WebQuest zum Thema "Canada - Touring the Great White North"

Medieneinsatz im Englischunterricht


Seminararbeit, 2011
19 Seiten, Note: 2

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Moderne Medien im Englischunterricht

2. WebQuest „Canada – Touring the Great White North“
2.1. Skizze und Ablauf des WebQuests
2.2. Bedeutung des Themas im Englischunterricht
2.3. Bezug zum Lehrplan
2.4. Sachliche Analyse
2.5. Methodisch-Didaktische Analyse
2.6. Bewertung

3. Ausarbeitung der Einstiegsstunde zum WebQuest
3.1. Sachliche Analyse
3.2. Methodisch-Didaktische Analyse
3.3. Stundenmatrix

4. Bibliographie

5. Anhang

1. Moderne Medien im Englischunterricht

Menschen erlangen „etwa 80% ihres Wissens durch Sehen, 10% durch Hören, 4% durch Riechen und 2% durch Tasten und Schmecken“ (Kohn 27). Von diesem Wissen behält der Mensch aber nur 20% von dem was er sieht und 30% von dem was er hört – von dem was aber gleichzeitig aktiv tun, sehen und hören kann behält er dagegen 80% (vgl. Kohn 27). Diese Zahlen sind für die Arbeit mit modernen Medien im Englischunterricht besonders wichtig. So gibt gerade die Arbeit mit dem Computer bzw. mit dem Internet dem Lehrer die Möglichkeit den Schüler aktiv in den Lernprozess mit einzubinden. Wie das Zitat von Kohn zeigt, ist genau dieses eigene Tun besonders wichtig um das Gelernte langfristig behalten zu können.

Seit Beginn der öffentlichen Nutzung des Internets in den 90er Jahren wurde stets versucht dieses Medium auch in den Schulunterricht einzubinden. Den Einstieg hat zunächst der Informatikunterricht gemacht um den Schülern die Technik des Computers näher zu bringen. Allerdings folgte danach nicht mehr viel um den Schülern den Umgang mit dem Internet näher zu bringen. Bis zur Einführung der Bildungsstandards in den Bundesländern auch die Schulung der Medienkompetenz, die eine Computer- bzw. Internetkompetenz beinhaltet, ein Ziel des Unterrichts sein soll. Dies passt zu der aktuellen Entwicklung der Verbreitung von Active Boards was einen vermehrten Gebrauch des Internets im Schulalltag zu erwarten lässt. Natürlich müssen dafür die Lehrer noch an diesen Geräten geschult werden, denn ansonsten kann eine solche Innovation schnell kontraproduktiv werden.

Außerdem findet das Internet seinen Weg in den Schulunterricht auch durch die immer jünger werdenden Lehrerschaft, die ebenso wie ihre Schüler, mit diesem Medium aufgewachsen sind, was sie von der älteren Lehrergeneration unterscheidet. Bei diesen Junglehrern findet man eher die Bereitschaft auch neue Medien in den Unterricht einfließen zu lassen. Außerdem wurden diese meist besser an diesen neuen Geräten, wie dem Active Board, geschult und benutzen diese intuitiver, während ihre älteren Kollegen hierbei im Nachteil sind.

Eine besondere Art das Internet in den Schulalltag bzw. in das alltägliche Lernen einzubinden ist die Nutzung von WebQuests. Dieser Begriff geht auf Bernie Dodge zurück, der folgende Definition lieferte:

Ein WebQuest ist eine entdeckungsorientierte Aktivität, bei welcher die meisten oder alle Informationen, die von den Lernenden benützt werden, aus dem Web stammen. WebQuests werden geplant, um die Zeit der Lernenden gut zu nutzen, den Akzent auf die Nutzung der Information und nicht auf die Suche nach ihnen zu legen, und um das Denken der Lernenden auf den Ebenen der Analyse, der Synthese und der Evaluation zu unterstützen (Dodge 1995 zitiert bei Moser 175).

Im Allgemeinen jedoch „tragen Medien [insbesondere moderne Medien wie das Internet] bei zur Veranschaulichung, Aktivierung, Rhythmisierung und Motivation“ (Gehring 9).

2. WebQuest „Canada – Touring the Great White North“

Bei dem von mir erarbeiteten WebQuest handelt es sich um eine auf dem Internet basierende Gruppenarbeit zum Thema Kanada. Dieser eignet sich insbesondere für die Jahrgangstufen 9 oder 10 der bayerischen Realschule. Die Schüler sollen sich am Ende detailliertes Wissen über Land und Leute Kanadas selbst angeeignet haben. Hierfür erhalten sie Anweisung über einen WebQuest im Internet.

2.1. Skizze und Ablauf des WebQuests

Zunächst teilen sich die Schüler selbstständig in vier etwa gleichgroße Gruppen ein. Jede dieser Gruppen wird durch eine Stadt in Kanada symbolisiert und mit einem bestimmten Kernthema assoziiert. So wird mit Montreal die Geschichte, Toronto mit Sport bzw. Eishockey, Iqualuit mit den Ureinwohnern und mit Vancouver die Großstadtproblematik und anderes Wissenswerte verbunden. Durch diese Einteilung empfiehlt es sich für die Schüler wenn möglich nach ihren eigenen Interessen zu wählen. Dies fördert die Motivation bei der Bearbeitung der Aufgaben. Wenn notwendig muss aber der Lehrer dennoch bei der Gruppenbildung eingreifen um eventuellen Außenseitern eine Chance zu geben. Auch muss eingegriffen werden, wenn Gruppen zu groß geraten sollten. Es würde sich dann an dieser Stelle anbieten ein Losverfahren durchzuführen.

Im nächsten Schritt bearbeiten die Schüler die gegebenen Aufgaben in den gewählten Gruppen. Teilweise geschieht dies selbstständig, in Partner- oder Gruppenarbeit. Hierbei werden unterschiedliche Medien verwendet. So arbeitet jede Gruppe mit einem Video, einem Zeitungsbericht und erstellt selbst ein Schriftstück. Außerdem erhält jede Gruppe noch eine individuelle Aufgabe. So besucht die Gruppe „Toronto“ etwa gemeinsam ein Eishockeyspiel und soll hierfür einen Sketch bzw. eine kurze Spielszene erstellen, in der sie hockey- spezifisches Vokabular benutzen. Die anderen Aufgabe dieser Gruppe arbeiten mit folgenden Materialien: einem Video zu Kanadas Gewinn der Goldmedaille bei den Olympischen Spielen, einem Zeitungsbericht zu Wayne Gretzky und das Schreiben eines Berichtes für die Schülerzeitung über einen erfolgreichen kanadischen Eishockey Spieler. Je nach Stärke der Klasse kann man für diesen Zeitraum drei bis fünf Unterrichtsstunden in Anspruch nehmen. Die bearbeiteten Aufgaben werden in einer Art Portfolio gesammelt und am Ende von der Lehrkraft ausgewertet.

Im Anschluss an die Bearbeitung der Aufgaben erfolgt die Vorbereitung der Präsentationen. Die Schüler können hierbei selbst Akzente setzen, was sie in ihrem Bereich für besonders wichtig oder wissenswert erachten. Hierfür müssen die Schüler die Ergebnisse ihrer Aufgaben zusammenhängend präsentieren können. Die Vorbereitung für die Darstellungen sollte zwei Unterrichtsstunden nicht überschreiten.

Den Abschluss der Einheit bilden die Präsentationen der Schüler. Dafür müssten eine bis zwei Unterrichtsstunden veranschlagt werden. Für die Präsentationen ist es wichtig, dass die Schüler die nötigen Kenntnisse im präsentieren haben – dies sollte aber in der 9. oder 10. Klasse bereits der Fall sein.

Wenn dies der erste WebQuest einer Klasse war, kann man nach den Präsentationen noch einmal eine Reflexion der Unterrichtsarbeit stattfinden lassen. Schüler können Kritik äußern und eigene Ideen mit einbringen. Dies gibt auch dem Lehrer eine Vorstellung darüber, ob die Schüler gerne mit dem WebQuest gearbeitet haben und ob er dies zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal durchführen könnte. Den Schülern wiederum gibt es das Gefühl ernst genommen zu werden und Einfluss zu haben, was sich wiederum in einer höheren Motivation für die spätere Arbeit zeigt.

