Diese Arbeit untersucht, wie sich der durch die Digitalisierung ausgelöster Wandel der Arbeitswelt auf das Anforderungsprofil von Facharbeitern und Ingenieuren auswirkt. Die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Beschäftigten sind gegenwärtig nicht konkret abschätzbar. Deshalb gilt für anwendungsorientierte Hochschulen im Besonderen, sich im Rahmen der Forschung mit den möglichen Folgen dieses Wandels auseinanderzusetzen. Dies soll gewährleisten, dass ein Diskurs mit den Industrieunternehmen etabliert wird und die Beschäftigten der Unternehmen nicht von möglichen negativen Digitalisierungsfolgen überrascht werden.
Schon heute hinterfragen Crowdworking und Clickworking klassische Arbeitsmodelle. Das Unternehmen Local Motors nutzt die Crowd, um elektrische Mobile zu entwickeln. Ob die weltweit partizipierenden Konstrukteure kranken- oder rentenversichert sind, weiß das Unternehmen nicht. Auch Jobs von Grafikdesignern werden zunehmend über Online-Plattformen ausgeschrieben. Immer häufiger sind diese in Form von Wettbewerben ausgelegt. Im schlimmsten Fall arbeitet ein Teil der Grafikdesigner, der zum Beispiel nicht unter die ersten 10 Bestplatzierten gelangt, umsonst.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
1.1 Arbeit 4.0 in der Gesellschaft
1.2 Motivation zur weiteren Auseinandersetzung
1.3 Fragestellung
2 Digitalisierung verändert die Arbeitswelt
2.1 Stand der Wissenschaft
2.1.1 Gegenwärtige Charakteristika der Arbeitswelt
2.1.2 Digitalisierung von Wertschöpfungsketten
2.1.3 Generelle Auswirkungen der Digitalisierung
2.2 Transfer in zukünftiges Anforderungsprofil
2.2.1 Veränderungen entlang digitalisierter Wertschöpfungsketten
2.2.2 Anforderungsprofil 4.0 der Facharbeiter
2.2.3 Anforderungsprofil 4.0 der Ingenieure
3 Handlungsempfehlung für die Industrie
3.1 Neue Ausbildungs- und Studiengänge
3.2 Qualifizierung der Beschäftigten
4 Fazit und kritische Würdigung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der Digitalisierung im Kontext von Industrie 4.0 auf die Arbeitswelt, mit dem primären Ziel, das sich verändernde Anforderungsprofil für Facharbeiter und Ingenieure systematisch darzulegen und Handlungsempfehlungen für Unternehmen abzuleiten.
- Qualitative Veränderungen der Arbeit durch Digitalisierung
- Analyse von Wertschöpfungsketten in der Industrie 4.0
- Definieren spezifischer Kompetenzanforderungen für Fachkräfte
- Notwendigkeit und Strategien zur Qualifizierung der Belegschaft
- Umgang mit steigender kognitiver Belastung und technischer Komplexität
Auszug aus dem Buch
2.1.2 Digitalisierung von Wertschöpfungsketten
Zunächst wurde Industrie 4.0 im Jahr 2013 als Begriff für den Anbeginn eines neuen Zeitalters beworben: dem Übergang zur vernetzten und digitalen Welt, in dem cyber-physische Systeme industrielle Prozesse steuern. „Durch die Verbindung von Menschen, Objekten und Systemen entstehen dynamische, echtzeitoptimierte und selbst organisierende, unternehmensübergreifende Wertschöpfungsnetzwerke, die sich nach unterschiedlichen Kriterien wie bspw. Kosten, Verfügbarkeit und Ressourcenverbrauch optimieren lassen.“
Abbildung 2 zeigt die markantesten Meilensteine der Industriegeschichte: von den ersten Dampfmaschinen 1785 über die Fließbandarbeit 1870, die ersten Computer und Produktionsroboter 1965 bis hin zur Industrie 4.0 heute.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Diese Einleitung thematisiert die gesellschaftlichen Auswirkungen der Digitalisierung und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der veränderten Anforderungen an Ingenieure und Facharbeiter.
2 Digitalisierung verändert die Arbeitswelt: Dieses Kapitel analysiert den aktuellen Stand der Wissenschaft zu Arbeitsweltcharakteristika, Wertschöpfungsketten und leitet daraus konkrete Anforderungsprofile ab.
3 Handlungsempfehlung für die Industrie: Hier werden Strategien zur Qualifizierung der Beschäftigten und Anpassungen in der Ausbildung vorgestellt, um den Anforderungen der Industrie 4.0 zu begegnen.
4 Fazit und kritische Würdigung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert kritisch über die psychischen Belastungen sowie die Schwierigkeit, mit dem rasanten technischen Fortschritt Schritt zu halten.
Schlüsselwörter
Industrie 4.0, Digitalisierung, Wertschöpfungskette, Facharbeiter, Ingenieure, Anforderungsprofil, Qualifizierung, Arbeitswelt, Automatisierung, Kognitive Belastung, IT-Kompetenz, Industrieinformatik, Transformation, Weiterbildung, Beschäftigte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie die fortschreitende Digitalisierung im Rahmen von Industrie 4.0 die Arbeitswelt und die Anforderungen an Facharbeiter sowie Ingenieure verändert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse von Wertschöpfungsketten, der Identifikation neuer Qualifikationsbedarfe und der Ableitung von Handlungsempfehlungen für die industrielle Praxis.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel der Arbeit ist es, zu untersuchen und zu prüfen, wie sich der durch die Digitalisierung induzierte Wandel konkret auf die Anforderungsprofile der genannten Berufsgruppen auswirkt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine auf Literaturanalyse und der Auswertung von Studien basierende Arbeit, die bestehende Modelle und empirische Daten zur Ableitung der Anforderungsprofile nutzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Betrachtung digitalisierter Wertschöpfungsketten sowie der systematischen Erstellung der Anforderungsprofile für Facharbeiter und Ingenieure.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Industrie 4.0, Digitalisierung, Anforderungsprofil, Qualifizierung und Wertschöpfungskette.
Warum ist das Thema Qualifizierung für bestehende Mitarbeiter so wichtig?
Angesichts der verlängerten Lebensarbeitszeit und der zunehmenden technischen Komplexität ist die Weiterbildung der aktuell Beschäftigten essenziell, um diese in neue, qualifiziertere Aufgabenbereiche zu überführen.
Welche Rolle spielt die IT-Kompetenz für die Zukunft?
IT-Kompetenzen gewinnen massiv an Bedeutung, insbesondere in den Bereichen Cloud-Architekturen, IT-Sicherheit und der Arbeit mit spezifischen, vernetzten IT-Systemen in der Produktion.
Welchen Einfluss hat die Digitalisierung auf die psychische Belastung?
Die Arbeit weist darauf hin, dass die zunehmende Informationsflut und die Komplexität der Aufgaben zu einer höheren kognitiven Belastung führen, was arbeitsmedizinische Anpassungen erforderlich macht.
- Arbeit zitieren
- Stefanie Quast (Autor:in), 2018, Mitarbeiter in der Industrie 4.0. Wie sieht das Anforderungsprofil für Facharbeiter und Ingenieure aus?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/470025