Die Arbeit befasst sich mit Relativsätzen im Kréyòl Gwadloupéyen, einer französisch-basierten Kreolsprache, die hauptsächlich auf Guadeloupe gesprochen wird. Es handelt sich bei dieser Arbeit um eine deskriptive Analyse, die eine Übersicht geben soll, auf welche Weise und mit welchen syntaktischen und morphologischen Strategien in dieser Kreolsprache Relativsätze gebildet werden können.
Die neuzeitliche Geschichte Guadeloupes, und somit die Geschichte des Kréyòl Gwadloupéyen, beginnt mit der ersten West-Indienreise von Christoph Kolumbus 1493. Sie war zu dem Zeitpunkt vom indigenen Stamm der Arawak bewohnt, die die Insel Karukera, „die Insel der schönen Wasser“ nannten. Durch Kolumbus wurde ihr heutiger Name Guadeloupe geprägt. Mit der Gründung der Handelsgesellschaft Compagnie des Isles d`Amérique begann die Kolonisierung durch Frankreich. Charles Liénard de l`Olive und weitere Kolonialherren brachten sukzessiv Franzosen auf die Insel, doch reichte dies nicht aus, um der großen Nachfrage an Arbeitskräften für die Zuckerrohranbau nachzukommen. Dies führte vermehrt zum Import von Sklaven aus verschiedenen afrikanischen Ländern nach Guadeloupe, sodass gegen Mitte des 17. Jahrhunderts fast ebenso viele Weiße wie Schwarze auf der Insel lebten. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts haben sich die Massenverhältnisse jedoch stark verändert. Schwarze bildeten 1870 mit etwa 92 % die Mehrheit, Weiße mit 8 % die Minderheit.
Die Arbeit ist so aufgebaut, dass im ersten Teil die Entstehung des Kreol aus dem Französischen betrachtet wird, die damit verbunden historischen Ereignisse aufgezeigt werden und eine kurze Beschreibung der heutigen Sprach- und Sprechersituation gegeben wird. Es folgt ein zweiter Teil, der eine allgemeine Definition von Relativsätzen liefert, und die für diese Arbeit notwendigen Termini festlegt. Der dritte Teil der Arbeit bildet den Hauptteil, der sich konkret mit dem Relativsatz im Kréyòl Gwadloupéyen befasst. Dabei wird zunächst auf die unterschiedlichen Relativa eingegangen, und anschließend die möglichen Strategien zur Relativsatzkonstruktion aufgezeigt. Abschließend wird auf die Unterscheidung von restriktiven und appositiven Relativsätzen eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der historische und linguistische Hintergrund
2.1 Die Entstehung des Kréyòl
2.2 Departmentisierung und ihre Auswirkungen auf die Sprachsituation
3. Relativsätze
3.1 Relativpronomen, Relativpartikel und Relativum
3.2 Typologie von Relativsätzen
4. Strategien zur Relativsatzbildung im Kréyòl Gwadloupéyen
4.1 Subjekt Relativsatz
4.2 Objekt Relativsatz
4.3 Präpositionale Relativsätze
4.4 Realtivsätze mit Wh-Bewegung
4.5 Appositive und Restriktiv Relativsätze
4.6 Der Marker la
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, eine deskriptive Analyse der syntaktischen und morphologischen Strategien zu liefern, mit denen im Kréyòl Gwadloupéyen Relativsätze gebildet werden, und dabei die Rolle von Relativa sowie die Einflüsse der Lexifizierersprache Französisch zu untersuchen.
