Wird der Greis zum Rentner? Die Darstellung alter Menschen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts


Hausarbeit (Hauptseminar), 2019

27 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Alter als Gegenstand des Historikers
2.1 Das Alter als Lebensphase
2.2 Die Industrialisierung als Zäsur?

3. Vom Greis zum Rentner?
3.1 Der Greis
3.1 Arbeiter im Kaiserreich – die ersten Rentner?
3.2 Die Alten in Literatur und Kunst des späten 19. Jahrhunderts

4. Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang

1. Einleitung

Aus gegenwärtiger Perspektive stellt sich die Frage nach dem Unterschied zwischen einem Greis und einem Rentner auf den ersten Blick wohl kaum noch. Beide, der Greis und der Rentner, gehören in irgendeiner Weise zusammen und werden gewiss auch zusammen gedacht. Wer Rentner ist, der ist in der Regel alt und wer alt ist, der ist unter normalen Umständen Rentner. Der Rentner ist längst zum Synonym für alte Menschen geworden und wird als Ausdruck deutlich häufiger verwendet als die Bezeichnung Greis. Doch bereits eine etwas tiefere Auseinandersetzung mit den Begrifflichkeiten wirft ein neues Bild auf. Der Greis1 ist laut Duden ein „alter, oder alt wirkender (körperlich hinfälliger) Mann“ und wer mit dem Adjektiv greis bezeichnet wird, der sei „alt, betagt (mit ergrautem, weißem Haar und erkennbaren Zeichen des Alters, der Gebrechlichkeit).“ Der Rentner2 hingegen sei demnach ganz schlicht „jemand, der eine Rente bezieht.“ Was sich zunächst überhaupt nicht auszuschließen erscheint, ist tatsächlich eine Unterscheidung von wesentlichen Kategorien: Während der Greis jemand ist, der den physischen Zustand des hohen Lebensalters verkörpert, wird der Rentner ausschließlich auf einen einzigen wirtschaftlichen Aspekt reduziert, der obendrein von hoher Relevanz für die fortschrittliche Gesellschaft ist. Es sind hier also im Laufe der Zeit aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklung zwei Begriffe verschmolzen, die in ihrer ursprünglichen Bedeutung gänzlich verschiedene Kategorien beschreiben.

In dieser Arbeit soll die Zeit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts fokussiert werden, in der die Ausdrücke noch klar voneinander abgegrenzt waren. Zumal die Anfänge der heute selbstverständlichen Rente erst mit Bismarcks Sozialgesetzgebung in den 1880er Jahren gemacht wurden. Wie waren die Begriffe Greis und Rentner konnotiert? Was meinten Sie? Und wie wurden Menschen, die so bezeichnet wurden, dargestellt? Die Forschungs- und Quellenlage kann als gut bezeichnet werden. Das Alter ist als gegenwärtig populäres Thema in den letzten Jahrzehnten auch stets Thema der Wissenschaft gewesen und nicht zuletzt die Sozialgeschichte des Alters ist gut erforscht. Zwei populäre Quellen sollen – neben zahlreichen weiteren – im Zentrum dieser Arbeit stehen. Zum einen ist es die Rede über das Alter3 , die Jakob Grimm 1860 mit 75 Jahren gehalten hat. Darin sinniert der deutsche Sprach- und Literaturwissenschaftler über das Leben im Alter und wirft dabei Merkmale, Eigenschaften und Handlungsweisen auf, die man gewiss als charakteristisch für einen Greis bezeichnen kann. Zum anderen wird die Bildquelle Rentenauszahlung im Hamburger Hauptpostgebäude analysiert, die von Karl Müller 1898 gezeichnet und veröffentlicht wurde. Hier wird ein gänzlich anderes Bild von alten Menschen aufgeworfen, das mit den Schilderungen Grimms nur wenig gemeinsam hat. Diese Kontraste gegenüberzustellen und gleichzeitig die zeitgenössischen Darstellungen alter Menschen in einen größeren zeitlichen sowie sozialgesellschaftlichen Kontext einzubetten, ist Aufgabe dieser Arbeit. Die Frage ist, ob sich das Altersbild im ausgehenden 19. Jahrhundert grundlegend geändert hat und, wenn ja, was die Ursachen dafür gewesen sind.

2. Alter als Gegenstand des Historikers

Das hohe Alter wird aus verschiedenen Blickwinkeln erforscht und ist aus unterschiedlichen Gründen in den Fokus der Wissenschaft geraten. Soziologen, Historiker, Mediziner, Politiker – sie alle interessieren sich für den Umgang mit alten Menschen, aber kaum jemand hat das Dilemma des Alters so plakativ zusammengefasst wie Jacob Grimm: „Es liegt ein Widerspruch darin, daß, während alle Menschen alt zu werden wünschen, sie doch nicht alt sein wollen.“4 Grimms Aussage ist mittlerweile bereits über 150 Jahre alt, besitzt aber gegenwärtig immer noch mindestens die gleiche Geltung wie zur Zeit der Veröffentlichung. Das Alter polarisiert, es wühlt den Menschen auf und ist mit zahlreichen Vorurteilen verknüpft. Wenn Göckenjan behauptet, das Alter sei „weder spektakulär noch tröstlich, weder besonders abstoßend noch besonders liebenswert“5, dann hat er damit nur teilweise recht. Denn gerade die Adjektive abstoßend und liebenswert werden im Bezug auf alte Menschen in der gesamten Spannbreite ihrer Bedeutungsmöglichkeiten ausgeschöpft und machen damit jenes Spannungsverhältnis auf, das charakteristisch für das Alter ist. Das Bild der liebenswerten Großeltern ist ebenso in der heutigen Gesellschaft verankert wie das des gebrechlichen, armen und einsamen Seniors. Aus dieser Ambivalenz allein heraus ergibt sich eine so große Relevanz für die Gesellschaft, dass die Beschäftigung mit dem hohen Alter an sich grundsätzlich gerechtfertigt ist.

Was aber fängt der Historiker mit dem Alter(n) an? Josef Ehmer argumentiert, dass es „eine historisch bedingte und variable Dimension des menschlichen Lebens“ sei, zu altern.6 Das Alter ist demnach abseits der unveränderlichen biologischen Beschaffenheit ein von der Gesellschaft entworfenes Konstrukt, das zu verschiedenen Zeiten aufgrund der sich wandelnden Lebensverhältnisse und der Kultur unterschiedlich aufgefasst wurde. Jene Konstruktionen und ihre Bedeutungen im Wandel der Zeit, so Ehmer, sind Gegenstand der historischen Forschung.7 Laut Ehmer ist bei der Aufarbeitung dieser Konstruktionen zwischen dem kultur- und dem sozialhistorischen Ansatz zu unterscheiden. Während sich der Kulturhistoriker primär mit Altersdiskursen auseinandersetzt, die vor allem durch ihren normativen Charakter geprägt sind und dadurch in erster Linie Moraldiskurse seien,8 entwirft der Sozialhistoriker ein möglichst reales Bild von der Wirklichkeit, indem er anhand von Quellen die Lebenswelt und das soziale Milieu der Menschen rekonstruiert.9 Diese Arbeit kann es aufgrund der Thematik nicht leisten, sich für einen Ansatz zu entscheiden, sondern wird beide Methoden bei Quellenauswahl und Quellenanalyse gleichberechtigt berücksichtigen. Denn man wird nicht umher kommen, den Rentner, der ja – wie eingangs beschrieben – in seinem Bedeutungsursprung auf seinen ökonomischen Status reduziert wird, unter sozialen Kriterien zu beleuchten. Auf der anderen Seite entspringt das Bild des Greises in gewisser Weise einer idealisierten Darstellung. Die Entwicklung vom Greis zum Rentner bezeichnet laut Conrad „in zugespitzter Form den Übergang von jener vorwiegend diskursiven und normativen Behandlung der Lebensalter zu der hauptsächlich sozialpolitischen und institutionellen Prägung (…).“10

Wenn in dieser Arbeit also die Frage danach gestellt wird, wie sich die Entwicklung vom Greis zum Rentner vollzieht, dann wird es sich zwangsläufig bemerkbar machen, dass auch der Zugriff der Forschung einem Wandel unterliegt.

Göckenjan nennt das Alter ein Deutungskonzept und unterscheidet es damit klar von Alterswirklichkeit. „Alterskonzepte umfassen Vorstellungen, Wertungen, Bilder des Alters. Altersbilder sind Kommunikationskonzepte.“11 Es soll nachfolgend herausgefunden werden, welche Stereotypen dem Bild des Greises zugrunde liegen und wie und unter welchen sozialen Bedingungen diese Stereotypen sich im ausgehenden 19. Jahrhundert wandeln. Und wird in dieser Zeit tatsächlich ein Alterskonzept komplett neu definiert oder sind es andere Kategorien, die bei der Darstellung alter Menschen berücksichtigt werden müssen? So könnte es durchaus möglich sein, dass andere Deutungskonzepte – etwa das von Armut oder Krankheit – ihre spezifischen Muster mit Hilfe der Alten ausdrücken und es damit nur zu einem oberflächlichen Wandel der Altersbilder kam.

2.1 Das Alter als Lebensphase

Wann ist der Mensch überhaupt alt und was zeichnet den Alten aus? Für den hier relevanten Zeitraum, die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts, ist die sogenannte Lebenstreppe ein wichtiges Bild, von der Ehmer sagt, dass sie auch in unteren und mittleren Schichten weit verbreitet gewesen sei. Demnach wäre das Alter Teil eines konzeptualisierten Lebenslaufs.12 Die Lebenstreppe ist populär und sie blieb es in der Altersforschung bis heute, wahrscheinlich auch deshalb, weil Grimm in seiner Rede über das Alter auf sie zu sprechen kommt, da eine eben solche Darstellung in der Stube seiner Eltern hing. Demnach wäre der 70-Jährige ein Greis. Grimm weist darauf hin, dass es auch Varianten der Lebenstreppe mit sieben Stufen gibt, die von ihm dargestellte erhält jedoch zehn, wodurch der Mensch als Idealbild also 100 Jahre alt werden würde, dann allerdings „gnad dir Gott“.13 Letztlich ist es unabhängig davon, wie viele Stufen die Lebenstreppe hat. Dass sich das hohe Alter in einer Phase des Lebens befindet, in der er schon wieder bergab geht und der Höhepunkt bereits überschritten ist, ist in allen Darstellung gleich. Das muss allerdings nicht unbedingt als qualitative Wertung verstanden werden, denn in der von Grimm aufgegriffen Lebenstreppe ist der 80-Jährige immerhin weise, was zweifelsohne damals wie heute keine schlechte Eigenschaft war und ist. Klar ist hingegen: In seiner ihm zur Verfügung stehenden Lebenszeit rückt der Alte immer näher an den Tod heran und so verortet auch Conrad alte Menschen zeitlich in der „letzten Lebensphase.“14

