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Wie lässt sich Objektivität in der Sozialforschung gewährleisten?

Title: Wie lässt sich Objektivität in der Sozialforschung gewährleisten?

Term Paper , 2018 , 18 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Bachelor of Arts Chalina Umul (Author)

Sociology - Basics and General
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Der Ausgangspunkt für die vorliegende Arbeit ist die steigende Bedeutung von qualitativer Sozialforschung. Ursachen für diese Entwicklung finden sich beispielsweise in der Globalisierung und damit einhergehenden Auswirkungen auf soziale Entwicklungen. Migration und eine Technologisierung des Lebens haben die Komplexität der sozialen Beziehungen erhöht. Neue Kommunikationsmöglichkeiten wie das Internet werfen gesellschaftliche Probleme auf, die zuvor nicht vorhanden waren.

Ein Problemfeld ist zum Beispiel die Radikalisierung von Jugendlichen über das Internet. Dieses Themenfeld beinhaltet die Problematik der Radikalisierung unter Jugendlichen, welche zwar auch vor dem Internetzeitalter bestand, aber nun durch neue soziale Interaktionsmöglichkeiten anderer Qualität ist und eine fast grenzenlose Reichweite besitzt.

Das genannte Beispiel lässt sich zum einen durch standardisierte Fragestellungen, welche einen festgelegten Relevanzbereich haben und durch die Ermittlung quantitativer Daten untersuchen. Eine andere Untersuchungsmöglichkeit bietet die Arbeit mit offenen Interviews nach der qualitativen Methodik, die zu unerwarteten Antworten und neuen Erkenntnissen führen kann. Die qualitative Sozialforschung sieht sich jedoch im Gegensatz zur quantitativen mit der Frage nach ihrer Wissenschaftlichkeit konfrontiert, da sie nicht auf standardisierte und wissenschaftlich etablierte Gütekriterien zurückgreifen kann.

Das Problem der wissenschaftlichen Objektivität hat schon der deutsche Soziologe Max Weber 1904 in seinem Aufsatz mit dem Titel ‚Die „Objektivität“ sozialwissenschaftlicher und sozialpolitischer Erkenntnis‘ erkannt und erörtert. Für die Bearbeitung der Leitfrage „Wie lässt sich Objektivität in der qualitativen Sozialforschung gewährleisten?“ wird insbesondere auf Standpunkte aus Webers Aufsatz Bezug genommen.
Zum näheren Verständnis werden zunächst die Gütekriterien und Eigenschaften der quantitativen und qualitativen Sozialforschung erläutert. Darauf folgt eine Definition der wissenschaftlichen Objektivität allgemein und folglich die Beschreibung von Objektivität in den Sozialwissenschaften im Sinne Max Webers. Diese Vorgehensweise soll dazu dienen eine Basis zum Verständnis der Objektivität im spezifischen Bezug auf Sozialwissenschaften zu bieten, anhand dessen die Kriterien für Objektivität in der qualitativen Sozialforschung erörtert werden sollen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gütekriterien für empirische Sozialforschung

2.1 Quantitative Sozialforschung und Gütekriterien

2.2 Qualitative Sozialforschung und Gütekriterien

3. Objektivität in der Sozialwissenschaft

3.1 Wissenschaftliche Objektivität

3.2 Sozialwissenschaft und Objektivität bei Max Weber

3.2.1 Werturteilsfreiheit

3.2.2 Idealtypen

3.2.3 Objektivität bei Weber

4. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik der wissenschaftlichen Objektivität in der qualitativen Sozialforschung. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Objektivität in diesem Forschungsfeld gewährleistet werden kann, wobei insbesondere die theoretischen Konzepte von Max Weber eine leitende Rolle bei der Erörterung einnehmen.

  • Vergleich quantitativer und qualitativer Gütekriterien
  • Bedeutung der Werturteilsfreiheit in der Forschung
  • Einsatz von Idealtypen zur Strukturierung sozialwissenschaftlicher Analysen
  • Diskussion zur Wissenschaftlichkeit qualitativer Methoden
  • Herausforderung der Standardisierung in der interpretativen Forschung

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Werturteilsfreiheit

Es wurde im vorausgegangenen Kapitel 3.2 darauf hingewiesen, dass Max Weber den Wertideen eine besondere Rolle in Bezug auf sozialwissenschaftliche Arbeit zuschreibt. Das Konzept der Wertideen ist besonders wichtig für das Verständnis der offenen Forschungssituation in der qualitativen Sozialforschung, da diese nicht nach standardisierten Verfahren arbeitet.

