Zu Beginn wird auf die Aspekte von Heterogenität in Schulen eingegangen, etwas ausführlicher wie sich diese anhand von Präkonzepten wiederspiegelt, dann noch kurz wie Conceptual Change Anwendung findet und ergänzend welche individuellen Fördermaßnahmen im Sinne der Learning Progression vollzogen werden können.
Angelehnt an den Bayerischen Lehrplan Plus im Rahmen der Gegenstandsbereiche Demokratie und Gesellschaft sowie Raum und Mobilität und an die fächerübergreifenden Bildungs- und Erziehungsziele, wie Interkulturelle Bildung und Globales Lernen sowie am Perspektivrahmen Sachunterricht mit der sozialwissenschaftlichen Perspektiv, werden verschiedene erhobene Präkonzepte gezeigt, deren Einordnung in eine Learning Progression und eine daraus resultierende Unterrichtsstunde.
Der Begriff Heterogenität hat seinen Ursprung im griechischen Adjektiv heterogenés, das sich aus den Wörtern heteros (=verschieden) und gennáo (=schaffen, erzeugen) zusammensetzt. Im pädagogischen Zusammenhang meint Heterogenität die Verschiedenartigkeit der Schülerinnen und Schüler (SuS) hinsichtlich eines oder mehrerer Merkmale. Heterogene Lerngruppen bezeichnen folglich nichts anderes als eine Gruppe von Schülern mit unterschiedlichen Eigenschaften.
Gerade in Klasse 3/4 haben die SuS die Chance, sich selbst direkt mit der Unterschiedlichkeit auf unserer Welt auseinanderzusetzen.
Umso wichtiger ist dieses Thema für unsere SuS, dass sie sich dessen bewusst sind, aber auch lernen, welche Vorteile dies mit sich bringen kann. In unserer heutigen Zeit, in der mehr denn je globale Vernetzung und eine Vermischung von Kulturen stattfindet, ist das Wissen über Heterogenität und der Umgang damit von großer Bedeutung. Aber nicht nur für die Menschen allgemein, nicht nur für die SuS, sondern auch gerade die Lehrkräfte müssen sich damit auseinandersetzen. Erste Gedanken und damit verbundene Umsetzungen folgen nun in dieser Arbeit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Wichtigste Aspekte zum Thema Heterogenität
2.1. Präkonzepte als eine Facette
2.2. Conceptual Change
2.3. Individueller Lernweg im Sinne der Learning Progression
3. Sachanalyse zum Thema Welt
4. Learning Progression
5. Auswertung der Interviews
6. Unterrichtsplanung
6.1. Formulierung von Kompetenzzielen
6.2. Skizzierung einer Unterrichtssequenz zum Thema Welt
6.3. Ausgearbeitete Unterrichtsstunde
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Umgang mit Heterogenität im Sachunterricht der Grundschule. Ziel ist es, auf Basis einer fundierten Sachanalyse und der Erhebung von Präkonzepten bei Schülerinnen und Schülern eine Unterrichtssequenz zu entwickeln, die adaptives Lernen ermöglicht und die Lernfortschritte durch eine Learning Progression strukturiert.
- Heterogenität als pädagogische Herausforderung und Chance
- Einsatz von Präkonzepten und Conceptual Change zur Lernsteuerung
- Erstellung einer Learning Progression für das Thema "Welt"
- Analyse der Lernausgangslagen durch Experteninterviews
- Konzeption einer adaptiven Unterrichtseinheit zu Kinderrechten
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Während meines Praktikums bin ich in einer 3. Klasse: Ein Klassenzimmer, ein Lehrer, 26 Kinder. Eine Aufgabe wird an die Tafel geschrieben und alle 26 Kinder kämpfen sich mehr oder weniger hindurch. Dem einen Kind fällt es leicht, dem anderen Kind ergeht es so einigermaßen und ein paar Kinder können die Aufgabe nicht bearbeiten. Deshalb fühlt sich der eine Teil unterfordert und ist nach kurzer Zeit fertig, manche schaffen es in angemessener Zeit mit entsprechendem Ergebnis, ein anderer Teil aber wiederum bräuchte viel mehr Zeit und eine Aufgabenstellung mit anderer Hilfestellung. Ein Szenario, dass sich vermutlich in hunderten von Klassenzimmern immer wieder aufs Neue abspielt und Alltag ist.