2.2. Bedeutung des Themas im Englischunterricht

Kanada ist das größte englischsprachige Land der Welt. Dadurch wäre zu erwarten, dass es auch einen größeren Stellenwert im Englischunterricht einnimmt, als andere englischsprachige Länder. Jedoch ist dies nicht der Fall, denn dort sind Großbritannien und die USA die Orte, an denen sich zumeist die Handlung abspielt. Das liegt daran, dass sie Schüler zu diesen beiden Ländern mehr Berührungspunkte haben. Großbritannien hat diese durch eine prominente Stellung in Europa, während die USA den meisten Schülern durch Film und Fernsehen bekannt ist. Dies führt dazu, dass den Lernenden dann auch das Lernen am Beispiel dieser Länder leichter fällt. Jedoch sollten ebenso die anderen großen Länder, in denen Englisch die Landessprache ist, nicht vernachlässigt werden. Zu diesen Ländern zählen, neben Kanada, auch Australien, Neuseeland, Irland, Indien und viele karibische und afrikanische Staaten. Mit diesen Gebieten kann man eine kurze Abwechslung zu den künstlichen Reisen von England in die USA nehmen, da meist nur kurz (meist ein unit) in den angesprochenen Ländern verweilt wird. Lange Zeit wurden sie in den Lehrbüchern vernachlässigt, aber inzwischen finden auch diese Länder Einzug in die Lehrmittel.

2.3. Bezug zum Lehrplan

In der Jahrgangsstufe 10 der bayerischen Realschule ist Kanada als ein Schwerpunktthema für dieses Schuljahr angegeben. Als Zeitaufwand werden 14 Stunden genannt (vgl. ISB Jahrgangsstufe 10). Allerdings ist hier zu kritisieren, das Kanada, als größtes englischsprachiges Land, erst so spät den Schülern nähergebracht wird. Laut Lehrplan dient dieses Unterrichtsjahr doch der „Erweiterung und Festigung der kommunikativen Fertigkeiten, vor allem im Hinblick auf die Aufgabentypen der zentralen Abschlussprüfung“ (ISB 10). Durch die gezielte Vorbereitung auf die Abschlussprüfung ist zu erwarten, dass eher weniger Zeit an anderen Dingen, wie etwa Landeskunde Kanada, gearbeitet wird.

Deswegen könnte man den WebQuest auch in den 9. Klassen durchführen. Hier wird der Schwerpunkt auf andere Commonwealthländer (Karibik und Südsee, Indien und Südafrika) gesetzt (vgl. ISB Jahrgangsstufe 9). An dieser Stelle würde sich der WebQuest anbieten um einen Vergleich zu ziehen, wie sich die Länder unterschiedlich oder ähnlich entwickelt haben. Außerdem finden sich viele Überschneidungen in den Bereichen „Kommunikativen Fertigkeiten“, „Interkulturelles Lernen“ und „Lern- und Arbeitstechniken“. Hier sind etwa die Stichworte „aus längeren, auch authentischen Hörtexten […] gezielt Informationen entnehmen und Sprechintentionen erkennen“, „den eigenen Horizont erweitern“ und „weitgehend selbstständig Informationen (auch aus dem Internet) zu beschaffen“ hervorzuheben (vgl. ISB 9). Das alles sind Elemente, die bei der Arbeit mit diesem WebQuest gefordert und gefördert werden.

2.4. Sachliche Analyse

Bei der Sachanalyse „untersucht [man], welche Inhalte im Rahmen einer Unterrichtseinheit bzw. Unterrichtssequenz zusammen dargeboten werden können und welche Schwierigkeiten ein Lerngegenstand erwarten lässt“ (Gehring 15). Bei dem vorliegenden Thema ist die Sachanalyse eher schwierig, da die Grundlagen des WebQuests sehr breit gefächert sich. Im Vordergrund steht im Allgemeinen das landeskundliche Wissen über Kanada. Je nach Gruppe erlangen die Schüler spezielleres Wissen über Geschichte, Sport, Ureinwohner und Umwelt – in einem Teilgebiet, dass sie selbst vorher gewählt haben. Dieses neu erlangte Wissen präsentieren sie dann der Klasse und können hierbei erneut selbst Schwerpunkte setzen. Deswegen ist es schwer zu sagen, was genau die Schüler aus diesem WebQuest an Wissen mitnehmen. Allerdings kann auch genau dieses fehlende Wissen einen Anreiz für den Lehrer sein, da er hier selbst nicht als Experte auf allen Gebieten auftritt, bzw. auch auftreten muss, sondern selbst noch dazu lernen kann.

[...]

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
WebQuest zum Thema "Canada - Touring the Great White North"
Untertitel
Medieneinsatz im Englischunterricht
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg  (Neuphilologisches Institut)
Veranstaltung
Web 2.0 im Fremdsprachenunterricht
Note
2
Autor
Jahr
2011
Seiten
19
Katalognummer
V470559
ISBN (eBook)
9783668953802
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Webquest Medien Web2.0 2.0 Englisch Alternativen
Arbeit zitieren
Jasmin Arnold (Autor), 2011, WebQuest zum Thema "Canada - Touring the Great White North", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/470559

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: WebQuest zum Thema "Canada - Touring the Great White North"


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden