Gesundheitsförderung im Alter. Auswirkungen von Karatetraining auf das Herz-Kreislauf-System älterer Sportler


Masterarbeit, 2014
70 Seiten, Note: 1,85

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen zum Thema
2.1 Theoretischer Hintergrund
2.2 Empirischer Hintergrund
2.3 Hypothesenbildung

3. Methodisches Vorgehen
3.1 Stichprobe
3.2 Testverfahren und Durchführung
3.3 Das Konzept „Fit Fight“

4. Ergebnisse
4.1 Auswertung und Darstellung der Daten
4.2 Diskussion der Daten

5. Zusammenfassung und Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang
Anhangsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabellenverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Verfolgt man das politische Geschehen unserer Zeit, so kann man feststellen, dass im- mer wieder der Begriff des „ demografischen Wandel“ als eine der größten Herausforde- rungen der heutigen Gesellschaft herausgestellt wird .

Der demografische Wandel steht dabei für eine „Alterung der Gesellschaft“, welche durch verschiedene, ineinander spielende Faktoren wie beispielsweise das Sterblich- keitsniveau, die Geburtenrate oder gesellschaftlich-politischen Ereignisse wie Kriege oder Wirtschaftskrisen beeinflusst wird (vgl. Backes & Clemens 2008).

Am besten wird dieser Alterungsprozess durch einen Blick auf die Entwicklung des Al- tersaufbaus unserer Gesellschaft deutlich. Während der Altersaufbau in den Jahren 1900 bis 1910 einer Pyramide ähnelte, bei der der Anteil der Kinder und Jugendlichen bei 44,2% lag und mit steigendem Alter auf einen Anteil von 4,9% bei den über 65- Jährigen abnahm, wird sich dieses Verhältnis in Zukunft fast umkehren. So wird nach aktuellen Prognosen der Anteil der Kinder und Jugendlichen im Jahre 2050 bei ca. 15% liegen, wohingegen der Anteil der über 65-Jährigen auf ca. 33% steigen wird. Grafisch wird der Altersaufbau unserer Gesellschaft dann eher einer Urne oder eines Pilzes äh- neln anstatt einer Pyramide (vgl. Backes & Clemens 2008).

Der demografische Wandel bringt dabei bedeutende Auswirkung für die Gesellschaft mit sich. Hiervon besonders betroffen sind der Arbeitsmarkt, die Produktivitätsentwick- lung oder auch die Frage nach der sozialen und gesundheitlichen Entwicklung der Ge- sellschaft. Eine Folge, die sich schon heute abzeichnet, ist die Anhebung des Rentenein- trittsalters von 65 auf 67 Jahre, um der Überlastung des Rentensystems vorzubeugen (vgl. Backes & Clemens 2008).

Aus dem demografischen Wandel lässt sich nun schlussfolgern, dass Abreitgeber in Zu- kunft verstärkt auf ältere Arbeitskräfte angewiesen sein werden. Wichtig ist es dabei - mit Blick auf die körperlichen Veränderungen während des Alterungsprozesses - auf die gesundheitlichen Bedürfnisse der älteren Arbeitnehmer/innen zu achten und diese ent- sprechend zu fördern (vgl. Backes & Clemens 2008).

Da das Thema „Gesundheitsförderung“ einen weit umfassenden Bereich darstellt, der in seiner Gesamtheit einen zu großen Umfang für eine einzige Forschungsarbeit darstellt, soll in dieser Untersuchung der Fokus vor allem auf der Förderung des Herz-Kreislauf- Systems liegen, welches das wichtigste Versorgungssystem des Körpers darstellt (vgl. Ahonen, Lahtinen, Sandström & Pogliani, 2003). Bei der Recherche nach Sportarten für das Herz-Kreislauf-Training fiel vor allem ein kleiner Artikel auf, der in der „Fachzeit- schrift des Deutschen Karate Verbandes e.V.“ publiziert wurde.

Der Hauptschwerpunkt des Artikels, der an dieser Stelle nur kurz skizziert, in Kapitel 2.2 jedoch detailliert erläutert werden soll, liegt auf dem Kalorienverbrauch beim Kara- tetraining älterer Sportler (Probanden im Alter zwischen 42 und 54 Jahren). Er erfasst aber auch die durchschnittlichen und maximalen Herzfrequenzen während des Trai- nings. Abschließend wird hier das Fazit gezogen: „Karate trainiert Herz und Kreislauf“ (vgl. Schnabel 2012).

Auch aus praktischer Sicht sprechen mehrere Punkte für den Einsatz von Karate in der (betrieblichen) Gesundheitsförderung. Der Platzbedarf fällt beim Karatetraining relativ gering aus, sodass es prinzipiell auch in kleinen Räumlichkeiten durchführbar ist. Des Weiteren braucht man für das Karatetraining kein Zusatzmaterial, da mit dem eigenen Körpergewicht trainiert wird. Einsteiger können sogar in normaler Sportbekleidung trainieren und benötigen nicht zwingend einen Karate-Anzug. Darüber hinaus könnte Karate als „exotische“ Sportart diejenigen zum Sporttreiben animieren, die nur geringes Interesse an den „üblichen“ Gesundheitssportarten, wie beispielsweise Spinning, Aero- bic oder Joggen haben und deshalb nicht an anderen Bewegungsangeboten teilnehmen würden.

All die vorher ausgeführten Punkte zusammenbetrachtet, liegt die Relevanz für das Thema, das sich aus dem demografischen Wandel ergibt und an dieser Stelle unter dem Oberbegriff „ Gesundheitsförderung im Alter “ zusammengefasst werden kann, ganz klar auf der Hand. Folgt man nun der Idee, Karate mit dem Herz-Kreislauf-Training in Ver- bindung zu bringen, so lässt sich die Forschungsfrage noch weiter präzisieren, indem man nach den „ Auswirkungen des Karatetrainings auf das Herz-Kreislauf-System älte- rer Sportler “ fragt. Zur besseren Untersuchbarkeit dieser Fragestellung soll in Koopera- tion mit zwei Unternehmen ein Karatetraining als mehrwöchiger Kurs für sportabstinen-te Mitarbeiter/innen zwischen 40 und 60 Jahren angeboten werden, welche dadurch als Probanden für die Untersuchung bereitstehen. Durch diese Vorgehensweise wird in der Masterarbeit auch ein Gesundheitsförderungsbezug im betrieblichen Setting hergestellt.

Der Aufbau der Arbeit wird dabei in fünf Kapiteln unterteil. Nach der Einleitung, in der die Hintergedanken und die Problematisierung des Themengebietes dargestellt und eine kurze Einführung in die Thematik gegeben wird, soll in Kapitel 2 theoretisches und em- pirisches Hintergrundwissen geschaffen werden, das zur Verständlichkeit der Arbeit beitragen soll. Abgeschlossen wird dieses Kapital dann durch die Ableitung der For- schungsfrage, sowie die Aufstellung der forschungsbezogenen Hypothesen. Das Kapitel 3 beschäftigt sich anschließend mit dem Aufbau und der Durchführung der eigenen For- schung, sowie dem erarbeiteten Konzept des Karateworkshop in den Kooperationsun- ternehmen. Die Ergebnisse der durchgeführten Messungen sollen in Kapitel 4 darge- stellt und anschließend diskutiert werden, bevor daran anschließend im Rückblick auf die Arbeit eine Zusammenfassung und ein Fazit erfolgt.

Zu Erwähnen ist noch, dass im Laufer Arbeit auf geschlechterspezifische Schreibweisen verzichtet wird und nur die männliche Form Anwendung findet. Dies geschieht einzig und allein aufgrund einer daraus resultierenden einfacheren und übersichtlicheren Les- barkeit der Arbeit.

2. Theoretische Grundlagen zum Thema

Zum Einstig in die Thematik dieser Masterarbeit soll in diesem Kapitel ein wissen- schaftlicher Grundstein gelegt werden. Dazu gehört, dass relevante Themenschwer- punkte erarbeitet und zur besseren Verständlichkeit der nachfolgenden Kapitel zusam- mengefasst dargestellt werden. Bei den Grundlagen zum Thema handelt es sich um ei- nen Einblick in die betriebliche Gesundheitsförderung, gefolgt von einem wissenschaft- lichen Diskurs über das Verhältnis von Gesundheit und Krankheit. Danach folgen Er- läuterungen zum Aufbau und zur Funktionsweise des Herz-Kreislauf-Systems bezie- hungsweise zum Training eben diesem. Den Abschluss des Theoretischen Hintergrun- des bildet eine dann wissenschaftliche Darstellung der Sportart Karate, welche an- schließend im Empirischen Hintergrund durch Studien erweitert und vertieft wird. Im Abschluss des Kapitels erfolgt auf der Grundlage der vorhergehenden Ausführungen die Hypothesenbildung, welche als Grundlage für die selbstständig durchgeführte For- schung anzusehen ist.

2.1 Theoretischer Hintergrund

2.1.1 Betriebliche Gesundheitsförderung

Dem System der freien Marktwirtschaft liegt vor allem der Konkurrenzkampf zwischen den Unternehmen zugrunde. Um hierbei nicht ins Hintertreffen zu gelangen, muss jede Firma stets im Sinne der Wettbewerbsfähigkeit versuchen, ihre Mitarbeiter zu motivie- ren und so die Produktionsleistung anzukurbeln. Während dies früher überwiegend durch Zugeständnisse bei der Arbeitszeitgestaltung und Sonderzahlungen geschehen ist, versuchen die Unternehmen heutzutage durch betriebliche Gesundheitsförderprogram- me und einer Verbesserung der Work-Life-Balance nicht nur die Leistungsfähigkeit ih- rer Mitarbeiter zu steigern, sondern auch qualifizierte Fachkräfte an sich zu binden (vgl. Dressel, Missalek & Rühl 2011).

Nach der Definition der „Luxemburger Deklaration“ umfasst die betriebliche Gesund- heitsförderung dabei alle gemeinsamen Maßnahmen von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und der Gesellschaft zur Verbesserung der Gesundheit und des Wohlbefindens am Ar- beitsplatz (vgl. European Network for Workplace Health Promotion 2007).

Das Verhältnis von Gesundheit und Krankheit kann dabei von unterschiedlichen Blick- winkeln aus betrachtet werden. Die Frage danach, „was den Menschen krank macht“ ist der zentrale Ansatzpunkt des „Risikofaktorenmodells“. Hierbei geht man davon aus, dass negative Einflussfaktoren (sog. Stressoren) auf den Menschen einwirken und die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung erhöhen. Solche Faktoren sind beispielsweise schlechte Wohn-, Arbeits- und Sozialverhältnisse, Bewegungsmangel oder eine unaus- gewogene Ernährung, die gegebenenfalls auch kumuliert zu einer Erkrankung führen können. Demzufolge setzen Interventionen gemäß dem „Risikofaktorenmodell“ direkt bei den krankmachenden Faktoren an, mit dem Ziel, diese Faktoren zu minimieren be- ziehungsweise zu beseitigen (vgl. Bürklein 2011).

Revolutioniert wurde das Verhältnis von Gesundheit und Krankheit durch das „Salutogenese-Modell“ des Medizinsoziologen Aaron Antonovsky. Sein Modell führte zu einem Perspektivwechsel, indem nun mehr der Frage nachgegangen wird, was den Menschen gesund hält. Nach Antonovsky sind Gesundheit und Krankheit keine absolu- ten Zustände. Der Mensch bewegt sich eher ständig auf einem Kontinuum zwischen Wohlbefinden und Missbefinden. Auswirkungen auf dieses Gesundheits-Krankheits- Kontinuum haben zum einen die negativen „Stressoren“, welche das Kontinuum in Richtung Missbefinden verschieben und zum andren die „Ressourcen“, die als Wider- standskräfte dafür sorgen, dass der Mensch auf dem Gesundheits-Krankheits- Kontinuum im Bereich „Gesundheit“ bleibt beziehungsweise sich bewegt. Diese Res- sourcen lassen sich unterteilen in körperlich Ressourcen, die vor allem durch die körper- liche Fitness beeinflusst werden, psychische Ressourcen, die als mentale oder psycho- logische Dispositionen gesehen werden können, physikalische oder auch materielle Ressourcen, welche Auskunft über die Versorgung mit Zahlungsmitteln, sowie materi- ellem Eigentum des Individuums geben und die sozialen Ressourcen, die sich vor allem auf die sozialen Kontakte und das soziale Umfeld beziehen (vgl. Bürklein 2011).

Das wichtigste Element in Antonovskys Modell ist der „Kohärenzsinn“, welcher auch als „Sinnhaftigkeit“, „Verstehbarkeit“ oder „Handhabbarkeit“ übersetzt werden kann. Er ist eine mentale Einflussgröße, die sich in der Lebenseinstellung eines Individuums wiederspiegelt. Ein stark ausgeprägter Kohärenzsinn hilft dabei die eigenen Ressourcen besser nutzen zu können und das Gesundheits-Krankheits-Kontinuum positiv zu beein- flussen (vgl. Bürklein 2011).

Das Risikofaktoren-Modell und das Salutogenese-Modell dienen in der Praxis als Grundlage vieler Präventions- und Gesundheitsförderungskonzepte- beziehungsweise – maßnahmen.

Unterschieden wird bei der (betrieblichen) Gesundheitsförderung darüber hinaus zwi- schen zwei verschiedenen Ansätzen. Der erste Ansatz zielt darauf ab, durch verhaltens- orientierte Angebote, wie beispielsweise Information, Instruktion und Motivation das Gesundheitsverhalten der Mitarbeiter zu fördern. Beim zweiten Ansatz hingegen wird versucht, über verhältnisorientierte Maßnahmen die Arbeitsbedingungen an sich gesundheitsförderlicher zu gestalten (vgl. Pfaff & Slesina 2001).

2.1.2 Das Herz-Kreislauf-System

Eines der wichtigsten Systeme, das den menschlichen Körper und Organismus am Le- ben erhält, ist das Herz-Kreislauf-System. Es versorgt das Gewebe und die Muskeln mit notwendigen Stoffen und transportiert die beim Stoffwechsel entstandenen „Abfallpro- dukte“ wieder ab. Ähnlich einer Pumpe bildet es einen geschlossenen Kreislauf, über den es den Körper mit Hilfe des Blutes als Transportmittel versorgt. Die wichtigsten Aufgaben, die dabei durch das Herz-Kreislauf-System übernommen werden, sind der Gasaustausch von Sauerstoff und das durch der Stoffwechselvorgang entstandene Koh- lendioxid, sowie der Austausch von Wasser, Ionen und anderen Stoffwechselabfallpro- dukten. (vgl. Ahonen, Lahtinen, Sandström & Pogliani, 2003)

Das wichtigste Organ im Herz-Kreislauf-System ist das Herz. Es entspricht im Allge- meinen der Größe der Faust des Menschen und wird durch den Brustkorb geschützt. Die genaue Lage ist dabei nicht mittig, sondern zu zwei Dritteln in der linken und zu einem Drittel in der rechten Körperhälfte. Durch seinen hohlen Aufbau mit zwei Herzkammern fungiert es im Kreislauf als Druck- beziehungsweise Ansaugpumpe. Die verschiedenen Pumpvorgänge werden dabei jeweils nur von einer der beiden Herzkammern durchge- führt. Demzufolge muss man sagen, dass das Herz-Kreislauf-System eigentlich aus zwei Kreisläufen besteht. Die rechte Herzkammer „saugt“ das sauerstoffarme Blut aus den verschiedenen Körperregionen an und transportiert es in die Lunge. Sobald das Blut dort wieder mit Sauerstoff angereichert wurde, übernimmt die linke Herzkammer die Aufgabe, es mit Druck wieder in die verschiedenen Organe beziehungsweise die Mus- kulatur zu pumpen. Der Rhythmus dieses Pumpvorgangs vollzieht sich dabei in zwei Takten. Im ersten Takt, der Herzmuskelkontraktion (Systole), pumpt das Herz das Blut durch den Kreislauf, während sich danach im zweiten Takt, der Herzmuskelerschlaffung (Diastole), die Herzkammern wieder mit Blut füllen. Durch die Herzklappen am Ein- und Ausgang der Herzkammer wird ähnlich einem Ventil dafür gesorgt, dass das Blut nur in eine Richtung strömt und nicht wieder zurückfließen kann (vgl. Markworth 2006).

Die Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems hängt von zwei Faktoren ab. Zum einen vom Herzminutenvolumen, welches den Indikator dafür bildet, wie viel Blut in einer Minute durch das Herz-Kreislauf-System transportiert werden kann und zum an- deren von der Verteilung des Bluts im Körper. Jede Art von körperlicher Belastung und sogar die Veränderung der Haltung des Körpers, sind Faktoren, auf die das Herz- Kreislauf-System reagieren muss. (vgl. Ahonen, Lahtinen, Sandström & Pogliani, 2003)

Das Herzminutenvolumen wird dabei durch die Herzfrequenz und das Schlagvolumen des Herzens beeinflusst. Der „Puls“ gibt dabei die Herzfrequenz, also wie häufig sich das Herz in einer Minute zusammenzieht und somit Blut durch den Körper pumpt, an. Der Ruhepuls ist in Abhängigkeit zum Trainingszustand bei jeden Menschen individu- ell, während der Maximalpuls altersabhängig mit zunehmendem Alter sinkt. Das Schlagvolumen, also die Menge an Blut, die durch einen Herzschlag vom Herzen ge- pumpt wird, steht in direktem Zusammenhang mit der Körpergröße, der Körperhaltung und dem Anstrengungsgrad der körperlichen Belastung. Da sich das Herz im Liegen am besten mit Blut füllen kann, ist hierbei das Schlagvolumen am höchsten und gleich- zeitig der Puls am niedrigsten. Wird nun eine stehende Position eingenommen sinkt das Schlagvolumen, während im Gegenzug der Puls zum Ausgleich ansteigt. Somit bleibt das Herzminutenvolumen gleich. Unter Belastung erreicht das Schlagvolumen bei einer Herzfrequenz von ungefähr 110 bis 120 Schlägen pro Minuten sein Maximum. Dies bedeutet, dass die optimale Versorgung des Körpers mit Blut ab diesem Zeitpunkt nur noch über eine weitere Erhöhung der Herzfrequenz sichergestellt werden kann. Durch entsprechendes Training kann das Schlagvolumen des Herzens erhöht werden, was dazu führt, dass die Herzfrequenz unter Belastung nicht so stark ansteigt (vgl. Ahonen, Lahtinen, Sandström & Pogliani, 2003).

Bei der Verteilung des Blutes entsteht unter Belastung ein Engpass, der auf eine Veren- gung der Gefäße zurückzuführen ist. Hierbei reagiert der Körper mit einer Umverteilung des Blutes, bei der sauerstoffreiches Blut aus der Haut, den Nieren und dem Ver- dauungstrakt abgezogen und vermehrt in die arbeitende Muskulatur gepumpt wird. Durch diesen Vorgang soll die Leistungsfähigkeit der Muskeln unter Belastung gewähr- leistet werden. Mit gezieltem Training lässt sich jedoch der Verengung der Gefäße ent- gegenwirken und die Umverteilung des Blutes optimieren (vgl. Ahonen, Lahtinen, Sandström & Pogliani, 2003).

Da das Herz-Kreislauf-System, wie bereits beschrieben, eine überlebenswichtige Funk- tion im menschlichen Organismus übernimmt, ist es interessant, sich einmal die häu- figsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen und die damit verbundene Mortalitätsstatistik an- zuschauen.

Statistiken aus dem Jahr 2006 zeigen, dass die Mortalität infolge einer Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems, mit 36% die häufigste aller Todesursachen in den OECD- Ländern darstellt. Insbesondere sind hier die Krankheitsbilder des Herzinfarkts und des Schlaganfalls herausgestellt, die 2006 ungefähr einem Viertel aller OECD-Todesfälle zugrunde lagen (vgl. OECD 2009).

Ein Herzinfarkt entsteht dabei durch vermehrte Fettablagerungen innerhalb der Herzkranzaterien, was zur Folge hat, dass das Herz nicht mehr mit der ausreichenden Menge an Blut und Sauerstoffversorgt werden kann. 2006 sind 16% der Todesfälle in den OECD-Ländern auf einen Herzinfarkt zurückzuführen. Der Schlaganfall hingegen war in 9% der Todesfälle in den OECD-Ländern die Todesursache. Er entsteht durch eine Unterversorgung des Gehirns mit Blut. Obwohl der Schlaganfall statistisch be- trachtet seltener zum Tod führt, ist diese Erkrankung problematischer, da sie beim Über- leben meist schwere Behinderungen nach sich zieht (vgl. OECD 2009).

Darüber hinaus geht aus Studien hervor, dass negative Effekte auf das Herz-Kreislauf- System direkt mit dem demografischen Wandel und hierbei direkt mit der erhöhten Le- benserwartung der Menschen einhergehen. In einer Zusammenfassung verschiedenerc Studien wird deutlich, dass die Wahrscheinlichkeit an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu erkranken, ab dem 45. Lebensjahr mit jedem Jahr ansteigt. (vgl. Graf & Rost, 2006).

2.1.3 Training des Herz-Kreislauf-Systems

Wie Hohmann, Lames und Letzelter (2007, S.63) beschreiben, kommt es durch ein Training im Ausdauerbereich zu Anpassungserscheinungen, die sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System auswirken

Folgende vier Grundmethoden des Ausdauertrainings können diese Effekte hervorrufen:

1. die Dauermethode
2. die extensive und intensive Intervallmethode
3. die Wiederholungsmethode
4. die Wettkampf- und Kontrollmethode

Die Dauermethode zeichnet sich durch eine über längere Zeit aufrechterhaltene Belas- tung ohne Pause aus, was abhängig von der Belastungsintensität zu einer besseren Energiebereitstellung durch den Fettstoffwechsel, einer Erhöhung der maximalen Sau- erstoffaufnahmekapazität, sowie einer Steigerung der Laktattoleranz führt. Bei der Wettkampf- oder auch Kontrollmethode, wird die sportartspezifische Ausdauer durch Trainingswettkämpfe, welche nah am richtigen Wettkampfgeschehen angelegt sind, ge- fördert. Im Fokus steht hierbei besonders die Verbesserung der physischen und psychi- schen Funktionsreserven des Sportlers.

Im Gegensatz zur Dauermethode wird bei der Wiederholungsmethode die Belastungs- dauer verkürzt, was durch eine eventuelle Kombination mit spezifischen Trainingsgerä- ten zu einem supramaximalen Trainingsreiz über das Wettkampfniveau hinaus führen kann. Hierbei wird vor allem durch Belastungen zwischen 30 Sekunden und 3 Minuten die Laktattoleranzgrenze angehoben. Die Pause wird hierbei vollständig durchgeführt. Die wichtigsten Methoden beim Training des Herz-Kreislauf-Systems, und damit be- sonders relevant im Bezug auf die Forschungsthematik, sind die extensive und intensive Intervallmethode. Sie sind aufgrund der mittleren und hohen Intensität zwischen der Dauer- und Wiederholungsmethode einzuordnen (siehe Abbildung 1), wobei die inten- sive Intervallmethode jedoch eine höhere Intensität aufweist als die extensive Intervall- methode. Charakteristisch für diese Methoden sind die intervallhaften Intensitätswech-sel kombiniert mit unvollständigen Pausen. Dies hat zur Folge, dass der Körper darauf trainiert wird, die Muskeln besser mit Blut zu versorgen, sowie das Herzminutenvolu- men zu erhöhen. Eine Sonderform der Intervallmethode ist das so genannte „Sportherz- training“. Eine sehr kurze Belastungszeit von etwa 20 bis 30 Sekunden, kombiniert mit vielen Wiederholungen, führt dazu, dass sich die Herzwand verdickt sowie das Schlag- volumen des Herzens erhöht wird (vgl. Hohmann, Lames & Letzelter 2007).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Schematisch-grafischer Vergleich von ausgewählten Methoden des Ausdauertrainings (Hohmann, Lames & Letzelter 2007, S. 63)

2.1.4 Karate – Entwicklung und Besonderheiten der Kampfkunst

Karate stellt heutzutage eine der am weitesten verbreiteten ostasiatischen Kampfkunst in Europa dar, welche sich vor allem in den letzten 50 Jahren zu einer attraktiven Kampf- sportart entwickelt hat. (vgl. Edelmann 2008)

Neben den vielen nationalen und internationalen Wettkämpfen, wie Europa- und Welt- meisterschaften, lässt auch die Anzahl der aktiven Karatekas auf ein steigendes Interes- se an dieser Sportart in der Bevölkerung schließen. (vgl. Hofmann & Witte 2011)

Wörtlich übersetzt bedeutet Karate – oder vielmehr „Karate-Do“ - „Der Weg der leeren Hand“. Dies ist im praktischen Sinne ein Verweis auf den waffenlosen Kampf mit blo- ßen Fäusten, im übertragenen Sinne aber auch eine Anspielung auf die gewünschte in- nere Einstellung der Übenden. Der Karateka soll nämlich sein Inneres von negativen Gefühlen und Gedanken, wie Hass, Wut und Neid, freimachen, um so in jeder Situation richtig reagieren zu können (vgl. Deutscher Karate Verband 2011).

Die Ursprünge des Karates lassen sich bis ins Jahre 500 n. Chr. zurückverfolgen (vgl. Deutscher Karate Verband 2011) und liegen im „Shao Lin“ Kloster in China. Da ihre Religion eine harte Disziplin verlangte, unterrichtete der buddhistische Mönch Daruma seine Schüler in körperkräftigende Übungen, um so ihre Ausdauer und Stärke zu för- dern. Hierdurch erlangten die Shao-Lin Mönche die notwendige körperliche Konstituti- on für das Klosterleben. Aus diesen Übungen entwickelte sich später die Shao-Lin- Kampfkunst, welche durch die Chinesen weit verbreitet wurde und schließlich die japa- nische Insel Okinawa erreichte, wo sie übernommen und mit der Kampfkunst der Insel vermischt wurde. Durch ein Waffenverbot des späteren Feudalherrschers, entwickelte sich Karate immer mehr zur effektiven waffenlosen Selbstverteidigungstechnik (vgl. Nakayama 1966).

Die Trainings- und Wettkampfformen im Karate werden in drei verschiedene Katego- rien unterteilt. Beim Kihon, das auch (Technik-)Grundschule genannt wird, übt der Ka- rateka einzelne oder kombinierte Techniken, die stetig von ihm wiederholt werden. Ziel ist es dabei, die Grundtechniken sowie die Haltung und Stellung im Karate zu erlernen. Die „Kata“, welche eine Art Kampfchoreografie darstellt, befasst sich mit verschiede- nen festgelegten Kombinationen in einer bestimmten Reihenfolge, die zwar ohne Geg- ner trainiert, jedoch als eine Art Kampf gegen mehrere imaginäre Gegner betrachten werden kann. (vgl. Edelmann 2008)

Beim Freikampf oder im japanischen „Kumite“ genannt, treten zwei Karateka oder zwei Karate-Mannschaften mit dem Ziel, mehr Punkte als der Gegner oder die gegnerische Mannschaft zu erreichen, gegeneinander an. Einen Punkt erlangt man, indem eine er- folgreiche Technik in Richtung einer der sieben Zielregion beim Gegner (Kopf, Gesicht, Hals, Bauch, Brust, Rücken, Körperseite) ausgeführt wird. Dabei sind zur Beurteilung bestimmte Kriterien, wie beispielsweise die Form der Ausführung, sportliche Haltung, kraftvolle Ausführung, korrekte Distanz zum Gegner, Wachsamkeit und gutes Timing zu beachten. (vgl. World Karate Federation/Deutscher Karate Verband 2012)

2.1.5 Trainingswissenschaftliche Aspekte des Karate

Wird Karate in seiner Gesamtheit unter trainingswissenschaftlichen Gesichtspunkten betrachtet, so ergibt sich ein gutes Bild von der Ausprägung einzelner konditioneller Anforderungen. Dabei sind die einzelnen konditionellen Fähigkeiten nach Kono & von Oehsen (1986) wie folgt zu gewichten (vgl. Mehanni 2004):

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Zusammensetzung der konditionellen Fähigkeiten im Karate (Kono & von Oehsen 1986, zitiert nach Mehanni 2004, S.23)

Wie aus der Abbildung hervorgeht, stellt die Ausdauer die wichtigste konditionelle Fä- higkeit im Karate dar, gefolgt von der Schnelligkeit. Anders als erwartet spielt die Kraft im Karate eine eher weniger dominante Rolle.

Lange Zeit bestand die Annahme, dass die Energiebereitstellung im Karate überwie- gend durch den anaerob-laktaziden Energiestoffwechsel erfolgen würde. Jedoch haben neuste Untersuchungen ergeben, dass der aerobe Energiestoffwechsel überwiegt (vgl. Bussweiler, 2012).

Die Ausdaueranforderungen lassen sich dabei in zwei Bereiche aufteilen. Zum einen in die ständigen Grundbewegungen des Karatekas, für die eine gut ausgebildete Grundla- genausdauer notwendig ist, und zum zweiten in Schlag- und Tritttechniken, die sich im lokalen anaeroben Ausdauerbereich abspielen (vgl. Fritzsche 2012).

