Die sullanische Restauration


Hausarbeit, 2019
18 Seiten, Note: 1.3
Anonym

Leseprobe

Inhalt

I. Einleitung.

II. Voraussetzungen und historischer Hintergrund der späten Römischen Republik
II.1 Die Proskriptionen.

III. Die Leges Corneliae und die Neuordnung der res publica.
III.1 Die Neuordnung des Senats.
III.2 Die Reformierung der Magistratur
III.3 Die Reformierung des Gerichtswesens.

IV. Die Beständigkeit der Reformen.

V. Fazit

VI. Quellen und Literaturverzeichnis.
VI.1 Quellen.
VI.2 Literatur

I. Einleitung

Das Wirken des Lucius Cornelius Sulla waren Geschehnisse in der römischen Geschichte, die es bis dato noch nicht gegeben hatte. Sein Marsch auf Rom, seine Diktatur in Verbindung mit seinen systematischen Reformen waren genauso wie sein äußert grausames Vorgehen, exempli novi in der späten römischen Republik. Die Intention der folgenden Hausarbeit soll sein, diese Reformen zu untersuchen und ihre Wirksamkeit sowie ihre Gründe zu erläutern. Auch wenn bereits direkt zu Beginn dieser Arbeit gesagt werden kann, dass Sulla sein Ziel, die Wiederherstellung beziehungsweise Stärkung der klassischen Republik in keinster Weise erreichte, ist die Person Sulla ebenso wie seine Reformversuche eine genauere Untersuchung wert.Im Folgenden soll der Fokus auf den verfassungsrechtlichen Reformen Sullas liegen, welche in Verbindung mit den Problemen der späten römischen Republik erläutert werden. Im ersten Schritt werden einige Voraussetzungen der sullanischen Restauration beziehungsweise der historische Hintergrund dieser Zeit kurz dargestellt, da die sullanischen Reformen untrennbar von den Geschehnissen der damaligen Zeit waren.1

Im nächsten Schritt werden die einzelnen Reformen untersucht und in Verbindung mit ihren Gründen, der Intention hinter den Maßnahmen und ihrer Wirksamkeit erläutert. Im abschließenden Fazit werden die Ergebnisse zusammengefasst und eine Beurteilung der sullanischen Restauration soll den Schlusspunkt dieser Seminararbeit bilden.2

Als Quellengrundlage dienen für diese Seminararbeit die Werke Appians, Sallusts und Plutarchs. Auch wenn Appian die Ereignisse aus der Sicht des 2. Jahrhunderts n. Chr. schildert, liefert gerade sein Werk „Die Bürgerkriege“, welches den Zeitraum seit den Reformversuchen der Gracchen ab 133 v. Chr. bis nach der Abdankung Sullas 79 v. Chr. abdeckt, einen guten Einblick in die Geschehnisse dieser Zeit. Man darf dabei jedoch nicht außer Acht lassen, dass Appian Sulla durchaus ablehnend gegenübersteht, da er diesen als typischen griechischen Tryann sieht.3 Einen weiteren Einblick in Sullas Leben bietet Plutarch, da dieser sich jedoch hauptsächlich mit Sullas Leben, und weniger mit seinen Reformen befasst, ist dieses Werk für die Seminararbeit nur in Auszügen brauchbar. Ebenfalls mit Sulla beschäftigt sich Sallust, der allerdings eine ebenso, wenn nicht eine noch stärker abweisende Haltung als Appian zu Sulla an den Tag legt. So unterstellt er Sulla, Gewalt und Brutalität in die Politik gebracht zu haben, den Staat missachtet und das Reich vernachlässigt zu haben.4 Die Werke Sallust finden nur bedingt Erwähnung in dieser Seminararbeit, da sie die verfassungsrechtlichen Reformen nur in einem sehr begrenzten Rahmen schildern.

Um eine Beurteilung der Quellenlage vorzunehmen muss angemerkt werden, dass in den antiken Quellen ein negatives Sulla Bild herrscht. Ebenfalls fehlt eine gute zeitgenössische Darstellung des Wirken Sullas beziehungsweise eine Gesamtdarstellung der Ereignisse jener Zeit. Die Memoiren Sullas, die er bis kurz vor seinem Tod schrieb, sind nur noch in Fragmenten erhalten und die Darstellungen Ciceros sind keineswegs objektiv, da sie hauptsächlich in persönlichen Briefen, politischen Reden etc. enthalten sind und somit einen stark subjektiven Hintergrund haben beziehungsweise einer bestimmten Intention folgen. Auch in der Forschung ist man sich nicht einig wie das Verhältnis Ciceros zu Sulla war. So sahen ihn einige als Parteigänger, andere als Gegner oder neutralen Beobachter Sullas.5 Da sich Ciceros Wesen als durchaus opportunistisch beschreiben lässt, ist eine abschließende Beurteilung in dieser Arbeit nicht möglich.

Als Forschungsliteratur werden im Folgenden vor allem die Werke von Hantos, Christ, Meier und Letzner dienen. Selbstverständlich wird an geeigneter Stelle auch aus anderen Werken zitiert. So bietet gerade das Werk von Wolfgang Kunkel eine hervorragende Darstellung der Staatsordnung des Römischen Reiches, wohingegen sich Bringmann und Linke eher mit den allgemeinen Gründen beschäftigen, weshalb die libera res publica letzten Endes unterging.6 Die Frage nach der Lage der Forschungsliteratur ist etwas schwer zu beantworten. Zwar findet sich in jeder Gesamtdarstellung der römischen Geschichte ein Kapitel zu Sulla und seinen Reformen, im Hinblick auf die Forschungsliteratur zu dieser Zeit, etwa die Reformversuche der Gracchen oder anderen herausragenden Persönlichkeiten wie Pompeius oder Caesar, erscheint die Behandlung der Thematik „Sulla“ jedoch eher dürftig. Eigenständige Monographien sind im Verhältnis zu den oben genannten Themen deutlich weniger vertreten. Hantos verfolgt die These, dass durch Mommsen die Thematik Sulla so einschlägig bearbeitet wurde, dass die meisten folgenden Werke nur geringfügige Veränderungen und Anpassungen enthielten.7

Für den Rahmen dieser Seminararbeit ist die Forschungsliteratur jedoch mehr als ausreichend und gerade die genannten Gesamtdarstellungen behandeln die Reformen Sullas in einem guten Rahmen. Um kurz die größte Divergenz in der Sullaforschung zu behandeln, so herrschen zwei große Meinungen vor: Einig ist sich die Forschung hierbei, dass das Wirken Sullas eine Zäsur in der römischen Geschichte darstellte und etwas war, das es in der römischen Geschichte noch nie gegeben hatte. Zum einen werden die Reformversuche Sullas als der letzte Rettungsversuch der res publica gesehen, zum anderen wird die monarchische beziehungsweise tyrannische Stellung Sullas hervorgehoben, die ein Vorbild für spätere Herrscher wie Caesar sowie für das Prinzipat und Augustus sei.8

II. Voraussetzungen und historischer Hintergrund der späten Römischen Republik

Gleich zu Beginn des Kapitels sei angemerkt, dass dieses nicht den Anspruch hat, jede Voraussetzung zu erläutern, die für die sullanische Restauration von Belang ist, da allein der Umfang der Seminararbeit dies nicht ermöglicht. Es werden vielmehr die politischen Gegebenheiten geklärt sowie ein kurzer Überblick der Verhältnisse der Zeit getätigt. Außerdem wird keine genauere Erläuterung der Geschehnisse erfolgen, sondern die Ergebnisse werden im Vordergrund stehen, da diese für die Reformen Sullas entscheiden sind. Auf den Großteil der Gründe wird in der Betrachtung der Reformen zurückreferiert. Um kurz die Lage der späten Römischen Republik zu thematisieren so ist sich die Forschung einig, dass das bisherige Modell nicht tragfähig für die Anforderungen des immer weiter wachsenden Weltreiches war, welche Meier als die „übermäßige Extensivierung der res publica “ beschreibt.9 Die daraus resultierenden Krisen stellten das Reich vor große Probleme, die es in ihrem bisherigen System nicht in der Lage war zu lösen. Sulla wollte durch seine Reformen die Handlungsfähigkeit des Senates wiederherstellen, welche seit den Reformversuchen der Gracchen nachhaltig gestört war. Spätestens seit der Heeresreform des Marius und der daraus resultierenden Schaffung der Heeresklientel, welche ebenfalls auf die Unzulänglichkeit der Republik reagierte, kam es zu einer Privatisierung der Macht, in der es möglich war, als einzelner Mann die Stellung des Senats zu umgehen und eigenständig Politik zu betreiben, wobei Sulla hier selbst als perfektes Beispiel fungiert.10

Für ein Verständnis der Maßnahmen Sullas kommt man nicht umher, die Reformversuche der Gracchen zu nennen. 133 beziehungsweise 123 v. Chr. strebten diese eine Umverteilung der Ackerlandes für Kleinbauern an. Die daraus resultierende Spaltung der Nobilität in die Optimaten, die Vertreter der klassischen Republik und die Popularen, die sich gerne als Vertreter der einfachen Bevölkerung sahen, sorgte für Spannungen im Senat und andauernde Machtkämpfe, welche die Funktionsfähigkeit der Republik lähmten. Auch das Erstarken des Amtes des Volkstribuns ist untrennbar mit den Gracchen verbunden, welche dann teilweise mit Gewalt Gesetzesvorschläge gegen den Senat durchgesetzten und somit zum Machtmittel popularer Politik wurden.11 Auch die Funktionsweise der Gerichtshöfe wurde durch die Gracchen nachhaltig verändert und geht Hand in Hand mit der Erstarkung des Ritterstandes, die durchaus in der Lage waren, den Senat und die Politik zu beeinflussen. Sulla, der sich selbst eher als Anhänger der Optimaten sah, wollte dies unbedingt rückgängig machen und die alleinige Macht im Staat wieder in die Hände des Senats legen.

II.1 Die Proskriptionen

Nach der erneuten Einnahme Roms im Jahr 82 v. Chr. war Sullas oberstes Ziel die Festigung sowie die Legimitierung seiner Macht, die zunächst hauptsächlich auf seiner militärischen Überlegenheit fußte, um so eine Grundlage für seine Verfassungsreformen zu schaffen. Seine Absichten machte Sulla in einer Rede vor der Volksversammlung klar, in der er sagte, dass er das Volk zu einer heilsamen Wandlung führen wolle, von seinen Feinden allerdings keinen einzigen schonen, sondern sie äußert hart bestrafen werde.12 Dieser Ankündigung ließ Sulla Taten folgen und da er seine militärischen Feinde in Italien weitestgehend besiegt hatte, erschuf er ein neues System, um seine politische Opposition zu vernichten.13 In seinem Gesetz, der lex Cornelia de proscriptione wurden die Grundlagen sowie die Rechtsfolgen der Proskriptionen festgehalten.14 Durch Aufschreiben politischer Feinde verloren diese jegliche Rechte, waren vogelfrei und durften von jedem getötet werden. Der Wille jegliche politische Gegner außer Gefecht zu setzen zeigt sich neben dem einfachen Töten dieser, auch in der Einführung einer Art der Sippenhaft, welche grundsätzlich römischer Rechtstradition widersprach. So wurden Kinder und Enkel der Proskribierten ihres Standes enthoben und durften sich nicht mehr um Magistraturen bewerben,15 was zumindest theoretisch eine Konzentration der politischen Macht auf die Personen bedeutete, welche Sulla dafür vorsah.16 Die in den letzten Jahrzehnten erstarkte Ritterschaft trafen die Proskriptionen besonders hart. Da Sulla als bestimmende Macht im Senat die alteingesessene Oberschicht vorsah, war die Ritterschaft unerwünscht. So schreibt Appian, dass allein 1600 Ritter in Folge der Proskriptionen getötet wurden.17 Neben der Ausschaltung der politischen Opposition war eine Versorgung der Soldaten und der Gefolgsleute unabdingbar, da auf diesen Sullas gesamte Macht fußte. Die dafür benötigten Gelder und Ländereien boten ebenfalls die Proskriptionen, da er den Proskribierten Land und Geld entzog und an seine Günstlinge verteilte. So konnte sich Sulla eine treue Klientel aus Soldaten ebenso wie aus freigelassenen Sklaven und anderen Günstlingen sichern, auf die er sich verlassen konnte.18 Trotz der ausgesprochenen Grausamkeit, mit der Sulla die Proskriptionen durchführte, kam es nicht zu einem Aufbegehren oder einem aktiven Widerstand seitens der Gegner Sullas, was beweist, dass sich die Proskriptionen, wohl gerade wegen ihrer Grausamkeit, als äußerst wirksam erwiesen. Somit waren die wichtigsten Voraussetzungen für die Reformen gewährt. Der Sieg über die militärischen Feinde in Italien, die Ausschaltung der politischen Opposition sowie die Versorgung der Veteranen und Gefolgsleute, auf die Sulla im Notfall zurückgreifen konnte.

III. Die Leges Corneliae und die Neuordnung der res publica

Nach dem Tod der beiden Konsuln des Jahres 82 v. Chr. im Bürgerkrieg, gab es keine oberste Magistratur in Rom. Für diesen Fall war ein Interrex vorgesehen, der möglichst schnell Neuwahlen veranlassen sollte. In diesem Fall war es Lucius Valerius Flaccus, welcher jedoch keine Neuwahlen anstrebte, sondern Sulla zum dictator legibus scribundis et rei publicae constituendae ernannte und dieses Amt durch die Volksversammlung bestätigen ließ.19 Das Amt des Dictators war im Normalfall zeitlich begrenzt, Sulla machte sein Anliegen in einem Brief, welcher von Appian überliefert ist, deutlich. So schreibt er, dass das Amt des Dictators solange zu bekleiden sei, bis die Krise überwunden und das gesamte Reich gefestigt sei.20 Dass Sulla dieses Amt übernehmen wollte, war selbstverständlich. Somit war er solange Diktator, wie er es für nötig hielt, um seine Reformen zu sichern und zu festigen. Über die Legitimität der sullanischen Gesetze wird heftig gestritten, so ließ er zwar über jedes Gesetz in den Centuriatskomitien abstimmen, einige Forscher, darunter auch Mommsen, vertreten jedoch die Ansicht, dass manche Gesetze schlichtweg erlassen wurden. Eine ausführliche Diskussion um die Legitimität der im Folgenden angeführten Maßnahmen findet in der Seminararbeit nicht statt.21 Alle im Folgenden aufgelisteten Punkte verfolgten im Kern zwei Ziele: Erstens sollte die Macht im Staat eindeutig auf den Senat konzentriert sein. Zweitens wollte Sulla eine Wiederholung seines eigenen Beispiels unbedingt verhindern und den Staat so neuordnen, dass Einzelpersonen darin nicht zu übermäßiger Macht gelangen konnten.

III.1 Die Neuordnung des Senats

Im Normalfall umfasste die Anzahl der Senatoren etwa 300. Durch den Bürgerkrieg und nicht zuletzt durch Sulla selbst, schrumpfte diese Zahl auf ca. 150. Sulla besetzte die freien Stellen allerdings nicht nur neu, sondern vergrößerte die Zahl der Sitze auf 600. Die Entscheidung Sullas zur Verdopplung der Senatorenanzahl war allerdings nicht nur eine an die Aufgabenfelder gebundene Notwendigkeit. Es handelte sich ebenso um eine politische Entscheidung des Diktators und so veränderte er die Senatszusammenstellung in quantitativer und struktureller Hinsicht. Diese Neuordnung bedeutete allerdings keinen Zugewinn an Macht für einzelne Senatoren, sondern stellte im Rahmen der Hierarchie innerhalb des Senats eine Steigerung der aristokratischen Macht dar, da die Senatoren niederen Ranges in einem Abhängigkeitsverhältnis zu den Senatoren höheren Ranges standen,22 wodurch das Amt des Konsuls im Senat gestärkt wurde. Die Annahme, dass durch die erhöhte Senatorenzahl ein größerer Wettbewerb um die höchsten Stellen der Ämterlaufbahn herrschen würde, trifft ebenfalls nicht zu. Eher das Gegenteil war der Fall, da man am Vorrecht der alteingesessenen Nobilität auf diese höchsten Ämter nur noch dogmatischer festhielt, was bedeutete, dass die aristokratischen Familien das Amt des Konsuls noch häufiger besetzten.23 Bestärkt wird diese These noch dadurch, dass Sulla die neuen Senatoren zum großen Teil aus der Ritterschaft heranzog, was zunächst diffus erscheinen mag, da er diesen Stand schwächen wollte. Sinn ergibt diese Maßnahme jedoch durch die Tatsache, dass durch die Aufnahme der führenden Ritter in den Senat der Rest des Standes deutlich an Einfluss und Macht verlor.24 Somit wurde durch die Vergrößerung zum einen die Funktionsfähigkeit des Senats sichergestellt und zum anderen die nichtsenatorische Oberschicht geschwächt. Der Senat bestand nun zu fast drei Vierteln aus politischen Neulingen, deren Familien keine Erfahrung in der Politik aufweisen konnten und sich somit an der alteingesessenen Oberschicht orientieren mussten. Diese strukturelle Umwälzung war etwas, das es in der römischen Republik noch nicht gegeben hatte.25

[...]


1 So merken Meier und Hantos an, dass es falsch sei Sullas Diktatur unabhängig von den Gegebenheiten und der politischen Lage zu beurteilen. Vgl. C. Meier, Res publica amissa. Eine Studie zur Verfassung und Geschichte der späten römischen Republik, Wiesbaden 1980, S. 247. Und: Th. Hantos, Res publica constituta. Die Verfassung des Dictators Sulla, Hermes- Einzelschriften, Bd. 50, Stuttgart 1988, S. 15.

2 Für eine genauere Analyse der biographischen Daten Sullas, die ebenso wie seine Ämterlaufbahn und einige weitere Aspekte, keine Erwähnung in dieser Arbeit finden, bietet sich das Werk von Letzner an. Vgl. W. Letzner, Lucius Cornelius Sulla. Versuch einer Biographie, Schriften zur Geschichte des Altertums, Bd. 1, Münster 2000.

3 Vgl. K. Christ, Sulla. Eine römische Karriere, München 20053. S. 160f.

4 Vgl. Sall. Cat. 11, 4f. Vgl. auch: E. Baltrusch, Auf dem Weg zum Prinzipat. Die Entwicklung der republikanischen Herrschaftspolitik von Sulla bis Pompeius (88-62 v. Chr.), in: J. Spielvogel (Hrsg.), Res publica reperta. Zur Verfassung und Gesellschaft der römischen Republik und des frühen Prinzipats, Festschrift für Jochen Bleicken zum 75. Geburtstag, Stuttgart 2002, S. 245-263, hier S. 247.

