Die Bevölkerung weltweit wird immer älter. Steigendes Lebensalter bedeutet jedoch nicht immer ein qualitatives langes Leben. Die Bekämpfung und Senkung von Erkrankungen ist daher eine der zentralen Herausforderungen, welche durch eine eigenständige und gesundheitsbewusste Art der Lebensgestaltung erreicht werden könnten. Aus diesem Grund fördern viele internationale Gesundheitsorganisationen die Entwicklung von mobilen und elektronischen Hilfsmitteln, welche Menschen dazu bringen sollen, sich mehr mit Gesundheitsthemen auseinanderzusetzen und einen bewussten, gesundheitsfördernden Lebensstil zu führen. In dieser Arbeit wird die Gesundheitskommunikation am Beispiel der Applikation Runtastic untersucht.
Gerade in der digitalen Welt wird ein großes Spektrum an Gesundheitsapps und -Gadgets angeboten. Die Funktionalität solcher Anwendungen geht dabei weit über die Messung der Fitnessaktivitäten und das Selbsttracking hinaus, denn die Nutzer wollen auch unterhalten werden. Sport treiben wird durch Communities und die Verknüpfung mit sozialen Netzwerken zum Spiel und Wettbewerb gemacht. Erfolge und Leistungen werden unter den Gleichgesinnten geteilt, geliket, kommentiert, weitergeleitet, kritisiert und diskutiert.
In dieser Arbeit wird die Gesundheitskommunikation anhand einer qualitativen Inhaltsanalyse von fünf Leitfadeninterviews untersucht. Dazu wurden fünf freiwillige Experten befragt, die die Runtastic App aktiv seit einer längeren Zeit nutzen und zum Teil Premium Mitglieder sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlage
2.1. Begriffserklärung und Fragestellung
2.2. Beschreibung und Funktionalität der Runtastic GPS Lauf App
2.3. Korpus und Methode
3. Analyse
3.1. Massenmediale Kommunikation / Internetauftritt
3.2. Intrapersonale Kommunikation / Selbstkontrolle
3.3. Interpersonelle Kommunikation / Umweltkontrolle
4. Interpretation
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Gesundheitskommunikation am Beispiel der Fitness-Applikation Runtastic und analysiert mittels einer qualitativen Inhaltsanalyse von Experteninterviews, wie soziale Interaktionen innerhalb der App und verknüpfter Netzwerke das Nutzungsverhalten sowie die Trainingsmotivation beeinflussen.
- Einfluss von Gamification-Elementen auf das Nutzerverhalten
- Mechanismen der intrapersonalen Selbstkontrolle durch Tracking-Daten
- Soziale Dynamiken und interpersonelle Kommunikation in Fitness-Communities
- Die Rolle der Gesundheitskommunikation im E-Health-Kontext
- Potenziale und Risiken durch Leistungsdruck und soziale Vergleiche
Auszug aus dem Buch
3.1. Massenmediale Kommunikation / Internetauftritt
Kategorie Massenmediale Kommunikation lässt sich am besten an dem medialen Auftritt der App erklären. Die App präsentiert sich im Internet mithilfe der Webseite, aber viel mehr im App Store oder mit den offiziellen Seiten in den sozialen Netzwerken, z.B.:
„[...] deswegen habe ich im Play Store, [...] da habe ich einfach geschaut, was da für Apps gibt und da habe ich die Runtastic App entdeckt. Sie war ganz oben halt, weil sie populär ist und bekannt. Ja das war der Grund eigentlich, weshalb ich Runtastic App (runtergeladen habe) ... [...]“ (Interview 3, S.11, Zeilen 283-286)
Durch die Verfolgung der Seite oder des Accounts der App bei den sozialen Netzwerken, wird den Usern vorgeschlagen die Updates, News und andere Informationen bezüglich der App zu bekommen. Dafür müssen die Interessenten die Seite finden, diese abonnieren, liken oder teilen. Diese Vorinformationsphase spielt eine große Rolle bei der Entscheidung der User, die App zu installieren, das haben 3 aus 5 Interviewten ausgesagt, z.B.:
„[...] bin ich auch bei Facebook angemeldet in einer Gruppe darüber... und dann bekommt man natürlich, wenn bei Facebook ... bestimmte Vorschläge zu anderen Gruppen und da [...] bin ich dann auf diese Runtastic App aufmerksam geworden und bin bei dieser Gruppe erstmal beigetreten und hab dann erste Kontakte geknüpft, hab dann mich mit Leuten mich da ausgetauscht, wie sie diese App nutzen, wie ich die optimaler Weise nutzen kann und da schon so bisschen Vorarbeit geleistet, mir dann die App runtergeladen... [...]“ (Interview 2, S.6, Zeilen 146-152)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den demografischen Wandel sowie die zunehmende Bedeutung von E-Health und Fitness-Apps für die Gesundheitsförderung und skizziert das Forschungsziel anhand der App Runtastic.
2. Theoretische Grundlage: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie E-Health und Gesundheitskommunikation, beschreibt die Funktionalitäten der App Runtastic und erläutert die methodische Vorgehensweise der qualitativen Inhaltsanalyse.
3. Analyse: Im Hauptteil werden die durchgeführten Experteninterviews ausgewertet und in die Kategorien massenmediale Kommunikation, intrapersonale Kommunikation sowie interpersonelle Kommunikation unterteilt.
4. Interpretation: Die Analyseergebnisse werden zusammengeführt, um die drei identifizierten Kommunikationsebenen im Kontext der Runtastic-App und deren Auswirkungen auf die Nutzer zu interpretieren.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet das Potenzial von Fitness-Apps zur Motivationssteigerung sowie die damit verbundenen Risiken wie Leistungsdruck und Privatsphäreverlust.
Schlüsselwörter
Gesundheitskommunikation, Runtastic, Fitness-App, E-Health, Qualitative Inhaltsanalyse, Experteninterviews, Selbstkontrolle, Interpersonelle Kommunikation, Trainingsmotivation, Gamification, Community, Social Networking, Internetauftritt, Leistungsdruck, Sport
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie digitale Gesundheitsanwendungen, spezifisch die App Runtastic, die Gesundheitskommunikation und das Trainingsverhalten von Nutzern durch soziale Funktionen beeinflussen.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?
Die Schwerpunkte liegen auf der Schnittstelle von mobiler Fitness-Technologie, digitaler Kommunikation, psychologischer Selbstmotivation und sozialem Austausch in Online-Communities.
Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu verstehen, wie Fitness-Apps durch Community-Features und Gamification die Gesundheitskommunikation prägen und welche Auswirkungen dies auf die Motivation und den Trainingsalltag der Nutzer hat.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin verwendet eine qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring, basierend auf fünf leitfadengestützten Experteninterviews mit aktiven Runtastic-Nutzern.
Was wird im Hauptteil des Dokuments behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Kommunikationsebenen: massenmediale Darstellung, intrapersonale Selbstkontrolle und interpersonelle Interaktion innerhalb von Sport-Communities.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich am treffendsten durch Begriffe wie Gesundheitskommunikation, Fitness-App-Nutzung, digitale Selbstkontrolle, Community-Interaktion und Motivationsfaktoren beschreiben.
Wie beeinflusst das Feature des "Live-Anfeuerns" das Training der Nutzer?
Die befragten Experten geben an, dass das "Live-Anfeuern" als starke akustische Motivation dient, die ihnen in Phasen körperlicher Erschöpfung hilft, das Training fortzusetzen oder sogar das Tempo zu steigern.
Welche negativen Aspekte der App-Nutzung werden im Fazit besonders hervorgehoben?
Die Studie identifiziert insbesondere den sozialen Leistungsdruck, das Risiko einer Überforderung bei labileren Persönlichkeiten sowie Bedenken hinsichtlich des Verlusts der Privatsphäre als kritische Gegenpole zur Motivationssteigerung.
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- Irina Kontorovich (Autor), 2019, Gesundheitskommunikation durch die Fitness Applikation Runtastic, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/470936