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Die Nationalpolitischen Erziehungsanstalten im Dritten Reich - Objektivität versus subjektive Wahrnehmung

Title: Die Nationalpolitischen Erziehungsanstalten im Dritten Reich - Objektivität versus subjektive Wahrnehmung

Term Paper , 2005 , 29 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Jan Kirk (Author)

Pedagogy - History of Pedagogy
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Summary Excerpt Details

Gegenstand dieser Semesterarbeit sind die Nationalpolitischen Erziehungsanstalten (NPEA) im Dritten Reich. Dabei verfolgt die Arbeit drei Ziele. Im ersten und kürzesten Teil der Arbeit soll knapp das Erziehungskonzept der Nationalsozialisten erläutert werden, um das pädagogische Grundverständnis für die Betrachtung der NS-Ausleseschulen zu schaffen. Im zweiten Teil der Arbeit sollen diese Internatsschulen näher beschreiben werden. Was genau verbirgt sich hinter diesen Eliteschulen? Wie waren sie strukturiert? Wie sah der Alltag der Schüler aus? Auf was wurde besonderen Wert gelegt?
Dass es von Napola zu Napola mitunter Unterschiede in ihrer pädagogischen Ausrichtung gab, die Gewichtung von Unterricht und Sport unterschiedlich war oder auch die Lehrkräfte der nationalsozialistischen Zielsetzung nicht immer gleichermaßen folgten kann hier nur erwähnt werden. Eine detaillierte Betrachtung dieser Unterschiede erfordert eine eigenständige Arbeit. Allerdings kommen diese Unterschiede im dritten Teil der Arbeit noch einmal zur Sprache, wenn die Erlebnisse ehemaligen Schüler an den Napolas näher betrachtet werden. Aufgrund des komplexen Themas ist es leider nicht möglich auf die weiteren Eliteschultypen im Dritten Reich einzugehen und sie politisch und pädagogisch von den Nationalpolitischen Erziehungsanstalten abzugrenzen. Auch muss darauf verzichtet werden, die drei Anstalten für Mädchen näher zu beschreiben, die es während des Dritten Reiches gab. Die Gesellschaft im nationalsozialistischen Deutschland war patriarchal ausgerichtet und das männliche Geschlecht stand auch im Zentrum der Erziehung. Um dieser Gewichtung gerecht zu werden, müssen die Napolas für Mädchen als Sonderform leider außen vor bleiben. Im dritten Teil der Arbeit geht es darum zu untersuchen, wie einzelne ehemalige Schüler der NPEA’s sich Jahrzehnte nach ihrem Internatsbesuch an das Leben dort erinnern. Dass diese Erinnerungen sehr persönlich sind und in ihren Beschreibungen der Zustände weit von einander abweichen können ist wohl verständlich. Ich möchte dennoch aufzeigen, wie unterschiedlich die Wahrnehmung des Lebens an einer Napola ist, bzw. wie unterschiedlich das Leben tatsächlich war. Dass es bei den Zeitzeugenberichten zu einer Vermischung objektiver Realität und subjektiver Empfindungen kommt, ist zu erwarten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das nationalsozialistische Selbstverständnis von Erziehung

3. Die Nationalpolitischen Erziehungsanstalten

3.1. Historische Entwicklung und Etablierung der NPEA’S

3.2. Aufnahmeprüfung und Auslese

3.3. Anstaltsleitung und Lehrkräfte

3.4. Die Struktur der NPEA’s

3.5. Schulalltag

4. Erfahrungsberichte ehemaliger Schüler

4.1. Kameradschaft

4.2. Heimweh

4.3. Allgemeine Erfahrungen

4.4. Lehrer und Erzieher

4.5. Politische Indoktrination

4.6. Widersprüche zum nationalsozialistischen Selbstbild

4.7. Bewertung der Schulzeit

5. Auswertung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Erziehungskonzept der Nationalpolitischen Erziehungsanstalten (NPEA) im Dritten Reich und vergleicht die objektive Realität dieses Internatssystems mit der subjektiven Wahrnehmung und Erinnerung ehemaliger Schüler an ihre Schulzeit.

