Unternehmensanalyse zur A.S. Création Tapeten AG. Ertragslage, Vermögens- und Finanzlage


Hausarbeit, 2016
37 Seiten, Note: 2,2

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Unternehmensprofil der A.S. Création Tapeten AG

2. Analyse der Ertragslage

3. Analyse der Vermögens- und Finanzlage

4. Prognose

Literaturverzeichnis

Anhangsverzeichnis

Anhang A: Gewinn- und Verlustrechnung nach Ergebnisschichten

Anhang B: Umsatzerlöse nach Segmenten

Anhang C: Aufwandsquoten

Anhang D: Erfolgsspaltung

Anhang E: Jahresergebnisbereinigung

Anhang F: Stille Reserven und Lasten in den sonstigen Rückstellungen

Anhang G: Rentabilitätskennzahlen

Anhang H: Veränderungsbilanz

Anhang I: Eigenkapitalbereinigung

Anhang J: Fremdkapital

Anhang K: Bilanzkennzahlen (1)

Anhang K: Bilanzkennzahlen (2)

Anhang L: Kapitalflussrechnung

Anhang M: Prognose der Gewinn- und Verlustrechnung

Anhang N: Marktkennzahlen

Anhang O: Cash-Flow Kennzahlen

Anhang P: Strukturierter Jahresabschluss

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Unternehmensprofil der A.S. Création Tapeten AG

Die A.S. Création Tapeten AG ist einer der führenden Tapetenhersteller in Europa und einer der jüngste Tapetenhersteller in Deutschland, der im Jahr 1974 gegründet wurde. Seit 1998 ist A.S. Création eine börsennotierte Aktiengesellschaft. A.S. Création AG verfügt über dezentrale Strukturen und beschäftigt heute 801 Mitarbeiter.

Die Produktion von Tapeten und Bordüren in allen Materialqualitäten und für alle Anwendungsbereiche wurde an den Standorten in Gummersbach-Derschlag und Wiehl-Bomig in Deutschland erfolgt. Seit 31 Dezember 2015 wird es nur im Wiehl-Bomig produziert. Das Unternehmen hat ständig rund 6.000 Artikel in ca. 80 verschiedenen Kollektionen auf Lager und entwickelt über 2.000 neue Tapeten im Jahr. Seit Ende 2012 wird die Tapetenproduktion als ein 50%-Joint Venture mit dem führenden russischen Tapetenhersteller Kof Palitra bei der OOO A.S. & Palitra in Dzerzhinsk (Russland) aufgenommen.

Neben der Tapetenproduktion handelt A.S. Création AG mit hochwertigen Dekorationsstoffen und Gardinen bei der Tochterfirma Indes Fuggerhaus Textil GmbH und hat seinen Sitz am Standort Marienheide. Im Angebot von A.S. Création AG stehen auch vielfältige Dienstleistungen. Unter anderen sind Dispo- und Dekoservice, Ladenbau und Abteilungsplanung, individuelle Marketingkonzepte und 24h-Lieferservice. Dafür hat das Unternehmen Vertriebsniederlassungen bzw. hundertprozentigen Tochtergesellschaften in der europäischen Union (Frankreich, Großbritannien, Niederlanden) sowie in Russland (Moskau).

A.S. Création AG vertreibt seine Produktion in fast 100 Länder weltweit und erfolgt das durch Großhandelsunternehmen bzw. Importeure und Einzelhändler, Fach- und Baumärkte sowie Handwerker.

Da die A.S. Création AG sich in die zwei Segmente Tapeten und Dekorationsstoffe unterteilt, unterscheidet sich jedes Segment unter der folgenden Marken:

- im Segment Tapeten sind die Marken „innova“ mit dem Basissortiment für preisbewusste Käufer, „A.S. Création“ mit dem breiteren und hochwertigen Sortiment, „livingwalls“ mit der modernen und designen Kollektionen von beispielsweise Porsche Design Studio, VERSACE und Hadi Teherani, und „Architects Paper“ mit dem hochwertigen Spezialitätensortiment für kundenspezifische, exklusive Wandlösungen. Seit Ende Oktober 2012 gibt es noch eine Marke "asc wallpaper", die in Dzerzhinsk (Russland) bei der OOO A.S. & Palitra produziert wird.
- Im Segment Dekorationsstoffe sind die Marken "indes", FUGGERHAUS", "TULIPAN" und "VOLLAND".

Zum Schluss ist es wichtig zu nennen, dass A.S. Création AG die Investitionen in den Umweltschutz regelmäßig macht, um den gesetzlichen und behördlichen Bestimmungen zu entsprechen. Durch Modernisierungsinvestitionen können Ressourcen zukünftig effizient eingesetzt werden, da die weiterentwickelte Technik einen höheren Wirkungsgrad aufweist.

Zur Analyse der Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage der A.S. Création AG und zur Erstellung einer Prognose für die Entwicklung des Geschäftsjahres 2016 dienen die Geschäftsberichte der Geschäftsjahre 2012 bis 2015.

2. Analyse der Ertragslage

Zur Analyse der Ertragslage soll zunächst auf die Umsatzentwicklung eingegangen werden. Dazu werden im Wesentlichen die Gewinn- und Verlustrechnungen (GuV) der letzten vier Geschäftsjahre hinzugezogen. Die GuV der A.S. Création AG wird nach den Ergebnisschichten erstellt.

Die Umsatzerlöse konnten in den letzten vier Perioden die leichten Schwankungen verzeichnen, aber seit 2013 mit der deutlichen Tendenz der Rückgängen verwiesen werden. So erzielte der Konzern im Geschäftsjahr 2012 noch einen Umsatz von rund 198,9 Mio. €, während es im Jahr 2015 nur 166,5 Mio. € war. Wenn die A.S. Création AG noch im Jahr 2013 einen geringen Wachstum des Umsatzes und zwar um 0,9 Mio. € bzw. um rund 0,5% von rund 198,9 Mio. € im Vorjahr auf 199,8 Mio. € gezeichnet hat, sind die weitere Umsätze nur stark gesunken und zwar auf 189,1 Mio. € im Jahr 2014 und auf 166,5 Mio. € im Jahr 2015. Somit können wir einen Umsatzrückgang von 32,4 Mio. € bzw. 16,29% betrachten.1 Als Grund dafür konnte zwei Aspekte gesehen werden: erstens, wegen der Wechselkursveränderungen hat A.S. Création AG schon ziemlich viel Geld bzw. 2,4 Mio. €2 verloren, weil der Kurs des russischen Rubels zum Euro zu hoch war und die Aufwertung des Rubels gegenüber dem Euro eine Währungsverluste verursachte; zweitens, wegen der Auswirkungen der Ukraine-Krise, was die Verluste des Umsatzes in der Ukraine, Russland und baltischen Staaten mitgebrachte.

Aus der Umsatzerlöse nach den zwei Segmenten Tapete und Dekorationsstoffe konnte es festgestellt werden, dass das größte Teil des Umsatzes durch den Geschäftsbereich Tapete erwirtschaftet wurde.3 So entfielen rund 153,5 Mio. € bzw. 92,2% (Vorjahr: 175,9 Mio. € bzw. 93,0%) auf den Bereich Tapete und rund 13,2 Mio. € bzw. 7,9% (Vorjahr: 13,6 Mio. € bzw. 7,2%) auf den Bereich Dekorationsstoffe. Die Umsätze haben sich im Jahr 2015 um 12,7% bzw. 3,5% verschlechtert. Die besten Umsätze in beiden Geschäftssegmenten konnte die A.S. Création AG im Jahr 2013 nachweisen: 186,5 Mio. € im Segment Tapete und 13,6 Mio. € im Segment Dekorationsstoffe. Aber insgesamt ist das Umsatzrückgang in beiden Geschäftsbereichen zu betrachten: im Bereich Tapete -32,4 Mio. € bzw. -17,4% und im Bereich Dekorationsstoffe -0,3 Mio. € bzw.-2,4%.

In der Analyse der Umsatzentwicklung nach Regionen verzeichnete die A.S. Création AG insgesamt auch die Rückläufe: -5,8% (Deutschland), -10,4% (EU ohne Deutschland), -47,9% (Sonstige Osteuropa) und -14,1% (übrige Länder). Nach der detaillierten Betrachtung konnte es festgestellt werden, dass fast die Hälfte der allen Umsätze in Europa in Deutschland profitiert wurden. So der höchste Umsatz aller vier Perioden wurde im Jahr 2012 erzielt und betrug 81,9 Mio. € bzw. 41,2% während es in ganze Europa ohne Deutschland rund 84 Mio. € bzw. 42,2% erwirtschaftet wurde. Im Jahr 2013 wurde dagegen einen Rücklauf des Umsatzes (-6,3%) in Deutschland gezeichnet, aber einen deutlichen Umsatzwachstum von 2,9% in EU ohne Deutschland nachgewiesen wurde. Für diesen Betriebserfolg waren die folgenden Faktoren verantwortlich: ein sehr dichtes Vertriebsnetz in dem Tapetenmarkt in Frankreich, der von der Übernahme der beiden französischen Großhändler – SCE und MCF – seit 2008 entstanden hat, und die Auflösung der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den Vorjahren in der EU. Im Jahr 2014 wurde in Deutschland durch die Übernahme ehemaliger Praktiker- und Max Bahr einen Anstieg des Umsatzes von 4,1% nachgewiesen. Aber im Geschäftsjahr 2015 ist der Umsatz trotzdem zurückgegangen und betrug 3,4%. In der Gesamtheit der EU ohne Deutschland verzeichnete A.S. Création AG in den Jahren 2014 und 2015 auch die zurücklaufenden Umsätze von -6,5% und -6,9%. Dafür konnte zwei Grunde gesehen werden: erstens, die kontinuierlich verschlechterte Verfassung des französischen Tapetenmärkte; zweitens, die Auswirkungen der Ukraine-Krise auf die baltischen Staaten, die immer enge wirtschaftliche Beziehungen mit Russland haben.

In sonstige Osteuropa konnte die A.S. Création AG auch gute Umsätze verzeichnen, wenn man die Jahre bis zum 2014 betrachtet. So erzielte das Unternehmen im Jahr 2012 den Umsatz von 37,2 Mio. €, 2013 – 40,1 Mio. € und 2014 – 34,5 Mio. €. Der größte Umsatzeinbruch ist im Jahr 2015. Da verzeichnete die A.S. Création AG den Umsatz von 19,5 Mio. €, was um rund 15 Mio. € bzw. 43,5% hinter dem Wert des Vorjahres (34,5 Mio. €) war. Als Gründe für die Umsatzrückgänge konnte folgendes gesehen werden: 1) die Privathaushalte in Russland, Weißrussland und Ukraine hatten allgemein schlechte Möglichkeiten für Konsumierung wegen der politisch-wirtschaftlichen Auswirkungen von der Ukraine-Krise; 2) die Abwertung der Landeswährungen gegenüber dem Euro führte zu einer rückläufigen Nachfrage nach Tapeten aus deutscher Produktion und 3) dies erschwerte die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den lokal produzierten Tapeten, weil die Preise der importierten Produktion wegen Exportkosten viel höher als die Preise der heimischen Produktion waren. Es wurde die A.S. Création AG auch nicht gelungen, durch die zusätzliche Umsätze mit Tapeten aus russischer Produktion OOO A.S. & Palitra und die russische Vertriebsgesellschaft A.S. Création AG (RUS) zu kompensieren.

In übrigen Länder wie z.B. in Asien verzeichnete die A.S. Création AG seit Jahr 2013 auch die leichte Umsatzrückgänge. So betrug der Umsatz im Jahr 2013 noch knapp 17 Mio. € während im Jahr 2014 14,9 Mio. € und im Jahr 2015 nur 14,2 Mio. €. Insgesamt wurde der Umsatz in diesem Region um -2,3 Mio. € bzw. -14,05% zurückgegangen.

Die Aufwendungen für die Entwicklungskosten wurden beim A.S. Création AG in allen vier Jahren nicht aktiviert, da die Kriterien des IAS 38 nicht erfüllt wurden.

Als erste wesentliche Aufwandposition ist der Materialaufwand, der noch im Jahr 2013 einen Anstieg um knapp 4% gezeigt hat, aber seitdem ist er nur gesunken und betrug im Jahr 2015 75,9 Mio. €, was 46,7% zur Gesamtleistung entspricht.4 Insgesamt ist der Materialaufwand im Betrachtungszeitraum um 24,0 Mio. € bzw. um 24,0% gesunken. Da die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie für bezogene Waren dem größten Anteil des Materialaufwands entsprechen und haben sich im Zeitverlauf verringert, verbesserte sich dadurch die Rohertragsquote.5 Auf diese Verbesserung haben im Jahr 2015 folgende Faktoren beeinflusst: 1) Seit erfolgreiches Bestandsabbau im Jahr 2014 bzw. 2015 wurde es um 2,6 Mio. € bzw. 4,1 Mio. € gekommen, was zu einer Gewinn der verkauften Produkten geführt hat. Im Jahr 2013 wurde es dagegen durch einer Bestandserhöhung von rund 1 Mio. € zur negative Entwicklung der Rohertragsquote geführt; 2) weitere Reduzierung der Ausschussquote und 3) rückläufige Beschaffungskosten durch den Rückgang der weltweiten Rohstoff- und Energiepreisen. Allerdings wurde es seit Jahr 2013 wegen des höheren Bestandes der Waren im Lager, wegen der Krise in der Ukraine und weiterer politischen Auswirkungen weniger produziert.

Die Personalaufwendungen stellen die zweitwichtigste Aufwandposition in der GuV der A.S. Création AG dar. Für die Löhne und Gehälter (34,9 Mio. €) sowie soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung (8,1 Mio. €) fielen im Geschäftsjahr 2015 insgesamt 43 Mio. € an. Die Personalaufwandsquote (Personalaufwand im Verhältnis zur Gesamtleistung) beträgt somit 26,5%, was um 3,3% höher als im Geschäftsjahr 2014 ist und im Vergleich mit anderen Jahren das höchste Niveau erreicht. Obwohl die Anzahl der Mitarbeiter seit Jahr 2013 von 837 auf 801 im Jahr 2015 reduziert wurde, wurde der Personalaufwand durch die tarifvertraglich vereinbarten Erhöhungen der Einkommen belastet. Insgesamt ist der Personalaufwand um 1,1 Mio. € bzw. um 2,38% gesunken und sollte durch die Maßnahmen im 2016 weiter reduziert werden.

Als nächste wesentliche Aufwandposition sind die sonstige betriebliche Aufwendungen, die sich von 37,9 Mio. € im Jahr 2014 um 8,3 Mio. € bzw. um 21,9% auf 29,6 Mio. € im Jahr 2015 reduziert haben und haben somit fast das gleiche Niveau (29,9 Mio. €) vom Jahr 2012 erreicht, das heißt, dass diese Aufwendungen sich im ganzen Betrachtungszeitraum kaum verringert haben. Auf dem höchsten Betrag der sonstigen betrieblichen Aufwendungen und seine deutliche Verringerung haben die folgenden Sondereffekte beeinflusst: 1) Seit Ende 2008 hat A.S. Création AG zwei französische Gesellschaften übernommen und auf deren finanzielle Beteiligung an dem Bußgeld im französischen Kartellverfahren geeinigt. Im Jahr 2014 wurde das Bußgeld in Höhe von 4,9 Mio. € ausgegeben6, was auf die Summe der sonstigen betrieblichen Aufwendungen stark ausgewirkt hat. 2) Wie es schon erwähnt wurde, waren in Jahren 2014, 2015 die Währungsverluste wegen die Aufwertung des Rubels gegenüber dem Euro und umgekehrt. Da in diesem Zeitraum die Finanzierung der A.S. Création (RUS) in Euro erfolgt wurde, führte die negative Kursentwicklung (im Jahr 2014: 79,70 RUB/Euro, im Jahr 2015: 68,34 RUB/Euro)7 zu Währungsverlusten in Höhe von 4,6 Mio. € im Jahr 2014 und von 0,9 Mio. € im Jahr 2015.8 3) Außerdem führte die Schließung von Lägern im Standort Gummersbach-Derschlag im Jahr 2015 zur Reduzierung der Ausgaben für die Miete und die Abbau der Leiharbeitnehmer zu den Einsparungen in Höhe von 0,8 Mio. €.

Die Abschreibungen bestehen im Wesentlichen aus der planmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen sowie Sachanlagevermögen. Der Betrag der Abschreibungen blieb fast gleich im Zeitverlauf bis zum Jahr 2015, in dem es rund 0,7 Mio. € weniger als im Jahr 2014 abgeschrieben wurde, was zu einer entsprechenden Ergebnisverbesserung geführt hat. Im gesamten Betrachtungszeitraum kann eine negative Entwicklung der Abschreibungen bzw. Abschreibungen auf das Sachanlagenvermögen und GWG um 1,2 Mio. € bzw. um 11,9% bzw. um 13,1% ermittelt werden.

Das Betriebsergebnis (EBIT) zeigt vom Jahr 2012 bis zum Jahr 2014 eine drastische Verminderung vom 15,7 Mio. € um 12,4 Mio. € bzw. um 79% auf 3,3 Mio. €. Das entspricht der Verminderung der EBIT-Marge (Betriebsergebnis im Verhältnis zur Umsatzerlöse) von 7,9% im Jahr 2012 auf 1,7% im Jahr 2014. Darauf wurden mehrere Faktoren beeinflusst: 1) verstärkte Preiswettbewerb in beiden Segmenten im 2013; 2) stagnierende Beschaffungskosten durch die Erhöhung der Energiekosten in Deutschland; 3) schwierige Marktbedingungen in Russland und 4) seit 2014 wesentliche Währungsverluste. Im Jahr 2015 konnte deutliche Verbesserung des Betriebsergebnisses verzeichnet werden. Der Betrag des Betriebsergebnisses ist von 3,3 Mio. € um 4,6 Mio. € bzw. um 138,4% auf 7,9 Mio. € gestiegen und weist eine EBIT-Marge von 4,7% auf. Dieser Anstieg kommt vom gestiegenen Betrag der sonstigen betrieblichen Erträge, in dem 2,1 Mio. € von französischen Kartellverfahren erwirtschaftet wurde, und vom gesunkenen Betrag des betrieblichen Gesamtaufwands, den A.S. Création AG durch die Ersparungen in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen, geringere Abschreibungen und reduzierte Material- und Personalaufwendungen verzeichnen konnte. Insgesamt ergibt sich im Betrachtungszeitraum jedoch eine negative Entwicklung mit einem Rückgang des Betriebsergebnisses um 7,9 Mio. € bzw. um 49,9%.

Das Finanzergebnis zeigt im Zeitverlauf die Schwankungen und weist insgesamt eine positive Entwicklung um 2,1 Mio. € bzw. um 48,5% auf. Der größte Rückgang war im Jahr 2014 und betrug 8,4 Mio. €, während es im Jahr 2012 bzw. 2013 noch 4,4 Mio. € bzw. 5,0 Mio. € war. Begründen lässt es sich durch die bedeutsamen Währungsverluste, die durch das Euro-Gesellschaftsdarlehen entstanden sind. Das Gesellschaftsdarlehen hat die A.S. Création AG dem russischen Gemeinschaftsunternehmen A.S. & Palitra zu Finanzierungszwecken zur Verfügung gestellt. Außerdem musste A.S. Création AG die Verluste des russischen Gemeinschaftsunternehmen, die nach dem At-Equity Bilanzierung entstanden sind, mitteilen und im Konzernabschluss aufweisen, was ebenfalls die Konzernergebnisse verschlechtert hat. Die nächste Position, die das Finanzergebnis beeinflusst hat, ist Zinsen und ähnliche Aufwendungen. Da konnten die Rückläufe der Beträge um 2,9 Mio. € bzw. um 76,4% ausgewiesen werden, die durch den kontinuierlichen und erfolgreichen Abbau der Nettofinanzverschuldung entstanden sind und somit als Ersparungen gesehen werden können.

Das Betriebs- und Finanzergebnis haben sich im Betrachtungszeitraum ziemlich gleichmäßig um 49,9% bzw. um 48,5% entwickelt und führten das Konzernergebnis (EBT) von 11,3 Mio. € im Jahr 2012 auf 5,6 Mio. € im Jahr 2015, was einer Veränderung um 5,7 Mio. € bzw. um 50,5% entspricht. Das Unternehmen weist im Zeitverlauf die Jahresüberschüsse aus, jedoch besteht einen Jahresfehlbetrag im Jahr 2014 von 9,3 Mio. €, der aus höherer Ertragsteuern und negativem Konzernergebnis (EBT) resultiert ist. Insgesamt weist die A.S. Création AG einen Rückgang des Jahresüberschusses um 4,1 Mio. € bzw. um 55,3% auf.

Eine Erfolgsspaltung auf Ergebnisebene dient der Abgrenzung des ordentlichen vom unregelmäßigen Jahresergebnis.9 Da die Information für den externen Betrachter über die unregelmäßiger Erträge und Aufwendungen nicht verfügbar ist, ist die Analyse dieser Positionen schwer zu interpretieren. In dem Fall der A.S. Création AG kommt zur Analyse nur die Position der unregelmäßigen sonstigen betrieblichen Erträge an, die bis zum Jahr 2015 ziemlich kleine Beträge aufweist. Jedoch zeigt das Unternehmen im Jahr 2015 ein rasantes Wachstum von 2,1 Mio. € im Vergleich zum Jahr 2014, was logischerweise das Konzernumsatz grundsätzlich beeinflusst. Dieser einmalige Ertrag kommt aus den schon erwähnten Kartellverfahren in Frankreich, an deren die A.S. Création AG seit Ende 2008 beteiligt hat.10

Für die Analyse der tatsächlichen Ertragslage wurde eine Jahresergebnisbereinigung über den gesamten Betrachtungszeitraum durchgeführt.11 Als erstes wurde das Jahresergebnis nach Steuern um die erfolgsneutralen Veränderungen im Eigenkapital bereinigt. Im Wesentlichen haben die folgenden Positionen darauf beeinflusst: Währungsumrechnungsdifferenzen von At-Equity bilanzierten Finanzanlagen, Währungsumrechnungsdifferenzen von vollkonsolidierten Beteiligungen und Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus Pensionsverpflichtungen. Marktveränderung von Zinssicherungsgeschäften und latente Steuern auf direkt im Eigenkapital erfasste Veränderungen haben nur geringen Einfluss auf das Gesamtergebnis. Weiter wurde es um quantifiziert ausgewiesene stille Reserven und Lasten bzw. geschätzte stille Reserven und Lasten12 bereinigt, was das bereinigte Jahresergebnis I bzw. II ergab.

Das Jahresergebnisses I bleibt gleich wie das Gesamtergebnis, weil die Entwicklungsaufwendungen durch die nicht erfüllte Kriterien des IAS 38 nicht aktiviert wurde.13 Von daher wurde es auch keine latente Steuern aus Ergebnisbereinigung auf diese Position ermittelt.

Das Jahresergebnis II ergibt sich aus der Ergebniswirkung durch Aktivierung des Geschäfts- und Firmenwertes und Abschreibung mit Nutzungsdauer über 10 Jahre, aus der Veränderung stiller Reserven/Lasten in sonstigen Rückstellungen sowie aus der Ermittlung entsprechender latenter Steuern. Hier wurde der Steuersatz von 31,06% gewählt, da dieser im Betrachtungszeitraum von der A.S. Création AG durchschnittlich erhoben wurde. Bei der Verrechnung der Soll-Rückstellungen wurde 2,5% von der Gesamtleistung genommen, weil der zukünftige Umsatz aufgrund der politischen Spannungen in den osteuropäischen Ländern zurückgeht, obwohl es kein großes Branchenrisiko in der Tapeten und Stoffbranche entsteht.14 Bei der Betrachtung der Veränderung stiller Reserven/Lasten in sonstigen Rückstellungen konnte ein Aufbau der stillen Lasten im Zeitverlauf festgestellt werden, was zu einer Erhöhung des Eigenkapitals und anderseits zur Verminderung des Gewinns führt.

In der Abbildung 1 ist das bereinigte Jahresergebnis dargestellt. Es konnte die drastischen Abweichungen im bereinigten Jahresergebnis vom im GuV ausgewiesenen Ergebnis festgestellt werden. Das tatsächliche Jahresergebnis ist in allen vier Perioden viel höher als ausgewiesenes Jahresergebnis. So beträgt es im Jahr 2015 8,1 Mio. € statt 3,3 Mio. €, was einer Unterschied von 4,8 Mio. € entspricht. Es scheint so aus, dass der Konzern seinen Gewinn gezielt vermindert hat, um weniger Steuer zu zahlen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Jahresergebnisbereinigung

Zum Abschluss der Analyse der Ertragslage werden wichtige Rentabilitätskennzahlen erhoben und interpretiert.15 Um die Ertragskraft der A.S. Création AG beurteilen zu können, wurde die Eigenkapitalrentabilität errechnet. Diese Kennzahl war ziemlich hoch im Jahr 2012 (7,8%) und machte somit das Unternehmen attraktiv für Investoren. Aber seit Jahr 2013 wurde einen Rückgang gestellt, sodass die Eigenkapitalrentabilität erstmal auf 1,4% gesunken ist, aber im Jahr 2014 schon -10,8% betrugen hat. Dieser dramatische Rücklauf konnte durch die schwierigen wirtschaftspolitischen Situationen in den Jahren 2013-14 begründen werden, die auf dem Betriebs- und Finanzergebnis negativ beeinflusst haben und einen Jahresfehlbetrag erbracht haben. Die Gesamtkapitalrentabilität ist aussagefähiger als die Eigenkapitalrentabilität, weil sie noch Fremdkapital sowie investierten Kapitals umfasst. Diese Kennzahl weist die gleichen Schwankungen wie die Eigenkapitalrentabilität auf, beträgt aber niedriger Zahlen, was bedeutet, dass das Kapital der A.S. Création AG nicht effizient eingesetzt ist. So z.B. weist sie im Jahr 2014 -5,6% und im Jahr 2015 knapp 3% auf. Die Umsatzrentabilität sinkt im Zeitverlauf genauso wie o.g. Kennzahlen und beträgt im Jahr 2013 nun 0,7% und im Jahr 2014 sogar -4,9%, was auf sinkende Produktivität des Konzerns und damit auf steigende Kosten hinweist. Im Jahr 2015 betrug diese Kennzahl nur noch 1,9%.

Die Jahresergebnisbereinigung hat erheblich auf die Rentabilitätskennzahlen beeinflusst. Alle bereinigten Kennzahlen fallen höher als vor der Bereinigung aus, jedoch zeigen sie die gleichen Schwankungen und weisen im Berichtszeitraum eine negative Entwicklung auf. So fällt die bereinigte Eigenkapitalrentabilität von 8,7% im Jahr 2012 auf 8,6% im Jahr 2015 und die bereinigte Gesamtkapitalrentabilität von 7,5% auf 6,3%. Nur die bereinigte Umsatzrentabilität zeigt einen geringen Wachstum von 4,1% im Jahr 2012 auf 4,8% im Jahr 2015, was als positiver Trend der zunehmenden Produktivität im Konzern gesehen werden kann. Hier wirkt sich vor allem die Verbesserung des bereinigten Jahresergebnisses im Jahr 2015 auf die Rentabilität aus. Der Return on Investment, der die Rendite der Tätigkeit von A.S. Création AG widerspiegelt, sinkt im Zeitverlauf von 4,5% im Jahr 2012 auf 2,3% im Jahr 2015. Der Return on Total Assets, der die nachhaltige Renditekraft des Konzerns verdeutlicht, weist die negative Entwicklung von 8,9% im Jahr 2012 auf 6,4% im Jahr 2015 auf.

3.Analyse der Vermögens- und Finanzlage

Zum Bilanzstichtag 2015 weist die Bilanzsumme der A.S. Création AG 140,4 Mio. € auf. Davon sind die langfristige (50,2 Mio. €) und die kurzfristige Vermögenswerte (90,2 Mio. €) auf der Aktiva Seite und das Eigenkapital (93,2 Mio. €), die langfristige (23,9 Mio. €) sowie die kurzfristige Verbindlichkeiten (23,3 Mio. €) auf der Passiva Seite.16

In erster Linie kommt zur Betrachtung die Aktiva Seite. Der wesentliche Anteil der Anlagevermögen sind Sachanlagen, die sich im Zeitverlauf von 42,3 Mio. € um 13,1 Mio. € bzw. um 31,1% auf 29,2 Mio. € stark reduziert haben. Die Anlagen in Grundstücke, Bauten und ähnliche Vermögenswerte im Jahr 2015 sind fast die Hälfte der Sachanlagen und weisen 14,6 Mio. € auf, während die Anlagen in technische Anlagen und Maschinen nur 8,7 Mio. € sind. Jedoch noch im Jahr 2012 waren diese beiden Positionen fast gleich und betrugen 18,9 Mio. € bzw. 17,5 Mio. €. Das lässt sich dadurch erklären, dass A.S. Création AG hauptsächlich das Finanzierungsleasing für seine Produktions- und Lagergebäude benutzt hat.17 Die Sachanlageintensität ist hier auch von 26,2% im 2012 auf 20,8% im Jahr 2015 gesunken, was auf einen Investitionsbedarf aufweist.

Als nächste wichtige Anteil des Anlagevermögens sind die Sonstige langfristige Vermögenswerte, die weisen insgesamt eine Verminderung um rund 4,0 Mio. € bzw. 24,6% auf. In dieser Position sollte berücksichtigt werden die große Reduzierung der finanziellen Vermögenswerte um 4,7 Mio. € bzw. um 35,7%, die aus der Beteiligung der A.S. Création AG an das Gesellschaftsdarlehen an OOO A.S. & Palitra resultiert, und das deutliche Wachstum in der Sonstige langfristige Vermögenswerte um 2,7 Mio. € bzw. um 286,4%, das von einer Bonusgutschriften von Lieferanten sowie von Umsatzsteuer-Erstattungsansprüche resultiert. Andere Positionen machen nur geringfügige Anteile des Anlagevermögens aus.

Insgesamt weisen die Anlagevermögen der A.S. Création AG im Betrachtungsraum die starke Verminderung der Beträge aus nämlich von 68,7 Mio. € um 18,7 Mio. € bzw. um 27,3% auf 50,2 Mio. €. Die Anlageintensität ist auch von 42,5% auf 35,8% kontinuierlich gesunken, was dem gesunkenen Anlage- und Gesamtvermögen entspricht.

Der wesentlichen Anteil des Umlaufvermögens sind die Vorräte, die maßgeblich aus den Beträgen der Fertigerzeugnisse und Waren bestehen. Da das Jahr 2012 für die A.S. Création AG sehr erfolgreich war, wurde es für nächstes Jahr mehr produziert, sodass der Betrag für fertige Ware sich um rund 2,0 Mio. € erhöht hat und betrug somit im Jahr 2013 43,3 Mio. €. Wegen der Rückläufigen Umsätze des Jahres 2014 und entstehende Auswirkungen der Ukraine-Krise wurde der Lagerbestand langsam abgebaut bzw. wurde es nicht mehr viel produziert, sodass der Betrag der Fertigerzeugnisse und Waren zum Jahr 2015 auf 35,3 Mio. € gesunken ist. Der Betrag der Vorräte hat sich entsprechend verändert und wurde insgesamt um 6,7 Mio. € bzw. 14,7% reduziert. Die Vorräteintensität weist die gleichen Schwankungen auf.

Neben den Vorräten spielen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (abzüglich Wertberichtigung für zweifelhafte Forderungen) die große Rolle in der Umlaufvermögen der A.S. Création AG. Die Beträge in dieser Position weisen nur leichte Schwankungen im Zeitverlauf auf, jedoch stellen sie eine rasante Verminderung von 34,7 Mio. € im Jahr 2014 um 6,5 Mio. € auf 28,2 Mio. € im Jahr 2015 dar. Trotz der negativen Auswirkungen von Ukraine-Krise in Osteuropa, die die Kunden des Unternehmens zu finanziellen Problemen gebracht haben, steht die A.S. Création AG noch in der Lage die Außenstandsdauer der Forderungen noch weiter zu halten bzw. auf 68 Tage weiter zu erhöhen. Die Kennzahl Forderungsintensität bleibt doch im Zeitverlauf ziemlich niedrig, was für ein gutes Forderungsmanagement bzw. für eine Rechnungsstellung des Unternehmens spricht.

Die Beträge der sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte haben sich im Vergleich zum Jahr 2015 von verdoppelt. Die bestehen hauptsächlich von kurzfristigen Finanzanlagen sowie Bonusgutschriften von Lieferanten und Umsatzsteuer-Erstattungsansprüche. Der Betrag im Berichtszeitraum hat sich insgesamt um 8,5 Mio. € bzw. 146,8% erhöht.

Die liquiden Mitteln der A.S. Création AG wiesen im Zeitverlauf keine große Schwankungen auf. Der Betrag im Jahr 2015 ist fast gleich wie den Betrag im 2012, beträgt 6,9 Mio. €, zeigt aber eine negative Entwicklung von 0,2 Mio. € bzw. 3,8%.

Ein enormes Wachstum findet man in der Posten Steuererstattungsansprüche. Der Betrag ist von 0,4 Mio. € um 1,6 Mio. € bzw. um 432,4% auf 1,9 Mio. € gestiegen.

Das bilanzielle Umlaufvermögen weist insgesamt die entsprechenden Schwankungen auf. Der Betrag hat sich im Jahr 2013 um 2,0 Mio. € verbessert, ist aber weiter wieder gesunken und betrug im Jahr 2015 90,2 Mio. €. Die gesamte Verminderung des Umlaufvermögens weist somit 2,9 Mio. € bzw. 3,1% auf. Die Liquidität bzw. Zahlungsfähigkeit steigt aber kontinuierlich auf, was bedeuten kann, dass das Unternehmen noch in der Lage ist, jederzeit seine fälligen Verpflichtungen (offene Rechnungen, Gehälter und Mieten) begleichen zu können. Die Umschlagshäufigkeit des Gesamtvermögens konnte bis zum Jahr 2014 ein Wachstum nachweisen, ist aber zum Jahr 2015 ganz leicht auf 1,2 % gesunken, was lässt sich ausschließen, dass die A.S. Création AG im letzten Jahr weniger Kapital effizient eingesetzt hat.

Bei Betrachtung der Passiva Seite kommt in erster Linie das Eigenkapital an. Das Eigenkapital nach der deutlichen Reduzierung um 6,6 Mio. € wegen des angefallenen Verlustes im Jahr 2014 hat sich im Jahr 2015 wieder erhöht und betrug somit 93,2 Mio. € bzw. 66,4%. Die erste größte Position ist die Gewinnrücklage, die sich um 21,4 Mio. € bzw. um 35,9% erhöht hat. Die zweite Position ist der Gewinnvortrag, der sich um 26,3 Mio. € bzw. um 290,4% reduziert hat. Die Ausgleichsposten aus Währungsumrechnung haben sich drastisch um 7,2 Mio. € bzw. 60300,0% erhöht und betrugen im Jahr 2015 rund 7,3 Mio. € während sie im Jahr 2012 noch nur 12.000 € waren. Das Wachstum lässt sich durch die dramatische Veränderungen des Wechselkurses seit Jahr 2014 erklären. Die Position Kapitalrücklage ist im Zeitverlauf gleich geblieben und betrug 13,8 Mio. €.

Das verbesserte Ergebnis im Jahr 2015 führte auch zur Verbesserung der Eigenkapitalquote, die sich von 59,5% im Jahr 2014 auf 66,4% im Jahr 2015 erhöht hat und war somit noch höher als im Jahr 2012 (58,6%). Die Eigenkapitalausstattung kann somit zunächst als solide erachtet werden, sie ermöglicht dem Konzern das Anlagevermögen mit dem Eigenkapital problemlos zu finanzieren. Dafür spricht auch die hohe Anzahl der Eigenkapitaldeckung, die bis zum Jahr 2015 auf 185,6% gestiegen ist. Die Verbesserung der Eigenkapitalquote wurde im Betrachtungszeitraum durch die Verminderung der Bilanzsumme erreicht, die sich von 161,8 Mio. € um 21,3 Mio. € bzw. 13,2% auf 140,4 Mio. € reduziert hat.

Um die Eigenkapitalausstattung noch tiefer analysieren zu können, wurde eine Bereinigung des Eigenkapitals vorgenommen.18 Erstmal wurde das bilanzielles Eigenkapital um das kumulierte Other Comprehensive Income (OCI) bereinigt. Weiter erfolgte die Korrektur bzw. Bereinigung des Eigenkapitals durch die Addierung der Vermögenswirkung der Aktivierung des Geschäfts- oder Firmenwerts unter Annahme einer Nutzungsdauer von 10 Jahren, die Abschreibung der stillen Reserven/ Lasten in sonstigen Rückstellungen und wieder die Addierung der Latenten Steuern aus Eigenkapitalbereinigung. Die Abbildung 2 zeigt das derartig bereinigte Eigenkapital über den Zeitverlauf im Verhältnis zum ausgewiesenen Eigenkapital. Die bereinigte Eigenkapitalquote wächst im Betrachtungszeitraum kontinuierlich von 57,1% auf 67,1% und ist somit sogar höher als die bilanzielle Eigenkapitalquote. Dabei kann davon ausgegangen werden, dass die A.S. Création AG in der Lage ist, bei Bedarf entsprechend Zugang zu günstigen Krediten zu bekommen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Eigenkapitalbereinigung

Das bilanzielle Fremdkapital setzt sich aus den langfristigen Schulden mit der Restlaufzeit über 5 Jahren, den mittelfristigen Schulden mit der Restlaufzeit von 1 Jahr bis 5 Jahren und den kurzfristigen Schulden mit der Restlaufzeit unter einem Jahr zusammen.19

Die bilanzielle langfristigen Schulden setzten sich hauptsächlich aus den Anleihen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, aus den sonstigen Verbindlichkeiten und Pensionsrückstellungen. Nur einmal im Jahr 2013 wurde der Betrag von 2,0 Mio. € in der weiteren langfristigen Rückstellungen aufgewiesen, den A.S. Création AG aufgrund der Unsicherheit im Kartellverfahren in Deutschland aus Vorsichtsgründen gebildet hat.20 Die größte Auswirkung auf die langfristigen Schulden macht die Pensionsrückstellungen aus. Weiter sind die Anleihen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und sonstige Verbindlichkeiten zu nennen, die sich im Betrachtungszeitraum deutlich reduzieren. Die mittelfristigen Schulden setzten sich aus den Anleihen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und aus der Rückstellungen für latente Steuern. Die beiden Positionen sind auch im Zeitlauf kontinuierlich gesunken. Insgesamt bilden die lang- und mittelfristigen Schulden das langfristige Fremdkapital, das sich im Betrachtungszeitraum von 40,1 Mio. € im Jahr 2012 um 16,2 Mio. € bzw. um 40,3% auf 23,9 Mio. € reduziert hat. Der prozentuale Anteil am gesamten Fremdkapital betrug im Jahr 2015 50,7%, am Gesamtkapital 17,1%.

Das bilanzielle kurzfristige Fremdkapital setzt sich aus drei Positionen: Anleihen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, kurzfristige Verbindlichkeiten und Steuerverbindlichkeiten. Die größte Auswirkung machen die kurzfristigen Verbindlichkeiten, die aus der Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistungen und aus der sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten bestehen.21 Die Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistungen haben sich von 7,4 Mio. € im Jahr 2012 auf 6,1 Mio. € im Jahr 2015 reduziert, jedoch wurde einen Anstieg auf 9,0 Mio. € im Jahr 2013 ausgewiesen. Die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten zeigen im Zeitverlauf auch einen Rückgang von 12,7 Mio. € auf 10,6 Mio. €, obwohl sie im Jahr 2014 15,5 Mio. € betrugen. Der Grund für einen enormen Anstieg war die Bußgeldzahlung in Höhe von 4,9 Mio. € an die französische Kartellbehörde.22 Die nächste Position mit der verzinslichen Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten hat sich um 1,5 Mio. € bzw. um 33,1% erhöht, wobei das größte Wachstum im Jahr 2013 war und betrug 7,2 Mio. €.

Für die Analyse der Vermögens- und Kapitalstruktur wurden die Deckungsverhältnisse verrechnet.23 Als erstes kommen die langfristigen Deckungsverhältnisse in Betrachtung. Die Eigenkapitaldeckung weist eine positive Entwicklung von 138,1% im Jahr 2012 auf 185,6% im Jahr 2015 auf. Die Langfristdeckung I bzw. die Langfristdeckung II fallen ebenso wie die Eigenkapitaldeckung im Zeitverlauf und betrugen im Jahr 2015 209,8% bzw. 219,2%. Alle diese Werte können positiv bewertet werden und zeigen somit die finanzielle Stabilität der A.S. Création AG. Die sogenannte „goldene“ Finanzregel ist damit mehr als erfüllt.

Bei Betrachtung der kurzfristigen Deckungsverhältnisse sind die Liquiditätskoeffizienten verrechnet. Der Liquiditätskoeffizient I sinkt von 26,7% im Jahr 2012 auf 21,8% im Jahr 2014, jedoch weist noch ein Wachstum im Jahr 2015 auf und beträgt 29,7%. Obwohl hier eine positive Entwicklung aufgewiesen ist, sind diese Zahlen nicht genug groß und weisen somit auf die potenzielle finanzielle Schwäche des Konzerns hin. Das bedeutet, dass A.S. Création AG die Schwierigkeiten haben könnte, seine Schulden und anderen Verbindlichkeiten zurückzuzahlen. Der Liquiditätskoeffizient II zeigt insgesamt eine positive Entwicklung von 154,5% im Jahr 2012 auf 192,1% im Jahr 2015, wurde aber einmal im Jahr 2013 gesunken und betrug 145,5%. Diese Schwankungen sind im Verhältnis mit den Beträgen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erklärbar, die sich im Jahr 2013 erstmal auf 34,7 Mio. € erhöht haben, aber bis zum Jahr 2015 auf 28,2 Mio. € deutlich gesunken sind. Insgesamt werden diese Zahlen als positiv bewertet und bedeuten damit, dass keine Ausfallrisiken für A.S. Création AG bestehen. Der Liquiditätskoeffizient III weist insgesamt auch eine positive Entwicklung von 347,4% im Jahr 2012 auf 387,6% im Jahr 2015 auf, aber liegt deutlich über den Zielwert von 120%, was auf eine Überlagerung hinweisen kann, der das Kapital bindet.

