Die Englische Sprache in Irland


Seminararbeit, 2002
12 Seiten, Note: 1

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wichtige historische Ereignisse

3. Irish English (IE)
3.1 Geschichtlicher Hintergrund
3.2 Träger wesentlicher Kennzeichen eines verpflanzten Englisch

4. Der Süden
4.1 Abgrenzung zum Norden
4.2 Zusammensetzung des heutigen Southern Hiberno-English
4.3 Vokale
4.3.1 Monophthonge
4.3.2 Diphthonge
4.4 Konsonanten

5. Gälisch

6. Schlussgedanke

7. Bibliographie

1. Einleitung

Englisch, zwar nicht die zahlenmäßig am häufigsten gesprochene Sprache, aber trotzdem das am weitesten verbreitete Kommunikationsmittel der Welt. Man könnte beinahe sagen, durch das Englische verständigt sich die Welt und wächst ein Stück weit näher zusammen. Egal ob Industrienation oder Entwicklungsland, überall trifft man auf die Weltsprache Englisch. In Schulen bereits wichtiger Bestandteil des Lehrplans, kann außerdem immer häufiger das Phänomen der Erwachsenenbildung in bezug auf die englische Sprache beobachtet werden.

In folgendem Aufsatz, wird unter dem Aspekt der weltweiten Verbreitung der Sprache Irland als Beispiel herausgegriffen, um daran verschiedene Gesichtspunkte des Englischen im „Ausland“ zu untersuchen. Zunächst richtet sich der Blick auf die historischen Ereignisse, die zur Einführung des Englischen in die ursprünglich irische Sprache führten. Die sich aus dieser Verpflanzung ergebenden Varietäten, werden anschließend anhand von Phonetischen Untersuchungen erläutert.

2. Wichtige historische Ereignisse

Nachdem bereits 1169 der erste Einfall der Normannen in Irland erfolgt war, übernahm Heinrich II. 1171 die Herrschaft über Irland. Mit der anschließenden Ansiedlung ihm untergebener Offiziere kam auch erstmals die englische Sprache ins Land. Trotz zahlreicher Verordnungen wie zum Beispiel „ [...] dem Statute of Kilkenny (1366/67), das die engl. Sprache für alle Belange des Staates verpflichtend machte“ (Viereck/Viereck/Ramisch, 2002: 137), und den Engländer verbot Ehen mit Irinnen einzugehen oder irische Namen, Sitten und Gebräuche anzunehmen, konnte das Irische noch nicht erwähnenswert verdrängt werden. Bis Ende des 15. Jahrhunderts konnte sich im Gegenzug das Irische sogar in ehemals englischsprachigen Gebieten durchsetzen. Die einzigen zweisprachigen Regionen um 1500 waren folglich das sogenannte English Pale, das Dublin und Umgebung umfasste, die Südostspitze Irlands und die Küstenstädte Waterford, Cork und Galway. Ebenso, wie zu dieser Zeit eine Menge englischer Wörter in das Irische eindrangen, nahm dieses auch umgekehrt Einfluss auf die englische Sprache. Die sich anschließende Phase der sogenannten Plantations schloss einen umfassenden Plan mit ein, welcher es zum Ziel hatte die gesamte irische Bevölkerung durch britische Siedler abzudrängen. Als folge dessen nahm die Anglisierung der Insel im 16.und 17. Jahrhundert deutlich zu. Als weitere Maßnahme von Seiten Englands wurde nach dem Sieg über den irischen Stammesfürsten eine Umsiedlungsaktion von rund 25000 englischen Amerikanern und etwa 15000 protestantischer Schotten, vorwiegend in Ulster, durchgeführt. Um Platz zu schaffen wurden katholische Iren in die weniger ertragreichen Gebiete westlich des Shannon vertrieben. Grundlage dafür war der Act of Settlement von 1652. Aufgrund der Penal Laws, die es den irischsprechenden katholischen Iren verboten im öffentlichen Leben zu wirken, war Englisch im 18. Jahrhundert die Sprache der Mittel- und Oberschicht, und damit auch der Verwaltung und Regierung geworden. 1801 wurde der irischen Sprache durch den Act of Union, der Gründung des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Irland, fast der endgültige Todesstoß verpasst, indem der Zusammenschluss der beiden Königreiche zum United Kingdom of Great Britain and Ireland verfügt wurde. Denn dadurch wurde der Freihandel zwischen den zwei Inseln eingeführt und die heimische irische Industrie verlor immer mehr an Bedeutung, womit folglich auch das Interesse an der irischen Sprache sank und das Englische immer mehr in den Vordergrund rückte. 1831 wurden die National Schools (staatliche Grundschulen) eingeführt, die die englische Sprache zum allgemeinen Unterrichtsmedium bestimmten, das Irische hingegen nicht einmal als Unterrichtsfach zu ließen. 1922 entstand der Irish Free State, der eine klare Grenze zwischen Southern und Northern Ireland zog, indem Nordirland bei Großbritannien verblieb und sie zusammen das United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland bildeten. Infolge dessen wurde das Irische zwar als first official language anerkannt, musst sich aber trotzdem auch weiterhin massiv gegen ein vollständiges Zurückdrängen durch das Englische zur Wehr setzen. In den Jahren von 1956 bis 1982 wurden von der irischen Regierung in den Gaeltacht Areas Orders irischsprachige Gebiete festgelegt und zu Förderregionen ernannt. Im Gesamten machen diese Regionen 6% der Fläche der Republik Irland aus. (aus: Viereck/Viereck/Ramisch, 2000: 137-139)

