Die durch die Globalisierung der Märkte hervorgerufene intensive Wettbewerbssituation führt dazu, dass sich der wirtschaftliche Druck, denen sich Unternehmen heutzutage ausgeliefert sehen, immer größer wird. Um diesem Wettbewerbsdruck standhalten zu können, sind eine permanente Wandlungs- und Reaktionsfähigkeit sowie eine hohe Dynamik und Flexibilität der Unternehmen erforderlich. Viele Organisationen reagieren auf diese steigenden Anforderungen mit einer Verflachung ihrer Strukturen und einer zunehmenden Hinwendung zur Projektorganisation. Bereits seit einigen Jahren wird in Unternehmen eine ständig wachsende Anzahl von Aufgaben in Form von Projekten durchgeführt, um diese zielgerichteter und effizienter zu organisieren und abzuwickeln. Ein Ende dieses „Trends“ ist in naher Zukunft nicht in Sicht.
Der anhaltende technologische Fortschritt führt in vielen Branchen zu einer deutlichen Verkürzung der Innovationszyklen bei gleichzeitiger Zunahme der technischen Komplexität. Die immer stärker geforderte Kundenorientierung führt zu dem Bestreben, die Zeitspanne zwischen Produktentwicklung und Markteinführung zunehmend zu verringern. Im Industriebereich hat das z. B. zur Folge, dass Entwicklungsprojekte in immer kürzeren Zeiträumen abgewickelt werden müssen, um der Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein. Die Unternehmen sind somit stets bemüht Projekte möglichst effizient durchzuführen. Bullinger vertritt in diesem Zusammenhang folgende Meinung: „Langfristig werden nur solche Unternehmen erfolgreich sein, die sich ähnlich einem menschlichen Organismus bei der Entwicklung neuer Produkte an Vorgehensweisen, Fehlern und Lösungen aus vergangenen Projekten erinnern und daraus für die Zukunft reale Verbesserungen ableiten.“
Inhaltsverzeichnis
1 Positionierung und Vorgehensweise
2 Grundlagen
2.1 Ausgangssituation und Problemanalyse
2.2 Erfahrungssicherung und –austausch
2.3 Nutzen
3 Maßnahmen zur Erfahrungssicherung und zum Erfahrungsaustausch
3.1 Lessons-Learned-Workshop
3.2 Projektreview
3.3 Projektabschlussbericht
3.4 Weitere Maßnahmen
4 Beispielprojekt „CPI 2“ der SAP AG
4.1 Ausgangssituation
4.2 Projekterfahrungswissen bei der SAP
4.3 Prozesse für das Management der Projekterfahrungen
4.4 Technische Realisierung
4.5 Nutzen für die SAP
5 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen der Erfahrungssicherung in IT-Projekten und stellt Methoden vor, um das in Projekten gewonnene Wissen dauerhaft im Unternehmen zu verankern und für Folgeprojekte nutzbar zu machen.
- Bedeutung der Erfahrungssicherung im Projektmanagement
- Ursachen und Folgen von Wissensverlusten
- Methoden zur systematischen Projektauswertung
- Praxisbeispiel Wissensmanagement bei der SAP AG
Auszug aus dem Buch
3.1 Lessons-Learned-Workshop
Der Schwerpunkt von Lessons-Learned-Workshops liegt darin, dass eine Projektevaluierung durch das beteiligte Projektteam kollektiv vorgenommen wird. Die Teilnahme sollte auf freiwilliger Basis geschehen, allerdings sollte auch versucht werden das gesamte Projektteam zur Mitarbeit am Workshop zu motivieren. Vorrangiges Ziel des Workshops ist es ist die Projektarbeit und die Zusammenarbeit im Projekt schon während der Projektlaufzeit ständig zu verbessern. Andererseits werden die gemachten Erfahrungen für parallel verlaufende und nachfolgende Projekte festgehalten, um die bereits erwähnten Doppelarbeiten und Wiederholungen von Fehlern zu vermeiden. Die Moderation wird in den meisten Fällen von der Projektleitung übernommen. Der Zeitpunkt für die Durchführung der Workshops richtet sich meist nach projektspezifischen Gegebenheiten. Sie können entweder immer nach festen Zeitintervallen durchgeführt werden (Jour fixe) oder auch in Abhängigkeit von der Erreichung von Meilensteinen stattfinden.
Inhaltlich ist ein Workshop in mehrere Teile untergliedert. Zu Beginn der Veranstaltung findet eine Revision der Projektziele statt, d.h. es wird ein Überblick über den Soll-Ist-Stand des Projektes gegeben. Weiterhin sollte von jedem Projektmitglied ein kurzes Feedback zum Projekt eingeholt werden und die Meinung im Anschluss gemeinsam diskutiert werden. Im darauf folgenden Teil findet die eigentliche Reflexion des Projektes statt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Positionierung und Vorgehensweise: Führt in die Problematik ein, dass Unternehmen durch globalen Wettbewerbsdruck gezwungen sind, Projekte effizienter zu gestalten und aus vergangenen Fehlern zu lernen.
2 Grundlagen: Analysiert die wissensintensive Natur von Projekten und erläutert, warum wertvolle Projekterfahrungen bei Projektende häufig verloren gehen.
3 Maßnahmen zur Erfahrungssicherung und zum Erfahrungsaustausch: Stellt praktische Methoden wie den Lessons-Learned-Workshop, Projektreviews und verbesserte Abschlussberichte zur Sicherung von Erfahrungswissen vor.
4 Beispielprojekt „CPI 2“ der SAP AG: Zeigt anhand eines konkreten Praxisbeispiels bei der SAP, wie Wissensmanagement-Systeme zur Wiederverwendung von Projekterfahrungen erfolgreich implementiert werden können.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Resümiert die Notwendigkeit einer strukturierten Projektauswertung zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und Vermeidung von Doppelarbeiten.
Schlüsselwörter
Projektreview, Erfahrungssicherung, IT-Projekte, Wissensmanagement, Lessons-Learned-Workshop, Projektabschlussbericht, Projekterfahrungswissen, Projektmanagement, Erfahrungsaustausch, SAP AG, CPI 2, Wettbewerbsfähigkeit, Projektnachbereitung, Organisationales Lernen, Wissensverlust.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die systematische Sicherung und Nutzung von Projekterfahrungen in IT-Projekten, um Wissensverluste nach Projektende zu vermeiden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind Wissensmanagement im Projektumfeld, die Identifikation von Hürden bei der Dokumentation und die Vorstellung konkreter Methoden zur Wissenssicherung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Unternehmen durch strukturierte Projektreviews und Erfahrungsaustausch effizienter werden und Fehler in Folgeprojekten minimieren können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit der Literatur zum Projektmanagement, ergänzt durch die Analyse eines Praxisbeispiels.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Problematik, die detaillierte Darstellung von Sicherungsmaßnahmen und die Fallstudie zum Projekt „CPI 2“ der SAP AG.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Erfahrungssicherung, Lessons-Learned, Projektreview und Wissensmanagement.
Was macht das Projekt „CPI 2“ der SAP AG besonders?
Es dient als praxisnahes Beispiel dafür, wie innerhalb eines Großunternehmens durch spezifische Prozesse und Portale Projekterfahrungen global für Berater verfügbar gemacht werden.
Welche Rolle spielt die Projektkultur für den Erfolg?
Die Arbeit betont, dass eine offene Grundhaltung, Vertrauen und die Bereitschaft zur kritischen Reflexion die wesentliche Basis bilden, damit ein „lernendes Unternehmen“ entstehen kann.
- Quote paper
- Niels Koch (Author), 2005, Projektreview zur Erfahrungssicherung in IT-Projekten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47014