Der 30-jährige Krieg war eines der prägendsten Geschehnisse in der Epoche des Barock. Zeitzeugen, wie die Schriftsteller Martin Opitz oder Andreas Gryphius, thematisierten jene Erlebnisse in Ihren Werken und kreierten ein Bild von Gewalt und Zerstörung. Bis in das 20. Jahrhundert befassten sich Schriftsteller und Literaten, wie beispielsweise auch Berthold Brecht in "Mutter Courage und Ihre Kinder", mit dem großen Krieg in Deutschland. Der mächtige Einfluss dieses historischen Ereignisses hinterlässt die Frage, wieso dieser Krieg die Menschen bis heute fasziniert und selbst die Gegenwartsliteratur noch immer inspiriert. Welche literarischen Relikte entsprechen der Realität und welche sind Fiktion oder überspitzt formulierte Worte von traumatisierten Zeitzeugen?
Diese Fragen sollen beantwortet werden, indem der Einfluss des 30-jährigen Krieges am luterarischen Werk von Martin Opitz untersucht wird. Die Diskussion erfolgt anhand seines Textes "Trostgedichte" in "Widerwärtigkeit des Krieges". Da der Autor nicht nur Zeitzeuge war, sondern zudem auch selbst sein Leben lang auf der Flucht vor Vertreibung und Gewalt war, skizziert er in seiner Lyrik ein anschauliches und zugleich grausames Bild der Lebensumstände jener Epoche. Es wird eine kritische Nachforschung angestellt, inwieweit sich realistische Einflüsse in Opitz Trostgedicht widerfinden und welche Haltung die Kritiker der Gegenwart zu jenem geschichtsträchtigen Ereignis einnehmen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Der Einfluss des 30 Jährigen Krieges auf die Lyrik von Martin Opitz
2.1 Der 30 Jährige Krieg – Historischer Überblick
2.2 Martin Opitz und der Krieg – Poet oder Stratege?
2.3 Trostgedichte in Widerwärtigkeit des Krieges – Überblick
3 Zusammenfassung & Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss des Dreißigjährigen Krieges auf die barocke Lyrik, wobei der Fokus insbesondere auf dem Werk "Trostgedichte in Widerwärtigkeit des Krieges" von Martin Opitz liegt. Dabei wird analysiert, wie der Autor als Zeitzeuge und Diplomat sowohl die realen Grausamkeiten des Krieges als auch seine eigene Ambivalenz zwischen humanistischem Idealismus und politischem Überlebensinstinkt in seiner Dichtung verarbeitet.
- Historischer Kontext des Dreißigjährigen Krieges
- Biografische Einordnung von Martin Opitz
- Analyse der "Trostgedichte in Widerwärtigkeit des Krieges"
- Wahrnehmung von Kriegsgewalt und Vertreibung in der Barockliteratur
- Verhältnis zwischen politischem Handeln und künstlerischem Schaffen
Auszug aus dem Buch
Trostgedichte in Widerwärtigkeit des Krieges – Überblick
Martin Opitz Werk „Trostgedichte in Widerwärtigkeit des Krieges“ entstand zwischen 1620 und dem Frühjahr 1621, wodurch sich die Inhalte auf die ersten drei Jahre des Dreißigjährigen Krieges beschränken. Aus politischen Gründen, wurde das Werk zunächst ohne Verfasserangabe, im Jahr 1633 veröffentlicht. Das Werk wird in 4 Bücher gegliedert, welche eine jeweilige Einheit bilden und sich thematisch unterscheiden. Der Mittelpunkt des ersten Buches, ist die detaillierte Situationsbeschreibung, der vorherrschenden grausamen Begebenheiten, während des Krieges. Massenmord, Vertreibung, Flucht ins Ausland und die nie enden wollende Angst der Bevölkerung – Alltag im deutschen Reich zur Zeit des frühen Barock. Opitz zeichnet ein anschauliches Bild von Gewalt, Tod und Zerstörung während des (ersten) böhmischen Krieges und verschafft in diesem Fall dem Dichter die Aufgabe, die Lebenssituation in Form von lyrischer Sprache fest zu halten. Während das Militär und die Politik jener Zeit versuchten die negativen Auswirkungen des historischen Ereignisses zu verharmlosen oder zu verschweigen, analysiert und beschreibt Martin Opitz bis ins Detail.
