Die Herrschaft von Süleyman I. Der Höhepunkt des Osmanischen Reiches?


Hausarbeit, 2017
11 Seiten, Note: bestanden
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Geschichte des Osmanischen Reiches ab 1512-1520

3. Herrschaftszeit Süleyman I.

4. Politisches und wirtschaftliches System unter Süleyman I.

6. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Lange Zeit war das Osmanische Reich sehr machtvoll und mit einer Geschichte von über 600 Jah- ren ein starkes Staatsgebilde.1 Das Osmanische Reich erstreckte sich über mehrere Kontinente und wurde von mehreren Sultanen beherrscht.

In der vorliegenden Arbeit soll die Geschichte des Osmanischen Reiches ab 1512 kurz illustriert werden, woraufhin eine Darstellung über die Herrschaftszeit des Süleyman I. folgen und auf seine Politik und sein Wirtschaftssystem näher eingegangen werden soll. Vor allem soll die vorliegende Arbeit der Frage nachgehen, inwiefern der Höhepunkt des Osmanischen Reiches mit der Herrschaft von Süleyman I. erreicht wurde.

2. Die Geschichte des Osmanischen Reiches ab 1512-1520

Nachdem Mehmed, der Vater von Çem und Bayezid gestorben ist, entfachte ein Streit zwischen den Brüdern, wer der nächste Herrscher werden soll. Durch eine List, woraufhin hier nicht näher Bezug genommen werden soll, wäre beinahe Çem der Nachfolger geworden, Bayezid gelang es jedoch diese List zu durchschauen. Nachdem er in Istanbul als rechtmäßiger Nachfolger ausgesprochen wurde, schlug er seinen Bruder in Bursa nieder, woraufhin er zu den Mameluken (ursprünglich Mi- litärsklaven türkischer Herkunft) floh2. Bayezid II., der eine langsame und zögerliche Regierungs- weise verfolgte3, versuchte seinen Lieblingssohn Ahmed nach seiner Regierungszeit an die Spitze zu bringen. Jedoch unterstützten die Janitscharen seinen Sohn Selim, der den Thron nach dem Ab- danken seines Vaters im Jahr 1512 bestieg. Selim lässt daraufhin seinen Vater, seine Brüder und ihre Familien töten. Er selbst regierte nicht zögerlich oder langsam, sondern verfolgte die expansionisti- sche Regierungsweise seines Großvaters Mehmed.

Die erste Kriegshandlung begann damit, dass Selim die Kızılbaşs angriff und sich aber vorher den Rücken durch Friedensverträge mit Venedig und Polen freihielt. Obwohl man im Islam nicht Mos- lems bekriegen darf, rechtfertige Selim seinen Angriff damit, dass die Kızılbaşs (Schiiten) nicht den richtigen Islam vertreten würden und erklärte den Krieg zum Dschihad („heiliger Krieg“).4 Tausende Kızılbaşs wurden getötet oder ins Gefängnis geworfen. Als nächstes fing Selim einen Handels- krieg gegen Persien an. Er unterband die Handelswege der Perser für Seiden- und Gewürzhandel in alle Richtungen mithilfe des neu entstandenen Reiches der turkmensichen Usbeken im Norden des Safawiden-Reichs, das in einem Konflikt zu Schah Ismail I. stand.

Selim staß mit seiner Armee in Richtung Ostanatolien vor. Ismail jedoch fürchtete die Konfrontati- on mit Selims Armee und flüchtete immer weiter nach Osten zurück. Am 23. August 1514 gelang es Selim, Ismails Heer bei Tschaldiran am Van-See zu stellen. Beide Seiten mussten hohe Verluste bringen bis Ismails Rückzug die Schlacht beendete. Dadurch konnte Selim bis nach Täbriz (Haupt- stadt der Safawiden) vordringen und einnehmen.5 Die Dynastie der Safawiden blieb trotzdem bis zum 18. Jahrhundert bestehen.

1515 musste Selim einen Aufstand des Alaüddevles von Dukadir unterdrücken, der sich geweigert hatte, am Angriff gegen Schah Ismail teilzunehmen und einen Kleinkrieg gegen Selims Truppen geführt hatte, um Nachschublinien zu unterbrechen. Selim eroberte Dukadir, wodurch der Weg nach Mesopotamien und Syrien geöffnet wurde und das Grenzland zu den Mameluken südlich der Linie Erzincan-Diyarbarkir gesichert wurde.

