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Weibliche Guerillas in der Revolution Nicaraguas

Title: Weibliche Guerillas in der Revolution Nicaraguas

Seminar Paper , 2005 , 15 Pages , Grade: 2

Autor:in: Katrin Ebeling (Author)

History - America
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Am 17. Juli 1979 flieht der Diktator Anastasio Somoza Debayle ins Exil. Nachdem Somoza beschuldigt wurde den Mord an Pedro Joaquín Chamorro, der zu dieser Zeit einer der lautesten Gegner Somozas war, in Auftrag gegeben zu haben, weitet sich der seit langem wachsende Widerstand der Bevölkerung gegen das Somoza-Regime im selben Monat Januar zu einem Bürgerkrieg aus. Die Truppen der Somoza-Gegner werden dabei von der Sandinistischen Befreiungsfront angeführt, einer Guerillatruppe, die 1962 gebildet wurde. Die Sandinisten ernennen nach der Flucht des Diktators eine Junta, die das Land regieren soll. Diese sehen sich großen Schwierigkeiten gegenübergestellt und versuchen mit Hilfe der USA die Wirtschaft anzukurbeln. Die USA brechen jedoch 1981 die Hilfsleistungen ab und unterstützen nun die Contras, eine antisandinistische Guerillabewegung. Schon bald kommt es zu einem Bürgerkrieg zwischen der sandinistischen Regierung und den Contras. Seit der Unabhängigkeit im Jahre 1821 war und ist Nicaragua von politischer Instabilität, der Abhängigkeit der USA und phasenweise starken oder weniger starken bürgerkriegsähnlichen Kämpfen betroffen, in denen die breiten Bevölkerungsmassen immer eine große Rolle spielten. Doch wie sah es mit der Beteiligung der Frauen an diesen Prozessen aus? Diese Arbeit wird sich mit der Rolle der Frauen in der Revolution und der Konterrevolution beschäftigen. Aus vielen Arbeiten lässt sich entnehmen, dass der Anteil der Frauen am aktiven revolutionären Prozess der FSLN ( Frente Sandista de Liberación Nacional) 30% betrug, andere Angaben weichen nur geringfügig ab. Der Anteil der Frauen im antisandinistischen Kampf ist jedoch weitaus umstrittener, was unter anderem daran liegt, dass die Teilnahme der Frauen bei den Contras in der Literatur meist ignoriert wurde. Die Vermutungen variieren zwischen mehreren 10 %. Jedoch gab es eine Frauenbeteiligung in der antisandinistischen Bewegung, die den Verlauf stark beeinflusst hat. Da die Geschichte der Contrabewegung noch sehr aktuell ist, kann sich hier nur auf eine schmale mir vorliegende Materialbasis bezogen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Geschichte der Revolution

2. Geschichte der Frauen und des Frauenbildes in Nicaragua

3. Die Sandinisten

3.1. Beweggründe zur Teilnahme

3.2. Welche Frauen schlossen sich der Bewegung an?

3.3. Aufgaben der weiblichen Guerillas

4. Die Contras

4.1. Beweggründe zur Teilnahme

4.2. Welche Frauen schlossen sich der Bewegung an?

5. Frauen in beiden Bewegungen

6. Geschlechterbeziehung in der Guerilla und Veränderung des Frauenbildes

6.1. Das Zusammenleben in den Lagern

6.2. Das Bild der Guerilleras in der Öffentlichkeit

6.3. Inwieweit änderte sich das Bild durch die aktive Teilnahme der Frau im Kampf

Zielsetzung und Themenfelder

Die Arbeit untersucht die Rolle weiblicher Kämpferinnen in der nicaraguanischen Revolution und Konterrevolution. Dabei wird analysiert, welche sozialen, ökonomischen und politischen Faktoren zur massiven Beteiligung von Frauen an den sandinistischen Streitkräften sowie an den Contra-Rebellen führten und wie sich diese aktive Teilnahme auf das traditionelle Frauenbild und die Geschlechterrollen in Nicaragua auswirkte.

  • Analyse der Beweggründe für die Teilnahme von Frauen an Guerillabewegungen.
  • Untersuchung der strukturellen Bedingungen unter der Somoza-Diktatur.
  • Vergleich der Frauenbeteiligung bei den Sandinisten und den Contras.
  • Evaluierung der Auswirkungen des Guerillakampfes auf das gesellschaftliche Frauenbild.
  • Rolle der Frauenorganisationen im Kontext des sozialen Wandels.

Auszug aus dem Buch

3.1. Beweggründe zur Teilnahme

Die Merkmale und Auswirkungen der Somoza-Regierung wurden im Abschnitt über die Geschichte der Revolution schon kurz angedeutet und sollen hier nur noch in Bezug auf den Einfluss der Teilnahme von Frauen am revolutionären Prozess untersucht werde. Tiefe Einschnitte gab es durch die Diktatur vor allem in den ländlichen Gebieten. Somoza entwickelt eine Exportwirtschaft und eignet sich Land mit gewaltsamer Hilfe der Nationalgarde an. Die Zahl der landlosen Bauern steigt. Im Jahre 1978 waren „... three quaters of the economically active population engaged in agriculture could be classified as landless or landpoor.” “Somozas Grundbesitz von ca. 20000 qkm entsprach fast der Hälfte der in Nicaragua im Augenblick [1975] überhaupt zu nutzende Fläche...“ Die cash-crop Produktion war außerdem nicht sehr rentabel. Geringe Löhne, die hohen Lebensmittelpreise und die geringe Arbeitsintensität ließen viele Bauern wieder zur Subsistenzwirtschaft übergehen. Für viele Frauen bedeutete dies, selbst für ihre Familie anzubauen, während der Mann als Saisonarbeiter auf Wanderschaft zusätzlich Geld verdienen musste.