5 Zumindest in der späteren Gesamtbetrachtung. So gibt es durchaus positive Erwähnungen bis zu Sullas Sieg an der Porta Collina, danach sind die Äußerungen fast durchweg negativ. Vgl. Christ, Sulla, S. 156. Für eine genauere Analyse der Quellenlage, vgl. ebd. S. 155-167. Und: Letzner, Sulla, S. 2-20. Hier v.a. S. 9f. und 12f. Das Verhältnis Ciceros zu Sulla ist äußerst kompliziert und kann hier nicht ausreichend dargestellt werden. Ein gutes Urteil bietet hierbei jedoch Hermann Diehl, der jeden „Umschwung“ von Ciceros Meinung im Laufe der Jahre darstellt. Vgl. H. Diehl, Sulla und seine Zeit im Urteil Ciceros, Beiträge zur Altertumswissenschaft, Bd. 7, Hildesheim u.a. 1988. Hier v.a. S. 211-223.

6 Vgl. hierzu: W. Kunkel und R. Wittman, Staatsordnung und Staatspraxis der römischen Republik. Die Magistratur, HdA X 3,2,2, München 1995. Und: B. Linke, Die römische Republik von den Gracchen bis Sulla, Geschichte kompakt, Darmstadt 2005. Und: K. Bringmann, Krise und Ende der römischen Republik (133-42 v. Chr.), Geschichte und Kultur der Alten Welt, Berlin 2003.

7 Vgl. Hantos, Res publica constituta, S. 14f.

8 Vgl. Baltrusch, Auf dem Weg zum Pinzipat, S. 245-248. Und, Hantos: Res publica constituta, S. 13.

9 Meier, Res publica amissa, S. 64. Das folgende Kapitel bietet einen hervorragenden Überblick über die Probleme, welche mit dieser Extensivierung einhergehen bzw. welche ihr zugrunde liegen. Vgl. ebd. S. 64-161.

10 Vgl. Bringmann, Krise und Ender der römischen Republik, S. 38-44. Zur besonderen Stellung der Heeresklientel, vgl. H. Aigner, Die Soldaten als Machtfaktor in der ausgehenden römischen Republik, Innsbrucker Beiträge zur Kulturwissenschaft, Sonderheft 35, Innsbruck 1974. S. 148-168.

11 Vgl. Meier, Res publica amissa, S. 115-117.

12 App. II, E1, 95, 441.

13 Wenn im Folgenden von einer Ausschaltung der politischen Opposition gesprochen wird, so ist selbstverständlich nur ein erster Schritt gemeint, der die Grundlage für eine tiefergehende Verfassungsreform legen soll. Dass Sulla und seine Anhänger auch aus reiner Rache, Geldgier und Machtwillen töteten sei an dieser Stelle dahingestellt. Vgl. Kunkel, Staatsordnung und Staatspraxis, S. 239f.

14 Proskriptionen gab es jedoch bereits vor dieser lex, ebenso wie vor der lex Valeria und Sullas offizieller Ernennung zum Diktator. Vgl. App. II, E1, 95, 442 und Plut. III, Sulla, 31. Vgl. auch: R. Wittmann, Res publica recuperata. Grundlagen und Zielsetzung der Alleinherrschaft des L. Cornelius Sulla, in: D. Nörr/D. Simon (Hrsg.), Gedächtnisschrift für Wolfgang Kunkel, Frankfurt a.M. 1984, S. 562-582. Hier S. 571.

15 Dies bezeugt zumindest Aemelius Lepidus in einer Rede aus dem Jahr 78. Vgl. Sallust, Historien, Rede des Lepidus, S. 206.

16 Vgl. Christ, Sulla, S. 114-117. Der Ausschluss aus der Politik hatte allerdings eher symbolischen Charakter, da durch die Vermögenskonfiskation ein Weg in die Politik grundsätzlich unmöglich war. Vgl. hierzu: Linke, Die römische Republik, S.128f. Vgl. auch: Kunkel, Staatsordnung und Staatspraxis, S. 5f

17 Vgl. App. II, E1, 95, 442. Dass Sulla die Ritterschaft aus der Politik vertreiben wollte und nicht nur ihr Geld brauchte beweist die Tatsache, dass er ihnen u.a. die Oberherrschaft in den Gerichtshöfen entzog, eine genauere Erläuterung folgt in Kapitel III.3. Vgl. auch: Meier, Res publica reperta, S.83f.

