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Bilder als Mittel der symbolischen Politik im Wahlkampf

Title: Bilder als Mittel der symbolischen Politik im Wahlkampf

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 27 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Julia Höhn (Author)

Communications - Media and Politics, Politic Communications
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Politik spielt sich für die meisten von uns im Kopf ab. Nur sehr wenige haben direkt mit Politik zu tun. Wir erfahren durch eine Flut von Bildern und medialen Berichten, dass ein neues Gesetz erlassen, die Steuern erhöht oder ein UNO Einsatz geplant worden ist. Die Medien stellen die Politik vor allem durch Bilder für die Bürger dar (vgl. Edelman 1990: S.4). Bilder machen eine Nachricht authentischer, glaubwürdiger und können schneller und leichter Emotionen beim Zuschauer wecken.
Im ersten Abschnitt der Arbeit, erläutere ich was ein Bild eigentlich ist. Dann werde ich den Begriff der symbolischen Politik definieren, da sie die Politikvermittlung gestaltet. Symbolische Politik vereinfacht komplexe politische Themen durch eine verkürzte Darstellung mit Symbolen. Symbole lassen sich optisch, also in Bildern, sehr einfach wahrnehmen (vgl. Jarren 2002: S.729). Bei den Politologen Edelman und Sarcinelli, die diesen Begriff geprägt haben, spielen konkrete Bilder zwar noch keine große Rolle, sie sind aber wesentlicher Bestandteil der Übermittlung politischer Ereignisse und Interessen und sind das Mittel der symbolischen Politik, das im Zentrum dieser Arbeit steht (vgl. Müller 2003: S.202). Wahlkämpfe sind das wichtigste Untersuchungsfeld der symbolischen Politik, weil sie dort gehäuft und gezielt verwendet wird. Der amerikanische Präsidentschaftswahlkampf gilt als „mother of all campaigns“ (Müller 2002: S.188), an dessen Konzeption sich andere Wahlkämpfe orientieren. Er konzentriert sich ausschließlich auf die zwei Präsidentenkandidaten und verkörpert daher mehr als alle anderen Wahlkämpfe die Personalisierungsstrategie (vgl. Müller 2002: S.207). Deswegen habe ich den Wahlkampf in den USA als speziellen Schwerpunkt für diese Arbeit ausgewählt. Marion G. Müller hat auf Grund einer Untersuchung der amerikanischen Wahlkämpfe zwischen 1824 und 1996 neun Bildstrategien herausgearbeitet, die ich kurz vorstellen möchte, um sie in der folgenden Analyse ausgewählter TV Wahlspots, anzuwenden. Die Spots sind aus dem Präsidentschaftswahlkampf 2004, George W. Bush gegen John Kerry. Ich werde an drei Beispielen zeigen, wie die Bildstrategien, die Personalisierung und dadurch auch die symbolische Politik ein- und umgesetzt werden.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Bildbegriff in der Kommunikationsforschung

3. Symbolische Politik

3.1 Definition

3.2 Wahlkampf als ein Akt der symbolischen Politik

3.2.1 Strategie der Personalisierung

3.2.2 Negative Campaigning

4. Bildstrategien im amerikanischem Wahlkampf

4.1 Personenstrategien

4.2 Themenstrategien

5. Analyse ausgewählter Wahlspots des Präsidentschaftswahlkampfes 2004

5.1 Analyse des TV-Spots: Windsurfing

5.2 Analyse des TV-Spots: Wolves

5.3 Analyse des TV-Spots: Whatever it takes

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von Bildern als zentrales Instrument der symbolischen Politik innerhalb des amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfes von 2004. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, wie durch gezielte Bildstrategien komplexe politische Inhalte vereinfacht, Emotionen geweckt und die Personalisierung der Kandidaten instrumentalisiert werden, um die Wähler zu beeinflussen.

  • Grundlagen der Bildkommunikation und der Begriff der symbolischen Politik.
  • Die Bedeutung der Personalisierung und negativer Wahlkampfstrategien (Negative Campaigning).
  • Systematisierung der Bildstrategien im modernen amerikanischen Wahlkampf nach Marion G. Müller.
  • Empirische Analyse von drei ausgewählten TV-Spots (Windsurfing, Wolves, Whatever it takes).
  • Reflexion über die mediale Inszenierung von Politik und die Vereinfachung politischer Sachverhalte.

Auszug aus dem Buch

5.1 Analyse des TV-Spots: Windsurfing

Dieser Spot ist der Negativ Strategie, oder nach Sarcinelli dem Negative Campaigning zuzuordnen. John Kerry soll hier als ein schlechter Politiker dargestellt werden.

Der Spot ist 26 Sekunden lang und besteht aus 13 Einstellungen. Die erste Einstellung zeigt John Kerry in einer Nahaufnahme vor dem Meer im Freizeit Look mit Sonnenbrille. Die folgenden Einstellungen sind in der Halbtotalen aufgenommen: Man sieht John Kerry beim Windsurfen. Durch die schnellen und vielen Schnitte wirkt es, als ob er ständig die Richtung wechselt. Es surft also von links nach rechts und dann wieder von rechts nach links. Die Kameradistanz bleibt dabei die gleiche. Am Ende des Spots, in der 11. Kameraeinstellung, sehen wir John Kerry noch einmal in der Nahaufnahme am Strand bevor als letzte beide Einstellungen wiederum die Halbtotalen von ihm auf dem Surfbrett präsentiert werden, in denen er in der 12. Einstellung von rechts nach links und in der 13. Einstellung von links nach rechts surft.