„Sein Gut ist weg geraubt /sein Hoff hinweg Gebrandt / Sein Vieh hindurch gebracht / die Schweren vmbgeschmissen / Der edle Rebenstock tyrannisch außgerissen / Die Bäume stehn nicht ehr /die Gärten sind verheert; Die Sichel vnd der Pflug sind jetzt ein scharffes Schwerdt“ 7 (George – Schulz – Behrend : Opitz: Gesammelte Werke 1 , Kritische Ausgabe. Stuttgart. 1968. S,194)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Epoche des Barock und die Bedeutung des Dreißigjährigen Krieges ein, wobei die Forschungsfrage nach dem literarischen Umgang mit diesem traumatischen Ereignis am Beispiel von Martin Opitz formuliert wird.
2 Der Einfluss des 30 Jährigen Krieges auf die Lyrik von Martin Opitz: Dieses Hauptkapitel beleuchtet den historischen Hintergrund, die zwiespältige Rolle des Autors als Humanist und politischer Akteur sowie eine detaillierte Übersicht über die Struktur und Thematik seines Trostgedichts.
3 Zusammenfassung & Resümee: Dieses Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen, diskutiert die historische Relevanz der literarischen Zeugnisse und ordnet Opitz' Werk in den Kontext der kulturellen Aufbruchstimmung trotz politischer Ohnmacht ein.
Schlüsselwörter
Martin Opitz, Barockliteratur, Dreißigjähriger Krieg, Trostgedichte, Kriegsdichtung, Historischer Kontext, Humanismus, Lyrik, Vertreibung, 17. Jahrhundert, Gewalt, Religion, politische Dichtung, Zeitzeugen, Literaturreform
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit untersucht, wie das historische Ereignis des Dreißigjährigen Krieges die Literatur des Barock beeinflusst hat und wie Martin Opitz diese Erfahrungen in seinen Werken, speziell in den "Trostgedichten", reflektiert.
Welche zentralen Themenfelder werden in der Arbeit bearbeitet?
Zu den Schwerpunkten zählen der historische Kontext des Krieges, das Leben und Wirken von Martin Opitz, die Analyse seines Trostgedichts sowie die allgemeine Rolle des Dichters als Zeitzeuge in einer krisengeprägten Zeit.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen den realen Grausamkeiten des Krieges und deren literarischer Verarbeitung aufzuzeigen sowie die Diskrepanz zwischen Opitz' idealistischem Humanismus und seinem pragmatischen politischen Handeln zu ergründen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse, bei der primärtexte wie Opitz' Gedicht mit historischen Sachbüchern und literaturwissenschaftlichen Sekundärquellen kontrastiert werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Überblick zum Dreißigjährigen Krieg, eine biografische Analyse von Opitz und eine tiefgehende inhaltliche Untersuchung der "Trostgedichte in Widerwärtigkeit des Krieges".
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Untersuchung?
Zentrale Begriffe sind Barock, Dreißigjähriger Krieg, Martin Opitz, Humanismus, Kriegsdichtung und literarische Aufarbeitung.
Wie bewertet der Autor die politische Rolle von Martin Opitz?
Die Arbeit stellt Martin Opitz als ambivalente Figur dar, die einerseits als humanistischer Dichter gegen den Krieg auftrat, sich aber andererseits geschickt an höfischen Strukturen orientierte, um das eigene Überleben und Vorankommen zu sichern.
Welche Rolle spielt Gott und der christliche Glaube in Opitz' Gedicht?
Der Glaube dient laut der Arbeit als zentrales Element zur Bewältigung der Trauer und der Gewalt; er bietet den Menschen einen Lösungsweg aus dem irdischen Leid hin zu einer spirituellen Zuversicht.
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- Anonym (Autor:in), 2018, Welchen Einfluss hatte der 30-jährige Krieg auf das luterarische Werk von Martin Opitz?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/470636