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Das Konzept der Staatsräson in Machiavellis "Der Fürst"

Titel: Das Konzept der Staatsräson in Machiavellis "Der Fürst"

Hausarbeit , 2016 , 15 Seiten

Autor:in: Marcus Graf (Autor:in)

Literaturwissenschaft - Allgemeines
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Machiavellis Werke, allen voran "Der Fürst", rufen meist zweierlei Reaktion herauf: Auf der einen Seite wird seine nüchterne Politikbetrachtung gepriesen, auf der anderen Seite wird genau diese Ansicht als unmoralisch und religionslos bezeichnet. Betrachtungsgegenstand dieser Arbeit soll die Frage nach der Verstrickung des Viergestirns aus virtù, fortuna, necessità und occasione mit Machiavellis Konzept der Staatsraison sein.

Dazu wird zunächst Machiavellis Konzept der Staatsraison im Fürsten betrachtet. Hierzu wird primär die Rolle des Fürsten in der Staatsgründung, sowie die Mittel zur Erhaltung des Staates behandelt. Der zweite Teil befasst sich mit dem "magischen Viereck". Dazu wird jedes der Elemente einzeln sowie in der Gesamtbetrachtung beleuchtet. Es ist anzunehmen, dass gerade für die Staatsgründung und Staatserhaltung das Viergestirn für den Fürsten als Herrscher eine wichtige Rolle spielt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Staatsraison

Der Staatsbegriff

Staatsgründung

Staatserhaltung

Religion

Militär

Zwischenfazit

„Das magische Viereck“

virtù

Necessità

fortuna

Occasione

Kritische Auseinandersetzung

Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Zusammenspiel der vier zentralen Konzepte – virtù, fortuna, necessità und occasione – und deren Bedeutung für Machiavellis Konzept der Staatsraison im Werk „Der Fürst“. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie diese Elemente das Handeln des Herrschers bestimmen und welche Rolle sie für die Gründung und dauerhafte Erhaltung eines Staates einnehmen.

  • Die systematische Analyse der Staatsraison als Rationalität der Selbsterhaltung.
  • Die Untersuchung der Rolle des „uomo virtuoso“ bei der Staatsgründung.
  • Die Bedeutung von Religion und Militär als Instrumente der Macht.
  • Die Wechselwirkung innerhalb des sogenannten „magischen Vierecks“.

Auszug aus dem Buch

virtù

Die virtù ist weniger ein direkt zu übersetzender Begriff (was, kommend von dem lateinischen Wort virtus, übersetzt so viel heißen würde wie Tüchtigkeit oder Tatkraft) als ein, wie Claudia Knauer schreibt, „politischer Begriff“. Weiterhin lässt sich der Begriff kaum verallgemeinern, da er eine Vielzahl von Bedeutungen umfasst, die je nach Übersetzung und Kontext variieren können. So reichen die Übersetzungen von „Fähigkeit“, „Wert“, „Größe“ zu „Anlage“, „Führereigenschaft“ oder auch „Verstand und Energie“. H. Münkler beschreibt die virtù als „Substanzialisierung der wichtigsten politischen Fähigkeiten“. König beschreibt sie „als die vollkommen auf sich selbst gestellte Energie der politischen Schlagkraft, als der wilde und ungebändigte Wille, sein Schicksal allzeit selber zu bestimmen und in der Hand zu halten.“

In „Der Fürst“ beschränkt sich die virtù vor allem auf den Fürsten (im Gegensatz zu den „Discorsi“, in denen Machiavelli primär auf die virtù des Volkes eingeht, die elementar ist um einen Staat zu erhalten und gedeihen zu lassen), der die Fähigkeit aufweist, einen Staat zu erheben und ihn zu führen. Unabhängig von der Herkunft oder Abstammung (Machiavelli führt sowohl Adelige als auch Bürgerliche wie z.B. F. Sforza als mit virtù ausgestattete Männer an) scheint die virtù eine angeborene Charakteristik zu sein, die sich darin ausprägt, dass derjenige Fürst, welcher sie besitzt, vom Volke auch als solcher akzeptiert wird. Ein solcher Fürst ist in der Lage seine Entschlüsse ohne Fremdbestimmung zu treffen und seiner Umgebung immer das eigene Gesetz des Handelns aufzuzwingen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Kontroverse um Machiavelli und Darlegung der Forschungsfrage bezüglich des Zusammenspiels von virtù, fortuna, necessità und occasione.