Leider muss man sagen, denn was sich im Schullalltag als schwierig im Umgang erweist, macht uns ja eigentlich gerade aus und bietet vielfältige Möglichkeiten. Diese Unterschiedlichkeit macht uns alle zu großartigen Individuen, einzigartig und zum dem was und wer wir sind. Genau von dieser Heterogenität spricht im Moment alle Welt. Doch was ist damit genau gemeint?
Der Begriff Heterogenität hat seinen Ursprung im griechischen Adjektiv heterogenés, das sich aus den Wörtern heteros (=verschieden) und gennáo (=schaffen, erzeugen) zusammensetzt. Im pädagogischen Zusammenhang meint Heterogenität die Verschiedenartigkeit der Schülerinnen und Schüler (SuS) hinsichtlich eines oder mehrerer Merkmale. Heterogene Lerngruppen bezeichnen folglich nichts anderes als eine Gruppe von Schülern mit unterschiedlichen Eigenschaften.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderung der Heterogenität in der Grundschule anhand von Praxisbeispielen und definiert den theoretischen Ausgangspunkt der Arbeit.
2. Wichtigste Aspekte zum Thema Heterogenität: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen, insbesondere die Bedeutung von Präkonzepten, den Prozess des Conceptual Change und das Konzept der Learning Progression.
3. Sachanalyse zum Thema Welt: Die Sachanalyse strukturiert den Bereich „Welt“ in die Unterpunkte Landeskunde, Schulalltag und Kinderrechte, wobei letztere den Schwerpunkt bilden.
4. Learning Progression: Hier wird ein Stufenmodell entwickelt, das den Lernstand der Kinder in den drei Bereichen Landeskunde, Schulalltag und Kinderrechte systematisch einordnet.
5. Auswertung der Interviews: Dieses Kapitel analysiert die erhobenen Daten von drei Kindern, um deren individuelles Vorwissen auf Basis der zuvor erstellten Learning Progression einzustufen.
6. Unterrichtsplanung: Es werden konkrete Kompetenzziele definiert und eine Unterrichtssequenz entworfen, die in einer detaillierten Planung einer 90-minütigen Unterrichtsstunde zu den Kinderrechten gipfelt.
7. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Heterogenität als Bereicherung für den Unterricht genutzt werden kann und dass adaptive Lernumgebungen die Förderung jedes Kindes erleichtern.
Schlüsselwörter
Heterogenität, Grundschule, Sachunterricht, Learning Progression, Präkonzepte, Conceptual Change, adaptive Förderung, Kinderrechte, Unterrichtsplanung, Diagnostik, Differenzierung, schülerzentrierter Unterricht, Kompetenzaufbau, Lernausgangslage, Inklusion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Gestaltung von adaptivem Sachunterricht, der die ausgeprägte Heterogenität innerhalb einer Grundschulklasse durch gezielte Lernprozesse berücksichtigt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Landeskunde, der Schulalltag weltweit und die UN-Kinderrechtskonvention.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die Entwicklung einer Unterrichtssequenz zum Thema „Welt“, die auf einer diagnostischen Erhebung des Vorwissens basiert und durch ein Stufenmodell (Learning Progression) adaptive Lernwege ermöglicht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine Kombination aus Literaturanalyse zu pädagogischen Theorien und der empirischen Auswertung von Leitfadeninterviews mit drei Grundschulkindern.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Präkonzepte, Heterogenität), eine fachliche Sachanalyse, die Erstellung eines Stufenmodells und die daraus abgeleitete Planung einer konkreten Unterrichtsstunde.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist primär durch Begriffe wie Heterogenität, Learning Progression, adaptive Förderung und Kinderrechte charakterisiert.
Warum wurde das Thema Kinderrechte als Schwerpunkt für die Unterrichtsplanung gewählt?
Die Interviewauswertung zeigte, dass Kinder zwar viel Vorwissen in Landeskunde besitzen, im Bereich der Kinderrechte jedoch nur rudimentäre Vorstellungen vorhanden sind, weshalb hier der größte Förderbedarf besteht.
Welche Rolle spielen die Interviewergebnisse für die Planung der Unterrichtsstunde?
Die Ergebnisse dienen als diagnostische Basis: Sie erlauben es, das Niveau der Schüler einzuschätzen und die Unterrichtsinhalte so zu wählen, dass sie einerseits an das bereits vorhandene Wissen anknüpfen und andererseits gezielte Lernfortschritte ermöglichen.
- Quote paper
- Katharina Müller-Hahl (Author), 2019, Adaptives Lernen im Sachunterricht der Grundschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/470962