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Benotete Kreativität - Problem Aufsatzzensur

Title: Benotete Kreativität - Problem Aufsatzzensur

Term Paper , 2002 , 19 Pages , Grade: 1

Autor:in: Anonym (Author)

Didactics - German Studies
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„Pro Jahr müssen etwa 500 000 Lehrer den knapp zehn Millionen Schülern ca. 400 Millionen Zensuren bescheinigen. Und in den etwa 300 000 deutschen Schulklassen werden täglich fast zwei Millionen Zensuren vergeben, jede Stunde 300 000, jede Minute 5000 und jede Sekunde knapp 100.“ (Winkel in Baurmann, 1985)
Bei der Aufsatzbenotung handelt es sich um ein Problem, das jeder noch aus seiner eigenen Schulzeit kennt, und für das es bis heute nur bedingt Lösungsmöglichkeiten gibt. Allzu gut erinnert man sich daran, einen benoteten Schulaufsatz - dies ist auch heute noch die gebräuchlichste Form einer Klassenarbeit - mit einer Note, egal ob gut oder schlecht, zurückzubekommen, mit einem verwunderten Blick auf die Note. Man hatte doch ein solch schlechtes Gefühl gehabt, wie kann denn da die Note 2+ zustande kommen; oder: man hatte sich auf die Rückgabe der Arbeit gefreut mit der Hoffnung auf eine gute Zensur die Note 4 erhalten. Wie konnte so etwas passieren? In den meisten Fällen bleiben tiefgründige, handfeste oder besser gesagt objektive Gründe für den Schüler unersichtlich, vielleicht sogar für den korrigierenden Lehrer, denn wie wir sehen werden, hat auch er keine leichte Aufgabe.
Was dem Schüler bleibt, sind meist Kürzel am Heftrand, die ihn der Antwort nicht näherbringen, wie die Note zustande gekommen ist. Denn: Wann ist ein Ausdruck „treffend“, wann ist der Stil „sachgemäß“? Dies sind immer noch subjektive Entscheidungen, die dem Beurteiler obliegen. Auch bei dem Einsatz von Kriterienkatalogen kann Subjektivität nicht vollständig ausgeschlossen werden. Ich möchte zuerst auf die Frage eingehen, ob das Bewerten mit Zahlen sinnvoll ist. Danach möchte ich auf die notwendigen Bedingungen von Objektivität zu sprechen kommen und zu den in der Literatur oft genannten Kriterienkatalogen übergehen. Im Anschluss stelle ich den kreativen Schreibprozess vor - was passiert beim Schreiben, wie entsteht kreatives Schreiben - und urteile abschließend, ob die vergleichende Bewertung einer kreativen Arbeit durch eine Zensur möglich ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Ziffernzensur

3. Voraussetzungen für den Vergleich von Messungen

4. Berechtigung der Leistung

5. Die Leistungskontrolle

6. Problem Aufsatzbenotung

7. Kriterienkataloge

8. Was passiert beim Schreiben?

9. Versuch eines Fazits

10. Literatur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik der Ziffernzensur bei der Bewertung von Schüleraufsätzen und analysiert, inwieweit eine objektive Leistungsbewertung in diesem Kontext überhaupt realisierbar ist. Dabei wird kritisch hinterfragt, ob die pädagogische Zielsetzung von Aufsatzunterricht und die standardisierte Notengebung miteinander in Einklang gebracht werden können.

  • Kritische Auseinandersetzung mit der Ziffernzensur und ihrer Aussagekraft.
  • Analyse der Gütekriterien Objektivität, Reliabilität und Validität bei der Leistungsbewertung.
  • Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen kommunikativem Schreiben und institutionellen Normen.
  • Betrachtung von Kriterienkatalogen als Instrumente der Beurteilungsoptimierung.
  • Erläuterung kreativer Schreibprozesse und deren Bewertungsgrenzen.

Auszug aus dem Buch

Was passiert beim Schreiben?

In diesem Abschnitt möchte ich auf das Erlernen von kreativem Schreiben eingehen, welches Schüler in der Schule vor allem lernen sollen. Von Texten ausgehen, über Texte schreiben, Texte kombinieren, und das alles möglichst originell.