Schah Ismail versuchte nach seiner Niederlage gegen Selim, mit den Mächten des Westens Kontakt aufzunehmen, um ein Bündnis gegen die Osmanen zu schließen. Nachdem dies scheiterte, nahm er Kontakt zu den Johannitern auf Rhodos auf, damit sie ihm den Prinz Çem ausliefern, um ihn als Sultan gegen Selim aufzubauen, was sie verweigerten. Außerdem war Çem inzwischen zum Chris- tentum konvertiert.

1516 setzte sich die Armee Selims wieder in Bewegung6 und fiel in Syrien ein. Er begründete den Krieg gegen die sunnitischen Mameluken gegenüber den Janitscharen damit als rechtmäßiges Vor- gehen, dass sie in früheren Zeiten Verbündete der Safawiden waren. Am 24. August 1516 standen sich die Armeen Selims und des Mamelukenherrschers Qansaw al-Ghawri bei Marj Dabiq nördlich von Aleppo gegenüber. Die Osmanen gingen als Sieger aus dem Schlachtfeld. Im weiteren Verlauf ließ Selim seine Truppen weiter nach Süden vorrücken und nahm Damaskus ein, danach ließ er sie weiter über Palästina vorrücken und schlug eine mamelukische Armee in der Schlacht von Yaunis Khan bei Gaza. Am 20. Januar 1517 erreichte er Kairo und am 22. Januar 1517 schlug er ein Auf- gebot der Mameluken unter der Führung von des letzten Mamelukensultans Tuman-Bey II. bei Rid- anieh vor den Toren Kairos nieder und nahm die Stadt ein. Tuman-Bey II. stellte sich nochmals bei den Pyramiden von Gizeh zum Kampf, den er verlor. Er wurde hingerichtet und sein Leichnam wurde öffentlich zur Schau gestellt. Damit ging das Mamelukenreich unter.7 Die Eroberung des Mamelukenreiches eröffnete neue politische Möglichkeiten. Der Handelskrieg gegen die Perser wurde ausgebreitet, da die Alternativroute über Syrien und Ägypten auch verschlossen bleiben konnte. Schah Ismail versuchte, Frieden mit Selim zu schließen und schickte ihm einen Boten mit Geschenken. Diese nahm Selim zwar an, ließ den Boten aber vor seiner Abreise nach Istanbul töten.8 Schah Ismail unterstützte 1519 einen Aufstand der Kızılbaş unter Schah Veli in Ostanatolien, um einen Vorstoß Selims auf Persien vorzubeugen. Diese Aufstand wurde niedergeschlagen und daraufhin Schah Veli gevierteilt. Selim verlor sein Leben in der Nacht vom 21. zum 22. September 1520 als er auf einer Reise von Edirne nach Istanbul war.9

3. Herrschaftszeit Süleyman I.

1520 kam Selims einziger Sohn Süleyman an die Macht. Süleyman war derjenige Sultan mit der längsten Regierungszeit und erreichte viele Erneuerungen im Osmanischen Reich. Er erhielt den Beinamen „der Prächtige“ oder der „große Türke“ („Muhteşem“) von seinen Zeitgenossen in Euro- pa10, da man ihn für seine Macht und sein Reichtum bewunderte. Er ist der zehnte Sultan des Os- manischen Reiches und der erste seines Namens.11

Nach seiner Thronbesteigung versuchte Süleyman einer der größten Kriege zu beenden, indem er die aggressive politische Haltung seines Vaters gegenüber Schah Ismail änderte, der zu seiner Re- gierungszeit noch in Persien residierte. Er schickte Botschafter nach Täbriz, die ihm berichteten, dass die Safawiden keine Gefahr darstellten, da der Schah in einen Konflikt mit den Sunni-Usbeken verwickelt war. Dies ermöglichte Süleyman, eine erste Kriegskampagne gegen den Westen zu richten. Zu dieser Zeit war ein geringer Widerstand gegen den Vorstoß der Osmanen zu erwarten. 12 Kaiser Karl V. musste sich mit der beginnenden Reformation und den Fürsten auseinandersetzen, die der neuen Konfession des Protestantismus anhingen. Darüber hinaus befand sich der Kaiser in einer Auseinandersetzung mit dem französischen König Franz I., der seine Besitzungen gegen die Habs- burger verteidigte. Die lange Friedenszeit zwischen den Osmanen und den europäischen Mächten wog sie in falsche Sicherheit, weshalb sie umso mehr unter der aggressiven Politik Süleymans ge- troffen wurden.