Wichtig ist es die Schlag- und Tritttechniken mit möglichst hoher Geschwindigkeit aus- zuführen, da dies ein Qualitätsmerkmal für eine starke und gute Technik darstellt. Hier- für sind eine gut ausgebildete Muskulatur sowie eine schnelle Kontraktionsfähigkeit der Muskeln notwendig (vgl. Mehanni 2004).

Insgesamt betrachtet lässt sich zusammenfassen, dass die konditionellen Anforderun- gen im Karate aus einem Wechselspiel zwischen der Ausdauer-, Schnelligkeits- und Kraftfähigkeit besteht (vgl. Mehanni 2004).

2.2 Empirischer Hintergrund

Trotz der Verbreitung des Karate und der zunehmenden Popularität stand diese Sportart bislang kaum im Fokus wissenschaftlicher Untersuchungen (vgl. Dreimann, Schnittker & Weiß 2012).

Der Großteil bisheriger Untersuchungen besteht dabei überwiegend aus Analysen zur Technikausführung, jedoch existieren derweilen nur wenige Publikationen über die konditionellen oder gesundheitswissenschaftlichen Aspekte im Karate. (vgl. Bussweiler 2012).

Nichtsdestotrotz sollen an dieser Stelle einige relevante Studien zum Thema Karate dar- gestellt werden. Anzumerken ist, dass zwei Studien in der Kampfsportart Taekwondo erhoben wurden, die jedoch durch die Ähnlichkeit zum Karate übertragbar sind.

Da diese Arbeit an die Studie von Schnabel (2012) angelehnt ist, hat diese eine große Relevanz. Inhaltlich beschäftigt sich die Studie „Schlank durch Karate? Der Kalorien- verbrauch beim Karatetraining – Eine Trainingsbeobachtung aus dem Bereich der Jukuren“ vorrangig erst einmal mit der Frage nach dem Energieverbrauch während ei- ner Trainingseinheit im Karate. Darüber hinaus wurden allerdings auch die Herzfre- quenzen während der Einheit gemessen. Die Stichprobe der Untersuchung setzte sich aus 16 Breitensportlern (drei weibliche und 13 männliche Probanden) zusammen. Das Alter der Probanden betrug dabei 42 bis 54 Jahre, was bereits aus dem Begriff „Jukuren“ hervorgeht, der mit „Lebenserfahrene“ übersetzt werden kann. Um die Er- gebnisse vergleichbarer machen zu können, konzentrierte sich Schnabel nur auf Ober- stufen- und Dangraduierte, was dem 2. Kyu bis 5. Dan entspricht. Durchgeführt wurden die Messungen während eines „normalen“ Karate-Breitensporttrainings unter Zuhilfe- nahme handelsüblicher Pulsmessgeräte (Brustgurt und Pulsuhr). Gemessen wurden ins- gesamt 90 bis 120 Minuten, beginnend mit der Aufwärmphase bis hin zum traditionel- len „Abgrüßen“.

Bezüglich der Leistung des Herz-Kreislauf-Systems während der Untersuchung lassen sich folgende Ergebnisse zusammenfassen. Es wurde eine durchschnittliche Herzfre- quenz von 127 Schlägen pro Minute festgestellt. Dabei betrug die mittlere Herzfrequenz (HF mittel) 94 bis 148 Schläge pro Minute und die maximale Herzfrequenz (HF max) 144 bis 186 Schläge pro Minute.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Mittlere und maximale Herzfrequenzen während eines 90 bis 120 minütigen Karatetrainings (Schnabel 2012)

Interpretieren lassen sich die Ergebnisse dahingehend, dass besonders die maximalen Herzfrequenzen unter Berücksichtigung der Altersgruppe sehr hoch ausfallen. So weist Schnabel darauf hin, dass bei einem Proband im Alter von 51 Jahren eine maximale Herzfrequenz von 186 Schlägen pro Minute während der Trainingsstunde gemessen wurde. Schnabel kommt zu dem Ergebnis, dass durch die Belastungen eines 90- bis 120- minütigen Karatetrainings die „Mittelzeitausdauer (Belastungsdauer von zwei bis zehn Minuten), die Langzeitausdauer I (Belastungsdauer zehn bis 35 Minuten) und die Langzeitausdauer II (Belastungsdauer 35 bis 90 Minuten) verbessert werden könnten“ (Schnabel 2012). Abschließend wird zusammengefasst, dass Karate im „Jukuren“- Bereich mit Blick auf das Herz-Kreislauf-Training als „empfehlenswerte lebensbeglei- tende Sportart angesehen werden kann“, was Schnabel noch durch die Aussage „Karate trainiert Herz und Kreislauf“ unterstreicht (Ebd.).