- Historischer und linguistischer Kontext der Kreolsprache
- Allgemeine Typologie und Definition von Relativsätzen
- Analyse der Strategien zur Bildung von Subjekt- und Objekt-Relativsätzen
- Besonderheiten bei präpositionalen Relativsätzen und Wh-Bewegung
- Semantische und syntaktische Funktionen des Markers la
Auszug aus dem Buch
4.1 Subjekt-Relativsätze
Wie unter anderem Damoiseau (2012: 137) beschreibt, wird der SRS durch den R ki bzw. seine Variation i eingeleitet. Dass es sich bei diesem R nicht um ein RPro handelt, kann von seiner Funktion im Satz abgeleitet werden (siehe 3.1). Es erfüllt lediglich die Subordinationsfunktion und identifiziert nicht die Rolle des BN im RS. Diese bleibt implizit und ist durch eine Leerstelle (gap) markiert (vgl. Michaelis et al. 2013: 367).
(4) (Saint-Exupéry 2011: 14) An vlé on mouton i _ kay pé viv lontan. 1SG want INDEF sheep REL _ PROG.go can live long. ‘I want a sheep that will live long’
(5) (Saint-Exupéry 2011: 72) On rina Ø _ ka sanm sanmil dot rina. INDEF fox Ø _ PROG resemble Hundred.thousand other fox ‘A fox that looks like a hundred thousand other foxes’
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt das Thema Relativsätze im Kréyòl Gwadloupéyen vor und erläutert das methodische Vorgehen sowie den Aufbau der deskriptiven Analyse.
2. Der historische und linguistische Hintergrund: Dieses Kapitel behandelt die Entstehung der Sprache vor dem Hintergrund der Kolonialgeschichte sowie die soziolinguistischen Auswirkungen der Departementalisierung.
3. Relativsätze: Hier werden theoretische Grundlagen zu Relativsätzen definiert, inklusive der Unterscheidung von Relativpronomen, Relativpartikeln und Resumptiva sowie der semantischen Typologie.
4. Strategien zur Relativsatzbildung im Kréyòl Gwadloupéyen: Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Bildungsmuster von Relativsätzen im Kréyòl Gwadloupéyen, unterteilt nach grammatikalischen Funktionen und Konstruktionen.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bestätigt die Hypothesen weitgehend und reflektiert über den Einfluss des Französischen sowie offene Fragen.
Schlüsselwörter
Kréyòl Gwadloupéyen, Relativsätze, Kreolsprache, Syntax, Morphologie, Relativpartikel, Sprachkontakt, Guadeloupe, Subjekt-Relativsatz, Objekt-Relativsatz, Marker la, Grammatik, Dekreolisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Struktur und Bildung von Relativsätzen in der Kreolsprache Kréyòl Gwadloupéyen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die historische Entstehung der Sprache, die allgemeine Typologie von Relativsätzen und die spezifischen syntaktischen Strategien ihrer Anwendung im Kréyòl Gwadloupéyen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist eine deskriptive Übersicht der syntaktischen und morphologischen Mittel, mit denen Relativsätze in dieser Sprache gebildet werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive linguistische Analyse auf Basis vorhandener Literatur, Grammatiken und Beispielsätzen aus literarischen Quellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden konkret die Strategien zur Bildung von Subjekt-, Objekt- und präpositionalen Relativsätzen sowie die Funktionen des Markers la analysiert.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Kréyòl Gwadloupéyen, Relativsatzkonstruktion, Relativpartikel, Sprachkontakt und die spezifische grammatikalische Rolle des Markers la.
Welche Rolle spielt die Partikel "ki" gegenüber "i" bei Subjekt-Relativsätzen?
Beide dienen als Relativierer, wobei die Verwendung von "i" Fragen aufwirft, da sie in einigen Fällen mit dem Aspekt-Marker "ka" variiert, während "ki" als gängigere Partikel gilt.
Warum ist die Untersuchung des Markers "la" für das Verständnis von Relativsätzen so wichtig?
Der Marker "la" ist für die Realisierung von Relativsätzen ohne Relativpartikel notwendig und dient zudem der Umklammerung des Relativsatzes, was eine spezifische syntaktische Eigenheit darstellt.
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- Jana Hesselfeld (Author), 2018, Das Kréyol Gwadloupéyen. Welche Strategien zur Relativsatzbildung gibt es?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/470632