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Wie nehmen Afrodeutsche sich im Alltag wahr? Selbstwahrnehmung und Ausgrenzungserfahrungen

Titel: Wie nehmen Afrodeutsche sich im Alltag wahr? Selbstwahrnehmung und Ausgrenzungserfahrungen

Bachelorarbeit , 2018 , 48 Seiten , Note: 1,8

Autor:in: Michelle Epps (Autor:in)

Ethnologie / Volkskunde
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Können sich Afrodeutsche selbst hinsichtlich ihrer Erfahrungen als anerkannt betrachten? Dazu wurden insgesamt fünf Afrodeutsche nach ihren Lebenserfahrungen und ihrer Meinung bezüglich der eigenen Anerkennung in Deutschland befragt.

Zunächst wird auf die Herkunft und Beweggründe der Nutzung des Begriffs Afrodeutsch eingegangen. Im Anschluss wird das methodische Vorgehen beschrieben, das die Grundlage dieser fünf Interviews darstellt. Dort wird ausführlich dargelegt, weshalb eine möglichst offene Interviewmethode wichtig ist, um ein unverfälschtes Meinungsbild der Befragten einzufangen.

Angelehnt an das Konzept der Anerkennung nach Axel Honneth wird dann geschaut, welche dieser Erfahrungen im Alltag dazu führen, dass sie sich nicht als gleichberechtigte Deutsche betrachten können. Im Laufe dieses Prozesses bilden sich Kategorien heraus, die im Zusammenhang mit der Erfahrung der Exklusion stehen, sowie über die Einschätzung ihrer eigenen gesellschaftlichen Stellung.

Die für diese Arbeit Befragten Afrodeutschen sind noch in einem durch Isolation geprägten weißen Umfeld aufgewachsen und manche sogar zeitweise in nahezu vollständiger Abwesenheit anderer Schwarzer Menschen. Es zeigte sich, dass sie sich nicht als strategisch essentialisierte Gruppe betrachten und aktuell auch nicht den Wunsch verspüren, eine aktive Identitätspolitik zu betreiben. Ihnen geht es eher um die individuelle Anerkennung als Deutsche Person, nicht aber explizit als Schwarze Person. Sie sehen sich bereits weitgehend von der Gesellschaft akzeptiert und möchten Ungerechtigkeiten durch die Demonstration von Gleichheit begegnen und nicht durch neue differentielle Kategorien.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen

2.1 Afrodeutsche/ Schwarze Deutsche

2.1.1 Ursprung

2.1.2 Eingrenzung des Begriffs

2.2 Wie die reziproke Dynamik von Anerkennungsbeziehungen zu einem besseren Verständnis der Erlebniswelt Afrodeutscher beitragen kann

2.2.1 Zur Theorie

3. Methodisches Vorgehen

3.1 Teilnarrative (biographische) Interviews

3.1.1 Sampling und Durchführung

4. Die Erfahrung der Divergenz in der Verortung als „Deutsch“

4.1 Wenn das Deutschsein ausgeklammert wird

4.1.1 Die Frage nach der Herkunft

4.1.2 Ausschluss aus der „Deutschen Norm“- Nicht typisch Deutsch!

4.2 Die Erfahrung des Othering

4.2.1 Gleichsetzung mit Fremden und Vorurteile

4.2.2 Rassistische Beleidigungen und Mobbing

4.2.3 Ein Mangel an Solidarität

4.3 Selbstverortung als „Deutsch“/ Deutsche Zugehörigkeit

4.3.1 Selbstverortung als Teil der Mehrheitsgesellschaft

4.3.2 Ablehnung von politisch-aktivistischen Kategorisierungen

4.3.3 Die Bewertung der eigenen gesellschaftlichen Position und der Umgang mit fehlender Anerkennung

5. Zusammenfassung und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die alltäglichen Ausgrenzungserfahrungen von Afrodeutschen in der deutschen Gesellschaft. Ziel ist es, nachzuvollziehen, wie die Befragten ihre eigene gesellschaftliche Position und Zugehörigkeit im Kontext von Anerkennungsprozessen wahrnehmen und wie sie mit der permanenten Infragestellung ihres Deutschseins umgehen.

  • Alltagserfahrungen von Afrodeutschen
  • Anerkennungstheorie nach Axel Honneth
  • Konstruktion von Zugehörigkeit und Ausgrenzung
  • Umgang mit rassistischen Zuschreibungen
  • Divergenz zwischen Selbstbild und Fremdwahrnehmung

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Sampling und Durchführung

Induktives Stichprobensampling und Zusammensetzung

Für diese Arbeit ist keine besondere Zielgruppe hinsichtlich der Herkunft der Eltern oder der Herkunft eines Elternteils, des Wohnorts oder des Alters vorgesehen, so lange die Definition Afrodeutsch hinreichend erfüllt ist. Im Gegenteil birgt eine möglichst heterogene Gruppe einen umfassenden Einblick in mögliche Interpretationen auch hinsichtlich zeitgebundener gesellschaftlicher Veränderungen. Die teilnarrativ (biographische) Interviewform erhält ohnehin eine Prozesskomponente, in der sich zwei unterschiedliche zeitliche Entwicklungen bemerkbar machen. Einmal ändert sich das Selbstverständnis der Befragten im Laufe ihres Älterwerdungsprozesses und zum anderen verändern sich gesellschaftliche Bedingungen im Laufe der Zeit, was sich in den Erfahrungen der Befragten widerspiegelt. So ist die Erfahrung von Afrodeutschen vor den 90er Jahren eine andere als die Erfahrung Afrodeutscher im Laufe der 90er Jahre.