18 Vgl. Linke, Die römische Republik, S. 129.

19 Vgl. K. Christ, Krise und Untergang der römischen Republik, Darmstadt 2000. S. 212f. Und: App. II, E1, 99, 461.

20 App. II, E1, 98, 460. Für eine ausführliche Erläuterung der Ämter des Interrex bzw. des Dictators, vgl. Kunkel, Staatsordnung und Staatspraxis, S. 276-284 und S. 665-675. Zum genauen Hergang und der Legitimität der Diktatur Sullas, vgl. ebd. 702-712.

21 Für eine genauere Diskussion um die Legitimität, in der auch Mommsens Sicht dargestellt wird, vgl. Wittmann, Res publica recuperata, S. 567-572. Für ein abschließendes Urteil meinerseits sind die Kenntnisse des römischen Verfassungsrechts nicht ausreichend. Die Argumentation von Wittmann erscheint aber durchaus plausibel. Jedoch bezweifle ich, dass sich jemand Sullas Gesetzen in den Weg gestellte hätte, der die Proskriptionen oder seine Taten nach dem Sieg über die Samniten kannte, weshalb eine Abstimmung über Gesetze in den Komitien nur pro forma gewesen wäre. Vgl. hierzu: Linke, Die römische Republik, S. 125f. Auch der Fall des Ofella zeigt, was passierte, wenn man sich nicht an die Gesetze Sullas hielt. (Vgl. Gliederungspunkt III.2).

22 Nicht umsonst gab es den Begriff pedarii senatores, welche nie vor dem Senat sprechen konnten und deren einzige Art der Einflussnahme bzw. der politischen Macht es war, „mit ihren Füßen“ abzustimmen. Dabei hielten sie sich meistens an die großen Männer des Senats, da sie hofften so an politische Macht zu kommen bzw. zu einer Art Günstling einer dieser Männer zu werden. Diese Zahl vergrößerte sich unter Sulla drastisch, wobei v.a. die neuen Mitglieder aus dem Ritterstand zu pedarii wurden, was zum einen die Macht der alteingesessen Oberschicht im Senat nicht schwächte, zum anderen den restlichen Ritterstand, aus unbedeutenderen Rittern enorm schwächte. Vgl. Kunkel, Staatsordnung und Staatspraxis, S. 316 und S. 443.

23 Vgl. Meier, Res publica amissa, S. 257f. und: Letzner, Sulla, S. 279-281. Hantos, Res publica constituta, S. 46f. und S. 55-61. Hier wird diese These einschlägig durch einen Vergleich von Zahlen belegt, welcher beweist, dass nach den Reform Sullas die Anzahl der Obermagistraturen, welche durch die alteingesessene Nobilität belegt wurde, gestiegen ist.

24 Vgl. App. II, E1, 100, 468.

25 Vgl. Linke, Die römische Republik, S. 132f. Und: U. Hackl, Senat und Magistratur in Rom von der Mitte des 2. Jahrhunderts v. Chr. bis zur Diktatur Sullas, Regensburger Historische Forschungen, Bd. 9, Kallmünz 1982. S. 4-8. Außer Acht gelassen werden hierbei der Reformversuch Drusus‘ aus dem Jahr 91 v. Chr., der im Prinzip dieselbe Reform anstrebte, daran allerdings scheiterte.

[...]


Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Die sullanische Restauration
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Note
1.3
Jahr
2019
Seiten
18
Katalognummer
V471114
ISBN (eBook)
9783668936676
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Bitte vollständig anonymisieren
Schlagworte
restauration
Arbeit zitieren
Anonym, 2019, Die sullanische Restauration, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/471114

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