Weit verbreitet ist heute die Darstellung des englischen Historikers Peter Laslett, der in Historische Soziologie des Alters ebenfalls ein Stufenmodell einführt und dabei das Hauptaugenmerk auf das dritte Alter legt. Laslett beschreibt die Stufen wie folgt: „Am Anfang steht die Zeit der Abhängigkeit, Sozialisation, Unreife und Erziehung; zweitens folgt die Zeit der Unabhängigkeit, Reife und Verantwortung, des Verdienens und Sparens, drittens die Zeit der persönlichen Erfüllung und viertens die Zeit der unabänderlichen Abhängigkeit, der Altersschwäche und des Todes.“15 Das dritte Alter ist darüber hinaus in doppelter Hinsicht bemerkenswert: Es stellt laut Laslett zum einen den individuellen Höhepunkt des Lebens dar, ist zum anderen aber – anders als es in den Lebenstreppen dargestellt wird – nicht an ein Alter gebunden und zeitlich flexibel, kann also zum Beispiel parallel zum ersten oder zum zweiten Alter, jedoch niemals parallel zum vierten Alter verlaufen.16 Diese Einteilung reduziert das hohe Alter also auf jene Lebensphase, in der eine gesellschaftliche Teilhabe aufgrund des fortgeschrittenen biologischen Alters selbständig nicht mehr gewährleistet ist. Es liegt auf der Hand, dass Laslett zur Zeit der Veröffentlichung seines Ansatzes Ende der 1980er Jahre den demographischen Wandel im Blick hatte, weil es für eine Gesellschaft von höchster (ökonomischer und kultureller) Relevanz ist, wie groß der Anteil der Bevölkerung ist, die sich im dritten und vierten Alter befindet.17 Ohnehin spielt eine sich im stetigen Wandel befindliche Altersstruktur eine wichtige Rolle wenn es um eine Sozialgeschichte des Alters geht.18 Im Hinblick auf diese Arbeit ist Lasletts Einteilung der Lebensphasen insofern von Bedeutung, als dass es sich durchaus einer Überprüfung lohnt, inwieweit Darstellungen von Greis und Rentner in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einer solchen Phasierung standhält. Dabei ist zu vermuten, dass nicht zuletzt das Verhältnis vom dritten zum vierten Alter in den Fokus gerückt werden wird. Denn es müsste doch so sein, dass, wenn die Entwicklung abgeschlossen ist, die aus dem Greis einen Rentner macht, und das Alterskonzept sich dem heutigen nähert, alle vier Lebensphasen klar unterscheidbar sein sollten. In welchen Lebensphasen befinden sich also Greis und Rentner und wo grenzen sie sch voneinander ab? Lasletts Ansatz soll bei der Beantwortung dieser Fragen helfen.

2.2 Die Industrialisierung als Zäsur?

Ehmer hat festgestellt: „In allen Epochen vor der Moderne scheint es die Regel gewesen zu sein, bis ans Lebensende zu arbeiten, wenn dies die Kräfte zuließen.“19 Damit ist auch die Frage beantwortet, in welche Lebensphase der Mensch nach dem Ende des Berufslebens in vormodernen Zeiten eintrat: in das vierte Alter. Den Rentner, also eine Zeit zwischen dem Ende des Berufslebens und dem aus biologischen Gründen einsetzenden körperlichen Zerfall, kann es deshalb noch nicht gegeben haben, was die Darstellungen alter Menschen auf der Lebenstreppe belegen. Die wirtschaftliche Komponente spielt in der von Grimm aufgegriffen Darstellung überhaupt keine Rolle. Die Frage ist also: Wann betritt der Rentner die Bildfläche und tritt in Konkurrenz zum Greis? Dieser Arbeit liegt die Vermutung zugrunde, dass mit dem Einsetzen des industriellen Zeitalters ein Wandel der sozialen Strukturen einhergeht, der sich auf das Bild und auf die Realität der Alten auswirkt. Nahezu alle Werke, die sich – aus welcher Perspektive auch immer – mit der Geschichte des Alterns befassen, kommen nicht umher, die sich verändernden Verhältnisse der Arbeiter sowie die Sozialpolitik unter Bismarck im ausgehenden 19. Jahrhundert zu berücksichtigen. Conrad etwa unterzieht die Entwicklung des modernen Ruhestandes einem internationalen Vergleich und setzt dabei mit dem Jahr 1850 ein.20 Ein Blick über die Grenzen des Deutschen Kaiserreichs hinweg zeigt, dass in England sich im Ruhestand befindende Menschen erstmals 1891 als eigene Kategorie aufgeführt wurden.21 Die industrielle Revolution hatte aus europäischer Perspektive ihren Ursprung in England und entwickelte sich in der Folge im Verlauf des 19. Jahrhundert zu einem Phänomen, das den gesamten Kontinent erfasste.22 Dass sich, wenn auch hier und da mit ein paar Jahren Unterschied, das Thema Ruhestand in verschiedenen Ländern nahezu zeitgleich entwickelte, mag eben genau damit zusammenhängen, dass die sich wandelnden sozialen und gesellschaftlichen Verhältnisse als Impulsgeber dienten.

In Deutschland hat der Altersdiskurs diese Phase jedoch nicht als einschneidende Wende identifiziert, sondern allenfalls als Auftakt einer Entwicklung. Göckenjan argumentiert, dass in dieser Zeit kein neues Altersbild entstünde, weil der alte Arbeiter im Kaiserreich als eine Unterkategorie des Invaliden aufgefasst werden müsse. Die Alterswürdigung, so wie man sie heute kennt, sei mit der Zäsur entstanden, die auf die Rentenreform von 1957 zurückzuführen ist. Denn erst seitdem würden Renten ausreichen, um das Leben ohne Erwerbstätigkeit finanzieren zu können.23 Ehmer trennt hier nicht ganz so scharf und lässt durchaus anklingen, dass mit Ende des 19. Jahrhunderts ein Wandel eintritt, der allerdings längst noch nicht abgeschlossen ist. Gleichzeitig gibt er eine Definition für den Rentner, wie er heute aufgefasst wird: dieser zeichnet sich nämlich durch eine strickte Trennung von Alter und Arbeit aus. Demnach sei „in den westlichen Gesellschaften im Lauf des 20. Jahrhunderts eine lange Ruhestandsphase zum Massenphänomen und zum eigentlichen Kennzeichen des ‚Alters‘ geworden.“24

3. Vom Greis zum Rentner?

Nachfolgend soll anhand von zeitgenössischen Darstellungen untersucht werden, wie sich das Bild alter Menschen in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gewandelt hat. Ausgangspunkt wird die Rede über das Alter von Jacob Grimm sein, dessen Vorstellungen über das Alter als charakteristisch für einen Greis aufgefasst werden, der bis zum Einsetzen der Industrialisierung ein gängiges Bild für einen alten Menschen war. Im Kontrast dazu stehen die Altersbilder, die in den letzten beiden Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts unter den sich wechselnden sozialen Bedingungen im Kaiserreich entstanden sind. Unter Berücksichtigung der Sozialpolitik unter Reichskanzler Bismarck wird darüber hinaus überprüft, ob der Begriff des Rentners überhaupt zutreffend ist.

3.1 Der Greis

Die Brüder Jacob und Walter Grimm, geboren 1785 beziehungsweise 1786, sind heute in erster Linie für ihre Märchen bekannt. Germanisten schätzen das Brüderpaar darüber hinaus als Sprach- und Literaturwissenschaftler. In dieser Funktion verfassten sie ihre bedeutenden Werke Deutsche Grammatik (1819) und Deutsches Wörterbuch (1854).25 Die Altersforschung interessiert sich allerdings vorrangig für Jacob Grimms Rede über das Alter, die er 1860 als Rede vor der Preußischen Akademie der Wissenschaften in Berlin gehalten hat.26 Grimm war zu jener Zeit bereits 75 Jahre alt und nimmt das hohe Alter offenbar nicht zuletzt deshalb in seinen Schaffensbereich auf, weil kurz zuvor sein Bruder Wilhelm mit 73 Jahren verstorben war. Die Grimm-Brüder standen sich Zeit ihres Lebens sehr nahe und Wilhelms Tod war für Jacob ein schwerer Verlust. In den Jahren zuvor waren bereits einige andere Weggefährten von Jacob Grimm verstroben. Das Alter und damit verbunden der Tod waren im Jacob Grimms Umfeld allgegenwärtig.27 Das Verhältnis zu seinem Bruder und gleichzeitig das Bedauern, ihn nicht mehr um sich zu haben, drückte Jacob Grimm auch in der Rede über das Alter aus: „Wie freute ich mich innig, im Tiergarten auf meinen Bruder, wenn er plötzlich von der anderen Seite herkam, zu stoßen, nickend und schweigend gingen wir nebeneinander vorüber, das kann nun nicht mehr geschehen.“28 Außerdem verfasst Jacob Grimm fast zeitgleich mit der Rede über das Alter auch die Rede über Wilhelm Grimm.29

Grimm verfasst die Rede über das Alter somit aufgrund seiner persönlichen Empfindungen. Darüber hinaus gilt es zu berücksichtigen, dass Grimm nicht nur Schriftsteller, sondern auch Professor war und in höchsten gesellschaftlichen Kreisen verkehrte. Zwar erreichten er und sein Bruder erst spät finanzielle Unabhängigkeit, seinen Lebensabend bestritt er jedoch frei von ökonomischen Zwängen.30 Und zuletzt schreibt hier jemand über das Alter, der selbst alt ist. Grimm verbildlicht seine Darlegungen häufig mit Erlebnissen aus seinem persönlichen Alltag, so dass die Rede durchaus den Charakter eines Erfahrungsberichts bekommt. Grimm nennt 81 Jahre als Lebensziel31 und befindet sich damit nach eigener Ansicht selbst in der letzten Phase seines Lebens. So äußerte er auch, dass es nicht lange dauern möge, ehe er seinem Bruder ins Grab nachfolgt.32 Dieses Bewusstmachen der Sterblichkeit ist charakteristisch für Grimm und ein Element, dass man ebenso bei dem deutschen Dramatiker und Lyriker Christian Friedrich Hebbel (1813 bis 1863) findet.33 Hebbel widmete sich dem Thema Alter keinesfalls in solcher Ausführlichkeit, wie Grimm es tat, doch es ist auffällig, dass in seinem Werk immer wieder vom Greis die Rede ist. So stellt Hebbel in einem Tagebucheintrag vom 9. Juli 1954, also im Alter von 41 Jahren, fest: „Der Greis nimmt, indem er genießt, gewiß auch immer schon Abschied von den Dingen. Ich bin kein Greis, aber ich ertappe mich oft schon auf ähnlichen Empfindungen.“34 Der nahende Tod wird hier keinesfalls als bedrohlich angesehen, sondern vielmehr zum Anlass genommen, um die verbleibende Zeit in vollen Zügen zu genießen. In dieselbe Richtung geht Hebbels Gedicht Unterschied der Lebensalter:

Hat dir der Tag was gebracht? So fragt sich am Abend der Jüngling; Hat dir der Tag was geraubt? Fragt sich der Mann und der Greis.35

Die Altersdarstellungen von Hebbel und Grimm sind von einem gewissen Selbstvertrauen geprägt. Der Alte weiß zwar, dass er sich in der letzten Phase seines Lebens befindet. Er weiß das aber auch zu nutzen.

