Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike

Untersuchungen zu traumhaften Elementen in Suetons Kaiserviten

Griechisch-römische Traumdeutung

Titel: Untersuchungen zu traumhaften Elementen in Suetons Kaiserviten

Examensarbeit , 2017 , 77 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Fanny Jasmund (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit geht es darum, den Traum als literarisches Motiv in all seinen Facetten offenzulegen. Es sollen nicht die vielzähligen Traumtheorien und Traumdiskurse im Vordergrund stehen, sondern die Eigenarten des Traumes innerhalb einer literarischen Komposition.

Der Traum ist ein menschliches Mysterium, was jedem bekannt ist und wachsendem Interesse unterliegt. Ob nachts oder am Tag, während der Arbeit oder in ruhigen Momenten, wir träumen ständig. Tagtäglich, stündlich. Träume können Sehnsüchte widerspiegeln, Erlebtes konvertieren, erleichtern oder verwirren. Sie können aber auch Angst auslösen oder bedrohlich wirken. Sagen Sie einmal auf einer Feier oder bei einem Treffen mit Freunden, dass Sie eine wissenschaftliche Arbeit über Träume verfassen. Das Interesse ist Ihnen sicher. Schon im Altertum ist der Traum eine individuelle Komponente im menschlichen Leben, was zahlreiche Schriftzeugnisse belegen.

Vor 4000 Jahren entstanden erste Traumlexika. Im alten Ägypten waren es die „Meister der geheimen Dinge“, Priester, die sich der Traumdeutung widmeten. Aus Griechenland liefert uns der antike Traumdeuter Artemidoros von Daldis aus dem zweiten nachchristlichen Jahrhundert durch seine fünfbändige Schrift Oneirokritikon eines der grundlegendsten und umfassendsten Werke, die jemals über Träume und ihrer Deutung verfasst wurden. Seine Schrift gründet auf ausgiebiger Feldforschung und langjähriger Berufserfahrung als Deuter und umfasst rund 1400 Traummotive und deren Deutung. Grundlegende Erfahrungen menschlichen Daseins finden in jede Literatur Einlass. So auch der Traum. In antiker Überlieferung spielten Träume eine bedeutende Rolle. Sie zählten zur Divination, zur Vorzeichendeutung oder zum Orakelwesen.

Seit den Homerischen Epen begegnet uns eine bekannte divinatorische Auffassung des Traumes. Sie kamen entweder von außen, etwa von den Göttern oder Dämonen, oder von innen, aus dem Körper bzw. aus der Seele des Menschen. Götter kündigten künftiges Geschehen an, während der Körper Erlebnisse und Eindrücke des Tages verarbeitete.Indem Dichter Träume in ihren Werken literarisch verankerten, übertrugen sie diesen spezifische Aufgaben, sei es als Motiv des poetischen Erzählens oder als Darstellung eines allen Menschen bekannten Phänomens. In Epos, Tragödie und Roman begegnet uns der Traum als literarisches Motiv in besonderem Maße.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Einführung

1.2 Methode und Aufbau

2 Träume in der griechisch-römischen Literatur

2.1 Träume aus Epos, Tragödie und Roman

2.2 Träume in der antiken Historiographie

3 Träume der Mächtigen in der antiken Biographie

3.1 Vorbemerkungen

3.2 Die Biographie in Rom

3.3 Träume in der römischen Kaiserzeit

3.4 Suetons Kaiserviten

3.5 Träume in den 12 Kaiserbiographien Suetons– Einzeluntersuchungen

3.5.1 Vorbemerkungen

3.5.2 DIVUS IULIUS

3.5.4 TIBERIUS

3.5.5 C. CALIGULA

3.5.6 DIVUS CLAUDIUS

3.5.7 NERO

3.5.8 GALBA

3.5.9 OTHO

3.5.10 VITELLIUS

3.5.11 DIVUS VESPASIANUS

3.5.12 DIVUS TITUS

3.5.13 DOMITIANUS

4 Motive und Funktionen der Träume bei Sueton

5 Schluss

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Traum als literarisches Motiv in Gaius Suetonius Tranquillus' "De vita Caesarum". Das primäre Ziel ist es, mittels Einzelanalysen der zwölf Kaiserviten die Funktionen von Traumdarstellungen als Instrumente biographischer Technik, zur Charakterisierung der Herrscher sowie zur Steuerung der Leserwahrnehmung herauszuarbeiten.

  • Analyse der narrativen Funktion von Träumen im antiken biographischen Kontext
  • Chronologische Untersuchung der Kaiserviten von Caesar bis Domitian
  • Untersuchung der Wechselwirkung zwischen Traumgläubigkeit und politischer Manipulation
  • Einordnung des Traummotivs in die antike literarische Tradition
  • Erforschung der psychologischen und symbolischen Dimensionen kaiserlicher Träume

Auszug aus dem Buch

3.5.2 DIVUS IULIUS

Die Reihe der Kaiserbiographien wird von Gaius Iulius Caesar eröffnet. Da die folgenden Biographien alle mit Informationen über die Herkunft, Familie und Geburt beginnen, ist anzunehmen, dass die erste Seite der Caesar-Vita verloren gegangen ist, denn sie setzt unvermittelt mit dem Satz Annum agens sextum decimum patrem amisit; ein.

Zu Beginn des überlieferten Teils deuten die Worte Sullas nam Caesari multos Marios inesse auf die Herrschaft Caesars voraus, ebenso wie der erste überlieferte Traum. Im Jahre 69 v.Chr. bekleidete Caesar das Amt des Quaestors in Spanien. Beim Anblick eines Standbildes von Alexander dem Großen soll er laut aufgeseufzt haben. Alexander habe in seinem Alter schon die ganze Welt erobert, während er selbst noch nichts Bemerkenswertes geleistet habe. Den Ausschlag zu dem Entschluss, seine Laufbahn energisch voranzutreiben, soll ein Traum gegeben haben:

etiam confusum eum somnio proximae noctis—nam uisus erat per quietem stuprum matri intulisse— coiectores ad amplissimam spem incitauerunt arbitrium terrarum orbis portendi interpretantes, quando mater, quam subiectam sibi uidisset, non alia esset quam terra, quae omnium parens haberetur.

Caesar träumte, mit seiner Mutter sexuell zu verkehren bzw. sie sogar zu vergewaltigen. Was sollte dieser Traum ihm ankündigen? Sueton beschreibt die Reaktion Caesars als confusus somnio, da er sich über Bedeutung des Traumes nicht bewusst war. Die konsultierten Traumdeuter gaben Entwarnung und wiesen mit ad amplissimam spem auf die Aussicht zur Übernahme der Herrschaft über die ganze Welt. Die Worte arbitrium terrarum orbis werden innerhalb weniger Zeilen zwei Mal betont. Mehr noch, die Traumdeuter interpretierten diesen Traum als glückverheißend für einen aufstrebenden Politiker wie Caesar. Die Mutter, der er sich im Traum bemächtigt hatte, setzten sie mit der Erde gleich. Die Vereinigung mit der Mutter bedeute die Herrschaft über sie. Caesar werde einst über die gesamte Erde gebieten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in das Thema des Traums als antikes literarisches Motiv und Darlegung der methodischen Vorgehensweise.

2 Träume in der griechisch-römischen Literatur: Untersuchung der Traumdarstellungen in Epos, Tragödie, Roman und Historiographie als Grundlage für das Verständnis späterer Texte.

3 Träume der Mächtigen in der antiken Biographie: Theoretische Einordnung der antiken Biographie sowie detaillierte Untersuchung der Träume in den Kaiserviten von Sueton.

4 Motive und Funktionen der Träume bei Sueton: Systematisierung der Ergebnisse aus den Einzelanalysen nach thematischen Motivgruppen und funktionalen Gesichtspunkten.

5 Schluss: Zusammenfassende Reflexion über die Bedeutung der Traumdarstellungen für die Charakterisierung der Kaiser in Suetons Werk.

Schlüsselwörter

Sueton, De vita Caesarum, Antike Biographie, Traumdeutung, Kaiserbiographie, Literarisches Motiv, Divination, Römische Kaiserzeit, Traumdarstellung, Politische Manipulation, Herrschaftslegitimation, Omina, Charakterschilderung, Mythologie, Antike

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die literarische Funktion von Träumen in Suetons "De vita Caesarum" als Mittel zur Charakterisierung römischer Kaiser.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die antike Traumdeutung, die Entwicklung der antiken Biographie und die politische Instrumentalisierung von Traumerzählungen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, durch Einzelanalysen der Kaiserviten zu zeigen, wie Sueton Träume nutzte, um das Schicksal, den Charakter und die Legitimation der Herrscher literarisch zu gestalten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer systematischen Analyse der Traumerzählungen und ihrer Einbettung in den chronologischen Aufbau der Kaiserviten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung der Träume in den einzelnen Viten von Caesar bis Domitian.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt von Begriffen wie Sueton, Kaiserviten, Traumdeutung, politische Manipulation und antike Biographie.

Welche besondere Rolle spielt Augustus in Suetons Traumdarstellungen?

Augustus nimmt eine Ausnahmestellung ein, da ihm im Gegensatz zu anderen Kaisern eine besonders hohe Anzahl an positiven und göttlich legitimierenden Träumen zugeschrieben wird.

Wie unterscheidet sich die Darstellung bei Claudius von den anderen Kaisern?

Bei Claudius fungieren Träume primär als Zeichen seiner persönlichen Leichtgläubigkeit und als Mittel seiner Umgebung, ihn durch manipulierte Berichte zu Handlungen zu bewegen.

Ende der Leseprobe aus 77 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Untersuchungen zu traumhaften Elementen in Suetons Kaiserviten
Untertitel
Griechisch-römische Traumdeutung
Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald  (Altertumswissenschaften)
Note
2,0
Autor
Fanny Jasmund (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
77
Katalognummer
V469592
ISBN (eBook)
9783668947962
ISBN (Buch)
9783668947979
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sueton Kaiserviten Traumdeutung Traum Träume Kaiser Augustus Caesar Traumforschung griechisch römisch antike Biografie Historiographie lateinischer Roman Homer de vita caesarum
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Fanny Jasmund (Autor:in), 2017, Untersuchungen zu traumhaften Elementen in Suetons Kaiserviten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/469592
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  77  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum