Die Digitalisierung hat die Welt zu einem Dorf gemacht. Doch das Herz der Digitalisierung schlägt vor allem in den Städten. Wie sieht es dagegen auf dem Land aus? Oft sind die Vorteile der digitalen Transformation in ländlichen Regionen noch nicht nutzbar.
Ingo Knoll erläutert die Situation der ländlichen Regionen am Beispiel von Oberfranken. Er stellt Methoden und Prozesse der Digitalisierung vor, die die Mobilität, Nahversorgung, Verwaltung und Gesundheitsversorgung auf dem Land verbessern können.
Welche Chancen bietet die digitale Transformation für ländliche Regionen? Welche Hürden ergeben sich bei der Etablierung von Smart Cities auf dem Land? Der Autor klärt die wichtigsten Fragen und gibt Handlungsempfehlungen für Bund und Länder, damit die digitale Transformation auch im ländlichen Raum gelingen kann.
Aus dem Inhalt:
- E-Mobilität;
- Smart Home;
- Open Data;
-Apps;
- E-Health
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Das Kapitel eins
1.2 Warum die Situation auf dem Land besorgniserregend ist
1.2.1 Bevölkerungsrückgang
1.2.2 Überalterung
1.2.3 Verschuldung
1.2.4 Keine schulische Chancengleichheit für Landkinder
1.2.5 Der „Gelbe Westen“-Aufstand in Frankreich
1.3 Der Traum vom Leben in der Landidylle
1.4 Digitalisierung als Allheilmittel?
1.4.1 Megatrends bestimmen unser Leben
1.5 Eine neue Idee: Digitale Transformation ländlicher Regionen
2 Smart City Konzepte als Vorläufer und Wegbereiter der Smart Country Side
2.1 Top Down: Die Konzepte der Smart Cities und ihr Einfluss auf die Smart Country Side
2.1.1 Alphabet (Google) baut eine ganze smarte Stadt neu auf
2.1.2 Fraunhofer erweitert den Smart City Ansatz
2.1.3 Das Smart City Wheel
2.1.4 Oracle made Smart City
2.1.5 bitkom-Ansatz
2.1.6 Der nationale IT-Gipfel
2.2 Smart City versus Smart Region: Unterschiede und Gemeinsamkeiten
3 Der Weg zur digitalen Transformation des ländlichen Raumes
3.1 Was man unter „ländlichem Raum“ verstehen kann
3.2 Was man unter „Digitaler Transformation“ verstehen kann
3.2.1 Digitalisierung - Disruption - Arbeitsplatzabbau
3.3 Smarte Begriffsvielfalt
3.3.1 Definition von „smart“
3.4 Die Politik als Impulsgeber digitaler Transformationsprozesse
3.4.1 Digitale Transformation im Fokus von Politik und Wirtschaftsförderung
3.4.2 Unterstützungsprogramme auf Europa-, Bundes- und Landesebene
3.4.3 Bled Declaration for a Smarter Future of the Rureal Areas in EU
3.4.4 Bundeskabinett für gleichwertige Lebensverhältnisse in Deutschland
3.4.5 Aktionsbündnis „Leben auf dem Land“
3.4.6 Förderprojekte des Freistaates Bayern
3.4.7 Wettbewerb Digitales Dorf: Handlungsfelder
4 Ausgewählte Handlungsfelder der regionalen digitalen Transformation
4.1 Leistungsfähige digitale Infrastruktur
4.1.1 Kann der flächendeckende Breitbandausbau hin zu Gigabit-Netzen als Teil der digitalen Transformation die ländlichen Regionen retten?
4.2 Die Bedeutung der mobilen Datennetzwerke
4.2.1 Kann der flächendeckende Mobilfunknetzausbau hin zu 5G-Netzen als Teil der digitalen Transformation die ländlichen Regionen retten?
4.3 E-Mobilität und Transport
4.3.1 Integrierten Leitstelle für Notfallversorgung, Medizinverkehr und ÖPNV (ILSE)
4.3.2 Fifty-Fifty-Taxi-App für junge Leute
4.3.3 Das Auto vom Nachbarn mieten
4.3.4 Bad Birnbach - Erste autonome Buslinie Deutschlands
4.3.5 Ideenwettbewerb MobiDig
4.3.6 2.100 autonom fahrende Kleinbusse für den Landkreis Kronach
4.3.7 Mobilität in der vierten Dimension: blockchain-fähige multimodale Plattformen
4.3.8 Kollidiert der Data Lake mit dem Datenschutzrecht?
4.3.9 Kann die Einführung der E-Mobilität als Teil der digitalen Transformation die ländlichen Regionen retten?
4.4 E-Health
4.4.1 Oberfranken als Telemedizin-Vorreiter in Deutschland
4.4.2 E-Nurses für Hochfranken
4.4.3 DIGI-ORT - DIGItale medizinisch-pflegerische Versorgung im Oberen RodachTal
4.4.4 Dr.Watson ist niemals krank
4.4.5 Kann die Einführung von E-Health-Konzepten als Teil der digitalen Transformation die ländlichen Regionen retten?
4.5 Smart Home und Ambient Assisted Living
4.5.1 Tirschenreuth setzt auf digitale Wohnberatung für Senioren
4.5.2 Dorfgemeinschaft 2.0 – Das Alter im ländlichen Raum hat Zukunft
4.5.3 Ausblick der Wearable-und Invisible-Technologie
4.5.4 Können die Konzepte für Smart Home und AAL als Teil der digitalen Transformation die ländlichen Regionen retten?
4.6 Nahversorgung und Einzelhandel
4.6.1 Der mobile Dorfladen der Steinwald-Allianz
4.6.2 Digitale Einkaufsstadt Coburg
4.6.3 Genussregion Coburg - Homepage für regionale Erzeugnisse
4.6.4 Digitaler Dorfladen in Oberfranken
4.6.5 Ein unbemannter und autonom fahrender „24/7 Hour Store“
4.6.6 Emmasbox - Online Lebensmittel. Offline abholen.
4.6.7 Können die digital gestützten Konzepte der Nahversorgung als Teil der digitalen Transformation die ländlichen Regionen retten?
4.7 E-Government und Open Data
4.7.1 Musterland Estland - digitale Pioniere
4.7.2 Open Data
4.7.3 BayernAtlas – Landkreis Kulmbach
4.7.4 Können die Konzepte für E-Government und Open Data als Teil der digitalen Transformation die ländlichen Regionen retten?
4.8 Open Government und E-Partizipation
4.8.1 Mängelmelder der Stadt Bayreuth
4.8.2 DorfNews - Mitteilungsblatt in digitaler Form
4.8.3 Können die Konzepte für Open Government und E-Partizipation als Teil der digitalen Transformation die ländlichen Regionen retten?
4.9 Schulung, Ausbildung, e-Learning und Digitale Teilhabe
4.9.1 Digitale Teilhabe ist unumgänglich
4.9.2 Wie kommt man an die „digital Abseitsstehende“ heran?
4.9.3 IHK Coburg trainiert Oberfranken für die digitale Welt
4.9.4 Bildungsangebote für Ältere im Landkreis Tirschenreuth
4.9.5 Der „digitale Enkel“ hilft Senioren, wenn es beim Smartphone klemmt
4.9.6 Ostwestfalen-Lippe (OWL) mit Leuchtturmprojekt für digitale Kompetenzen
4.9.7 Digitalisierung und die „Facing Fears“
4.9.8 School of Distance Learning auf den Ostfriesischen Inseln
4.9.9 E-Learing im universitären Umfeld
4.9.10 Pädagogik-Modellprojekt in Oberfranken: die vierte Kulturtechnik
4.9.11 Können die Konzepte für digital gestützte Ausbildung als Teil der digitalen Transformation die ländlichen Regionen retten?
4.10 Arbeit und Wirtschaft
4.10.1 Förderprogramme
4.10.2 Coworking-Spaces
4.10.3 CoWorkLand - arbeiten, wo andere Urlaub machen
4.10.4 Schaltzentrale in Bad Berneck
4.10.5 Lagarde1 in Coburg
4.10.6 Können die Konzepte wie Telearbeit und Coworking-Spaces als Teil der digitalen Transformation die ländlichen Regionen retten?
4.11 Tourismus
4.11.1 Mit QR-Tour auf Entdeckungsreise durchs Land
4.11.2 Touristische Plattformen präsentieren die Region
4.11.3 Mit virtueller Realität das Land entdecken
4.11.4 Kronach topplatziert bei Instagram
4.11.5 Können neue digitalisierte Tourismuskonzepte als Teil der digitalen Transformation die ländlichen Regionen retten?
4.12 Landwirtschaft
4.12.1 Stadtbewohner bewirtschaften Feldparzellen mit einem Mausklick von zuhause
4.12.2 Digitaler B2B-Marktplatz für regionale Produkte
4.12.3 Marktschwärmer - ein Wochenmarkt in jeder Region
4.12.4 Digital smart Farming
4.12.5 Schrittzähler für Kühe – wie Digitalisierung in den Ställen Tierwohl verbessert
4.12.6 Digitalisierung in der Feldbewirtschaftung
4.12.7 Kann eine digitalisierte Landwirtschaft als Teil der digitalen Transformation die ländlichen Regionen retten?
4.13 Grüne Energie, Smart Energy Grids und weitere Energiethemen
4.13.1 Smart Energy Grids
4.13.2 Solarpotentialkataster im Landkreis Bayreuth
4.13.3 Energieeinsparung - Straßenlaternen ausschalten
4.13.4 Kann eine digitalisierte Energiewirtschaft als Teil der digitalen Transformation die ländlichen Regionen retten?
4.14 Kunst und Kultur
4.14.1 Können kulturelle Plattformen als Teil der digitalen Transformation die ländlichen Regionen retten?
4.15 Spezielle Plattformen zur Bürgerkommunikation
4.15.1 Fernuniversität Hagen entwickelt Senioren-App 55+
4.15.2 Können Bürgerplattformen als Teil der digitalen Transformation die ländlichen Regionen retten?
5 Chancen und Hindernisse des Transformationsprozesses
5.1 Chancen der Digitalen Transformation für ländliche Räume
5.1.1 Digitales Grünbuch der Stadt Arnsberg
5.2 Hindernisse auf dem Weg zum Digitalen Dorf
5.2.1 Vereinfachtes Reifegradmodell
5.2.2 Unterschiedliche Motivationen der Treiber einer Digitalen Agenda
5.2.3 Digitale Transformation erfordern Integrierte Ländliche Entwicklungskonzepte
5.3 Die Digitalisierung ist kein Allheilmittel
5.3.1 Österreich schreitet mit dem Masterplan ländliche Regionen voran
5.3.2 Gleichwertige Lebensverhältnisse mithilfe der Digitalisierung?
5.3.3 Mit Smart City und künstlicher Intelligenz zum totalen Überwachungsstaat?
5.4 Perspektiven für die Zukunft
5.4.1 Cyber-Humanismus als digitaler Mindset des 21. Jahrhunderts
6 Ausblick
6.1 Benchmarking für Smarte Städte und Regionen
6.2 Fragenkatalog - teilstrukturiertes Interview
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, zu prüfen, inwieweit die digitale Transformation dazu beitragen kann, die Herausforderungen ländlicher Regionen wie Oberfranken zu bewältigen und somit einen Beitrag zur "Rettung" dieser Gebiete zu leisten.
- Sozioökonomische Disparitäten zwischen Stadt und Land
- Methoden und Prozesse der Digitalisierung im ländlichen Raum
- Analyse und Bewertung spezifischer Handlungsfelder wie Mobilität, Gesundheit und Bildung
- Herausforderungen, Chancen und Hindernisse bei Digitalisierungsprojekten
- Handlungsempfehlungen für Politik und Verwaltung
Auszug aus dem Buch
Warum die Situation auf dem Land besorgniserregend ist
Kurz nach seinem Rücktritt vom Amt des SPD-Parteichefs und Kanzlerkandidaten sagte Sigmar Gabriel in einem stern-Interview: „Unser Land fällt ja wirklich immer mehr auseinander. Nicht nur in Arm und Reich, auch in Stadt und Land. In den Großstädten fehlt es an bezahlbaren Wohnungen, und auf dem Land gibt es häufig nicht mal mehr eine Bushaltestelle, keine Grundschulen, keinen Supermarkt, keinen Arzt und keine Apotheke. Die Menschen fühlen sich dort im Stich gelassen.“ (stern 2017)
Viele städtische Regionen in Deutschland profitieren von und leiden gleichermaßen unter hohen Bevölkerungs-Zuwachsraten („Landflucht“, Migration). Urbanisierung und Verstädterung gilt als einer der Megatrends, auch europa- und weltweit. Nach einer Berechnung der United Nations/DESA hat sich zwischen 1950 und 2015 der weltweite Anteil der Stadtbevölkerung von 26,6% auf 54,0% erhöht und ist durch das Bevölkerungswachstum absolut von 746 Mio. auf 3.960 Mio. Einwohner explodiert. „Das Leben“ spielt sich zwangsläufig immer mehr in den Städten und Ballungsgebieten ab, die die Aufmerksamkeit von Investoren, Architekten und Planern auf sich ziehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert die wachsende Disparität zwischen städtischen Ballungsräumen und ländlichen Regionen, wobei die Digitalisierung als potenzielles Instrument zur Revitalisierung untersucht wird.
