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Die Entwicklung von SED-Bezirkszeitungen zu auflagenstarken Regionalblättern: "Freiheit" und "Leipziger Volkszeitung"

Mit Blick auf die konkurrierenden Zeitungen der Blockparteien CDU, LDPD und NDPD

Title: Die Entwicklung von SED-Bezirkszeitungen zu auflagenstarken Regionalblättern: "Freiheit" und "Leipziger Volkszeitung"

Term Paper , 2005 , 34 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Falko Wittig (Author)

Communications - Print Media, Press
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Zwei Drittel aller SED-Zeitungen würden sterben müssen, prognostizierte der Leiter der Presseausbildung der Sektion Journalistik an der Leipziger Karl-Marx-Universität, Jürgen Grubitzsch, im Januar 1990. Es kam alles völlig anders. In der ostdeutschen Presselandschaft gibt es die früheren SED-Bezirkszeitungen noch heute, mit einer Machtstellung, die sie zu DDR-Zeiten niemals hatten. In vielen Gebieten der früheren DDR sind sie als einzige regionale Abonnementzeitung übrig geblieben. Die Konkurrenz – Neugründungen oder aber auch die einstigen regionalen Zeitungen der Blockparteien CDU, LDPD und NDPD – hat dagegen fast überall kapituliert. Nicht anders ist es der überregionalen Presse der einstigen DDR ergangen. Diese Entwicklung hätte so 1990 wohl kaum jemand erwartet. Zwar haben auch die ostdeutsche Regionalzeitungen gegenüber 1989 massiv an Auflage eingebüßt – im Schnitt fast die Hälfte ihrer Auflage. Allerdings ist das primär der generellen Krise des Pressewesens zuzuschreiben, denn ernstzunehmende Wettbewerber gibt es faktisch nirgendwo. Außerhalb der Ballungsräume herrschen fast überall monopolistische Zustände – das gilt mittlerweile auch für Westdeutschland.

Das Buch untersucht, warum die früheren Bezirkszeitungen der SED die Wende überstanden haben und heute fast überall als Monopolisten den Markt beherrschen. Hierbei ist ein Blick auf die Ausgangsbedingungen auf dem DDR-Zeitungsmarkt 1989 erforderlich. Die Etappen der erfolgreichen Transformation sollen nachfolgend an den Beispielen der in Halle erscheinenden „Mitteldeutschen Zeitung“ (zu DDR-Zeiten „Freiheit“) und der „Leipziger Volkszeitung“ dargelegt werden. Parallel dazu wird für das Verbreitungsgebiet dieser Zeitungen die Entwicklung (und die gescheiterte Transformation) der konkurrierenden Regionalzeitungen der Blockparteien CDU, LDPD und NDPD aufgezeigt. Ein besonderes Gewicht dieses Werkes liegt auf der Zeit bis 1991, weil bis dahin die wesentlichen Weichenstellungen für den Transformationsverlauf abgeschlossen waren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Entwicklung der regionalen Tageszeitungen in Ostdeutschland

1.1 Die Regionalzeitungen 1989

1.2 Die Regionalzeitungen nach der Wende

2. Die Entwicklung ausgewählter Regionalzeitungen am Beispiel Halle / Leipzig

2.1 Der Zeitungsmarkt Halle / Leipzig nach der Wende

2.2 Mitteldeutsche Zeitung / Freiheit

2.3 Leipziger Volkszeitung

3. Regionalzeitungen von CDU, LDPD und NDPD

3.1 Allgemeine Situation zur Wendezeit

3.2 Mitteldeutsche Neueste Nachrichten

3.3 Der Neue Weg / Die Union

3.4 Sächsisches Tageblatt / Liberal-Demokratische Zeitung

4. Das Zeitungssterben und seine Gründe

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Transformation der ehemaligen SED-Bezirkszeitungen "Freiheit" und "Leipziger Volkszeitung" zu auflagenstarken Regionalblättern nach der Wende sowie das Scheitern der konkurrierenden Blockparteienzeitungen (CDU, LDPD, NDPD) unter Berücksichtigung marktpolitischer Rahmenbedingungen.

  • Strukturelle Transformation und ökonomische Umgestaltung der DDR-Presse
  • Konkurrenzverhältnisse zwischen ehemaligen SED-Bezirkszeitungen und Blockparteien-Organen
  • Einfluss der Treuhandanstalt auf den Privatisierungsprozess und die Medienkonzentration
  • Verlust der journalistischen Vielfalt und Entstehung monopolistischer Marktstrukturen
  • Ursachen des Zeitungssterbens und die Rolle regionaler Berichterstattung für den Erhalt der Marktmacht

Auszug aus dem Buch

2.2 Mitteldeutsche Zeitung / Freiheit

Die „Freiheit“ war Ende 1989 die auflagenstärkste Zeitung im Bezirk Halle. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Zeitung als Organ der Bezirksleitung Halle der SED eine Auflage von etwa 595.000 Stück. Die „Freiheit“ hatte mit 23 eine sehr hohe Zahl an Lokalredaktionen, dennoch erschien allerdings täglich nur eine Lokalseite.

Im Zuge der politischen Umwälzungen in der DDR berichtete die „Freiheit“ am 24.Oktober 1989 erstmals selbst über “gewaltfreie Demonstrationen” in der Innenstadt von Halle. Am 29. November 1989 wurde auf Betreiben der SED Chefredakteur Hans-Dieter Krüger abberufen. Nachfolger wurde sein bisheriger Stellvertreter Stefan Lehnebach, auch dieser blieb vorerst Mitglied der SED-Bezirksleitung. In den Wogen der Veränderungen änderte die Zeitung bis März 1990 viermal ihren Zeitungskopf.

