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Der Einzelne in der Ehe. Ehefrau und Ehemann in der Wiener Moderne bei Sigmund Freud und in Arthur Schnitzlers "Traumnovelle"

Titel: Der Einzelne in der Ehe. Ehefrau und Ehemann in der Wiener Moderne bei Sigmund Freud und in Arthur Schnitzlers "Traumnovelle"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2007 , 25 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Sebastian Polmans (Autor:in)

Kulturwissenschaften - Sonstiges
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Bereits Sokrates hat sich zum Problemkomplex der Ehe geäußert: „Heirate oder heirate nicht – du wirst es auf jeden Fall bereuen.“ Die Ehe für den Einzelnen, ob Mann oder Frau, scheint also eine ebenso zeitlose, wie unlösbare Problematik – ob nun ledig oder verheiratet. Doch heutzutage gilt das System der Ehe eher als epochal, denn als einzig mögliches Bündnis von Mann und Frau.

Die vorliegende Arbeit soll allerdings weder die Kulturgeschichte der Institution Ehe illustrieren, noch soll sie ein Ursachenforschungsunternehmen für gescheiterte Ehen darstellen. Die Arbeit setzt zeitlich an dem Punkt an, nämlich um 1900, an dem die traditionelle Ehe erstmals in der Öffentlichkeit ausgiebig und lebendig diskutiert wird. Dabei werden die Texte zweier Autoren der Jahrhundertwende untersucht, die die kritische Debatte um die Institution Ehe entscheidend mitbestimmt haben und deren Inhalte für die heutige Debatte noch immer aktuell sind.

Zwei Perspektiven versuchen dabei den Gegenstand zu erhellen, die eine aus der literarischen Sicht der Traumnovelle Arthur Schnitzlers, die andere aus Sigmund Freuds naturwissenschaftlich-psychologischem Blickwinkel. Beide zu untersuchenden Autoren haben mit ihren Arbeiten die Kultur in der Zeit der Jahrhundertwende im Allgemeinen, insbesondere die der Wiener Moderne, entscheidend mitbestimmt und sich sowohl in zahlreichen ihrer Schriften als auch in persönlichen Stellungnahmen zur Problematik der Ehe geäußert. Hierbei soll untersucht werden, inwieweit sich Analogien und Differenzen zwischen dem skizzierten Ehe- respektive Liebesleben in Schnitzlers Text sowie in Freuds Theorien und im wirklichen Liebesleben der beiden Autoren ausmachen lassen. Daher werden in dieser Arbeit ausgehend von Textanalysen Bezüge zur Biographie hergestellt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Sigmund Freuds Kritik an der Institution Ehe

2.1 Sigmund Freuds Einstellung zur Ehe

2.2 Der Mann in der Ehe

2.3 Die Frau in der Ehe

3 Arthur Schnitzler, Traumnovelle und die Ehe

3.1 Die Frau in der Ehe: Albertine

3.2 Der Mann in der Ehe: Fridolin

3.3 Die Lösung des Eheproblems in der Traumnovelle

4 Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung von Ehe und Liebesleben in der Wiener Moderne anhand der psychologischen Theorien Sigmund Freuds und der literarischen Erzählung Traumnovelle von Arthur Schnitzler. Ziel ist es, Analogien und Differenzen zwischen den wissenschaftlichen Thesen Freuds und dem fiktionalen Geschehen bei Schnitzler aufzuzeigen, um ein differenziertes Bild des Einzelnen in der Ehe um 1900 zu zeichnen.

  • Kritik an der bürgerlichen Institution Ehe
  • Wechselwirkung von Triebunterdrückung und psychischer Gesundheit
  • Rollenbilder von Mann und Frau in der Ehe
  • Bedeutung von Traum und Phantasie für die Ehestabilität
  • Die Ehe als Konstrukt zwischen gesellschaftlicher Norm und individuellem Begehren

Auszug aus dem Buch

3.2 Der Mann in der Ehe: Fridolin

Die Erkenntnisse die Albertine durch ihre Erlebnisse gewinnt, derlei gelingt Fridolin zunächst nicht. Statt Albertines Traum auf eine für den Konflikt der Beziehung produktive Weise zu deuten, scheint er im ersten Moment, nachdem sie ihm diesen schildert, jene Auflösung der Liebesehe zu empfinden, die als Rachegefühl des Ehemannes zu verstehen ist, der sich von der Untreue in Gedanken betrogen fühlt:

„Und er streckte sich an der Seite Albertines hin, die schon eingeschlummert zu sein schien. Ein Schwert zwischen uns, dachte er wieder. Und dann: wie Todfeinde liegen wir hier nebeneinander. Aber es war nur ein Wort.“

Die Erlebnisse, die Fridolin in der Nacht bevor er sich an die „Seite“ seiner Ehefrau legt, macht, wirken wie ein Traum: Einzelheiten erinnern dabei an die von Freud propagierten „Traumerreger aus jenen Erlebnissen, über die „man noch keine Nacht geschlafen hat““. Doch es handelt sich um die Wirklichkeit einer sozialen Ordnung, die so surreal sie auch scheinen mag, in der Figur von Fridolin aufgeht.

Dabei sind die Begegnungen und Erlebnisse, die er macht, von einer Neugierde nach dem erotischen Abenteuer geprägt, doch ist er es, der immer wieder einen Schritt zurück macht respektive zu diesem gezwungen wird. Hartmut Scheibles Interpretation geht hier sogar noch weiter und bezeichnet das Merkmal von Fridolins Eindrücken als Reihe von Versagungen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zeitlose Problematik der Ehe im Wandel der Zeit und führt in die Fragestellung ein, wie Sigmund Freud und Arthur Schnitzler die Krise der bürgerlichen Ehe um 1900 reflektieren.