In dem Spot werden politische Themen angesprochen, die als Schlagwort auch schriftlich oben in der Bildmitte in schwarz als eine Art Überschrift erscheinen: z.B. „Iraq War“. Auf der linken oberen Seite erscheint darunter in weiß „supported“ und in der rechten oberen Bildhälfte „opposed“. Diese beiden Wörter werden immer abwechselnd gezeigt, jeweils in einer Einstellung und wechselnd mit Richtung, in die Kerry gerade surft. Außerdem auch gleichzeitig mit der Stimme des Sprechers, wenn er die Wörter benutzt. Der Sprecher nennt politische Themen und sagt, dass Kerry mal dafür gewählt hat (supported) und dann wieder dagegen (opposed) (vollständiger Text des Spots im Anhang).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hinführung zum Thema Politikvermittlung durch Bilder und Vorstellung der Relevanz des amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfes als Untersuchungsfeld.

2. Der Bildbegriff in der Kommunikationsforschung: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Bildbegriff, unterteilt in Abbild und Denkbild, sowie die Bedeutung der subjektiven Wahrnehmung.

3. Symbolische Politik: Definition des Begriffs der symbolischen Politik und Erläuterung der Mechanismen der Personalisierung und des Negative Campaigning im Wahlkampf.

4. Bildstrategien im amerikanischem Wahlkampf: Vorstellung der vier Personen- und fünf Themenstrategien, die zur gezielten Steuerung der öffentlichen Meinung eingesetzt werden.

5. Analyse ausgewählter Wahlspots des Präsidentschaftswahlkampfes 2004: Praktische Anwendung der theoretischen Strategien anhand der Analyse von drei spezifischen TV-Wahlspots.

6. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Auswirkungen visueller Politikinszenierung auf das Wählerverhalten und den demokratischen Diskurs.

Schlüsselwörter

Symbolische Politik, Bildstrategien, Wahlkampf, Personalisierung, Negative Campaigning, Kommunikation, TV-Spots, Amerika, Medienwissenschaft, Politische Kommunikation, Propaganda, Bildanalyse, Wählerbeeinflussung, Inszenierung, Demokratie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert, wie Bilder und visuelle Inszenierungen im modernen Wahlkampf als Instrumente der symbolischen Politik verwendet werden, um politische Inhalte zu verkürzen und Wähler emotional zu beeinflussen.

Welche thematischen Schwerpunkte setzt die Autorin?

Die Schwerpunkte liegen auf der medienwissenschaftlichen Definition von Bildern, den spezifischen Strategien des amerikanischen Wahlkampfs (z.B. Heldenstrategie) und der methodischen Analyse von TV-Wahlspots.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch die "Personalisierung" und "Vereinfachung" politischer Themen ein bestimmtes Image der Kandidaten erzeugt wird, das eher auf Emotionen als auf sachliche Argumente abzielt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine qualitative Filmanalyse angewandt, bei der die ausgewählten TV-Spots nach den Kriterien der Bildstrategien von Marion G. Müller untersucht und interpretiert werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil über den Bildbegriff und symbolische Politik sowie einen analytischen Teil, in dem drei konkrete TV-Spots aus dem Wahlkampf 2004 (Bush vs. Kerry) detailliert beschrieben werden.

Welche Schlüsselwörter beschreiben den Inhalt am besten?

Symbolische Politik, Bildstrategien, Personalisierung, Negative Campaigning, Politische Kommunikation und Medieninszenierung sind die zentralen Begriffe der Arbeit.

Warum wird der US-Wahlkampf 2004 als Fallbeispiel gewählt?

Der US-Wahlkampf gilt als "mother of all campaigns", der in seiner Konzeption beispielhaft für die mediale Personalisierung und den Einsatz symbolischer Politik weltweit steht.

Welche spezifische Rolle spielt der Spot "Windsurfing" in der Analyse?

Der Spot dient als Beispiel für das "Negative Campaigning", bei dem John Kerry durch schnelle Schnitte und visuelle Metaphern als unentschlossen und inkompetent dargestellt wird.

Wie bewertet die Autorin die Wirkung der "Familienstrategie"?

Die Autorin stellt fest, dass diese Strategie Vertrauen schafft, warnt jedoch davor, dass ein zu extremer Einsatz gesellschaftliche Gruppen ausschließen kann, die nicht dem traditionellen Familienmodell entsprechen.

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Details

Title
Bilder als Mittel der symbolischen Politik im Wahlkampf
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"  (Sozialwissenschaftliches Institut)
Course
Visuelle Kommunikation
Grade
1,3
Author
Julia Höhn (Author)
Publication Year
2005
Pages
27
Catalog Number
V46997
ISBN (eBook)
9783638440585
Language
German
Tags
Bilder Mittel Politik Wahlkampf Visuelle Kommunikation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Höhn (Author), 2005, Bilder als Mittel der symbolischen Politik im Wahlkampf, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/46997
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