Diese Wissensverteilung bzw. dieser Wissensaustausch soll durch
Expertensuchsysteme, so genannte „Expert Finder“ initiiert bzw. unterstützt werden. Hierunter versteht man ein Softwaresystem, das den Mitarbeiter bei der Suche nach dem richtigen Ansprechpartner d.h. den Experten zum Thema X im Unternehmen, unterstützt.
Diese Seminararbeit befasst sich mit der theoretische Auseinandersetzung mit dem Thema „Expert Finder zur Vorbereitung des Wissensaustauschs.“
Im zweiten Kapitel wird auf die Grundlagen der Expertensuche eingegangen. Hierbei wird die Ausgangssituation beschrieben und analysiert worin das Problem der Expertensuche liegt.
Im dritten Teil wird die Anwendung und das Einsatzgebiet erläutert und auf Besonderheiten eingegangen. Dabei findet eine Unterteilung in
Personensuchsysteme mit manueller und automatischer Profilerstellung statt.
Der vierte Teil zeigt den Nutzen durch den Einsatz von Expertensuchsystemen auf. Hier werden sowohl die Vorteile für den einzelnen Mitarbeiter als auch für das Unternehmen als Ganzes aufgezeigt.
Im dann folgenden fünften Abschnitt werden zwei Systeme aus der Praxis vorgestellt, das Software-System Knowledge Café des Systemhauses altavier
Informationssysteme und Consulting GmbH und der Xpertfinder-System des Fraunhofer Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung. Die Gestaltung und Umsetzung der Systeme wird erklärt, sowie der Ablauf der Verfahren und die Architektur erläutert. Anschließend werden die Systeme bewertet und mit der Theorie aus den vorherigen Kapiteln in Beziehung gebracht.
In der Zusammenfassung werden die wichtigsten Aspekte der Seminararbeit noch einmal herausgestellt und es wird ein kurzer Ausblick gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1 Positionierung und Vorgehensweise
2 Grundlagen der Expertensuche
2.1 Ausgangssituation
2.2 Problemanalyse
3 Anwendung und Einsatzgebiet
3.1 Allgemeines
3.2 Systeme mit manueller Profilerstellung
3.3 Systeme mit automatischer Profilerstellung
3.4 Besonderheiten
4 Nutzen durch den Einsatz von Expertensuchsystemen
4.1 Vorteile für das Individuum
4.2 Vorteile für das Unternehmen
5 Beispielsysteme aus der Praxis
5.1 Knowledge Café (altavier GmbH)
5.1.1 Gestaltung und Umsetzung
5.1.2 Ablauf des Verfahrens
5.1.3 Architektur des Systems
5.2 Xpertfinder (Fraunhofer Institut)
5.2.1 Gestaltung und Umsetzung
5.2.2 Ablauf des Verfahrens
5.2.3 Architektur des Systems
5.3 Bewertung der beiden Systeme
6 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einsatz von Expertensuchsystemen, sogenannten "Expert Findern", zur Unterstützung des Wissensaustauschs in Unternehmen. Sie analysiert, wie diese Systeme helfen, implizites Wissen in den Köpfen der Mitarbeiter auffindbar zu machen, um die Kommunikation und Zusammenarbeit in wissensintensiven Organisationen zu verbessern.
- Grundlagen des Wissens- und Skillmanagements
- Problemanalyse der Expertensuche in großen Unternehmen
- Differenzierung zwischen manuellen und automatischen Expertensuchsystemen
- Nutzenanalyse für Individuen und Unternehmen
- Praxisbeispiele: Knowledge Café und Xpertfinder
Auszug aus dem Buch
3.2 Systeme mit manueller Profilerstellung
Eine relativ weit verbreitete Form eines Expertensuchsystems sind die so genannten „Yellow Pages“ oder auch „Expertise Directories“, die über die Fähigkeiten und das Wissen der Mitarbeiter Auskunft geben. Diese Systeme können auch als erweiterte Telefonbücher oder Wissensbranchenbücher bezeichnet werden, die nach Problembereichen und/oder Wissensträgern systematisiert sind. Mitarbeiter können entsprechend ihrer Qualifikation, Erfahrung und Kompetenz gefunden werden. Einzelne Personen sind ebenfalls nach Kriterien wie Position in der Aufbauorganisation (Standort, Niederlassung, Abteilung etc.), Projektbeteiligungen und Namen auffindbar.