2 Sigmund Freuds Kritik an der Institution Ehe: Dieses Kapitel analysiert Freuds kulturkritische Schriften, in denen er die Ehe als ein System der Triebunterdrückung darstellt, das zur sogenannten „modernen Nervosität“ führt.

2.1 Sigmund Freuds Einstellung zur Ehe: Hier wird anhand von Freuds privaten Brautbriefen die Ambivalenz zwischen seinem gelebten bürgerlichen Familienbild und seiner wissenschaftlichen Theoriebildung untersucht.

2.2 Der Mann in der Ehe: Der Fokus liegt auf dem männlichen Spannungsfeld zwischen gesellschaftlichem Moralzwang, psychischer Impotenz und dem Wunsch nach sexueller Abwechslung.

2.3 Die Frau in der Ehe: Dieses Kapitel beleuchtet die spezifischen Auswirkungen der gesellschaftlichen Unterdrückung und Keuschheitsideale auf die weibliche Psyche und die resultierende Entfremdung in der Ehe.

3 Arthur Schnitzler, Traumnovelle und die Ehe: Die Analyse von Schnitzlers Erzählung zeigt auf, wie das Thema der Ehekrise literarisch verarbeitet wird, wobei reale und geträumte Wirklichkeit verschmelzen.

3.1 Die Frau in der Ehe: Albertine: Der Traum von Albertine wird als Auflehnung gegen bürgerliche Konventionen und als Weg zur notwendigen Selbsterkenntnis für den Erhalt der Ehe gedeutet.

3.2 Der Mann in der Ehe: Fridolin: Das Kapitel arbeitet heraus, wie Fridolin durch eine Reihe von nächtlichen Begegnungen ein Scheitern an der eigenen Triebhaftigkeit und den starren gesellschaftlichen Erwartungen erlebt.

3.3 Die Lösung des Eheproblems in der Traumnovelle: Zusammenfassend wird dargestellt, wie die gegenseitige Akzeptanz innerer Untreue und die Bewusstwerdung über die eigene Verführbarkeit die Ehe auf eine neue, konstruktive Ebene heben.

4 Resümee: Das Resümee vergleicht die Ansätze von Freud und Schnitzler und kommt zu dem Schluss, dass Schnitzler in seiner Novelle ein Plädoyer für eine bewusst gelebte, moderne Ehe liefert.

Schlüsselwörter

Wiener Moderne, Sigmund Freud, Arthur Schnitzler, Traumnovelle, Institution Ehe, Triebunterdrückung, Psychoanalyse, Ehekrise, Moderne Nervosität, Weibliche Sexualität, Männliches Rollenbild, Unbewusstes, Traumdeutung, Ehebruch, Monogamie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Darstellung und Kritik der Institution Ehe in der Wiener Moderne anhand von Sigmund Freuds psychoanalytischen Schriften und Arthur Schnitzlers Erzählung Traumnovelle.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Konzepte der Ehe, des Liebeslebens, der Triebstruktur von Mann und Frau sowie die Einflüsse kultureller und moralischer Normen um 1900.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist ein Vergleich zwischen Freuds naturwissenschaftlich-psychologischer Sichtweise und Schnitzlers literarischer Verarbeitung, um ein tieferes Verständnis für die Ehedynamik der Zeit zu gewinnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Analyse von Primärtexten und historischen Quellen sowie den Vergleich zwischen theoretischen Schriften und fiktionaler Literatur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung durch Freud sowie die detaillierte literarische Analyse der Traumnovelle hinsichtlich der Ehekonflikte von Albertine und Fridolin.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Psychoanalyse, Ehekrise, Wiener Moderne, Triebunterdrückung, Identitätsfindung und das Spannungsfeld zwischen gesellschaftlicher Norm und individuellem Begehren.

Warum spielt die Etymologie des Wortes "Ehe" zu Beginn der Arbeit eine Rolle?

Sie dient dazu, das institutionelle und gesetzliche Verständnis der Ehe in der menschlichen Ordnung zu verdeutlichen, das den Ausgangspunkt der Debatte um 1900 bildet.

Wie unterscheidet sich die "Lösung" der Ehekrise in der Traumnovelle von einer traditionellen Ehe?

Die Lösung besteht in einer "veredelten Form" der Ehe: Beide Partner akzeptieren ihre gegenseitige Verführbarkeit und die Bedeutung innerer, traumhaft erlebter Untreue, ohne die Ehe zu beenden.

Welche Rolle spielt der Traum von Albertine für das Verständnis der Gesamterzählung?

Albertines Traum wird als Akt der Auflehnung und als Prozess der Selbsterkenntnis gewertet, der ihr den Weg zu einer bewussteren Lebensführung und Ehe ebnet.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Einzelne in der Ehe. Ehefrau und Ehemann in der Wiener Moderne bei Sigmund Freud und in Arthur Schnitzlers "Traumnovelle"
Hochschule
Universität Siegen  (Germanistik)
Veranstaltung
Fin de Siecle
Note
1,0
Autor
Sebastian Polmans (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
25
Katalognummer
V471253
ISBN (eBook)
9783668956261
ISBN (Buch)
9783668956278
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Freud Schnitzler Ehe Liebesbriefe Traumnovelle
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sebastian Polmans (Autor:in), 2007, Der Einzelne in der Ehe. Ehefrau und Ehemann in der Wiener Moderne bei Sigmund Freud und in Arthur Schnitzlers "Traumnovelle", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/471253
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  25  Seiten
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