Staatsraison: Analyse von Machiavellis Konzept der Staatsraison, das primär auf die Selbsterhaltung des Staates jenseits traditioneller Moralvorstellungen ausgerichtet ist.

Der Staatsbegriff: Untersuchung des staatlichen Gebildes als Ausbeutungsinstrument des Herrschers und der zyklischen Natur der Geschichte.

Staatsgründung: Darstellung der Notwendigkeit des „uomo virtuoso“, der in Krisenzeiten einen Staat neu begründet.

Staatserhaltung: Analyse der präventiven Machtausübung durch den Fürsten, unter besonderer Berücksichtigung der Mittel Religion und Militär.

Religion: Betrachtung der Religion als zweckdienliches Instrument für den Erhalt und die Erweiterung der fürstlichen Macht.

Militär: Erörterung der Rolle des Wehrwesens als notwendige Stütze des Staates.

Zwischenfazit: Zusammenführung der Ergebnisse zur moraltranszendenten Erhaltungsmaxime des Fürsten.

„Das magische Viereck“: Detaillierte Betrachtung der Elemente des Viergestirns als Basis der politischen Handlungsfähigkeit.

virtù: Definition der virtù als politisches Kernkonzept der Durchsetzungsfähigkeit des Fürsten.

Necessità: Analyse der Notwendigkeit als treibender Handlungszwang in einer von Faktizität geprägten Politik.

fortuna: Einordnung des Schicksals als kalkulierbares Gefahrenpotential für den Staat.

Occasione: Betrachtung der Gelegenheit als notwendige Situation, in der die virtù erst wirksam werden kann.

Kritische Auseinandersetzung: Diskussion der verschiedenen Interpretationsansätze und des Einflusses historischer Kontexte auf die Machiavelli-Rezeption.

Resümee: Abschließende Synthese der multidirektionalen Kausalität der vier Konzepte innerhalb der Staatsraison.

Schlüsselwörter

Staatsraison, Machiavelli, Der Fürst, virtù, fortuna, necessità, occasione, Staatsgründung, Politische Macht, Realpolitik, Selbsterhaltung, Uomo virtuoso, Politische Philosophie, Herrschaftssicherung, Staatslehre

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das theoretische Zusammenspiel von vier zentralen Begriffen – virtù, fortuna, necessità und occasione – in Niccolò Machiavellis Hauptwerk „Der Fürst“.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Staatsraison als Prinzip der Selbsterhaltung, den Voraussetzungen für eine erfolgreiche Staatsgründung sowie den Instrumenten, die einem Herrscher zur Sicherung seiner Macht zur Verfügung stehen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist herauszuarbeiten, wie das sogenannte „magische Viereck“ der vier Begriffe das politische Handeln Machiavellis idealen Fürsten bestimmt und warum diese Konzepte für die Staatsraison fundamental sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und Interpretation von Machiavellis Primärtexten sowie maßgeblicher Sekundärliteratur, um die theoretischen Konzepte in ihrem historischen und politischen Kontext zu beleuchten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Machiavellis Verständnis der Staatsraison und eine detaillierte Analyse jedes Elements des „magischen Vierecks“ sowie deren wechselseitiger Abhängigkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Begriffe sind Staatsraison, virtù, fortuna, necessità, occasione, Realpolitik und Machtpolitik.

Wie definiert Machiavelli laut Arbeit den Staat?

Machiavelli sieht den Staat nicht als moralische Gemeinschaft, sondern als Herrschaftsgebilde, dessen oberster und einziger Imperativ das eigene Überleben und die Selbsterhaltung ist.

Warum ist die virtù für den Fürsten entscheidend?

Sie befähigt den Fürsten, die notwendigen Handlungszwänge (necessità) zu erkennen, auf das Glück (fortuna) zu reagieren und die passende Gelegenheit (occasione) für den Machterhalt zu nutzen.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Konzept der Staatsräson in Machiavellis "Der Fürst"
Autor
Marcus Graf (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
15
Katalognummer
V470696
ISBN (eBook)
9783668945920
ISBN (Buch)
9783668945937
Sprache
Deutsch
Schlagworte
konzept staatsräson machiavellis fürst
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marcus Graf (Autor:in), 2016, Das Konzept der Staatsräson in Machiavellis "Der Fürst", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/470696
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Leseprobe aus  15  Seiten
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