Ziel der vorliegenden Arbeit ist die Untersuchung der Preisbildung des deutschen Aktienmarktes auf die Effizienz der Informationsverarbeitung. Gegenstand der Untersuchung sind die Aktien der Unternehmen, welche im Untersuchungszeitraum in den Indizes DAX und MDAX der deutschen Börse gelistet waren. Die Informationen, deren Aufnahme in die Aktienkurse untersucht wird, sind veröffentlichte Ad-hoc-Mitteilungen zur Information der Öffentlichkeit über bevorstehende Kapitalerhöhungen.
Im ersten Abschnitt werden zunächst die Grundlagen der Markteffizienzhypothese dargestellt. Dazu erfolgt zunächst eine Abgrenzung des Begriffs der Informationseffizienz, ehe dieser im Sinne der MEH näher konkretisiert wird. Anschließend werden drei verschiedene Stufen der Informationseffizienz sowie drei wichtige Preismodelle thematisiert. Zum Abschluss des Kapitels werden Kritikpunkte und bishe-rige Forschungsergebnisse zur Markteffizienz dargestellt.
Im folgenden Kapitel werden die Grundlagen der Eigenkapitalbeschaffung von Aktiengesellschaften thematisiert. Dabei werden insbesondere die Möglichkeiten von Aktiengesellschaften zur Durchführung von Kapitalerhöhungen aufgezeigt. Zum Abschluss werden einzuhaltende Meldepflichten, die für die spätere Untersuchung relevant sind, beleuchtet.
Die empirische Untersuchung der MEH findet im vierten Kapitel statt. In einem ersten, methodischen, Teil werden zunächst die Rahmenbedingungen der Untersuchung festgelegt sowie die statistischen Grundlagen geschaffen. Anschließend werden im zweiten Teil des Kapitels die Ergebnisse der Untersuchung dargestellt und interpretiert. Außerdem erfolgt eine kritische Würdigung der Methodik sowie der Untersuchungsergebnisse.
Im abschließenden fünften Kapitel werden die Untersuchungsergebnisse aufgegriffen und in den Gesamtkontext eingeordnet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Aufbau
2 Theorie der Markteffizienz
2.1 Abgrenzung „Informationseffizienz“
2.2 Markteffizienzhypothese
2.2.1 Grundlagen der Markteffizienzhypothese
2.2.2 Stufen der Informationseffizienz
2.2.2.1 Schwache Informationseffizienz
2.2.2.2 Halbstarke Informationseffizienz
2.2.2.3 Starke Informationseffizienz
2.2.3 Preismodelle informationseffizienter Märkte
2.2.3.1 Fair-Game-Modell
2.2.3.2 Submartingale-Modell
2.2.3.3 Random-Walk-Modell
2.3 Forschungsstand und Kritik
2.3.1 Informationsparadoxon
2.3.2 Schwache Informationseffizienz
2.3.3 Halbstarke Informationseffizienz
2.3.4 Starke Informationseffizienz
3 Eigenkapitalbeschaffung von Aktiengesellschaften
3.1. Begriff und Bedeutung von Aktien
3.2. Kapitalerhöhung von Aktiengesellschaften
3.2.1 Möglichkeiten gemäß AktG
3.2.2 Ordentliche Kapitalerhöhung
3.2.3 Kapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital
3.3. Meldepflichten gemäß Marktmissbrauchsverordnung
4 Empirische Untersuchung
4.1 Methodischer Teil
4.1.1 Datenbasis
4.1.2 Bestimmung der benötigten Zeitfenster
4.1.3 Schätzung der erwarteten Rendite
4.1.4 Berechnung der abnormalen Rendite
4.1.5 T-Tests
4.2 Auswertung
4.2.1 Schätzung der erwarteten Rendite
4.2.2 T-Tests
4.2.2.1 Durchschnittliche abnormale Rendite (AAR)
4.2.2.2 Kumulierte durchschnittliche abnormale Rendite (CAAR)
4.2.2.3 Kategorisierung DAX- und MDAX Ereignisse
4.3 Kritische Würdigung
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Preisbildung des deutschen Aktienmarktes im Hinblick auf die Effizienz der Informationsverarbeitung. Das Hauptziel besteht darin, empirisch zu prüfen, ob Ad-hoc-Mitteilungen über bevorstehende Kapitalerhöhungen von Unternehmen aus dem DAX und MDAX unverzüglich und effizient in die Aktienkurse einfließen.