Aufgrund des politischen Drucks entschloß sich die SED-PDS Mitte Januar 1990, sich von zahlreichen Zeitungen zu trennen, darunter auch der “Freiheit”. Fortan erschien das Blatt als „Unabhängige Tageszeitung für Sachsen-Anhalt”. Die neue Unabhängigkeit wurde durch zahlreiche kritische Artikel begleitet, Leser kamen mit ihren Meinungen genauso umfassend zu Wort. Oppositionelle Gruppierungen hatten am Runden Tisch durchgesetzt, daß die „Freiheit“ oppositionellen Gruppen zwischen Januar und März 1990 kostenlos eine eigene Beilage zur Verfügung stellen mußte. Diese erschien als „Hallesche Reformzeitung – Stimme der neuen demokratischen Bewegungen und Parteien“ einmal wöchentlich als vierseitiges Einlegeblatt. Nach Einschätzung von Katrin Löwe war zu dieser Zeit ein kontinuierliches Konzept der Zeitung nur eingeschränkt wahrnehmbar. Inhaltlich wie journalistisch-qualitativ habe es einen Bruch gegeben.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die unerwartete Dominanz der ehemaligen SED-Zeitungen nach 1990 und stellt die Forschungsfrage nach den Gründen ihres Überlebens gegenüber der Blockparteien-Presse.

1. Entwicklung der regionalen Tageszeitungen in Ostdeutschland: Dieses Kapitel analysiert die Pressebedingungen 1989 unter staatlicher Kontrolle und die raschen Veränderungen während der Wendezeit.

2. Die Entwicklung ausgewählter Regionalzeitungen am Beispiel Halle / Leipzig: Eine detaillierte Untersuchung der Transformation der "Freiheit" (später Mitteldeutsche Zeitung) und der "Leipziger Volkszeitung" durch westliche Investoren und Strukturwandel.

3. Regionalzeitungen von CDU, LDPD und NDPD: Dieses Kapitel dokumentiert den Transformationsprozess und das letztendliche Scheitern der Zeitungen der Blockparteien aufgrund benachteiligender Rahmenbedingungen.

4. Das Zeitungssterben und seine Gründe: Die Analyse der Marktbereinigung bis 1995 und die Rolle von Treuhand, westlichen Verlagen und dem Konzentrationsprozess.

5. Fazit: Die Zusammenfassung unterstreicht, dass die Transformation der ehemaligen SED-Blätter erfolgreich war, jedoch auf Kosten der Pressevielfalt und unter begünstigenden politischen Umständen erfolgte.

Schlüsselwörter

DDR-Presse, SED-Bezirkszeitungen, Transformation, Treuhandanstalt, Zeitungssterben, Pressekonzentration, Regionalzeitung, Mitteldeutsche Zeitung, Leipziger Volkszeitung, Blockparteien, Medienwende, Marktmonopol, Privatisierung, Lokaljournalismus, Pressevielfalt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Transformationsprozess der ostdeutschen Presselandschaft nach 1989, insbesondere den Wandel ehemaliger SED-Parteizeitungen zu erfolgreichen Regionalmonopolisten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die marktpolitischen Rahmenbedingungen, die Rolle der Treuhandanstalt beim Verkauf ehemaliger DDR-Medien sowie die Konkurrenzsituation zwischen SED-Zeitungen und Zeitungen der Blockparteien.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab zu ergründen, warum SED-Bezirkszeitungen die Wende ökonomisch überlebten, während konkurrierende Publikationen der Blockparteien weitgehend vom Markt verschwanden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Analyse historischer Literatur, Fachpublikationen zur Medienentwicklung, Berichten von Medienforschern sowie Zeitzeugenaussagen aus der Wendezeit.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Entwicklungswege der Mitteldeutschen Zeitung und der Leipziger Volkszeitung sowie das Scheitern spezifischer Blockparteien-Zeitungen durch ökonomische und politische Benachteiligung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Transformation, Pressekonzentration, Treuhandpolitik, Medienmonopol, SED-Bezirkszeitungen und der Strukturwandel der ostdeutschen Zeitungslandschaft.

Warum spielt die Rolle der Treuhandanstalt eine so große Rolle für die Autorin?

Die Arbeit verdeutlicht, dass die Privatisierungsentscheidungen der Treuhandanstalt die Wettbewerbsbedingungen massiv beeinflussten und durch eine Bevorzugung der auflagenstarken SED-Blätter zu einer "Monopolwüste" beitrugen.

Welche Bedeutung hat das "Sächsische Tageblatt" in diesem Kontext?

Das Sächsische Tageblatt dient als Beispiel für das Scheitern der ehemaligen Blockparteien-Presse, trotz Versuchen durch Kooperationen mit westlichen Verlagen wie Springer zu überleben.

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Details

Title
Die Entwicklung von SED-Bezirkszeitungen zu auflagenstarken Regionalblättern: "Freiheit" und "Leipziger Volkszeitung"
Subtitle
Mit Blick auf die konkurrierenden Zeitungen der Blockparteien CDU, LDPD und NDPD
College
University of Leipzig  (Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft)
Grade
1,3
Author
Falko Wittig (Author)
Publication Year
2005
Pages
34
Catalog Number
V47062
ISBN (eBook)
9783638440998
ISBN (Book)
9783638728485
Language
German
Tags
Entwicklung SED-Bezirkszeitungen Freiheit Leipziger Volkszeitung Regionalblättern Berücksichtigung Zeitungen Blockparteien LDPD NDPD
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Falko Wittig (Author), 2005, Die Entwicklung von SED-Bezirkszeitungen zu auflagenstarken Regionalblättern: "Freiheit" und "Leipziger Volkszeitung", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47062
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