Wissensmanagement. Methoden der Etablierung einer erfolgreichen Wissenskultur in Unternehmen


Akademische Arbeit, 2019
15 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Einführung in das Thema
1.2 Ziel dieser Arbeit

2 Grundlegende Begrifflichkeiten
2.1 Wissensmanagement
2.2 Wissenskultur

3 Fallstudien
3.1 Allianz Versicherungs AG – Einführung eines Wissensmanagementsystem
3.1.1. Problemstellung und Zielerläuterung
3.1.2. Organisatorische Umsetzung
3.1.3. Methoden und Werkzeuge
3.2 Detecon International GmbH – Entwicklung der Wissensbasis „MERLIN“
3.2.1. Problemstellung und Zielerläuterung
3.2.2. Organisatorische Umsetzung
3.2.3. Methoden und Werkzeuge
3.3 Robert Bosch GmbH - Allgemeinbetrachtung
3.3.1. Problemstellung und Zielerläuterung
3.3.2. Organisatorische Umsetzung
3.3.3. Methoden und Werkzeuge

4 Schluss
4.1 Kritische Würdigung
4.2 Ausblick

5 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Einführung in das Thema

In der sozioökonomischen Entwicklung finden sich einige Phasen, die nachfolgend in der Reihenfolge ihres Auftretens erläutert werden. Grundlegend gab es die Agrargesellschaft, welche von der Industriegesellschaft abgelöst wurde.

Danach folgte die Dienstleistungsgesellschaft, bis schlussendlich die sogenannte Wissensgesellschaft, welche die heutige Zeit zeichnet, entstand. Verantwortlich für diesen Wandel ist die technologische Entwicklung.1

Für Unternehmen bedeutet dies vor allem, dass eine sehr strukturierte Arbeitsweise notwendig ist, damit der Konkurrenz standgehalten werden kann. Produkte und Innovationen veralten immer schneller2, sodass deren Lebenszyklen fortlaufend kürzer werden und deutlich schneller aufeinander folgen. Für derartige Arbeitsbelastungen der verantwortlichen Mitarbeiter ist es nötig, ein perfektes Klima für Kreativität zu schaffen. Daran sind die Führungskräfte maßgeblich beteiligt, die den Druck soweit möglich von ihren Angestellten fernhalten sollten, da die Möglichkeiten für kreative und innovative Entfaltung unter Zwang sehr eingeschränkt sind.3

Diese Betrachtungsweise lässt sich mit der derzeitigen Situation von Boeing untermalen. In den vergangenen Wochen ist überall zu lesen und zu hören, dass zwei Boeing 737 Max abgestürzt sind und etliche Menschen dabei deren Leben verloren haben. Nun kommen Berichte ans Licht, in denen ehemalige Ingenieure des Flugzeugbauers Aussagen tätigen, wie: „Es war nur Go, Go, Go“ oder „Habe noch nie so viel Druck erlebt“. Nach aktuellen Erkenntnissen soll ein defekter Sensor im neu entwickelten Flugzeug schuld an den Abstürzen gewesen sein, der womöglich unter den beschriebenen Bedingungen falsch kalibriert wurde.4

Aus den vorhergehenden Erkenntnissen wird deutlich, dass es für das Bestehen in der sogenannten Wissensgesellschaft ebenfalls das geeignete Wissensmanagement und der damit einhergehenden Wissenskultur bedarf.

1.2 Ziel dieser Arbeit

Das Ziel dieser Arbeit ist es anhand von drei Fallstudien, Unternehmen zu untersuchen, die eine erfolgreiche Wissenskultur etabliert haben. Dabei werden zuerst grundlegende Begrifflichkeiten, die zum Verständnis beitragen sollen, erklärt. Anschließend werden die Beispiele auf deren verfolgte Ziele, benutzte Methoden sowie Werkzeuge und der organisatorischen Umsetzung analysiert. Zum Abschluss folgt eine kritische Würdigung des Themas.

2 Grundlegende Begrifflichkeiten

In diesem Abschnitt erfolgt die Vorstellung, der für das Verständnis wichtigen Nomenklatur. Die Betrachtung der 15 verschiedenen Werkzeuge und Methoden orientiert sich an den für das Modul AST81 ausgegebenen Skripten. Da der Umfang dieser Arbeit die Erläuterung aller Punkte nicht zulässt, werden die hierfür relevanten bei Auftreten und Bedarf5 in den Fallstudien kurz erklärt.

2.1 Wissensmanagement

In der Literatur lassen sich unterschiedliche Erklärungen für den Begriff finden: „A way of organizational life that enables and motivates people to create, share and utilize knowledge for the benefit and enduring success of the organization.“6

“a discipline that promotes an integrated approach to identifying, capturing, evaluating, retrieving and sharing all of an enterprise’s information assets”.7 Assets können im deutschen als Eigentum oder Besitz verstanden werden, der sich auf Datenbanken, Dokumente, Strategien sowie Erfahrungen und Fertigkeiten der Mitarbeiter bezieht.8

King et al. (2008) erklären Wissensmanagement als 5 Phasen Modell, welches folgendes beinhalten: das Kreieren, Validieren, Präsentieren, Verteilen und Verwenden von Wissen. Dieses Vorgehen ermöglicht es Organisationen, ihre Kernkompetenzen weiter zu vertiefen oder zu festigen.

Wissensmanagement sieht also alle Maßnahmen vor, die eine Aneignung von Wissen und dessen Weitergabe fördern, sodass ein bestmögliches Ergebnis erreicht werden kann.