Grimm geht sogar so weit, dass er selbst die körperlichen Gebrechen, die das Alter mit sich bringt und von denen er selbst betroffen war – vor allem sein Gehör wurde zunehmend schlechter36 – nicht als negative Eigenschaften des hohen Alters auffasst, sondern sie als Chance begreift:

„Man sagt, im Blinden verfeinert sich das Gefühl nicht selten bis auf den Grad, daß er mit allen Fingerspitzen gleichsam sehe; bei Tauben soll sich Geschmack und Geruch höher als sonst ausbilden (…). Jedes Übel und Leiden führt leicht im stillen irgendeinen zugutekommenden Ersatz mit sich.“37

Viel wichtiger ist Grimm, dass der geistige Zustand nach wie vor einwandfrei ist und so ist es ihm möglich, bis an sein Lebensende zu arbeiten – freiwillig wohl gemerkt. „Jacob Grimm war ein Workaholic, könnte man sagen: Arbeit als Erholung, Arbeit als Anti-Aging-Programm“, sagt Zimmermann.38 Ein Ruhestand, sei es in ideeller oder in finanzieller Hinsicht, kommt bei Grimm nicht vor. Viel mehr ist es gerade die Arbeit, wodurch sich der Alte auszeichnet, und zwar deshalb, weil er die Arbeit viel mehr genießen kann als noch in jüngeren Jahren.

„(…) der Mann der findet am seltensten Muße, sich ins Freie zu ergehen, denn hundert Pläne und Geschäfte halten ihn zurück. Für den Greis hingegen wird jeder Spaziergang zum Lustwandel (…).“39

In der Vorstellung Grimms ist die Arbeit sozusagen der Ruhestand. Grimm weiß, das ist aus seinen Aussagen zweifelsohne herauszulesen, dass es durchaus andere Auffassungen vom Alter gibt. Aber er führt in seiner Rede über das Alter aus, was oben bereits als Moraldiskurs bezeichnet wurde. Grimm gibt hier eine Idealvorstellung vom alten Mann, die verbreiten will:

„Jene Vorstellung eines müden, ohnmächtigen, harten, unseligen Alters wird sich umbilden in ein Bild von Linde, Milde, Behagen, Mut und Arbeitslust (…).“40

Grimm distanziert sich demnach von einem Bild des armen, alten und gebrechlichen Alten und konstruiert hier vielmehr den weisen Greis, der durchaus noch einen Wert für die Gesellschaft hat.41

Aus dieser Überzeugung heraus hält Grimm ein Plädoyer dafür, so alt wie möglich zu werden, um dann ruhig und leise aus dem Leben zu treten:

„Des Jünglings Tod, wie wenn du Wasser auf eine Flamme gießest und sie gewaltsam auslöschest, des Greises, wie wenn ein Feuer in sich verglimmt.“42

Gleichzeitig beschreibt Grimm hier das Verhältnis von Jung und Alt. Der Jüngling ist wie eine Flamme, voller Elan, und, mag man unterstellen, nicht immer von rationalem Denken geleitet. Der Tod eines jungen Menschen ist nach Grimm absolut unnatürlich. Der Alte indes, zufrieden und im Reinen mit sich selbst, soll friedlich dahinscheiden. Diese Generationenverhältnis findet man auch in Hebbels undatiertem Gedicht Der Greis wieder:

Bin ich wieder genesen und glaubte, sicher zu sterben?

Dank dir, gütiger Tod, daß du ein Umsehn mir noch

Wolltest vergönnen, ein letztes! Zu lange werd′ ich nicht zögern!

Einen einzigen Blick! Erde, wie bist du so schön!

Jene Träne ist längst getrocknet, die mir zuweilen

Deinen Zauber verhüllt, morgendlich glühst du mich an!

Drüben spielt mein Enkel! Den heiligen Funken des Lebens

Trat ich ab an das Kind! Fort nun! Er bleibt jetzt zurück!43

Hebbels Greis, der sein irdisches Leben bis zum letzten Augenblick genießt und hier auch seine Wertschätzung für die Welt äußert, gibt „den heiligen Funken des Lebens“ an seinen kindlichen Enkel ab. Der relevante Aspekt dabei ist, dass der Greis hier selbst im hohen Alter nicht als lebensmüde auftritt, sondern als ehrfürchtiger Alter, der sein Leben an eine nächste Generation weitergibt. Bei Betrachtung dieser Idylle, die hier von Grimm und Hebbel keinesfalls exklusiv gezeichnet wird, gibt Tölle allerdings zu bedenken, „dass diese Bilder aber im realitätsfernen Raum zwischen Wahrheit und Dichtung entstanden und im Zuge des technologischen und naturwissenschaftlichen Fortschritts zwar nicht ihre Popularität, wohl aber ihre Glaubwürdigkeit einbüßten.“44 Das widerspricht keinesfalls der Ansicht von Pott, der sagt, Grimm lebe im Alter seinen „Gelehrtentraum“.45 Grimms Ansatz ist ein kulturtheoretischer, der nicht berücksichtigt, wie die realen Bedingungen etwa der Arbeiter sich gestalten. Der Moraldiskurs, den Grimm führt, entsteht aus seiner eigenen privilegierten Lebenswelt heraus. Inwieweit sich die Darstellungen alter Menschen im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts den tatsächlichen sozialen Verhältnissen anpassten, soll im weiteren Verlauf dieser Arbeit erörtert werden.