Grundlage für diese Funktionen ist eine persönliche Homepage jedes Mitarbeiters in der sich der Mitarbeiter selber präsentieren kann. Inhalte dieser Wissensprofile sind z.B. die Arbeitsgebiete, Projekterfahrungen und Kompetenzen. Yellow Pages können z.B. in das Intranet oder ein anders Kommunikationsverzeichnis innerhalb des Unternehmens (Telefonverzeichnis) implementiert werden. In der Praxis existieren Systeme, die nur aus der Personensuche bestehen als auch Systeme, die in ein umfangreiches Knowledgemanagement-Programm integriert sind.
Für die Pflege dieser Homepage d. h. die Aktualität der Angaben ist meist der Mitarbeiter selbst verantwortlich. Durch diese manuelle Erzeugung der Mitarbeiterprofile entstehen aber Probleme. Z.B. kann nicht gewährleistet werden, dass der Mitarbeiter regelmäßig seine Angaben aktualisiert und alle Änderungen einträgt. Das kann schon nach kurzer Zeit dazu führen, dass das System seinen Zweck nicht mehr erfüllen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Positionierung und Vorgehensweise: Die Einleitung verortet das Thema im Wissensmanagement und definiert das Kernproblem: Die Schwierigkeit, innerhalb von Unternehmen Experten für spezifische Themen zu identifizieren.
2 Grundlagen der Expertensuche: Dieses Kapitel analysiert die Ausgangssituation, in der Wissensfragmentierung und Globalisierung den direkten Wissenstransfer zwischen Mitarbeitern erschweren.
3 Anwendung und Einsatzgebiet: Es werden manuelle und automatische Systeme zur Expertensuche vorgestellt sowie methodische Besonderheiten und Datenschutzaspekte erörtert.
4 Nutzen durch den Einsatz von Expertensuchsystemen: Das Kapitel beleuchtet die Vorteile, die sich sowohl für den einzelnen Mitarbeiter durch bessere Vernetzung als auch für das Unternehmen durch gesteigerte Effizienz ergeben.
5 Beispielsysteme aus der Praxis: Anhand des "Knowledge Café" und des "Xpertfinder"-Verfahrens werden Gestaltung, Funktionsweise und Architektur realer Expertensuchsysteme detailliert erläutert und bewertet.
6 Zusammenfassung und Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer Rekapitulation der wesentlichen Erkenntnisse und einer Einschätzung zur zunehmenden Bedeutung automatischer Expertensuchsysteme.
Schlüsselwörter
Wissensmanagement, Expertensuchsysteme, Expert Finder, Skillmanagement, Implizites Wissen, Tacit Knowledge, Personensuche, Knowledge Café, Xpertfinder, Yellow Pages, Wissensaustausch, Wissensverteilung, Unternehmenskommunikation, Wissenstransfer, Expertenidentifikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt die Herausforderung der Wissensvermittlung in Unternehmen und untersucht Expertensuchsysteme, die Mitarbeitern helfen, die richtigen Ansprechpartner für ihre fachlichen Fragestellungen zu finden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen Wissensmanagement, Skillmanagement, die Abgrenzung von explizitem zu implizitem Wissen sowie die technische und organisatorische Implementierung von Expertensuchsystemen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Nutzen von "Expert Findern" zur Vorbereitung des Wissensaustauschs theoretisch zu begründen und praxisorientierte Lösungen zu vergleichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit dem Thema, einer Problemanalyse der Expertensuche sowie einer Evaluierung ausgewählter Praxisbeispiele.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Expertensuche, die Analyse der Funktionsweisen von Systemen (manuell vs. automatisch), den Nutzen für Unternehmen und Mitarbeiter sowie eine detaillierte Fallstudie zu zwei Praxisbeispielen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wissensmanagement, Expert Finder, Expertensuchsysteme, implizites Wissen und Skillmanagement sind die zentralen Begriffe.
Welchen Nachteil haben manuelle "Yellow Pages" Systeme laut Autor?
Der Hauptnachteil ist die Abhängigkeit von der manuellen Pflege durch den Mitarbeiter, was oft zu veralteten Daten führt und das System ineffektiv macht.
Wie unterscheidet sich der Xpertfinder methodisch von "Yellow Pages"?
Der Xpertfinder automatisiert die Profilerstellung durch die Analyse vorhandener Kommunikationsdaten wie E-Mails, wodurch die manuelle Einstiegshürde für den Mitarbeiter entfällt und die Aktualität der Daten verbessert wird.
Warum spielt Datenschutz bei solchen Systemen eine wichtige Rolle?
Da Personensuchsysteme personenbezogene Daten verarbeiten, müssen gesetzliche Vorgaben wie das Bundesdatenschutzgesetz erfüllt werden, um beispielsweise eine unerwünschte Ausspähung der Mitarbeiter zu verhindern.
- Quote paper
- Niels Koch (Author), 2004, Expert Finder zur Vorbereitung des Wissensaustauschs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47015