin, Ehefrau und übernatürliches Wesen
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Deutsches Institut)
Veranstaltung
SFAL
Note
2,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
14
Katalognummer
V469361
ISBN (eBook)
9783668948143
ISBN (Buch)
9783668948150
Sprache
Deutsch
Schlagworte
melusine herrscherin ehefrau wesen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2018, Melusine. Herrscherin, Ehefrau und übernatürliches Wesen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/469361
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  14  Seiten
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