Eine etwas ältere, dennoch wichtige Studie zu diesem Thema, ist die Studie von Imamura et al. (1997). Das Ziel dieser Studie war es, zum einen die Auswirkungen von 1000 Schlägen und 1000 Tritten auf die Herzfrequenz, das Blutlaktat und den Grad der subjektiv empfundenen Belastung der Probanden zu messen. Zum anderen wollten Imamura et al. ebenfalls die empfundenen Belastung der Probanden mit der vorher ab- gegebenen Belastungseinschätzung der Trainer vergleichen. Letzteres stellt in Bezug zur Masterarbeit keine Relevanz dar, weshalb nicht näher auf diesen Teil der Studie eingegangen werden soll.

Getestet wurden eine Expertengruppe bestehend aus sechs männlichen Karatekas (Schwarzgurte) mit einem Durchschnittsalter von 21,5 Jahren und eine Novizengruppe bestehend aus acht männlichen Karatekas (Weißgurte) mit einem Durchschnittsalter von 19,9 Jahren.

Zu Beginn der Untersuchung wurden mit Hilfe eines Laufbands und einer Spirometrie die Laktatwerte, die Herzfrequenz und die Sauerstoffaufnahmeleistung unter Belastung getestet. Fünf Tage nach diesen Eingangstest erfolgte dann der eigentliche Test, bei dem die Probanden 1000 Schläge absolvierten, danach Fünf Minuten pausierten, um dann die 1000 Tritte durchzuführen (vgl. Imamura et. al. 1997).

Betrachtet man die Ergebnisse dieses Tests, lässt sich feststellen, dass beide Gruppen die 1000 Schlagtechniken innerhalb von 15 Minuten und die 1000 Tritttechniken inner- halb von 17 Minuten absolvieren konnten. Gemessen wurden bei den Schlagtechniken der Expertengruppe eine durchschnittliche Herzfrequenz von 102,5 +/- 14,8 Schlägen pro Minute, ein durchschnittlicher Laktatwert von 0,8 +/- 0,2 mmol * l und eine durch- schnittlich empfundene Belastung von 12,2 +/-1,2 auf der Borg-Skala1. Bei den Tritt- techniken konnte eine durchschnittliche Herzfrequenz von 127,4 +/- 12,4 Schlägen pro Minute, ein durchschnittlicher Laktatwert von 1,3 +/- 0,4 mmol * l und eine durch- schnittlich wahrgenommene Belastung von 14,2 +/-1,2 auf der Borg-Skala ermittel werden. Die durchschnittlichen Werte der Novizengruppe betrugen bei den Schlagtech- niken ein Herzfrequenz von 116,1 +/- 17,9 Schlägen pro Minute, ein Laktatwert von 1,2 +/- 0,6 mmol * l und eine durchschnittlich wahrgenommene Belastung von 12,8 +/-1,2 auf der Borg-Skala. Bei den Tritttechniken der Novizengruppe wurde eine durchschnitt- liche Herzfrequenz von 137,0 +/- 14,4 Schlägen pro Minute, ein durchschnittlicher Laktatwert von 2,4 +/- 0,8 mmol * l und eine durchschnittlich wahrgenommene Belas- tung von 16,3 +/-1,5 auf der Borg-Skala gemessen (Imamura et. al. 1997).

Die Auswertung der Ergebnisse zeigt, dass sich die Herzfrequenzen und die Laktatwerte der beiden Gruppen im Eingangstest nicht unterscheiden, die Expertengruppe allerdings eine signifikant höhere Sauerstoffaufnahmekapazität besitzt als die Novizengruppe. Bei der Messung der Schlag- und Tritttechniken ließen sich jedoch keine signifikanten Un- terschiede zwischen den Messwerten der beiden Gruppen feststellen. Allerdings ist zu erwähnen, dass die Herzfrequenzen bei den Tritttechniken signifikant höher ausfallen als bei den Schlagtechniken (Abbildung 4) (vgl. Imamura et. al. 1997).

[...]


1 Gemeint ist hier die 6 – 20 Borg-Skala, die Gunnar Borg 1962 entwickelte. Sie misst die subjektiv emp-fundene Belastung mithilfe verschiedener Abstufungen wie „überhaupt nicht anstrengend“ (Wert 6) bis „maximal anstrengend“ (Wert 20) (vgl. Kroidl, Schwarz & Lehnigk 2010)

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Details

Titel
Gesundheitsförderung im Alter. Auswirkungen von Karatetraining auf das Herz-Kreislauf-System älterer Sportler
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg  (Institut für Sportwissenschaften)
Note
1,85
Autor
Jahr
2014
Seiten
70
Katalognummer
V470599
ISBN (eBook)
9783668951822
ISBN (Buch)
9783668951839
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gesundheitsförderung, Karate, Herz-Kreislauf-System, Ältere Sportler, Training, Gesundheit, Prävention
Arbeit zitieren
Tobias Elfert (Autor), 2014, Gesundheitsförderung im Alter. Auswirkungen von Karatetraining auf das Herz-Kreislauf-System älterer Sportler, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/470599

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