3. Irish English (IE)

3.1 Geschichtlicher Hintergrund

Dank der durchaus langen Tradition weist das irische Englisch ziemlich viele sprachliche Eigenarten auf. Bereits im 12. Jahrhundert wurde das Englische mit der Invasion anglo-normannischer Ritter nach Irland gebracht. Dieses sogenannte Middle Anglo-Irish, welches uns heute nur noch durch einige wenige Gedichte überliefert wird, ist allem Anschein nach bereits nach dem Mittelalter wieder ausgestorben. Was wiederum diese Sprachvariante als Vorläufer des heutigen irischen Englisch ausschließt.

Dagegen ist durchaus nachweisbar, dass das IE „[...] seit der Eroberung und teilweisen Besiedlung der Insel durch die Engländer im 16./17. Jahrhundert gesprochen (wird)“ (Trudgill, 1984:116). Das IE stellt eine Art Standart dar, der als Grundlage für die zahlreichen Varianten des gesprochenen Englisch in Irland dient. (aus: Barnickel, 1982:116)

3.2 Träger wesentlicher Kennzeichen eines verpflanzten Englisch

Vor allem in der Aussprache des heutigen IE sind die sprachlichen Erscheinungen des Frühneuenglischen noch lebendig. Dieses Phänomen wird in Fachkreisen colonial lag genannt.

Als weitere Besonderheit fehlt dem irischen Englisch eine auffällige regionale Gliederung. Hogan weist in diesem Fall speziell auf die „general uniformity of the English spoken in Ireland“ hin. Dafür ergibt sich aber in sozialer Hinsicht eine Differenzierung. IE wird vor allem in den unteren Schichten sehr ausgeprägt gesprochen, wohingegen die Mittelschicht in ihrer Sprechweise schon eher zur RP tendiert, obwohl es als allgemein als nicht erstrebenswert gilt reine RP zu verwenden.

Das heutige irische Englisch wurde aber nicht nur vom mittelalterlichen Englisch des 17. Jahrhunderts beeinflusst, sondern maßgeblich wirkte sich auch die Sprache der ‚Ur’-Bevölkerung, das (keltische) Irisch auf die IE aus. Erst in den letzten 150 Jahren hat sich der Sprachwechsel, das heißt der Übergang vom Irischen zur heutigen IE, vollzogen. (aus: Barnickel, 1982:116/117)

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Die Englische Sprache in Irland
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Note
1
Autor
Jahr
2002
Seiten
12
Katalognummer
V47054
ISBN (eBook)
9783638440974
Dateigröße
517 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Englische, Sprache, Irland
Arbeit zitieren
Susanne Weid (Autor), 2002, Die Englische Sprache in Irland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47054

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