2 Smart City Konzepte als Vorläufer und Wegbereiter der Smart Country Side: Das Kapitel analysiert bestehende Smart-City-Konzepte aus Megacities und prüft deren Übertragbarkeit auf ländliche Räume zur Entwicklung einer "Smart Country Side".
3 Der Weg zur digitalen Transformation des ländlichen Raumes: Hier werden zentrale Begrifflichkeiten geklärt und die Rolle der Politik als Impulsgeber bei der Förderung gleichwertiger Lebensverhältnisse im gesamten Bundesgebiet beleuchtet.
4 Ausgewählte Handlungsfelder der regionalen digitalen Transformation: Das Kapitel erläutert detailliert 15 verschiedene Problembereiche in ländlichen Regionen und analysiert mögliche Digitalisierungsstrategien in Feldern wie Mobilität, Gesundheit und Landwirtschaft.
5 Chancen und Hindernisse des Transformationsprozesses: Die Untersuchung fasst die Potenziale der Digitalisierung zusammen, adressiert aber kritisch die existierenden Hürden und diskutiert die Frage, ob Digitalisierung tatsächlich ein Allheilmittel darstellt.
6 Ausblick: Es wird ein Instrumentarium für ein Benchmarking smarter Regionen vorgestellt und ein Fragenkatalog für teilstrukturierte Interviews präsentiert, um zukünftige Digitalisierungsvorhaben besser bewerten zu können.
Schlüsselwörter
Digitale Transformation, Ländlicher Raum, Oberfranken, Smart City, Smart Country Side, Daseinsvorsorge, Demografischer Wandel, Breitbandausbau, E-Health, E-Mobilität, Regionale Entwicklung, Digitalisierungsprojekte, Infrastruktur, Soziale Teilhabe, Politiksteuerung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob und wie die digitale Transformation dabei helfen kann, ländliche Regionen – am Beispiel von Oberfranken – zu revitalisieren und gegen Herausforderungen wie Bevölkerungsrückgang und Überalterung zu wappnen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Infrastruktur, Mobilität, Gesundheitsversorgung (E-Health), Bildung, Nahversorgung und digitale Teilhabe in ländlich geprägten Räumen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Prüfung, ob die digitale Transformation geeignete Instrumente liefert, um Hürden für die Revitalisierung ländlicher Regionen abzubauen und gleichwertige Lebensverhältnisse zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse, der Auswertung aktueller Studien sowie der Analyse konkreter Fallbeispiele für Digitalisierungsprojekte, ergänzt durch Expertenbefragungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert 15 spezifische Handlungsfelder ländlicher Regionen, bewertet den Erfolg oder das Scheitern bestehender Projekte und diskutiert politische sowie technologische Rahmenbedingungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Digitale Transformation, ländlicher Raum, Daseinsvorsorge, Smart Country Side, E-Health, E-Mobilität und Demografischer Wandel.
Warum wird speziell das Beispiel Oberfranken gewählt?
Oberfranken wird als Beispiel für eine Region mit einer hohen Industriedichte, aber gleichzeitig ausgeprägtem Bevölkerungsrückgang und infrastrukturellen Problemen in ländlichen Teilen angeführt.
Welche Hürden identifiziert der Autor bei Digitalisierungsprojekten?
Der Autor nennt unter anderem fehlende langfristige Strategien, mangelnde finanzielle Ressourcen, unzureichende Einbindung lokaler Akteure sowie das Fehlen von Geschäftsmodellen, die über die reine Förderprojektphase hinaus Bestand haben.
- Quote paper
- Ingo Knoll (Author), 2019, Digitale Transformation in ländlichen Regionen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/470763