In der folgenden Arbeit soll die „Permanent Structured Cooperation“, als Element der europäischen Sicherheitspolitik untersucht werden. Ziel der Arbeit ist es zu ergründen ob sich bei „Pesco“ um einen empirischen Vorgang handelt, welcher die Europäische Integration vertieft. Basis hierfür bildet die Theorie des Liberalen Intergouvernementalismus nach Andrew Moravcsik, einem US-amerikanischen Professor der Politikwissenschaft.
Mittels einer Abgleichung der, von der Theorie geforderten Merkmale und den empirischen Beobachtungen soll ergründet werden ob die Prozesse zu einer Vertiefung der Integration zwischen den europäischen Staaten führt. Außerdem soll geklärt werden, ob es gewisse Vorgänge gibt, welche die Theorie nicht erklären kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 Gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik
2.2 Permanent Structured Cooperation
3. Analyse
3.1 Europäische Integration
3.2 Pesco als Element der Europäischen Integration
4. Fazit
Zielsetzung und Themenfelder
Die Arbeit untersucht, inwiefern die „Permanent Structured Cooperation“ (Pesco) als ein Element der europäischen Sicherheitspolitik die Europäische Integration vertieft. Dabei dient der Liberale Intergouvernementalismus nach Andrew Moravcsik als theoretisches Analysegerüst, um zu ergründen, ob Pesco ein empirischer Vorgang ist, der die Integration vorantreibt, oder ob theoretische Grenzen in der praktischen Anwendung erkennbar sind.
- Grundlagen der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVP)
- Die Entstehung und Zielsetzung der Permanent Structured Cooperation (Pesco)
- Theoretische Einordnung durch den Liberalen Intergouvernementalismus
- Herausforderungen der Rüstungskooperation und nationale Interessen
- Verhältnis zwischen GSVP, NATO und nationaler Souveränität
Auszug aus dem Buch
Pesco als Element der Europäischen Integration
Zuerst ist es von Interesse, wer bei Pesco die zentralen politischen Akteure sind. Moravcsik verwendet dabei in seiner Theorie des Liberalen Intergouvernementalismus das Konzept eines „zwei Ebenen-Spiels“. Dabei wird grundsätzlich, nach dem Modell des klassischen Liberalismus, ein staatszentrierter Ansatz gewählt. So sind also im internationalen Umfeld die jeweiligen Nationalstaaten die wichtigsten Entscheidungsträger und somit zentrale Akteure.
Moravcsik versteht hierbei den Nationalstaat nicht, wie im Realismus gefordert, als „Black Box“, sondern als ein Produkt der innenpolitischen Strukturen, der diversen Machtverhältnisse und spezifischen gesellschaftlichen Präferenzen. Somit ist der politische Diskurs, welcher auf europäischer Ebene stattfindet, durchaus mit dem auf nationaler Ebene zu vergleichen. Diese Strukturen finden sich auch in der Empirie wieder. Durch den demokratischen Charakter jedes EU-Mitgliedsstaates ist grundsätzlich ein liberal geprägtes System vorhanden. Zwar stellt sich dieses System, bedingt durch die jeweiligen nationalen, kulturellen und historischen Unterschiede, in jedem Mitgliedsstaat etwas anders da und besitzt eine unterschiedlich starke Ausprägung, doch ein liberaler „Kampf um die besten Ideen“ findet flächendeckend statt.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung skizziert die historische Entwicklung der europäischen Einigung und leitet die Forschungsfrage bezüglich der Integrationswirkung von Pesco unter Anwendung des Liberalen Intergouvernementalismus her.
Hauptteil: Dieses Kapitel erläutert zunächst die Genese der GSVP sowie deren sicherheitspolitische Verankerung und analysiert anschließend die Entstehung, die Ziele sowie die operativen Risiken und Chancen von Pesco.
Analyse: Dieser Abschnitt verknüpft die theoretischen Anforderungen des Liberalen Intergouvernementalismus mit der empirischen Realität der europäischen Verteidigungs- und Rüstungspolitik, um das Integrationspotenzial von Pesco zu bewerten.
Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Pesco zwar theoretisch ein Instrument zur Vertiefung der Integration ist, jedoch an nationalen Hürden sowie dem Wunsch nach Souveränität und dem Schutz nationaler Rüstungsindustrien scheitern kann.
Schlüsselwörter
Europäische Integration, Permanent Structured Cooperation, PESCO, Liberaler Intergouvernementalismus, Sicherheitspolitik, Verteidigungspolitik, Rüstungskooperation, Andrew Moravcsik, GSVP, Nationale Souveränität, Verteidigungsausgaben, Doppelstrukturen, EU-Battlegroups, Europäische Sicherheit, Intergouvernementalismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob die „Permanent Structured Cooperation“ (Pesco) als sicherheitspolitisches Instrument die europäische Integration vertieft.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder sind die Gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVP), die Kooperation der Rüstungsindustrie und die theoretische Fundierung durch den Liberalen Intergouvernementalismus.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist die Abgleichung der theoretischen Merkmale nach Moravcsik mit den empirischen Beobachtungen bei Pesco, um den Integrationsfortschritt zu evaluieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Theorie des Liberalen Intergouvernementalismus als analytisches Werkzeug zur Untersuchung von Fallbeispielen und politischen Strukturen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die historische Entwicklung der europäischen Sicherheitspolitik und die spezifische Ausgestaltung sowie die Risiken der Pesco-Initiative analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Europäische Integration, PESCO, GSVP, Rüstungskooperation und Liberaler Intergouvernementalismus.
Warum beteiligen sich nicht alle EU-Staaten an Pesco?
Die Nicht-Beteiligung einiger Staaten, wie Dänemark oder Malta, wird im Kontext nationaler Interessen und der staatlichen Souveränität erklärt, was die Theorie des Liberalen Intergouvernementalismus stützt.
Welche Rolle spielt die nationale Rüstungsindustrie bei der Integration?
Nationale Rüstungsindustrien wirken oft als Hemmschuh für die europäische Kooperation, da Staaten versuchen, Produktion und Arbeitsplätze im eigenen Land zu halten, was zu Doppelstrukturen führt.
Kann Pesco zu einer „Desintegration“ führen?
Der Autor wirft die Frage auf, ob bei einem Scheitern von Pesco nicht die Gefahr besteht, dass sich die EU eher in einer Phase der Desintegration befindet.
- Arbeit zitieren
- Simon Kutzner (Autor:in), 2018, Inwiefern kann die "Permanent Structured Cooperation" der Gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik Europas als Element der Europäischen Integration bezeichnet werden?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/470196