Dieser komplexe Vorgang wird von Gabriele Rico in ihrem Buch „Garantiert Schreiben lernen“ (1987) dargelegt. Sie entfernt sich von der Vorstellung, dass es Menschen gibt, die zum Schreiben geboren sind. Alle Menschen können originelle Texte verfassen, wobei sie den Ursprung dieser kreativen Kraft in der Kindheit sieht, in der man Geschichten ungezwungener und phantasievoller erzählt. Diese Kraft verlieren wir Schritt für Schritt durch unsere schulische Ausbildung von Schrift und Grammatik. Die Fähigkeit, sich mit Mitteln der ureigenen Sprache auszudrücken, geht uns verloren, je mehr Wissen wir über das Schreiben erwerben. Ricos „Inneres Schreiben“ bedeutet seine eigene Stimme, seine kindliche Stimme wiederzufinden. Die wichtigtse wissenschaftliche Erkenntnis dahingehend ist die Tatsache, dass beide Gehirnhälften zusammenarbeiten müssen. Die eine ist für das „Unbewusste“ verantwortlich, das für die eigentliche kreative Schaffensphase verantwortlich ist, während die andere Gehirnhälfte als zweiten Schritt für „Ordnung“ und „Kritik“ sorgt, indem sie alle Begrifflichkeiten irgendwo einordnen und bewerten möchte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Allgegenwärtigkeit von Zensuren im Schulalltag und stellt die zentrale Frage nach der Objektivität bei der Benotung von Aufsätzen.

2. Die Ziffernzensur: Dieses Kapitel diskutiert die historische und fachliche Kritik an der Notengebung durch Ziffern und hinterfragt deren Bedeutung für die Leistungsbewertung.

3. Voraussetzungen für den Vergleich von Messungen: Hier werden die wissenschaftlichen Gütekriterien Objektivität, Reliabilität und Validität im Kontext von Schulleistungen eingeführt.

4. Berechtigung der Leistung: Das Kapitel erörtert den pädagogischen Sinn der Leistungsforderung in der Schule jenseits von reinem Leistungsdruck.

5. Die Leistungskontrolle: Der Fokus liegt auf den Bedingungen einer sachlich begründbaren Leistungskontrolle und der Bedeutung von Rückmeldungen für den Lernprozess.

6. Problem Aufsatzbenotung: Dieses Kapitel analysiert das Spannungsfeld zwischen der kommunikativen Absicht beim Schreiben und der Bewertung durch eine verbindliche Zensur.

7. Kriterienkataloge: Es wird untersucht, ob Kriterienkataloge als Mittel zur Objektivierung der Aufsatzbenotung in der Praxis tauglich sind.

8. Was passiert beim Schreiben?: Das Kapitel beschreibt den kreativen Schreibprozess und die notwendige Kooperation beider Gehirnhälften nach dem Ansatz von Gabriele Rico.

9. Versuch eines Fazits: Abschließend wird die Unmöglichkeit einer vollkommen objektiven Bewertung kreativer Arbeiten resümiert.

10. Literatur: Das Verzeichnis listet die verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Fachpublikationen auf.

Schlüsselwörter

Aufsatzbenotung, Ziffernzensur, Objektivität, Reliabilität, Validität, Schulleistung, Kreatives Schreiben, Gabriele Rico, Clustering, Kriterienkataloge, Leistungsbeurteilung, Kommunikationsdidaktik, Notengebung, Pädagogik, Lernprozess

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Schwierigkeiten und Problematiken, die bei der Benotung von Schüleraufsätzen durch Ziffernnoten auftreten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Objektivierbarkeit von Leistungsbewertungen, der pädagogische Sinn von Zensuren sowie der komplexe Prozess des kreativen Schreibens im schulischen Kontext.

Welche Forschungsfrage verfolgt der Autor?

Die primäre Frage ist, ob eine vergleichende und objektive Bewertung von kreativen Arbeiten mittels einer Zensur überhaupt möglich ist.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse wissenschaftlicher Fachpublikationen, um die Gütekriterien (Objektivität, Reliabilität, Validität) auf die Schulpraxis zu übertragen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Notengebung, das Problem der Lehrer-Subjektivität sowie den Nutzen und die Grenzen von Kriterienkatalogen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Aufsatzbenotung, Ziffernzensur, Leistungsbeurteilung und kreatives Schreiben charakterisieren.

Was besagt der im Text erwähnte Pygmalion-Effekt?

Der Pygmalion-Effekt beschreibt das Phänomen, dass ein Schüler im Laufe der Zeit tatsächlich die Rolle eines „schlechten Schülers“ einnimmt, wenn er vom Lehrer permanent entsprechend negativ beurteilt wird.

Warum hält der Autor Clustering für relevant?

Clustering wird als Methode vorgestellt, um beide Gehirnhälften zu aktivieren und den kreativen Schreibprozess jenseits starrer Vorgaben zu fördern.

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Details

Title
Benotete Kreativität - Problem Aufsatzzensur
College
University of Frankfurt (Main)
Grade
1
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2002
Pages
19
Catalog Number
V46959
ISBN (eBook)
9783638440332
Language
German
Tags
Benotete Kreativität Problem Aufsatzzensur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2002, Benotete Kreativität - Problem Aufsatzzensur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46959
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