Die Auswahl der Personen erfolgte induktiven und fand nahezu willkürlich statt. Eine Ausnahme bildete die Geschlechterauswahl. Es wurden folglich Personen befragt, was parallel zur Suche nach weiteren Personen stattfand. Es wurde auch darauf geachtet, eine Balance der Repräsentation beider Geschlechter herzustellen. Nachdem die ersten drei Interviewpartner*innen weiblich gewesen sind, war die Auswahl der letzten Personen auf das andere Geschlecht gerichtet. Dieses Vorgehen war für diese Arbeit möglich, da sie aufgrund der geringen Anzahl an Personen und der angewendeten qualitativen Forschungspraktik keine Repräsentativität anzielt, sondern nur einen Einblick wiedergeben kann. Die Untersuchung der Alltagserfahrungen der fünf befragten Afrodeutschen führte zu Übereinstimmungen in einigen Punkten, die den Ergebnissen anderer Arbeiten sehr ähneln (zum Beispiel vgl. Mbombi, Anette 2011; Digoh, Julia 2008). Es werden also exemplarische Beispiel aufgezeigt, wie der Alltag von Afrodeutschen bewertet werden kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik rassistischer Fremdzuschreibungen gegenüber Afrodeutschen ein und skizziert das Forschungsinteresse an Anerkennungsprozessen.

2. Theoretische Grundlagen: Das Kapitel erläutert den Begriff Afrodeutsche/ Schwarze Deutsche und führt die Anerkennungstheorie von Axel Honneth als analytischen Rahmen ein.

3. Methodisches Vorgehen: Hier wird das qualitative Forschungsdesign dargelegt, insbesondere die Durchführung von teilnarrativen Interviews zur Erhebung individueller Lebensgeschichten.

4. Die Erfahrung der Divergenz in der Verortung als „Deutsch“: Dieses Hauptkapitel analysiert empirisch die verschiedenen Facetten von Ausgrenzung, Othering und die Versuche der Selbstverortung der Befragten im deutschen Kontext.

5. Zusammenfassung und Fazit: Das abschließende Kapitel synthetisiert die Ergebnisse und reflektiert die Bedeutung von Anerkennung und gesellschaftlicher Zugehörigkeit für die befragten Personen.

Schlüsselwörter

Afrodeutsche, Schwarze Deutsche, Anerkennung, Rassismus, Ausgrenzung, Othering, Identität, Zugehörigkeit, Alltagserfahrungen, Teilnarrative Interviews, Anerkennungstheorie, Diskriminierung, Mehrheitsgesellschaft, Fremdwahrnehmung, Selbstbild.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Alltagserfahrungen von Afrodeutschen und der Frage, wie diese ihre eigene Anerkennung und Zugehörigkeit zur deutschen Gesellschaft wahrnehmen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die Themenfelder Zugehörigkeit, Rassismus, Fremdzuschreibung durch die Mehrheitsgesellschaft und die persönliche Identitätsbildung der Befragten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu rekonstruieren, wie Afrodeutsche Ausgrenzungserfahrungen verarbeiten und ob sie sich trotz rassistischer Fremdzuschreibungen als Teil des deutschen Kollektivs begreifen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein qualitativer Ansatz gewählt, bei dem teilnarrative (biographische) Interviews mit fünf Personen geführt und anschließend mittels der Anerkennungstheorie analysiert werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert, wie das Deutschsein der Befragten im Alltag durch Fragen nach der Herkunft oder rassistische Anfeindungen infrage gestellt wird und wie diese darauf reagieren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Afrodeutsche, Anerkennung, Othering, Rassismus, Identität und gesellschaftliche Teilhabe.

Welche Rolle spielt die Anerkennungstheorie nach Axel Honneth?

Sie dient als analytisches Instrument, um zu verstehen, wie soziale Anerkennung oder deren Verweigerung die Selbstverortung der Befragten innerhalb der Gesellschaft beeinflusst.

Wie gehen die Befragten mit dem Begriff „Afrodeutsch“ um?

Die Reaktionen sind gemischt; viele Befragte betrachten ihn skeptisch als eine Form der Kategorisierung oder Ausgrenzung, andere sehen darin eine notwendige Selbstbezeichnung.

Gab es Unterschiede in den Erfahrungen zwischen den Geschlechtern?

Ja, die Arbeit stellt fest, dass weibliche Befragte tendenziell in stärkerem Maße über Mobbing- und Diskriminierungserfahrungen berichteten als ihre männlichen Pendants.

Ende der Leseprobe aus 48 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Wie nehmen Afrodeutsche sich im Alltag wahr? Selbstwahrnehmung und Ausgrenzungserfahrungen
Hochschule
Universität Bayreuth
Note
1,8
Autor
Michelle Epps (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
48
Katalognummer
V470031
ISBN (eBook)
9783668951525
ISBN (Buch)
9783668951532
Sprache
Deutsch
Schlagworte
afrodeutsche alltag selbstwahrnehmung ausgrenzungserfahrungen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Michelle Epps (Autor:in), 2018, Wie nehmen Afrodeutsche sich im Alltag wahr? Selbstwahrnehmung und Ausgrenzungserfahrungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/470031
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Leseprobe aus  48  Seiten
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