Gesundheitskommunikation durch die Fitness Applikation Runtastic


Hausarbeit (Hauptseminar), 2019
34 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlage
2.1. Begriffserklärung und Fragestellung
2.2. Beschreibung und Funktionalität der Runtastic GPS LaufApp
2.3. Korpus und Methode

3. Analyse
3.1. Massenmediale Kommunikation /Internetauftritt
3.2. Intrapersonale Kommunikation / Selbstkontrolle
3.3. Interpersonelle Kommunikation / Umweltkontrolle

4. Interpretation

5. Fazit

Literatur

Anhang

1. Einleitung

Die Bevölkerung der ganzen Welt wird immer älter. Steigendes Lebensalter bedeutet nicht immer ein qualitatives langes Leben, sondern häufiger auch die Zunahme der Anzahl von Menschen mit chronischen Erkrankungen oder sogenannten Non Communicable Diseases (WHO, 2018). Bekämpfung und Senkung solcher Erkrankungen ist eine der zentralen Herausforderungen im 21. Jahrhundert, welche durch eine eigenständige und gesundheitsbewusste Art der Lebensgestaltung erreicht werden könnten. Aus diesem Grund fördern viele internationale Gesundheitsorganisationen die Entwicklung von mobilen und elektronischen Hilfsmitteln, welche Menschen dazu bringen sollen, sich mehr mit Gesundheitsthemen auseinanderzusetzen und einen bewussten gesundheitsfördernden Lebensstill zu führen (Vgl. Zeitel-Bank / Bösl, 2016, S. 1).

In der heutigen digitalen Welt wird auf dem mHealth und eHealth Markt ein großes Spektrum an Gesundheitsapps und -Gadgets angeboten: „Täglich strömen mehr als 200 neue Apps auf den Markt, davon zählen Health und Fitness Apps zu der am schnellsten gewachsenen Kategorien" (Zeitel-Bank / Bösl, 2016, S. 2). Die Funktionalität solcher Anwendungen geht dabei weit über die Messung der Fitnessaktivitäten und das Selbsttracking hinaus. Die Nutzer müssen unterhalten werden. Sport treiben wird durch Communities und Verknüpfung mit sozialen Netzwerken zum Spiel und Wettbewerb gemacht (Vgl. Ebd.). Erfolge und Leistungen werden unter den Gleichgesinnten geteilt, geliket, kommentiert, weitergeleitet, kritisiert, diskutiert usw. Viele solcher Apps besitzen daher auch offizielle Gruppen und Communities in sozialen Netzwerken, dazu gehören z.B. Noom, Komoot, Freeletics und die für diese Arbeit ausgewählte App, Runtastic (Vgl. Ebd.).

Runtastic verknüpft in der App Mobile Applications, Social Networking und Gamification. Nicht nur GPS Tracking mobiler Fitnessaktivitäten steht im Vordergrund. Die App fordert auf, ein aktives Mitglied der Community zu werden, Erfolge und Trainingsvorgänge mit anderen zu teilen, aber auch die von den Anderen aktiv zu kommentieren, Gruppen erstellen und beitreten, Bilder und Beiträge zu posten. Aktive Nutzung der Social-Networking-Seite der App ist neben der GPS Tracking Seite ein wichtiger Teil dieser Applikation, auch während des Trainings. Hier werden für mich die im Seminar behandelte Themen der Kommunikation und der Mobilität vereint. In dieser Arbeit wird Gesundheitskommunikation anhand von 5 Leitfadeninterviews untersucht. Es werden im ersten Teil der Arbeit theoretische Grundlagen und die Methodik der Untersuchung dargestellt, im Hauptteil wird die Inhaltsanalyse der Interviews präsentiert und abschließend werden die Erkenntnisse der Miniforschung mit einem nachfolgenden Fazit vorgestellt.

2.1. Begriffserklärung und Fragestellung

In diesem Kapitel werden zwei für diese Arbeit wichtige Fragen beantwortet:

- Was ist Ε-Health und was ist dessen Bedeutung für die Gesundheitskommunikation?
- Wieso haben Fitness Apps neben rein sportlichen Features, wie zum Beispiel Schritte messen und die Länge der Strecke anzeigen, zusätzliche Kommunikationselemente und welche Funktionen tragen diese?

Der Begriff Ε-Health existiert noch nicht allzu lange, er wurde erst im Jahr 1997 im wissenschaftlichen Kontext verwendet (Vgl. Tautz 2002, S. 24). Es gibt bis heute keine universelle Definition des Begriffs (Vgl. Ebd.). Jedoch hat Eysenbach eine brauchbare Definition herausgearbeitet, in der Ε-Health „eine technische Entwicklung, sondern auch eine [...] (besondere) Denkweise, Einstellung und Verpflichtung zu vernetzten! und globalem Denken, um die Gesundheitsversorgung [...] durch den Gebrauch von Informations- und Kommunikationstechnologie zu verbessern (Tautz 2002, S. 25, zitiert nach Eysenbach 2001, S. 2) darstellt. Der Bereich der Ε-Health wächst heutzutage rasant aufgrund der wachsendeT Alterung der Menschen und nötiger Prävention der Non Communicable Diseases.

In diesem digitalen Gebiet der Ε-Health findet auch eine Art der Kommunikation statt, die einige Besonderheiten vorweist und zu der bis heute nicht allzu viel geforscht wurde. Die Kommunikation im Bereich Ε-Health wird Gesundheitskommunikation genannt. „Gesundheitskommunikation bezeichnet (...) den direkten, durch Sprache und Interaktion vermittelten und den indirekten, durch technische Medien vermittelten Austausch von Wissen, Meinungen und Gefühlen'" (Tautz 2002, S. 26, zitiert nach Jazbinsek 2000).

Studien haben nachgewiesen, dass Menschen ein gewisses Bedürfnis der Selbstbestimmung und Umweltkontrolle haben (Vgl. Ryen / Deci, 2000; Wallston, 1992). „Somit spielen Gesundheitsapps, die die Persönlichkeitsebene erfassen, eine zentrale Rolle, da diese die Chance bieten, eigenbestimmt den Erfolg festzulegen und auch Verhaltensänderungen herbeizuführen" (Zeitel-Bank / Bösl, 2016, S. 4). Eine übergeordnete Rolle spielt dabei der Austausch auf der interpersonellen Ebene durch Tools wie Chats,

Gruppen oder Kommentarleisten (Vgl. Schorr 2014, S.17f.). Schon in der Beschreibung der App im Play Store oder im App Store wird von den Entwicklern ein Statement gesetzt, dass „das Erlebte oder Vollbrachte mit Freunden oder zumindest der Internetcommunity zu teilen" (Zeitel-Bank / Bösl, 2016, S. 4). Dabei stehen Gamification Elemente im Vordergrund: Spaß darf neben dem Ziel der Selbstoptimierung nicht fehlen (Vgl. Ebd.). Die Effektivität der Vorgehensweise dieser Fitnessapps wurde in einigen Studien aus den USA bereits bewiesen. Diese steuern zur Steigerung der Aktivität der User im Alltag bei (Vgl. Baumann et al. 2015). Dieser Austausch von Wissen, Meinungen und Gefühlen und die Art und Weise, wie diese in der Alltagspraxis vermittelt werden, werden in dieser Arbeit mithilfe qualitativer Inhaltsanalyse der Experteninterviews untersucht. Auch das oben erwähnte Phänomen (die Wichtigkeit der intrapersonalen und interpersonellen Kommunikation, sowie Bedürfnis der Selbstbestimmung und Umweltkontrolle) wird mithilfe der Interviews überprüft. Die Methodologie der Durchführung dieser Analyse, sowie erklärende Worte zum Korpus, werden in den folgenden Kapiteln behandelt.

2.2. Beschreibung und Funktionalität der Runtastic GPS Lauf App

Die Runtastic GmbH ist ein österreichisches Unternehmen, das seit dem Jahr 2009 im Bereich Soft- und Hardwareentwicklung der Fitnessbranche tätig ist. Im Jahr 2015 ist Runtastic ein Tochterunternehmen der Adidas AG geworden. Heute besitzt das Unternehmen ca. 20 Health & Fitness Smartphone Apps, die davon erfolgreichste und für diese Arbeit Relevante ist die gleichnamige Applikation Runtastic GPS Lauf App.

„Teile deine Aktivitäten mit Freunden, entdeckte neue Laufrouten und erreiche deine Fitnessziele! Lass dich bei deinem nächsten Lauf von Runtastic begleiten [...]" steht in der Beschreibung der App im App Store. Eine Tracking App mit GPS Funktion reicht den Kunden heutzutage lange nicht mehr aus, um eine App runterzuladen. Daher hat Runtastic viel mehr als nur GPS Live-Tracking anzubieten und zwar sind das Gamification und Community Elemente.

Da die gesamte Funktionalität nirgendwo explizit beschrieben ist, wird in dieser Arbeit die Funktionalität der Runtastic App als erstes aus dem Blog des Runtastic Unternehmen gezogen (Runtastic Blog DE, 2017) und aus den Erfahrungen der Experten, also die Erkenntnisse zur Funktionalität aus den Interviews. Mithilfe dieser zwei Instrumente lassen sich folgende Funktionalitäten der App beschreiben:

- Profil erstellen - Name, Alter, Erfahrungsniveau eingeben, etwas über sich erzählen u.a.;
- Freunde hinzufugen - die App bietet die Möglichkeit an, über die App selbst Freunde hinzufügen und zur App einzuladen. Diese werden aus dem Handy Telefonbuch oder den Facebook Kontakten gezogen und angezeigt;
- Gruppen & Communities beitreten (in der App, sowie offizielle Runtastic Gruppen bei Facebook);
- Rangliste - bietet an, sich mit Freunden zu vergleichen, setzt Wettbewerbselemente ein;
- Newsfeed, Aktivitäten der Anderen verfolgen, Kommentieren, Bewerten, Teilen;
- Vor, während und nach dem Training Beiträge verfassen und online stellen, Live-Reaktion erhalten;
- Story Running - die App schlägt dem Läufer vor, verschiedene „Missionen" während des Laufens zu erfüllen, „in neue Welten eintauchen" (Runtastic Blog DE, 2017);
- Live Tracking Funktion - dabei ist nicht nur die Messung der Aktivitäten gemeint, sondern eine Live-Verfolgung dieser Aktivitäten von anderen Nutzern. Beim Anschalten dieser Funktion sehen Freunde, wo sich der Läufer gerade befindet, wie schnell er läuft und können ihn dabei Live anfeuern.

Es könnte behauptet werden, dass die App und das Training mit der App sehr auf Gamification und Kommunikation mit der Community Mitglieder ausgerichtet sind. Daher ist es von wissenschaftlichem Interesse diese Art der Gesundheitskommunikation zu untersuchen.

2.3. Korpus und Methode

Das Korpus für diese Arbeit besteht aus 5 Experteninterviews. Die Befragten stammen zum Teil aus aktiven Runtastic Nutzern aus meinem Freundeskreis und zum Teil aus den freiwilligen aktiven Teilnehmern der offiziellen Runtastic Essener Gruppe, die auf meine Anfrage reagiert haben und bereit waren, die Fragen zu beantworten. Für diesen Zweck habe ich mich angemeldet, die App selbst getestet und mir die Premium Mitgliedschaft eingerichtet, um alle Features freizuschalten und in die Gruppen eintreten zu können. Die Teilnahme an den Interviews war freiwillig. Die Interviews wurden mithilfe eines Aufnahmegerätes aufgenommen und daraufhin maschinell transkribiert (Transkripte der Interviews im Anhang zu finden).

Für die qualitative Inhaltsanalyse wurden 5 Experteninterviews durchgeführt. Die Leitfadeninterviews orientieren sich an folgenden Fragen (allerdings wurden die Fragen je nach Sprechsituation angepasst, ergänzt, gekürzt oder erweitert):

1. Wie ist es dazu gekommen, dass du Runtastic App nutzt? Wie lange? Warum?
2. Was sind die Besonderheiten der App, was Austausch mit Gleichgesinnten angeht?
3. Welche Funktionen der App nutzt du am meisten für diesen Austausch und warum?
4. Erzähle bitte von einem typischen Trainingsablauf mit der App, bzw. wie nutzt du die Community Features?

-Vor dem Training
-Während des Trainings
-Und danach

5. Erzähle bitte etwas mehr über deine Aktivitäten bei Facebook, die durch die App zustande kommen.

-Welche Art der Aktivitäten ist das?
-Wie sind solche Beiträge gestaltet?
-Welche Funktionen/Zwecke können Beiträge bei FB, deiner Meinung, haben?
-Wie lauten diese?

6. Erzähle bitte etwas mehr zu deiner Aktivität in den Runtastic App Communities.
7. Wie hat die Nutzung dieser App und deine aktive Teilnahme ans Communities Leben dein Training verändert? Wie schätz du diese Veränderungen ein?
8. Was sind deiner Meinung Vor- und Nachteile der Community Aktivitäten durch die App und deren Wirkung auf das Training?

Aus Datenschutzgründen sind alle Namen und persönlichen Daten in den Interviews anonymisiert worden. Die Datenerhebung und die Analyse werden nach der von Mayring (2015) beschriebenen Methode in mehreren Etappen durchgeführt. Die Kategorienbildung geschieht nach induktiver Methode nach Mayring (Vgl. Mayring 2015, S. 83), das bedeutet, dass die Kategorien nach der Analyse gebildet und aus den die behandelten Thematiken beinhaltenden Textabschnitte in den Interviews erzeugt werden.

3. Analyse

In der qualitativen Inhaltsanalyse wird eine Kategorie als ein Bezeichner (oder etwas Bezeichnendes) verstanden, der Textstellen zugeordnet werden (Vgl. Kuckartz 2010, S. 58). Aussagen aus den Interviews werden nach bestimmten Kriterien einer Kategorie zugeordnet. Mayring schlägt zwei Vorgehensweisen der Kategorienentwicklung vor: deduktive und induktive (Vgl. Mayring 2015, S. 68). Im Rahmen einer Forschungsarbeit existieren beide Varianten der Kategorienbildung nie in einer reinen Form. Jedoch wird sich in dieser Arbeit an der induktiven Art der Kategorienbildung orientiert, obwohl einige Kategorien bereits vor der Erhebung des Materials vermutet wurden. Der Grund dafür ist, die Subjektivität möglichst auszuschließen. Bei der induktiven Kategorienbildung, die in dieser Arbeit zustande kommt, werden die Kategorien aus dem Material gebildet, zum Beispiel wenn gewisse Aussagen in mehreren Interviews mehrmals vorkommen. Kategorien wurden nach dem Prinzip erstellt, alle möglichen Formen der Kommunikation, die durch die App stattfinden, zu untersuchen. Aus dem zugrunde liegenden Korpus lassen sich weitere Oberkategorien herausarbeiten:

- Massenmediale Kommunikation
- Intrapersonale Kommunikation
- Interpersonelle Kommunikation

Jede Kategorie wird erklärt und durch Aussagen aus den Interviews illustriert.

3.1. Massenmediale Kommunikation / Internetauftritt

Kategorie Massenmediale Kommunikation lässt sich am besten an dem medialen Auftritt der App erklären. Die App präsentiert sich im Internet mithilfe der Webseite, aber viel mehr im App Store oder mit den offiziellen Seiten in den sozialen Netzwerken, z.B.:

„[...] deswegen habe ich im Play Store, [...] da habe ich einfach geschaut, was da für Apps gibt und da habe ich die Runtastic App entdeckt. Sie war ganz oben halt, weil sie populär ist und bekannt. Ja das war der Grund eigentlich, weshalb ich Runtastic App (runtergeladen habe) ...[...]" (Interview 3, S.ll, Zeilen 283-286)

Durch die Verfolgung der Seite oder des Accounts der App bei den sozialen Netzwerken, wird den Usern vorgeschlagen die Updates, News und andere Informationen bezüglich der App zu bekommen. Dafür müssen die Interessenten die Seite finden, diese abonnieren, liken oder teilen. Diese Vorinformationsphase spielt eine große Rolle bei der Entscheidung der User, die App zu installieren, das haben 3 aus 5 Interviewten ausgesagt, z.B.:

[...] bin ich auch bei Facebook angemeldet in einer Gruppe darüber... und dann bekommt man natürlich, wenn man bei Facebook ... bestimmte Vorschläge zu anderen Gruppen und da [...] bin ich dann auf diese Runtastic App aufmerksam geworden und bin bei dieser Gruppe erstmal beigetreten und hab dann erste Kontakte geknüpft, hab dann mich mit Leuten mich da ausgetauscht, wie sie diese App nutzen, wie ich die optimaler Weise nutzen kann und da schon so bisschen Vorarbeit geleistet, mir dann die App runter geladen... [...]. " (Interview 2, S.6, Zeilen 146-152)

Wenn das Interesse an der App doch geweckt worden ist, wird die kostenlose Version installiert und getestet. Die App verfügt über viele nützliche kostenlose Features und kann auch ohne die Premium Version vollständig getestet werden. Wenn die App überzeugt, wird Geld in die Premium Mitgliedschaft investiert und somit zusätzliche Features freigeschaltet:

„Also in der ersten Woche habe ich nur die Basic Version ausprobiert und dann habe ich mir Premium gekauft, die Premium Version, wegen den anderen Funktionen, die ich freischalten konnte. " (Interview 3, S.l1, 282-284)

Außerdem, nachdem die App installiert wird, werden die Seiten, Blog und Newsletter der App weiterhin verfolgt, um zusätzliche Informationen zu bekommen, was Ernährung, Trainingsplan, Laufaktionen und Strecken Updates angeht. Diesen Weg gehen vier von fünf Befragten. Viele haben die App auch installiert, weil Freunde oder Bekannte die App bereits benutzt und weiterempfohlen haben:

„Also mir haben Freunde von der App erzählt und haben gesagt, dass sie die gut finden, dass die immer damit laufen, dass sie es motiviert und dann dachte ich mir, probiere ich das auch mal aus. " (Interview 5, S. 15, Zeile 409-411)

3.2. Intrapersonale Kommunikation / Selbstkontrolle

Das wichtigste Stichwort dieser Kategorie ist Selbstkontrolle, also der Entscheidungsprozess von einem selbst, eine Art interner Dialog. Alle der Befragten haben Mehrmals betont, dass die Nutzung der Runtastic App, sowie Community Features ein Instrument der Selbstkontrolle darstellen. Diese Selbstkontrolle wird zum Ziel der Selbstoptimierung verwendet. Das Tracking Tool der App und die Messung verschiedener sportlicher Aktivitäten erlaubt den Nutzern den Progress stets zu beobachten:

„Das ist [...] viel besser geworden, dadurch dass ich jetzt halt sehe, wie weit ich laufe, und ich versuche halt jedes Mal meine Zeit zu verbessern, [...] man versucht halt jedes Mal sich irgendwie zu steigern und [...] man am Ende des Trainings ansieht, ob man besser geworden ist, ob man schlechter geworden ist, oder ob man doch noch ein bisschen mehr Gas geben muss. " (Interview 4, S.15, Zeilen 384-389)

Auch ein wichtiges Selbstbeobachtungstool ist ein Feature der App, dass von allen Befragten erwähnt wurde. Dabei handelt es sich um die Rangliste. In der Rangliste werden Mitglieder nach Leistung eingestuft. Für einige ist das eine Möglichkeit, die eigenen Leistung im Vergleich zu den anderen zu kontrollieren:

„Das fördert schon eine Eigenmotivation, dann hab' ich direkt Bock, ok, ich wollte heute nicht laufen gehen, aber ah, dann kommt wieder die Rangliste so ein bisschen im Hinterkopf und dann denke ich mir, ne, du musst heute, ich kann es mir nicht erlauben. Es ist einfach ein enormer Motivationsfaktor [...]" (Interview 1, S.4, Zeilen 111-114)

Auch haben alle Befragten ausgesagt, dass die Vernetzung mit der Community ein Selbstkontrolle Faktor ist. Die Tatsache zur Community zu gehören, zwingt die Mitglieder das Training regelmäßig durchzusetzen.

„[...] gerade durch die Vernetzung mit anderen durch den regelmäßigen Austausch, der schon guter Baustein des Alltags ist. Das ist einen enormen Motivationsfaktor muss ich sagen, weil hätte ich das nicht, dann hätte ich das mit „ Gehst du heute laufen? Ah, ne " man finden immer Ausreden. " (Interview 1, S.4, Zeilen 103-106)

Eine der Befragten führt darüber hinaus regelmäßig ein Lauftagebuch, um sie Selbstkontrolle besser überblicken zu können.

„Also ich führ erstmal bei Facebook einen Lauftagebuch, weil ich finde es ganz gut, wenn man dann diese Regelmäßigkeit drin hat und selber nachgucken kann, wieviel man gemacht hat und sich selber kontrollieren kann und dann tausche ich mich halt mit der Community in der App mit den anderen aus und poste, wieviel ich wann gelaufen bin und kann mich da selbst gut dann kontrollieren. " (Interview 5, S.16, Zeilen 422-426)

3.3. Interpersonelle Kommunikation / Umweltkontrolle

Die interpersonelle Kommunikation hat die meisten Facetten zum Vorschein gebracht. Eine Frage zu den Leitfadeninterviews war besonders auf die Funktionen der Beiträge ausgelegt. Die Interviewten sollten die Gestaltung der Beiträge in der App, sowie bei Facebook beschreiben und die vermuteten Funktionen dieser Beiträge benennen. Dabei wurden interessante Varianten angesprochen. Das Phänomen, auf das im theoretischen Teil eingegangen wurde, hat zudem seine Bestätigung gefunden, und zwar die Umweltkontrolle. Am häufigsten wurde die Motivation Funktion genannt:

„Da gibt es Gesprächsstoff, weil man mit Gleichgesinnten Läufern befreundet ist, und die geben einem Mal Ratschläge, man motiviert sich gegenseitig: „Mach doch noch eine Minute schneller, dann bist du schon gut in der Halbmarathon und Marathon Zeit". " (Interview 1, S. 3, Zeilen 77-80)

Eine weitere wichtige Funktion könnte Networking genannt werden. Die Communities auf Facebook werden für Vernetzung, Bildung und Vergrößerung der Communities genutzt:

„[...] man kommt auch mit Communities auf Facebook in Kontakt, so „ Hey, ich sehe du bist da ganz aktiv, willst du mal bei uns in die Gruppe mit reinkommen". Und ich bin mittlerweile in den Gruppen, in Essen [...]" (Interview 1, S. 4, Zeilen 83-85)

[...]

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten

Details

Titel
Gesundheitskommunikation durch die Fitness Applikation Runtastic
Hochschule
Universität Duisburg-Essen  (Institut für Kommunikationswissenschaft)
Veranstaltung
Kommunikation und Mobilität
Note
2,0
Autor
Jahr
2019
Seiten
34
Katalognummer
V470936
ISBN (eBook)
9783668950184
ISBN (Buch)
9783668950191
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gesundheitskommunikation, Runtastic, Inhaltsanalyse
Arbeit zitieren
Irina Kontorovich (Autor), 2019, Gesundheitskommunikation durch die Fitness Applikation Runtastic, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/470936

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