Das Bürokratie-Konzept nach Max Weber


Hausarbeit, 2018
14 Seiten, Note: 2,0
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die legale Herrschaft

3. Webers Bürokratiekonzept

4. Das Verhältnis der Bürokratie zu Staat und Politik

5. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Max Weber analysiert in seinem Werk „Wirtschaft und Gesellschaft“ bereits in den frühen 1920er Jahren die Zusammenhänge zwischen Macht, Herrschaft, Staat und Politik. Dabei definiert er diese Begriffe nicht nur idealtypisch, er behandelt zu dem auch die Frage nach der Legitimation von Herrschaft.

Herrschaft ist dabei für Weber die Chance für Befehle Gehorsam zu finden. Macht bedeutet für ihn die Möglichkeit, seinen eigenen Willen gegen den Anderer durchzusetzen. Weber setzt für Herrschaft also eine gewisse Form von Gehorsamsbereitschaft voraus (vgl. Weber 1984: 89f). Für einen stabilen Herrschaftszustand genüge es dabei nicht auf eine gemeinsame Interessenlage oder die Gewohnheit der Menschen zurückgreifen zu können. Hinzu kommen für Weber nicht nur affektuelle oder rationale Beweggründe, auch die Struktur eines Herrschaftsverbandes spiele eine entscheidende Rolle für das Finden von Gehorsam. All diese Institutionen eines Herrschaftsverbandes begründeten den Glauben an seine Legitimität. Dieser spezielle Legitimitätsglaube ist es – für Weber, der der jeweiligen Herrschaftsform zu Stabilität verhilft. (vgl. ebd.: 58ff)

Für Weber gibt es unterschiedliche Herrschaftsformen, die sich durch vielerlei Aspekte auszeichnen. Jede von ihnen würde dabei versuchen, den Glauben an ihre Legitimität bei den Beherrschten anzuregen. Allein durch die Begründung ihres jeweiligen Legitimitätsglaubens würden sich Webers drei Herrschaftsformen grundsätzlich unterscheiden. Dabei bedinge jede Form des Legitimitätsglaubens auch Unterschiede in der Art und Weise des Gehorsams, des Charakters der Herrschaftsausübung und die Art des Verwaltungsstabes. Letzteren benötige dabei jede Herrschaftsform in anderer Struktur und Besetzung.

Max Weber konstruiert drei idealtypische Formen legitimer Herrschaft. Die erste in der Reihe ist die traditionale Herrschaft, die durch „die Autorität des ‚ewig Gestrigen‘ “ (Weber 1969: 507) legitimiert wird. „[…] ganz auf persönlicher Hingabe und […] persönliche[m] Vertrauen“ (ebd.: 507) beruhe die charismatische Herrschaft. Die legale Herrschaft letztlich sei „Herrschaft kraft ‚Legalität‘ “ (ebd.: 507).

Die als letztes genannte Form der legalen Herrschaft soll in dieser Hausarbeit genauer untersucht werden. Dazu wird diese in ihren Grundzügen zunächst grob erläutert. Wichtige Untersuchungsaspekte sind hier der Legitimitätsglaube, der Verwaltungsstab, die Art der Herrschaftsausübung sowie die Struktur des Herrschaftsverbandes.

Im Anschluss daran befasst sich das dritte Kapitel mit Webers Idealvorstellung einer legalen Herrschaft, der bürokratischen Herrschaft. Hierbei soll das zugrundeliegende Bürokratiekonzept in seiner Beschaffenheit genauer betrachtet werden. Wichtige Aspekte werden hier die Struktur der bürokratischen Verwaltung, allgemeine Merkmale und der Idealtypus des Beamten sein.

Das vierte Kapitel soll dann abschließend das Verhältnis von Webers idealtypischer Bürokratie zu seiner Vorstellung des Staates und der Politik beziehungsweise den politischen Akteuren analysieren.

So soll in dieser Hausarbeit die Frage beantwortet werden, ob und wie deutlich Max Weber Unterschiede in der Kompetenzverteilung zwischen Bürokratie und Politik in seinem Staatsverständnis sieht.

Diese Fragestellung soll mit Hilfe der vorgestellten Gliederung möglichst präzise und adäquat beantwortet werden. Eine abschließende Beurteilung dieser Frage wird dann im Fazit erfolgen.

2. Die legale Herrschaft

Die legale Herrschaft ist für Weber die rationalste Form von Herrschaftsausübung. Die Formen der traditionalen und charismatischen Herrschaft seien rational abgeschwächt. Dennoch sieht er diese im Vergleich zur legalen Herrschaft keineswegs als nicht-rational an, denn bei allen Herrschaftsformen geht er zunächst von einer maximalen Rationalisierung aus. Aus dieser Perspektive heraus sollen die unterschiedlichen Eigenschaften und Merkmale der Herrschaftsformen herausgestellt werden. (vgl. Fitzi 2004: 135)

Die Legitimität der legalen Herrschaft beruht für Weber allein auf dem Glauben an die Legalität der Satzung und des Anweisungsrechts der durch sie zur Herrschaft berufenen (vgl. Weber 1984: 124f.). Für die Geltung dieser Legitimität geht Weber nun von einer Reihe von Vorstellungen aus. In der legalen Herrschaftsform kann jede Form von Recht, mit dem Anspruch von den VerbandsteilnehmerInnen geachtet zu werden, erlassen werden. Recht ist dabei eine Sammlung von Regelungen, die durch allgemein gültige Verbandsregeln gerechtfertigt sind. Dabei ist herausragend, dass jedes Recht auch, auf Grund der allgemein gültigen Rechtsvorstellungen boykottiert werden kann. Für die Zuordnung von Herrschenden und Beherrschten bedeutet dies, dass hier keine persönliche Bindung besteht. Der Herrschende kann als Vorgesetzter gesehen werden der Anordnungen erlässt, die dem gesatzten Recht unterstehen. Der Beherrschte ist ein Gehorchender, der nur diesem Recht, nicht aber der Person des Herrschers, untergeordnet ist. (vgl. Fitzi 2004: 136)

Alles Handeln in diesem Herrschaftsverband kann und muss auf die bestehenden und bekannten Regeln der Ordnung zurückgeführt werden. Diese Regeln sind in einer rationalen Rechtsordnung des Verbandes gebündelt. Alle Mitglieder des Herrschaftsverbandes, sowohl Gehorchende als auch Herrscher, sind allein diesem Recht unterworfen. (vgl. Weber 1968: 476)

Für Weber ist dieser Typus der legalen Herrschaft nicht nur idealtypisch für den modernen Staat, sondern auch für den privaten kapitalistischen Betrieb. Auch andere Verbände und Vereine, die über einen hierarchisch gegliederten Verwaltungsstab verfügen, könnten diesem Typus entsprechen. (vgl. ebd.: 476f.)

Wichtig ist hierbei für Weber vor allem der freiwillige Beitritt und die Möglichkeit des Austritts aus dem jeweiligen Verband. „Die modernen politischen Verbände sind nur die hervorragendsten Repräsentanten des Typus.“ (ebd.: 476ff.)

Die reinste Form der legalen Herrschaft ist laut Weber die bürokratische Herrschaft. Dabei sei allerdings keine Herrschaft rein bürokratisch. Die höchsten Positionen eines politischen Verbandes würden immer von Personen geführt, die nicht allein durch ihre fachlichen Qualifikationen in diese öffentlichen Ämter gelangten. Die Bürokratie sei dabei auch nicht die einzige Form der legalen Herrschaft. Hinzu kommen Organisationsformen wie Parlaments- und Kommiteeverwaltungen. (vgl. ebd.: 477)

3. Webers Bürokratiekonzept

„[…] die bureaukratisch-monokratische[sic!] aktenmäßige Verwaltung ist nach allen Erfahrungen die an Präzision, Stetigkeit, Disziplin, Straffheit und Verläßlichkeit[sic!] […] formal rationalste Form der Herrschaftsausübung.“ (Weber 1984: 128)

Für Weber ist die idealste Form des Verwaltungstabs einer legalen Herrschaft die Bürokratie. Sie sei die rationalste aller Verwaltungsformen. Dieser Idealtypus der legalen Herrschaft ist für Weber gleichzeitig das Ideal von kontinuierlichem und gemeinschaftlichem Zweckhandelns. (vgl. Maurer 2004: 46)

Der Verwaltungstypus in der legalen Herrschaft ist laut Weber ein andauerndes, regelgebundenes Abarbeiten von Amtsgeschäften innerhalb einer festgelegten Kompetenzordnung. In diesem Verwaltungsbetrieb arbeitet Webers idealtypischer Beamter. Dieser ist aufgrund seiner fachlichen Qualifikationen an einer bestimmten Stelle in der Ämterhierarchie beschäftigt. Er arbeitet in einem festgesetzten Kompetenzbereich, der sich unter anderem dadurch auszeichnet, dass die Verwaltung zur Leistungsoptimierung sachlich begrenzte Pflichtbereiche einstellt. Auf diese Weise ist geregelt welche Pflichten und Aufgaben jede Position der Hierarchie zu erfüllen hat. Außerdem unterscheiden sich die Kompetenzen der Beamten auch in ihrer vertikalen Position in der Hierarchie. Ausschlaggebend ist hier zum Beispiel welche Befehlsgewalt der jeweilige Beamte in dieser Ordnung inne hat. Dabei sind auch die zulässigen Zwangsmittel und deren Anwendung klar geregelt. (vgl. Weber 1968: 475ff.)

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Das Bürokratie-Konzept nach Max Weber
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen  (Institut für politische Wissenschaft)
Note
2,0
Jahr
2018
Seiten
14
Katalognummer
V471248
ISBN (eBook)
9783668942899
ISBN (Buch)
9783668942905
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bürokratie-konzept, weber
Arbeit zitieren
Anonym, 2018, Das Bürokratie-Konzept nach Max Weber, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/471248

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