Das Working Capital beträgt im Jahr 2015 66,9 Mio. €, was im Verhältnis zur Bilanzsumme 47,7% entspricht. Diese Kennzahl weist das kontinuierliche Wachstum auf und ist somit hoch einzuschätzen, was der gesicherten Liquidität sowie der guten Beweglichkeit des Konzerns entspricht. Einen kontinuierlichen Rückgang im Betrachtungszeitraum bis zum Jahr 2015 weisen die folgende Kennzahlen auf: der Anteil der Finanzverbindlichkeiten (11,5%) sowie der Verschuldungsgrad bzw. Gearing (17,4%) als auch der Verschuldungsgrad nach Bereinigung des Eigenkapitals (17,2%). Alle diese Kennzahlen können als positiv bewertet werden. Insgesamt besitzt die A.S. Création AG eine gesunde Kapitalstruktur.

Die Kapitalflussrechnung weist im Zeitverlauf die positive Beträge für den Cash-Flow auf, die bis zum Jahr 2014 gesunken sind, zeigen aber einen Anstieg im Jahr 2015 auf 13,4 Mio. €, was im Vergleich zum Vorjahr einer Veränderung um 7,3 Mio. € entspricht.24 Der Cash-Flow aus betrieblicher Tätigkeit weist hingegen einen Anstieg auf 14,2 Mio. € im Jahr 2014 und auf 17,4 Mio. im Jahr 2015. Die beide Positionen sind jedoch insgesamt um 6,4 Mio. € bzw. um 5,9 Mio. € gesunken. Es gibt auch in allen vier Perioden einen negativen Cashflow aus Investitionstätigkeit, der sich bis zum Jahr 2015 mehr als doppelt reduziert hat und betrug im Jahr 2015 5,3 Mio. €. Die größten Einfluss auf diese Position machen die Beträge der Auszahlungen von gewährten Krediten und Anleihen von 7,0 Mio. € im Jahr 2012 und von rund 3,0 Mio. € im Jahr 2013, da es um einen Gesellschafterdarlehen von A.S. Création AG an Gemeinschaftsunternehmen OOO A.S. & Palitra handelt.25 Weiter wirken die Auszahlungen von kurzfristigen Finanzanlagen bzw. von den Festgeldanlagen mit einer Restlaufzeit von mehr als drei Monaten auf die Cashflow aus Investitionstätigkeit aus, die im Jahr 2014 3,1 Mio. € und im Jahr 2015 6,5 Mio. € betrugen. Im Jahr 2012 wurde einmal der Betrag in Höhe von 0,9 Mio. € von At-Equity bilanzierten Finanzanlagen ausgewiesen, die auch einen Auswirkung auf den Cashflow aus Investitionstätigkeit hatte. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ist durchgängig negativ. Darauf wirken die ausgezahlte Dividenden (vom Jahr 2012 bis zum Jahr 2014) und eine Aufnahme sowie eine Tilgung der verzinslichen Finanzverbindlichkeiten.

Bei Betrachtung einiger Kennzahlen zu Kapitalverfügbarkeits- und Kapitalrückflusszeiten wird ersichtlich, dass im vergangenen Jahr sowohl die Fremdkapitaltilgungszeit (von 10,2 Jahren im Jahr 2014 auf 4,3 Jahre im Jahr 2015) als auch die Tilgungszeit für Kurzfristschulden (von 4,5 Jahren im Jahr 2014 auf 2,1 Jahre im Jahr 2015) gesunken sind.26 Die Werte der Tilgungszeit für Finanzverbindlichkeiten sowie der Tilgungszeit für Kurzfristschulden haben sich auch vom Jahr 2014 reduziert und betrugen im Jahr 2015 1,5 bzw. 0,9 Jahren.

[...]


1 Vgl. Anhang A: Gewinn- und Verlustrechnung nach Ergebnisschichten

2 Vgl. Geschäftsbericht 2015 A.S. Création Tapeten AG, S.41

3 Vgl. Anhang B: Umsatzerlöse nach Segmenten

4 Vgl. Anhang A: Gewinn- und Verlustrechnung nach Ergebnisschichten

5 Vgl. Anhang C: Aufwandsquoten

6 Vgl. Geschäftsbericht 2015 A.S. Création Tapeten AG, S.125

7 Vgl. Geschäftsbericht 2015 A.S. Création Tapeten AG, S.45

8 Vgl. Geschäftsbericht 2015 A.S. Création Tapeten AG, S.125

9 Vgl. Anhang D: Erfolgsspaltung

10 Vgl. Geschäftsbericht 2015 A.S. Création Tapeten AG, S.45

11 Vgl. Anhang E: Jahresergebnisbereinigung

12 Vgl. Anhang F: Stille Reserven und Lasten in den sonstigen Rückstellungen

13 Vgl. Geschäftsbericht 2015 A.S. Création Tapeten AG, S.36, S. 104

14 Vgl. Anhang F: Stille Reserven und Lasten in den sonstigen Rückstellungen

15 Vgl. Anhang F: Rentabilitätskennzahlen

16 Vgl. Anhang H: Veränderungsbilanz

17 Vgl. Geschäftsbericht 2015 A.S. Création Tapeten AG, S.108

18 Vgl. Anhang I: Eigenkapitalbereinigung

19 Vgl. Anhang J: Fremdkapital

20 Vgl. Geschäftsbericht 2013 A.S. Création Tapeten AG, Seite 110

21 Vgl. Anhang H: Veränderungsbilanz

22 Vgl. Geschäftsbericht 2014 A.S. Création Tapeten AG, Seite 113

23 Vgl. Anhang K: Bilanzkennzahlen

24 Vgl. Anhang L: Kapitalflussrechnung

25 Vgl. Geschäftsbericht 2013 A.S. Création Tapeten AG, S. 99

26 Vgl. Anhang K: Bilanzkennzahlen

Ende der Leseprobe aus 37 Seiten

Details

Titel
Unternehmensanalyse zur A.S. Création Tapeten AG. Ertragslage, Vermögens- und Finanzlage
Hochschule
Hochschule Bremen
Note
2,2
Autor
Jahr
2016
Seiten
37
Katalognummer
V470552
ISBN (eBook)
9783668950788
ISBN (Buch)
9783668950795
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unternehmensanalyse, Unternehmensprofil, Ertragslage, Vermögens- und Finanzlage, Prognose, Jahresergebnisbereinigung, Eigenkapitalbereinigung, Betriebsergebnis
Arbeit zitieren
Irina Tveretinova (Autor), 2016, Unternehmensanalyse zur A.S. Création Tapeten AG. Ertragslage, Vermögens- und Finanzlage, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/470552

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