  • Pädagogisches Grundverständnis der NS-Erziehung
  • Struktur und Alltag der Nationalpolitischen Erziehungsanstalten
  • Analyse persönlicher Erfahrungsberichte ehemaliger Zöglinge
  • Spannungsfeld zwischen politischer Indoktrination und individueller Erinnerung
  • Unterschiede zwischen objektiver Realität und subjektiver Wahrnehmung

Auszug aus dem Buch

3.5. Schulalltag

Der Lehrplan der Schulen orientierte sich an dem der Deutschen Oberschule bzw. dem des Realgymnasiums. Allerdings wurde der Schwerpunkt auf die nationalsozialistisch am stärksten eingefärbten Fächer Deutsch, Biologie und Geschichte gelegt. Religion wurde weitestgehend aus dem Lehrplan verbannt und auch die Fremdsprachenschulung litt zugunsten des Wehrsports und des nationalpolitischen Unterrichts. Zu den alltäglichen Schulinhalten gesellten sich aber ein Vielzahl an zusätzlichen Aktivitäten. Im deren Zentrum standen sportliche Aktivitäten und Geländespiele, aber auch Arbeitseinsätze auf Bauernhöfen und in Handwerksbetrieben der näheren Umgebung der Napola. Seit Beginn des Krieges nahmen die Geländespiele und der Wehrsport immer stärker den Charakter einer vormilitärischen Ausbildung an. Dafür wurde mehr und mehr der Kampf mit scharfen Waffen und Attrappen realer Feinde geübt, um sie für den Einsatz im Krieg vorzubereiten. Von den älteren Schüler der Napolas ließen viele in den letzten Kriegswochen im verlorenen Kampf um den „Endsieg“ ihr Leben.

Der Schultag eines Napola-Schülers begann um 6.00 Uhr mit dem Wecken. Unmittelbar nach dem Aufstehen hatten die Jungmannen gemeinsam zum Frühsport zu erscheinen. Um 7 Uhr fand der erste Appell des Tages statt, bei dem alle Schüler gemeinsam antraten. Nach dem Frühstück begaben sich die Jungmannen geschlossen in die Unterrichtsräume, wo der Gruppenführer dem Lehrer die Abwesenheit kranker oder beurlaubter Schüler meldete. Bis zum Mittag standen sechs Unterrichtsstunden auf dem Plan. Der Mittagsappell wurde genutzt, um den Jungen Bekanntmachungen, wie den Leitspruch des Tagen mitzuteilen, und um die Einhaltung der Kleiderordnung zu überprüfen. Nach dem Mittag hatten die Schüler sechs weitere Stunden zu absolvieren, wobei der Schwerpunkt auf sportlicher Betätigung bzw. Geländedienst lag. Dazu zählten, je nach Schwerpunktsetzung der NPEA’s, Kleinkaliberschießen, Reiten, Boxen, Wehrsport, Segeln, Segelfliegen usw. Den Schultag schloss ein erneuter Appell ab. Nach dem Abendessen allerdings fand mindestens einmal in der Woche ein politischer Abend bzw. nationalpolitische Arbeitsgemeinschaften statt. Neben den Aktivitäten des Schultages gab es noch Nachtmärsche, Gelände- und Alarmübungen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Ziele der Arbeit, die sich auf das Erziehungskonzept der Nationalpolitischen Erziehungsanstalten und die Analyse der Erinnerungen ehemaliger Schüler konzentriert.

2. Das nationalsozialistische Selbstverständnis von Erziehung: Das Kapitel erläutert das Ziel der NS-Erziehung, ein wehrhaftes und körperlich starkes Volk zu formen, wobei ideologische Einflüsse und die Rolle der Familie zugunsten staatlicher Kontrolle verdrängt wurden.

3. Die Nationalpolitischen Erziehungsanstalten: Dieses Kapitel beschreibt die Gründung, die historisch-ideologische Einordnung, die Auswahlverfahren, die Anstaltsleitung sowie die strenge hierarchische Struktur und den täglichen Ablauf in den Kaderschmieden.

4. Erfahrungsberichte ehemaliger Schüler: Hier werden persönliche Erinnerungen ehemaliger Zöglinge an Themen wie Kameradschaft, Heimweh, Indoktrination und den Lehrer-Schüler-Kontakt im Kontext der eigenen Schulzeitbewertung untersucht.

5. Auswertung: Das abschließende Kapitel reflektiert die Diskrepanz zwischen der subjektiven Wahrnehmung der Zeitzeugen, die oft von positiven Erinnerungen geprägt ist, und der objektiven Realität der gezielten ideologischen Manipulation und Erziehung.

Schlüsselwörter

Nationalpolitische Erziehungsanstalten, NPEA, Napola, Nationalsozialismus, Elitenbildung, Erziehung, Indoktrination, Zeitzeugen, Kameradschaft, Wehrsport, Volksgemeinschaft, Erinnerungskultur, Disziplin, NS-Regime, Ausleseschulen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Nationalpolitischen Erziehungsanstalten (NPEA) im Dritten Reich, beleuchtet das zugrunde liegende Erziehungskonzept und vergleicht dies mit den subjektiven Erinnerungen ehemaliger Schüler.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die historische Einordnung der Napolas, ihre pädagogische und ideologische Ausrichtung sowie die Diskrepanz zwischen der damaligen politischen Erziehung und der späteren rückblickenden Bewertung durch die ehemaligen Schüler.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie die Nationalsozialisten durch das Internatssystem Einfluss auf die Jugend nahmen, und zu untersuchen, warum ehemalige Schüler trotz der Indoktrination ihre Schulzeit oft überwiegend positiv erinnern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und dem Vergleich von zeitgeschichtlichen Sachinformationen mit qualitativen Erfahrungsberichten ehemaliger Napola-Schüler.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der NPEA-Strukturen, Lehrinhalte und Alltagspraxis sowie die detaillierte Auswertung von Erfahrungsberichten zu Kameradschaft, Indoktrination und der allgemeinen Bewertung der Internatszeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Nationalpolitische Erziehungsanstalten (NPEA), Elitenbildung, NS-Erziehung, Indoktrination, Kameradschaft und subjektive Wahrnehmung charakterisiert.

Welche Rolle spielte die sportliche Ausbildung in den Napolas?

Der Sport hatte einen sehr hohen Stellenwert, da er der körperlichen Ertüchtigung und vormilitärischen Ausbildung diente, um die Schüler auf ihre zukünftige Rolle als Soldaten und Führungskräfte im NS-System vorzubereiten.

Warum bewerten viele Ehemalige ihre Schulzeit oft positiv?

Die Arbeit legt nahe, dass dies auf eine erfolgreiche Indoktrination zurückzuführen ist, durch die die Kinder die ideologische Manipulation nicht als solche erkannten, sowie auf Verdrängungsmechanismen und die Faszination für das sportliche und gemeinschaftliche Angebot.

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Details

Title
Die Nationalpolitischen Erziehungsanstalten im Dritten Reich - Objektivität versus subjektive Wahrnehmung
College
University of Potsdam
Grade
1,3
Author
Jan Kirk (Author)
Publication Year
2005
Pages
29
Catalog Number
V47201
ISBN (eBook)
9783638441988
Language
German
Tags
Nationalpolitischen Erziehungsanstalten Dritten Reich Objektivität Wahrnehmung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jan Kirk (Author), 2005, Die Nationalpolitischen Erziehungsanstalten im Dritten Reich - Objektivität versus subjektive Wahrnehmung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47201
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