3.1 Arbeiter im Kaiserreich – die ersten Rentner?

Wenn es um das Thema Rente und Altersvorsorge geht, dann ist das Werk Rentenauszahlung im Hamburger Hauptpostgebäude46 heute ein gerne verwendetes Bild. Selbst die Bundeszentrale für politische Bildung nutzt den Holzstich nach einer Zeichnung des Hamburger Malers und Lithografen Karl Josef Müller47 aus dem Jahr 1898, um auf ihrer Internetseite die Ausführungen zu Grundlagen und Geschichte der gesetzlichen Rentenversicherung (Anhang, Abb. 1) zu bebildern.48 Aber was macht dieses Bild so populär? Die Darstellung Müllers fällt in die Anfangsphase der Zeit, in der die Menschen in Deutschen Kaiserreich erstmals Sozialleistungen erhielten. Während Reichskanzler Bismarck die Sozialdemokraten und damit den Arbeitskampf durch das Sozialistengesetz zu unterdrücken versuchte, musste er trotzdem eine Antwort auf die soziale Frage finden.49 Denn je länger die Industrialisierung fortschritt, desto intensiver wurde die öffentliche Auseinandersetzung mit den schlechten Verhältnissen der Arbeiter. Nachdem zuvor bereits jeweils Kranken- und Unfallversicherung eingeführt worden waren, wurde 1889 die Invaliditäts- und Altersversicherung eingeführt, für die Arbeitgeber und Arbeitnehmer Beiträge leisten mussten und die zudem vom Staat bezuschusst wurde.50 Mit Hilfe dieser Informationen sowie des Titels lassen sich nun erste Deutungen für Müllers Bild finden. Im Hintergrund stehen offenbar Menschen, die meisten von ihnen grau behaart, an einem Geldschalter an, um sich die Rente auszahlen zu lassen. Ein älterer Herr mit Hut, grauem Haar und Bart sowie einem Stock als Gehhilfe hat dies offenbar bereits erledigt. Er lässt den Geldschalter hinter sich und geht quasi dem Bildbetrachter entgegen. Vorne links im Bild ist ein einbeiniger und gekrümmter Mann zu sehen, der nur mit Hilfe von zwei Stöcken gehen kann. Dies dürfte als klarer Hinweis auf die Invalidenrente aufgefasst werden. Die ältere Frau im Vordergrund hat offenbar ebenfalls gerade ihre Rente abgeholt und legt ein Geldstück in ihre Geldbörse. Hier ist allerdings auch eine gänzlich andere Interpretation möglich. Sollte die Frau verwitwet sein, hat sie zum Zeitpunkt der Entstehung des Bildes nämlich keinen Anspruch auf eine Rente gehabt. Eine Witwen- und Waisenrente wurde erst 1912 eingeführt.51 Demnach könnte die Dame sich auch ihres letzten Groschens vergewissern, während sie von der Rentenauszahlung im Hintergrund unberücksichtigt bleibt. Die Intention des Künstlers ginge dann in Richtung Kritik an Form und Umfang der Sozialleistungen, von denen längst nicht alle profitierten.

Ehmer zeigt auf, dass grundsätzlich ein großer Personenkreis vom Rentenversicherungssystem berücksichtigt wurde und sich 1891 bereits 133.000 Menschen für eine Altersrente bewarben.52 Es ist somit durchaus vorstellbar, dass es am Tag der Rentenauszahlung, wie im Bild gezeigt, zu längeren Schlangen vor den Geldschaltern kam. Dennoch waren die Vorsorgeleistungen längst noch nicht mit heutigen Verhältnissen vergleichbar. Nur etwa elf Prozent der über 65-Jährigen erhielten 1898 in Deutschland Rentenleistungen. Und es gab weitere Hürden. Wer im Verlauf seines Berufslebens in eine selbstständige Tätigkeit wechselte, was in Deutschland häufig vorkam, gab damit auch seine Rentenansprüche auf. Das größte Problem war jedoch ein gänzlich anderes: Die Altersgrenze von 70 Jahren war viel zu hoch gegriffen, die meisten Arbeiter konnten ihre Tätigkeit weit vorher nicht mehr vollständig ausüben. Zwar gab es dafür die Invalidenrente, die griff aber erst, wenn die Erwerbsfähigkeit auf ein Drittel gesunken war. Darüber hinaus reichte die Rente in den seltensten Fällen aus, um tatsächlich sein Auskommen damit zu bestreiten.53

Einige Quellen aus den ersten zehn Jahren des 20. Jahrhunderts belegen das. Hier wird zwar der eigentlich in dieser Arbeit fokussierte Zeitraum leicht überschritten, das Rentenversicherungssystem entwickelte sich, wie oben beschrieben, aber erst später weiter, so dass die nachgeführten Aussagen trotzdem Relevanz haben. So gaben die meisten Arbeiter der Daimler-Motoren-Gesellschaft Stuttgart-Untertürkheim 1909 nach ihren Zukunftsperspektiven befragt an, dass sie sorgenvoll und unsicher in die Zukunft sehen. Der zweitgrößte Anteil der Arbeiter gab an, dass man sich auf die Alters- und Rentenversicherung verlasse, die Hälfte davon fügte aber hinzu, dass man eventuell zusätzlich noch einem Nebenerwerb nachgehen wolle. Erschreckend: Einige Arbeiter nannten Betteln, Stehlen, Klinkenputzen und den Tod als Zukunftsperspektive für die Zeit nach dem Berufsleben.54 Von einer Aussicht auf einen ruhigen Lebensabend ist hier nichts zu erkennen und es erscheint so, als hätte das damalige Rentensystem längst nicht dazu geführt, dass es eine Lebensphase zwischen der Arbeit und dem Tod gibt. Auf ähnliches weist eine weitere Quelle hin, die beschreibt, wie es für Arbeiter in einer Berliner Maschinenindustrie meist schon vor dem 50. Lebensjahr kaum noch möglich ist, den Anforderungen gerecht zu werden. Die Folge: Sie werden durch jüngere Arbeiter ersetzt, fallen selbst in niedrigere Lohnklassen ab und müssen früher oder später die Firma verlassen und sich eine neue Tätigkeit suchen:

„Diejenigen, die imstande waren, ein kleines Kapital zurückzulegen, machen sich im späteren Alter selbstständig (…). Andere, die noch kräftig genug sind, versuchen eine Hausverwalterstelle zu erlangen, in der sie ihre technischen Kenntnisse verwerten können. Diejenigen jedoch, die weder ökonomisch noch körperlich dazu befähigt sind, sich in dieser Weise weiter zu helfen, wandern schließlich als gewöhnliche Arbeiter von Betrieb zu Betrieb, halten bei der stark verbreiteten Überzeitarbeit nirgends lange aus, ohne zu erkranken, und gehen dann als Gelegenheitsarbeiter rasch ihrem Ende zu. (…) So erwartet den alternden Arbeiter, meist schon vom 50. Lebensjahre an, ein unsäglich trübes Dasein.“55

An dieser Stelle wird noch einmal deutlich, dass es nicht der Normalfall war, bis zum 70. Lebensjahr geregelt seiner Arbeit nachzukommen und anschließend in den wohlverdienten Ruhestand zu wechseln. Ebenso wird bestätigt, dass ein Arbeiter durchaus schon lange bevor seine Arbeitskraft auf ein Drittel gesunken ist – was ihm den Eintritt in die Invalidenrente ermöglicht hätte – für eine Firma nicht mehr rentabel war. Göckenjan kommt deshalb zu dem Schluss: „Die Rentenversicherung von 1889 versteht sich selbst ausschließlich als Invalidenversicherung, und es ist konsequent, daß sie 1899 zur Arbeiter-Invalidenversicherung umbenannt wird.“56 Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt Conrad beim Blick auf die politischen Maßnahmen um den Jahrhundertwechsel vom 19. Zum 20. Jahrhundert: „In allen genannten Richtungen sozialpolitischen Denkens und Handelns geht es nicht oder nur ausnahmsweise um ‚Alter‘ als solches. Die vorherrschende Diagnose dessen, was im letzten Lebensdrittel problematisch ist, heißt Arbeitsunfähigkeit. Invalidität nicht Altersarmut wird das Interventionsfeld staatlicher Sozialpolitik in Deutschland.“57

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1 Greis, in: Duden, online unter: https://www.duden.de/rechtschreibung/Greis, zuletzt abgerufen am 14. April 2019.

2 Rentner, in: Duden, online unter: https://www.duden.de/rechtschreibung/Rentner, zuletzt abgerufen am 14. April 2019.

3 Grimm, Jacob: Rede über das Alter. Rede auf Wilhelm Grimm, Berlin 1963, im Folgenden zitiert als: Grimm: Rede über das Alter.

4 Grimm: Rede über das Alter, S. 21.

5 Göckenjan, Gerd: Das Alter würdigen. Altersbilder und Bedeutungswandel des Alters, Frankfurt am Main 2000, S. 9, im Folgenden zitiert als: Göckenjan: Das Alter würdigen.

6 Ehmer, Josef: Das Alter in Geschichte und Geschichtswissenschaften, in: Ulrike M. Staudinger und Heinz Häfner: Was ist Alter(n)?, Berlin/Heidelberg 2008, S. 149, im Folgenden zitiert als: Ehmer: Das Alter in Geschichte und Geschichtswissenschaften.

7 Ebd., S. 149.

8 Vgl. ebd., S. 155.

9 Vgl. ebd., S. 166ff.

10 Conrad: Vom Greis zum Renter, Der Strukturwandel des Alters in Deutschland zwischen 1830 und 1930, Göttingen 1994, S. 16, im Folgenden zitiert als: Göckenjan: Vom Greis zum Rentner.

11 Göckenjan: Das Alter würdigen, S. 15.

12 Vgl. Ehmer: Das Alter in Geschichte und Geschichtswissenschaften, S. 157 und Conrad: Vom Greis zum Rentner, S. 20.

13 Grimm: Rede über das Alter, S. 13.

14 Conrad: Vom Greis zum Rentner, S. 16.

15 Laslett, Peter: Das Dritte Alter. Historische Soziologie des Alterns. Aus dem Englischen übersetzt und mit einer Einführung von Axel Flügel, Weinheim/München 1995, S. 35.

16 Ebd., S. 35.

17 Vgl. ebd., S. 82ff.

18 Vgl. Conrad: Vom Greis zum Rentner, S. 56 ff.

19 Ehmer: Das Alter in Geschichte und Geschichtswissenschaften, S. 164.

20 Conrad, Christoph: Die Entstehung des modernen Ruhestandes. Deutschland im internationalen Vergleich 1850-1960, in: Geschichte und Gesellschaft. Zeitschrift für Historische Sozialwissenschaft, Bd. 14, Göttingen 1988, S. 417-447, im Folgenden zitiert als: Conrad: Die Entstehung des modernen Ruhestandes.

21 Vgl. Quadagno, Jill S.: Aging in early industrial Society. Work, Family, and Social Policy in Nineteenth-Century England, London 1982, S. 151, im Folgenden zitiert als: Quadagno: Aging in early industrial Society.

22 Vgl. u.a. Hahn, Hans-Werner: Die industrielle Revolution in Deutschland (Enzyklopädie Deutscher Geschichte 49), München 2005.

23 Göckenjan, Gerd: Die soziale Ordnung der Generationenfolge, in: Josef Ehmer und Ottfried Höffe (Hrsg.): Bilder des Alterns im Wandel. Historische, interkulturelle theoretische und aktuelle Perspektiven (Nova Acta Leopoldina), Halle (Saale) 2009, S. 108ff.

24 Ehmer: Das Alter in Geschichte und Geschichtswissenschaften, S. 166.

25 Vgl. Schwab, Hans Rüdiger: Jacob Grimm. Wilhelm Grimm, in: Bernd Lutz und Benedikt Jeßing (Hrsg.): Metzler Lexikon. Autoren. Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart, Stuttgart 2010, S. 257-260 und Schede, Hans-Georg: Die Brüder Grimm. Biographie, Hanau 2009, im Folgenden zitiert als: Schede: Die Brüder Grimm.