Die Problematik von Werturteilen beruht auf der Tatsache, dass diese nicht objektiv begründbar sind (vgl. Diekmann, 2010, 81) und immer eine Wertung durch den Forschenden vorliegt, was folglich zu keinem allgemeingültigen Ergebnis führen kann.

Trotz seiner Kritik stellt Weber hierbei fest, dass es unmöglich ist Werturteile völlig aus der wissenschaftlichen Arbeit auszuklammern und fordert als Lösungsansatz die deutliche Hervorhebung bzw. Kenntlichmachung von subjektiven Urteilen für den Leser. Das bedeutet, der Forschende muss unbedingt ersichtlich machen, worauf seine angewandten Wertmaßstäbe, auf deren Grundlage die Wirklichkeit innerhalb der wissenschaftlichen Arbeit beurteilt wird, basieren (vgl. Weber, 2004, 47-49). Diese Methodik versucht die Wissenschaftlichkeit, trotz der mangelnden Objektivierbarkeit der Erkenntnisse, zu sichern, da dem Leser ein Gesamtbild der Forschungssituation, als auch Rahmenbedingungen vorgelegt wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der qualitativen Sozialforschung ein und stellt die Problematik der Wissenschaftlichkeit im Vergleich zu quantitativen Ansätzen sowie die leitende Forschungsfrage vor.

2. Gütekriterien für empirische Sozialforschung: Hier werden die klassischen Gütekriterien (Objektivität, Reliabilität, Validität) für beide Forschungsansätze definiert und ihre Anwendbarkeit bzw. Inkompatibilität in der qualitativen Forschung kritisch beleuchtet.

3. Objektivität in der Sozialwissenschaft: In diesem Kapitel wird der Begriff der wissenschaftlichen Objektivität allgemein geklärt und detailliert auf Basis der Schriften von Max Weber analysiert, um eine fundierte Grundlage für qualitative Ansätze zu schaffen.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass qualitative Forschung eigene Standards statt einer starren Übernahme quantitativer Kriterien benötigt, um ihren wissenschaftlichen Anspruch zu rechtfertigen.

Schlüsselwörter

Qualitative Sozialforschung, Objektivität, Werturteilsfreiheit, Idealtypen, Max Weber, Gütekriterien, Wissenschaftstheorie, Interpretative Methoden, Intersubjektive Nachvollziehbarkeit, Sozialwissenschaft, Forschungsmethodik, Reliabilität, Validität, Wertideen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Herausforderung, Objektivität in der qualitativen Sozialforschung zu definieren und zu gewährleisten, da die klassischen, quantitativen Gütekriterien hier nur schwer anwendbar sind.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder sind die Methoden der empirischen Sozialforschung, die theoretischen Ansätze von Max Weber sowie das Spannungsfeld zwischen Subjektivität und wissenschaftlichem Anspruch.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Frage, wie die wissenschaftliche Qualität und Objektivität qualitativer Untersuchungen trotz ihrer offenen Methodik und des Interpretationsspielraums sichergestellt werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die primär auf der Literaturanalyse und der kritischen Auseinandersetzung mit dem Aufsatz "Die 'Objektivität' sozialwissenschaftlicher und sozialpolitischer Erkenntnis" von Max Weber basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Gegenüberstellung quantitativer und qualitativer Gütekriterien sowie eine tiefgreifende theoretische Analyse von Webers Handlungstheorie, Werturteilsfreiheit und der Nutzung von Idealtypen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Objektivität, Werturteilsfreiheit, Idealtypen, qualitative Sozialforschung und intersubjektive Nachvollziehbarkeit.

Wie definiert Weber den Zusammenhang von Wertideen und Objektivität?

Weber argumentiert, dass soziale Wirklichkeit immer durch subjektive Wertideen geprägt ist, weshalb eine absolute, "naturgegebene" Objektivität unmöglich ist; die Wissenschaftlichkeit wird stattdessen durch Transparenz und methodische Klarheit gesichert.

Welche Rolle spielen die "Idealtypen" in dieser Untersuchung?

Idealtypen dienen als theoretisches Hilfsmittel oder Modell, um soziale Zusammenhänge trotz ihrer komplexen, subjektiven Natur analytisch greifbar und vergleichbar zu machen.

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Details

Title
Wie lässt sich Objektivität in der Sozialforschung gewährleisten?
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"
Grade
1,3
Author
Bachelor of Arts Chalina Umul (Author)
Publication Year
2018
Pages
18
Catalog Number
V470484
ISBN (eBook)
9783668935891
ISBN (Book)
9783668935907
Language
German
Tags
objektivität sozialforschung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bachelor of Arts Chalina Umul (Author), 2018, Wie lässt sich Objektivität in der Sozialforschung gewährleisten?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/470484
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