- Theoretische Grundlagen der Markteffizienzhypothese und ihrer Stufen
- Methodik der Ereignisstudie zur Bestimmung abnormaler Renditen
- Rechtliche Rahmenbedingungen für Kapitalerhöhungen und Meldepflichten
- Empirische Analyse der Informationsverarbeitung im deutschen Aktienmarkt
- Vergleichende Untersuchung zwischen DAX- und MDAX-Unternehmen
Auszug aus dem Buch
2.2.2.2 Halbstarke Informationseffizienz
Bei Vorliegen halbstarker Effizienz auf einem Markt enthalten die Preise sowohl die Informationen des Kursverlaufs in der Vergangenheit, als auch sämtliche weitere Informationen die der Öffentlichkeit bekannt sind.13
Anleger, die ihre Anlageentscheidung auf Grundlage einer Fundamentalanalyse treffen, werten möglichst viele Daten und Informationen aus. Diese sollen ihnen Aufschluss darüber geben, mit welcher Kursentwicklung in der Zukunft zu rechnen sein wird. Dafür werden sowohl Informationen des betreffenden Unternehmens selbst (z.B. Gewinnmitteilungen oder die Ankündigung außerordentlicher Aufwendungen) als auch Informationen von außerhalb des Unternehmens (z.B. Zinsniveau, Konjunkturdaten) verwendet.14
Da bei Vorliegen halbstarker Informationseffizienz bereits alle öffentlich zur Verfügung stehenden Informationen im Preis enthalten sind ist es nicht möglich durch fundamentale Analyse eine Überrendite gegenüber dem Markt zu erreichen.15
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der Markteffizienz ein und definiert das Ziel sowie den Aufbau der Untersuchung.
2 Theorie der Markteffizienz: Hier werden die Grundlagen der Informationseffizienz, verschiedene Markteffizienzstufen und relevante Preismodelle sowie der Forschungsstand erörtert.
3 Eigenkapitalbeschaffung von Aktiengesellschaften: Dieses Kapitel behandelt die theoretischen Möglichkeiten der Eigenkapitalbeschaffung und die regulatorischen Meldepflichten für Aktiengesellschaften.
4 Empirische Untersuchung: Hier erfolgt die methodische Herleitung und Durchführung der Ereignisstudie sowie die Auswertung und kritische Würdigung der Ergebnisse.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und ordnet sie in den wissenschaftlichen Gesamtkontext der Markteffizienzhypothese ein.
Schlüsselwörter
Markteffizienzhypothese, Informationseffizienz, Kapitalerhöhung, Ereignisstudie, Ad-hoc-Mitteilung, DAX, MDAX, abnormale Rendite, Fundamentalanalyse, Marktmodell, Kapitalmarkt, Insiderinformationen, Finanzinstrumente, Preisbildung, Signifikanz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie effizient der deutsche Aktienmarkt auf neu veröffentlichte Informationen, insbesondere Ad-hoc-Mitteilungen zu Kapitalerhöhungen, reagiert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Markteffizienzhypothese nach Fama, die Durchführung von Kapitalerhöhungen durch Aktiengesellschaften und die empirische Anwendung von Ereignisstudien zur Analyse von Aktienkursreaktionen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, festzustellen, ob eine halbstarke Informationseffizienz am deutschen Aktienmarkt vorliegt, indem analysiert wird, ob Informationen unverzüglich in die Aktienkurse eingepreist werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine ereignisstudienbasierte Methode verwendet, bei der auf Basis des Marktmodells abnormale Renditen berechnet und mittels T-Tests auf Signifikanz geprüft werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst sowohl die theoretische Fundierung der Markteffizienz und Kapitalerhöhungen als auch die praktische empirische Untersuchung der Kursentwicklungen von DAX- und MDAX-Unternehmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Markteffizienzhypothese, Ereignisstudie, abnormale Rendite, Ad-hoc-Publizität und Informationseffizienz beschreiben.
Welche Unterschiede zeigen sich zwischen DAX und MDAX Unternehmen?
Die Untersuchung zeigt, dass bei MDAX-Unternehmen Informationen effizienter eingepreist werden, während DAX-Unternehmen teilweise verzögerte Kurskorrekturen aufweisen.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur Markteffizienz?
Der Autor kommt zu dem Ergebnis, dass die halbstarke Informationseffizienz am deutschen Markt zwar weitgehend gegeben ist, jedoch partielle Ineffizienzen in Form von Antizipationen oder verzögerten Korrekturen existieren.
- Arbeit zitieren
- Patrik Reichelt (Autor:in), 2018, Empirische Überprüfung der halbstarken Markteffizienzhypothese am deutschen Aktienmarkt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/471419