Wissen stellt in diesem Abschnitt das beschriebene Eigentum beziehungsweise den Besitz dar.

2.2 Wissenskultur

Wissensmanagement funktioniert nur, wenn ein Unternehmen eine ausreichend ausgeprägte, wissensorientierte Kultur besitzt.9 Zur Erklärung der Problematik, die sich zu dem Thema Wissenskultur ergibt, folgt ein Zitat von Roger Chaddock, der als Associate Director bei der Computer Sciences Corporation arbeitet: „Obviously, there is a set of tools, such as Lotus Notes, intranets, etc., which you need to be knowledge- based. But Technology is only 20 percent of the picture. The remaining 80 percent is people. You have to get the culture right.“10

Daraus lässt sich ableiten, welchen Anteil die richtige Kultur im Unternehmen an der Erreichung der angestrebten Ziele hat.

Aus einer anderen Aussage geht hervor, dass Mitarbeiter in Unternehmen deren Wissen als Absicherung gegen Verlust ihres Arbeitsplatzes sehen, weswegen diese von einer Weitergabe des Guts abgeneigt sind.11

Die Etablierung der richtigen Kultur einer sogenannten Wissensgesellschaft stellt viele Firmen vor ein größeres Problem. Dieses ist nicht gelöst, indem die Herzen und Gemüter der Angestellten gewonnen werden. Vielmehr ist eine Analyse notwendig, die den Glauben sowie die Annahmen der kollektiven Gemeinschaft betrachtet. Erst wenn dies geschehen ist und ein Verständnis dazu aufgebaut wurde, ist der Betrieb fähig, Vorgehensweisen zu definieren, welche die angestrebte Kultur stärken und effektiver gestalten lässt.12

Diese Betrachtungsweise spiegelt sich auch in folgendem Zitat wieder: „Beeing a bank doesnt hold us back, but thinking like a bank does.“13

3 Fallstudien

In diesem Abschnitt der Arbeit werden drei Fallstudien erörtert, die sich mit dem Thema der wissensorientierten Kulturen beschäftigen. Dazu werden Beispiele der Unternehmen Allianz Versicherungs AG, Detecon International GmbH und der Robert Bosch GmbH beleuchtet. Dabei wird auf gesetzte Ziele, Methoden und Werkzeuge sowie auf die organisatorische Umsetzung eingegangen.

3.1 Allianz Versicherungs AG – Einführung eines Wissensmanagementsystems

Im Jahr 1998 beginnt das Unternehmen mit einem Projekt, das sich über sechs Jahre erstreckt, bis schlussendlich das Ziel erreicht wurde. Dabei handelte es sich um die Einführung eines Systems, das Fachinformationen abteilungsübergreifend speichert, verschlagwortet und verarbeitet. Zusätzlich ist es in der Lage, diese Informationen für alle Mitarbeiter in kürzester Zeit auffindbar zu machen.14

3.1.1. Problemstellung und Zielerläuterung

Mit der Einführung eines solchen Systems werden einige Probleme, die folgend zum Verständnis des Ziels erläutert werden, erschlagen.

In der Zeit vor dem Projekt mussten aufgrund einer dezentralen Organisationsstruktur, Dokumente häufig an jeden Mitarbeiter einzeln verteilt werden, was zeit- und arbeitsaufwendig war. Weiterführend waren Angestellte für das systematische Ablegen dieser Unterlagen verantwortlich, wobei es teilweise zum Schwund kam. Außerdem konnten kaum Zusammenhänge mittels Verweise oder ähnlichem hergestellt werden, da die bisher verwendeten Rechneranwendungen lediglich textbasiert gestaltet waren.15

Daraus ergibt sich das Ziel, der Einführung eines „[…] effizienten sowie elektronisch gesteuertem Wissensmanagementsystem […]“16, um die zuvor beschriebene Problematik zu beheben.

[...]


1 Vgl. Pinnow, 2013, S. 22

2 Als Beispiel für diese Betrachtungsweise sind Handys oder Computer anzuziehen.

3 Vgl. Pinnow, 2013, S. 23

4 Vgl. o.V. Focus Online, 2018

5 lediglich komplexe Methoden und Werkzeuge, die nicht allgegenwärtig sind

6 Oliver und Kandadi, 2006, S. 8

7 Tat und Hase, 2007, S.143 ff.

8 Vgl. Tat und Hase, 2007, S. 143 ff.

9 Vgl. Gronau et al., 2004, Vorwort

10 De Long und Fahey, 2000, S. 113

11 Vgl. De Long und Fahey, 2000, S. 113

12 Vgl. Teo, 2005, S. 147 ff.

13 De Long und Fahey, 2000. S. 124 ff.

14 Vgl. Geier und Krasser, 2004, S. 107

15 Vgl. Geier und Krasser, 2004, S. 108

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Wissensmanagement. Methoden der Etablierung einer erfolgreichen Wissenskultur in Unternehmen
Note
1,3
Autor
Jahr
2019
Seiten
15
Katalognummer
V470665
ISBN (eBook)
9783668960084
ISBN (Buch)
9783668960091
Sprache
Deutsch
Schlagworte
wissensmanagement, methoden, etablierung, wissenskultur, unternehmen
Arbeit zitieren
Armin Strecker (Autor), 2019, Wissensmanagement. Methoden der Etablierung einer erfolgreichen Wissenskultur in Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/470665

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