Das Trainingsprogramm zur phonologischen Bewusstheit


Seminararbeit, 2001

9 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1 Die phonologische Bewusstheit
2.2 „Das Trainingsprogramm zur phonologischen Bewusstheit“
2.2.1 Durchführung
2.2.2 Spiele
2.2.3 Effekte

3. Schlussbemerkung

1. Einleitung

Ich habe mich für dieses Thema entschieden, weil mich Sprache im Allgemeinen sehr fasziniert. Nicht nur, dass die menschliche Sprache über Jahrhunderte hinweg entstanden ist, sondern auch die Tatsache, dass Sprache hörbar, sichtbar, fühlbar – mit allen Sinnen zu genießen – ist, unterstreicht die Einzigartigkeit dieses Phänomens.

Deshalb bewundere ich all diejenigen, die Kindern Sprache(n) beibringen, obwohl dieser Lernprozess sehr mühevoll und problematisch ist. Mein Lob gilt den Eltern, die die infantile mündliche Kommunikation realisieren, sowie allen Lehrenden, die für die Erweiterung des kindlichen Horizonts, die Umsetzung von Sprache in Wort und Schrift, verantwortlich sind.

Mit der Frage nach einer bestimmten Problemhaftigkeit beschäftige ich mich auch in dieser Arbeit. Dabei beziehe ich mich hauptsächlich auf Aussagen von Dr. Petra Küspert sowie Prof. Dr. Wolfgang Schneider bezüglich des ‚Würzburger Trainingsprogramms zur Vorbereitung auf den Erwerb der Schriftsprache’. Ich werde zuerst auf phonologische Bewusstheit im Allgemeinen eingehen, um mich dann auf die Durchführung wie auch auf bestimmte Spiele und Übungseinheiten zu konzentrieren. Außerdem werde ich herausarbeiten, welche Effekte das Trainingsprogramm aufweist.

2. Hauptteil

2.1 Die phonologische Bewusstheit

„Phonologische Bewusstheit“[1] ist der Prozess, der es ermöglicht, sich auf das alphabetische Prinzip der Sprache zu konzentrieren und letztendlich das Schreiben zu erlernen. Dies impliziert, dass jedes Kind begreifen muss, dass Sprache neben dem Inhalt auch eine Form besitzt und in verschiedene Einheiten unterteilbar ist.

Skowronek und Marx (1989) differenzieren diese Definition durch die Einteilung in phonologische Bewusstheit im weiteren Sinne und im engeren Sinne, wobei sich Erstere auf große sprachliche Einheiten, Reime und Silben, und Letztere auf diffizilere Einheiten, Phoneme, bezieht.[2]

2.2 „Das Trainingsprogramm zur phonologischen Bewusstheit“

2.2.1 Durchführung

Das Trainingsprogramm zur phonologischen Bewusstheit ist ein Forschungsprojekt der Universität Würzburg, welches in gekürzter Form auf Forschungsarbeiten des schwedischen Psychologen Lundberg (1988) zurückgeht.[3]

Es setzt sich aus Spielen und Übungen zusammen, die nach den jeweiligen Sprachebenen variieren, und findet im letzten Kindergartenjahr seine Anwendung. Fünf- bis sechsjährigen Kindern soll dadurch der Umgang mit unserer Sprache erleichtert werden; oftmals haben sie nämlich Probleme mit dem genauen Hinhören auf Sprache entwickelt. Als auffällig erscheinen sie den Kindergärtnerinnen und Kindergärtnern dann, wenn sie nicht reimen bzw. Wörter nur schwer in Silben zerlegen können.

Eine feste Struktur ist Charakteristikum dieses Programms – es erstreckt sich über sechs Monate, besteht aus sechs Trainingseinheiten und richtet sich an Kinder der genannten Altersklasse zu Gruppen von einer Anzahl bis acht.

Die Erzieherinnen und Erzieher führen das Programm täglich zur gleichen Tageszeit etwa zehn Minuten lang durch; das Ganze sollte in einer angenehmen Atmosphäre stattfinden, denn man darf bei den Kindern nicht das Gefühl erwecken, dass sie arbeiten. Sonst besteht die Gefahr, dass die gewünschte Wirkung nicht eintreten kann. Die Sitzordnung der Kinder in einem Kreis sorgt somit für Entspannung.

Zudem ist das Verhalten der Erzieherinnen und Erzieher von großer Bedeutung: Beachten müssen sie vor allem, dass sie bei den Übungen die Laute, also nicht die Buchstaben, benennen – so spricht man beispielsweise das „h“ gehaucht aus, das heißt ohne den Laut „a“. Hierbei muss man ebenfalls betonen, dass die einzelnen Phoneme verschieden wahrgenommen werden können – so sind Vokale leichter identifizierbar als Konsonanten, Binnenlaute hingegen mühevoller als Anlaute.

[...]


[1] Küspert, Petra / Schneider, Wolfgang: Hören, lauschen, lernen. Sprachspiele für Kinder im Vorschulalter. Würzburger Trainingsprogramm zur Vorbereitung auf den Erwerb der Schriftsprache. 2. Aufl., Göttingen 1999, S.12.

[2] Vgl. ebd.

[3] Ebd., S.14.

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Das Trainingsprogramm zur phonologischen Bewusstheit
Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf  (Erziehungswissenschaftliches Institut)
Veranstaltung
Proseminar: Früherkennung von Entwicklungsauffälligkeiten und Lernstörungen bei Kindern
Note
2,0
Autor
Jahr
2001
Seiten
9
Katalognummer
V47211
ISBN (eBook)
9783638442077
Dateigröße
435 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Darlegung des Trainingsprogramms zur phonologischen Bewusstheit mit seinen Phasen (Lauschspiele, Reime, Satz und Wort, Silben, Anlaut, Phoneme), Zielen und Effekten im Zusammenhang von Legasthenie und Vorbereitung auf den Schriftspracherwerb
Schlagworte
Trainingsprogramm, Bewusstheit, Proseminar, Früherkennung, Entwicklungsauffälligkeiten, Lernstörungen, Kindern
Arbeit zitieren
Gaby Schneidereit (Autor), 2001, Das Trainingsprogramm zur phonologischen Bewusstheit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47211

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