Den ersten Angriff richtete Süleyman gegen Serbien. 1521 eroberte er Belgrad, die er als Aus- gangspunkt seiner Expansion gegen Ungarn und die Habsburger Lande ausbauen wollte.

Seinen nächsten Angriff richtete er gegen die Johanniter auf Rhodos, die Pilger auf ihrem Weg nach Mekka gefangengenommen hatten. Nach einer fünfmonatigen Belagerung ergab sich die Garnison von Rhodos am 20. Dezember 1522, nachdem sie schwere Verluste erleiden musste. 1530 siedelten sich die Johanniter auf Malta an, von wo sie die spanischen Besitzungen in Nordafrika verteidigen sollten. Zwar hat Süleyman Rhodos eingenommen, nutzte seinen Erfolg aber nicht aus und breitete sein Reich nicht weiter über das Mittelmeer nach Westen aus. Nur noch die Inseln Zypern und Kre- ta blieben in christlicher Herrschaft.

Die Eingliederung der Mameluken stellte ein weiteres Problem dar.13 Bis zu diesem Zeitpunkt ha- ben die Osmanen nur muslimische Länder unterworfen. Nun kamen auch Araber dazu, die zwar auch Muslime sind, deren Kultur sich aber stark von der türkischen unterschied. Süleyman versuch- te das Problem zu lösen, indem er die neu eroberten Gebiete als osmanische Provinzen organisierte und eine Osmanisierung einleitete. Dennoch stand die Herrschaft über die Mamelukenländer nicht in sicherer Stellung- in Syrien und Ägypten kam es zu Aufständen, die militärisch unterdrückt wer- den mussten, was bis 1524 andauerte. Besonders Ägypten wollte der Sultan sichern, denn aufgrund der hohen Einkünfte aus dem Gewürzhandel und den Pilgerfahrten der Muslime, entwickelte sich das Land zur neuen Schatzkammer der Osmanen. Er beauftragte sogar seinen Schwager Makbul Ibrahim Pascha mit der Verwaltung Ägyptens, um die Loyalität zu sichern. Nach Makbul Ibrahim Pascha übernahm Hadim Süleyman Pascha die Verwaltung des Landes. Er ließ eine Flotte bauen, um den Portugiesen im Roten Meer entgegenzutreten, um die Handels- und Pilgerwege zu sichern. Hadim Süleyman Pascha plante das Osmanische Reich entlang des Roten Meers zu expansieren, jedoch kam eine für 1531 geplante Kampagne nicht zustande, da Matrosen und Kanonen im Mittelmeer gebraucht wurden.14

[...]


1 Reinhard Pohanka: Das Osmanische Reich, S. 11.

2 Ebd., S.82.

3 Ebd., S.83.

4 Ebd., S.86f.

5 Ebd., S.87.

6 Ebd., S.88.

7 Ebd., S.89.

8 Ebd., S.90.

9 Ebd., S.91.

10 Ayhan Buz: Osman Gazi’den Vahdettin’e. Osmanlı kronolojik tarihi („Von Osman Gazi bis zu Vahdettin. Chronologi- sche Reihenfolge der Osmanischen Geschichte“), S. 77.

11 Ayşenur Ergün: Üç Kıtanın Hâkimi. Kanuni Sultan Süleyman („Der Herrscher über drei Kontinente. Sultan Süleyman der Prächtige“), S. 7.

12 Reinhard Pohanka: Das Osmanische Reich, S.96.

13 Ebd., S.97.

14 Ebd., S.98.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Die Herrschaft von Süleyman I. Der Höhepunkt des Osmanischen Reiches?
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Institut für Slavistik, Turkologie und zirkumbaltische Studien)
Veranstaltung
Osmanisches Reich
Note
bestanden
Jahr
2017
Seiten
11
Katalognummer
V469365
ISBN (eBook)
9783668938151
Sprache
Deutsch
Schlagworte
herrschaft, süleyman, höhepunkt, osmanischen, reiches
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Anonym, 2017, Die Herrschaft von Süleyman I. Der Höhepunkt des Osmanischen Reiches?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/469365

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