26 Zu den genauen Umständen der Veröffentlichung Zimmermann, Harm-Peer: „je älter ich werde, desto democratischer gesinnt bin ich“. Über Jacob Grimm, die Kulturwissenschaft und das Alter, in: Schweizerisches Archiv für Volkskunde 109, Bd. 2, 2013, S. 167, im Folgenden zitiert als: Zimmermann: „je älter ich werde, desto democratischer gesinnt bin ich“.

27 Vgl. Schede: Die Brüder Grimm, S. 269.

28 Grimm: Rede über das Alter, S. 41.

29 Ebd., S. 51-80.

30 Schede: Die Brüder Grimm, S. 232.

31 Grimm: Rede über das Alter, S. 17.

32 Schede: Die Brüder Grimm, S. 269.

33 Tscherpel, Roland: Christian Friedrich Hebbels, in: Bernd Lutz und Benedikt Jeßing (Hrsg.): Metzler Lexikon. Autoren. Deutschsprachige Dichter und Schriftsteller vom Mittelalter bis zur Gegenwart, Stuttgart 2010, S. 294-295.

34 Hebbel, Friedrich: Tagebücher. Neue historisch-kritische Ausgabe (Hrsg.: Monika Ritzer), Band 1: Text, Berlin 2017, S. 686 5180, im Folgenden zitiert als: Hebbel: Tagebücher.

35 Hebbel, Friedrich: Unterschied der Lebensalter, zitiert nach: Specht, Richard (Hrsg.): Hebbels ausgewählte Werke in sechs Bänden, Band 1, Stuttgart 1903, S. 194.

36 Vgl. Schede: Die Brüder Grimm, S. 260.

37 Grimm: Rede über das Alter, S. 28.

38 Zimmermann: „je älter ich werde, desto democratischer gesinnt bin ich“, S. 169.

39 Grimm: Rede über das Alter, S. 40.

40 Ebd., S. 38.

41 Vgl. Zimmermann: „je älter ich werde, desto democratischer gesinnt bin ich“, S. 169.

42 Grimm: Rede über das Alter, S. 48.

43 Hebbel, Friedrich: Der Greis, zitiert nach: Werner, Richard Maria (Hrsg.): Friedrich Hebbel. Sämtliche Werke. Historisch-kritische Ausgabe. Erste Abteilung, Berlin 1904, S. 329f.

44 Tölle, Domenica: Altern in Deutschland 1815-1933. Eine Kulturgeschichte, Grafschaft 1996, S. 22, im Folgenden zitiert als: Tölle: Altern in Deutschland 1815-1933.

45 Pott, Hans Georg: Zwischen Weisheit und Narrentum. Zur Lebensführung der ‚Alten‘ in der Literatur des 19. Jahrhunderts, in: Herwig, Henriette (Hrsg.): Alterskonzepte in Literatur, bildender Kunst, Film und Medizin, Freiburg i.Br. 2009, S. 126.

46 Müller, Karl: Rentenauszahlung im Hamburger Hauptpostgebäude (1898), gefunden online unter: https://www.akg-images.de/archive/Rentenauszahlung-im-Hamburger-Hauptpostgebaude-2UMDHUQRTN28.html, zuletzt abgerufen am 14. April 2019.

47 Müller, Karl, in: AKLONLINE, ThB XXV, 1931, 240.

48 Bäcker, Gerhard: Grundlagen und Geschichte der gesetzlichen Rentenversicherung (Bundeszentrale für politische Bildung), online unter: http://www.bpb.de/politik/innenpolitik/rentenpolitik/194520/die-gesetzliche-rentenversicherung, zuletzt abgerufen am: 14. April 2019.

49 Zur sozialen Frage siehe Conrad: Vom Greis zum Rentner, S. 207ff.

50 Vgl. Ullmann, Hans-Peter: Politik im Deutschen Kaiserreich 1871-1918 (Enzyklopädie Deutscher Geschichte 52), München 1999, S. 21ff, im Folgenden zitiert als: Ullmann: Politik im Deutschen Kaiserreich.

51 Vgl. ebd., S. 23.

52 Ehmer, Josef: Sozialgeschichte des Alters, Frankfurt am Main 1990, S. 93f, im Folgenden zitiert als: Ehmer: Sozialgeschichte des Alters.

53 Vgl. ebd., S. 102ff.

54 Aus einer Befragung von Arbeitern der Daimler-Motoren-Gesellschaft Stuttgart-Untertürkheim (1909), zitiert nach: Saul, Klaus u.a. (Hrsg.): Arbeiterfamilien im Kaiserreich. Materialien zur Sozialgeschichte in Deutschland 1871-1914, S. 64-66.

55 Den „alternden Arbeiter“ erwartet ein „unsäglich trübes Dasein“. Beobachtungen in der Berliner Maschinenindustrie (1910), zitiert nach: Saul, Klaus u.a. (Hrsg.): Arbeiterfamilien im Kaiserreich. Materialien zur Sozialgeschichte in Deutschland 1871-1914, S. 94-95.

56 Göckenjan: Das Alter würdigen, S. 308.

57 Conrad: Vom Greis zum Rentner, S. 258.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Wird der Greis zum Rentner? Die Darstellung alter Menschen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts
Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Note
1,3
Autor
Jahr
2019
Seiten
27
Katalognummer
V471423
ISBN (eBook)
9783668957947
ISBN (Buch)
9783668957954
Sprache
Deutsch
Schlagworte
wird, greis, rentner, darstellung, menschen, hälfte, jahrhunderts
Arbeit zitieren
Marcel Kling (Autor), 2019, Wird der Greis zum Rentner? Die Darstellung alter Menschen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/471423

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