Dies hatte andersrum aber oft zur Folge, dass der Mann von der Saisonarbeit nicht mehr zurückkehrte, wenn er woanders eine Frau gefunden hatte. Oft hatten Männer daher mehrere Frauen und viele Kinder, für die sie allerdings keinen Unterhalt zahlten. Dies führte zu einem zersplitterten Familienbild, was so viel heißt, dass 1978 „...one-third to one-half of all families were headed by single females.“ Viele Frauen waren daher zusätzlich gezwungen eine Erwerbstätigkeit nachzugehen, was jedoch mit Schwierigkeiten verbunden war, da beispielsweise die meisten Kindergartenplätze der Oberschicht vorbehalten waren. Der Unter- und Mittelschicht standen 8082 private und 912 staatliche Kindergartenplätze bei einer Zahl von 634.402 Kindern zur Verfügung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Geschichte der Revolution: Dieses Kapitel bietet einen zeitlichen Überblick über die politischen Entwicklungen in Nicaragua von der US-Intervention 1912 bis zum Sieg der Sandinisten 1979 und den darauffolgenden Konflikt mit den Contras.

2. Geschichte der Frauen und des Frauenbildes in Nicaragua: Hier werden die kolonialen Wurzeln der Unterdrückung und die Prägung durch den Machismo und die katholische Kirche als Grundlage für das traditionelle Frauenbild erläutert.

3. Die Sandinisten: Der Abschnitt beleuchtet die Motivationen, den sozioökonomischen Hintergrund der Kämpferinnen sowie das breite Spektrum ihrer Aufgaben innerhalb der sandinistischen Guerillabewegung.

4. Die Contras: Dieses Kapitel analysiert die spezifischen Beweggründe von Frauen, sich der antisandinistischen Bewegung anzuschließen, unter besonderer Berücksichtigung städtischer und ländlicher Bevölkerungsschichten.

5. Frauen in beiden Bewegungen: Es wird untersucht, warum einige Frauen zwischen den Fronten wechselten und welche Rolle die Sorge um die Familie und ökonomische Absicherung dabei spielten.

6. Geschlechterbeziehung in der Guerilla und Veränderung des Frauenbildes: Der Abschluss befasst sich mit der sozialen Realität in den Lagern, der Rolle von Frauenorganisationen und dem zwiespältigen Einfluss des bewaffneten Kampfes auf das gesellschaftliche Selbstverständnis der Frau.

Schlüsselwörter

Nicaragua, Revolution, Sandinisten, Contras, Guerilla, Frauenbild, Geschlechterrollen, Emanzipation, Machismo, Somoza-Diktatur, FSLN, soziale Gerechtigkeit, Widerstand, Familienbild, AMNLAE

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die aktive Beteiligung von Frauen an den bewaffneten Konflikten in Nicaragua, sowohl auf sandinistischer als auch auf antisandinistischer Seite.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die sozioökonomischen Beweggründe für die Teilnahme am Guerillakampf, die Geschlechterbeziehungen in den Lagern sowie die Auswirkungen dieser Rolle auf das traditionelle Frauenbild.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Gründe für den hohen Frauenanteil in den nicaraguanischen Bewegungen zu identifizieren und zu klären, welche Rolle diese Frauen im revolutionären Prozess spielten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine literaturgestützte Analyse historischer Zusammenhänge, um die soziale Dynamik und die Lebensumstände von Frauen während der Revolution zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung der Revolution, eine detaillierte Analyse der Beweggründe der Frauen in beiden Lagern und eine Untersuchung der Geschlechterrollen nach dem Sieg der Sandinisten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind: Nicaragua, Revolution, Sandinisten, Contras, Guerilla, Frauenbild, Geschlechterrollen, Emanzipation und Machismo.

Welchen Einfluss hatte die katholische Kirche auf die Frauen der Contras?

Die katholische Kirche förderte in den Contra-Kreisen ein traditionelles Rollenverständnis, das es Frauen erschwerte, eine tatsächliche Gleichbehandlung in den militärischen Lagern einzufordern.

Wie unterschied sich die Organisation AMNLAE von anderen Frauenorganisationen?

AMNLAE zielte auf die Partizipation der Frau am ökonomischen und gesellschaftlichen Leben ab und verstand sich als Identifikationsfigur für die Frauenbewegung der Arbeiterklasse.

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Details

Title
Weibliche Guerillas in der Revolution Nicaraguas
College
University of Bremen  (Geschichte)
Course
Proseminar zur Neuen Geschichte
Grade
2
Author
Katrin Ebeling (Author)
Publication Year
2005
Pages
15
Catalog Number
V47225
ISBN (eBook)
9783638442206
Language
German
Tags
Weibliche Guerillas Revolution Nicaraguas Proseminar Neuen Geschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katrin Ebeling (Author), 2005, Weibliche Guerillas in der Revolution Nicaraguas, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47225
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