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Die Imagery-Debatte. Eine Darstellung anhand von Kosslyns Modell quasibildhafter mentaler Repräsentationen

Titel: Die Imagery-Debatte. Eine Darstellung anhand von Kosslyns Modell quasibildhafter mentaler Repräsentationen

Hausarbeit , 2017 , 16 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Klaus Gotthard (Autor:in)

Psychologie - Kognitive Psychologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wie kommt es, dass wir uns Dinge bildhaft vorstellen können? Können wir mit bildhaften Vorstellungsbildern Aufgaben vielleicht sogar schneller und besser lösen? Und wie lässt sich bildhafte Vorstellung in die, in der Philosophie des Geistes nach wie vor sehr dominante, Computationale Theorie des Geistes einreihen, nach der unsere Gedanken symbolische Repräsentationsverarbeitungen sind? Umfassende Antworten auf diese Fragen zu geben, wäre sicherlich zu viel verlangt; dennoch versucht die vorliegende Hausarbeit, einige Fragen zu dem Thema zu strukturiert zu beleuchten und zu ordnen und bestimmte Diskussionspunkte zu erörtern. Hauptaspekt soll dabei Kosslyns Theorie von bildhaftem Vorstellen sein, die als eine der am besten Ausgearbeiteten gilt und viele Befunde der Wissenschaft erklären kann und deren Hauptaussagen dargestellt werden.

Wir denken in Bildern. Das ist für die meisten von uns plausibel und steht für viele außer Frage. Wenn ich einem Fremden auf der Straße den Weg zu einem bestimmten Ziel erklären will, muss ich mir zwangsläufig den besten Weg in Form von einer Karte oder in Form von Bildern vorstellen, um ihn beschreiben zu können. So fühlt es sich für mich zumindest an. Was für die meisten Menschen intuitiv plausibel scheint, ist in der Kognitionswissenschaft in den letzten 30 Jahren intensiv diskutiert worden.

In dieser Arbeit werden nach einer Darstellung der Fragestellung einleitend der Begriff der mentalen Repräsentation definiert und dahinterstehende Annahmen erläutert. Im Folgenden wird die Problematik des Bildbegriffs beleuchtet und danach Kosslyns Modell in Grundzügen genannt. Im Anschluss daran werden Argumente, die für und gegen das Modell sprechen, aufgezeigt und erörtert. Ziel der Arbeit ist es, einen Überblick über die Grundproblematik der Imagery-Debatte zu schaffen und wichtige Fragestellungen diesbezüglich aufzuzeigen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Worum geht es bei der Imagery-Debatte?

2.1 Was ist die Fragestellung?

2.2 Grundannahmen innerhalb der Imagery-Debatte

2.3 Die beiden gegenüberliegenden Positionen

2.4 Der Begriff des Bildes

2.4.1 Die Schwierigkeit des Bildbegriffs

2.4.2 Ein Argument gegen echte Bilder im Kopf

2.4.3 Kosslyns Unterscheidung zwischen Darstellung und Beschreibung

3. Kosslyns aktuelle Theorie bildhaften Vorstellens

4. Kosslyns Theorie

4.1 Was macht Kosslyns Theorie plausibel?

4.2 Argumente gegen die Theorie bildhaften Vorstellens von Kosslyn

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die philosophische und kognitionswissenschaftliche Imagery-Debatte mit dem Fokus auf Stephen M. Kosslyns Modell quasibildhafter mentaler Repräsentationen. Sie zielt darauf ab, die konkurrierenden Positionen von Piktorialisten und Deskriptionalisten zu analysieren und die funktionale Rolle bildhafter Vorstellungen im Denken kritisch zu hinterfragen.

  • Vergleich zwischen propositionalen und bildhaften mentalen Repräsentationen.
  • Analyse des Begriffs der Intentionalität und der Computationalen Theorie des Geistes.
  • Untersuchung von Kosslyns Modell und dessen empirische Fundierung durch Neuroimaging.
  • Diskussion der deskriptionalistischen Gegenargumente (z. B. Homunculus-Argument und verstecktes Wissen).
  • Kritische Reflexion der funktionalen Notwendigkeit bildhafter Repräsentationen beim Problemlösen.

Auszug aus dem Buch

2.4.2 Ein Argument gegen echte Bilder im Kopf

Es ist anzumerken, dass die Auffassung, dass wir echte Bilder (Bilder im engen Sinn nach der Definition von Sachs-Hombach) im Kopf haben, haltlos zu sein scheint und aus diesem Grund bei Kosslyns Theorie von quasibildhaften Repräsentationen die Rede sein wird. Haltlos ist sie deshalb, weil der enge Begriff Bild (s. 3.2.1) auf etwas zu referieren scheint, was ein Objekt in der Welt ist (bspw. ein Foto oder eine selbstgemalte Landkarte), welches mediumspezifisch (nicht alles kann ein Bild sein) ist und dessen Stimuli wir notwendigerweise über unsere Retina aufnehmen. Hier greift das sog. Homunculus-Argument: Hätten wir echte Bilder im Kopf, dann müsste jemand diese echten Bilder mit einer Retina aufnehmen und verarbeiten, damit wir sie mit unserem neuronalen System wahrnehmen und benutzen können. Die Vorstellung von jemandem (einem Homunculus), der in unserem Kopf auf Basis einer Retina physische Bilder wahrnimmt und verarbeitet, scheint absurd: Ein Bild in unserem Kopf könnten wir uns selbst nicht anschauen und in unserem Kopf sitzt auch kein zweiter perzeptueller Apparat, der physische Entitäten wahrnehmen kann, wie es aufgrund unserer Retina möglich ist. Nehmen wir die weite Bilddefinition von Sachs-Hombach, dann wird der Begriff des bildhaften Vorstellens von dem Homunculus-Argument aber nicht berührt: Bildhaft bedeutet demnach, dass eine Entität (a) aufgrund ihrer intrinsischen Struktur und (b) relativ zu unserer Wahrnehmungskompetenz interpretiert wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die intuitive Plausibilität des bildhaften Denkens ein und definiert den Rahmen der Imagery-Debatte sowie das Ziel der Arbeit, Kosslyns Theorie zu untersuchen.

2. Worum geht es bei der Imagery-Debatte?: Dieses Kapitel klärt die zentrale Fragestellung, ob neben propositionalen auch bildhafte Repräsentationen existieren, und diskutiert grundlegende Annahmen sowie den schwierigen Bildbegriff.

3. Kosslyns aktuelle Theorie bildhaften Vorstellens: Hier wird Kosslyns Modell vorgestellt, das bildhafte Vorstellungen als quasibildhafte Repräsentationen beschreibt, die aus propositionalen Informationen generiert werden.

4. Kosslyns Theorie: Dieses Kapitel prüft die Plausibilität von Kosslyns Modell anhand von Experimenten wie Rotation und Scannen sowie Neuroimaging-Daten und setzt sich mit den Gegenargumenten der Deskriptionalisten auseinander.

5. Fazit: Das Fazit resümiert, dass die Debatte aufgrund methodischer Schwierigkeiten und starker Argumente auf beiden Seiten weiterhin unentschieden ist.

Schlüsselwörter

Imagery-Debatte, Mentale Repräsentation, Kosslyn, Pylyshyn, Piktorialismus, Deskriptionalismus, Intentionalität, Computationale Theorie des Geistes, Bildhaftes Vorstellen, Neuroimaging, Homunculus-Argument, Propositionale Repräsentation, Kognitionswissenschaft, Mentales Bild, Wahrnehmung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die sogenannte Imagery-Debatte in der Kognitionswissenschaft und Philosophie des Geistes, welche die Natur und Existenz von bildhaften mentalen Repräsentationen untersucht.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen umfassen die Abgrenzung zwischen bildhaften und propositionalen Repräsentationen, die Theorie von Stephen M. Kosslyn sowie die kritische Gegenposition der Deskriptionalisten.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, einen Überblick über die Grundproblematik zu verschaffen und zu klären, ob bildhafte Vorstellungen eine eigenständige funktionale Rolle in kognitiven Prozessen spielen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse, bei der philosophische Begriffsbestimmungen (wie Intentionalität und Bildbegriff) mit empirischen Befunden aus neurophysiologischen und psychologischen Experimenten verknüpft werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Klärung der theoretischen Grundlagen (Repräsentationsformen), die detaillierte Darstellung von Kosslyns Modell des bildhaften Vorstellens sowie die kritische Erörterung von Gegenargumenten, wie etwa dem Homunculus-Argument.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Imagery-Debatte, Mentale Repräsentation, Kosslyn, Piktorialisten, Deskriptionalisten und Computationale Theorie des Geistes.

Warum spielt das sogenannte Homunculus-Argument eine so wichtige Rolle in der Debatte?

Es dient als kritisches Werkzeug gegen die Vorstellung, dass wir "echte Bilder" im Kopf haben, da dies einen internen Betrachter erfordern würde, was zu einem unendlichen Regress führt.

Was unterscheidet bei Kosslyn die „Darstellung“ von der „Beschreibung“?

Kosslyn definiert eine bildhafte Repräsentation als eine Darstellung, die durch räumliche Isomorphie gekennzeichnet ist, während eine propositionale Repräsentation (Beschreibung) auf einer expliziten Syntax und logischen Struktur basiert.

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Details

Titel
Die Imagery-Debatte. Eine Darstellung anhand von Kosslyns Modell quasibildhafter mentaler Repräsentationen
Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg  (Philosophie)
Note
1,3
Autor
Klaus Gotthard (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
16
Katalognummer
V470952
ISBN (eBook)
9783668951228
ISBN (Buch)
9783668951235
Sprache
Deutsch
Schlagworte
imagery-debatte eine darstellung kosslyns modell repräsentationen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Klaus Gotthard (Autor:in), 2017, Die Imagery-Debatte. Eine Darstellung anhand von Kosslyns Modell quasibildhafter mentaler Repräsentationen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/470952
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  16  Seiten
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