Sex and the City - Vier emanzipierte Frauen auf der Suche nach Mr. Right


Seminararbeit, 2004

18 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Die Serie

3. Die Charaktere

4. Frauenrollen
4.1. Die traditionelle Rolle der Frau
4.2. Die Frauen in Sex and the City

5. Der Idealmann

6. Beziehungen
6.1. Beziehungsprobleme
6.1.1. Dominanz
6.1.2.Verzicht
6.1.3. Unabhängigkeit / Zusammenziehen
6.1.4. Hochzeit
6.2. Warum scheitern die Beziehungen?
6.3. Werden Männer noch gebraucht?

7. Fazit

8. Rezeption

9. Bibliografie:

Sex and the City – Vier emanzipierte Frauen auf der Suche nach Mr. Right

1. Einführung

Anlässlich der Ausstrahlung der letzten Folgen ist das Thema Sex and the City wieder in aller Munde. Mit Spannung wird verfolgt, welche seltsamen Bekanntschaften von den vier Darstellerinnen gemacht werden und welche Fragen Carrie diesmal den Kopf zerbrechen. Welche ehemaligen Geliebten werden wieder getroffen und wie wird letztlich alles enden?

In diesem aktuellen Kontext ist es empfehlenswert, die vier weiblichen Charaktere etwas genauer in Augenschein zu nehmen. Wie verhalten sie sich in Beziehungen, warum scheitern diese meist und wie stellt sich das Quartett ihren Traummann überhaupt vor? Diese Arbeit soll anhand der 3. und 4. Staffel den in Sex and the City dargestellten konsumierenden und sexuell befreiten Frauentypen etwas genauer vorstellen und sein Verhalten in Beziehungen untersuchen.

Nach einer kurzen Vorstellung der Serie und der Charaktere sollen in kurzen Zügen einige Idealcharakteristika der traditionellen Frauenrolle genannt werden und anschließend das Verhalten der Frauen in Sex and the City analysiert werden. Um sich dann ihren Beziehungen widmen zu können, wird zuerst ein Bild ihres Idealmannes skizziert und anschließend ihr konkretes Verhalten in den Beziehungen anhand der Punkte Dominanz, Verzicht, Unabhängigkeit/ Zusammenziehen und Hochzeit durch Beispiele beschrieben werden. Danach wird die Frage untersucht, warum die Beziehungen scheitern und ob unabhängige Frauen wie die Sex and the City Charaktere Männer überhaupt noch benötigen. Nachdem die inhaltliche Komponente damit abgeschlossen wäre, wird letztlich noch kurz etwas zu den Gründen des Erfolges der Serie sprich der Rezeption angemerkt.

2. Die Serie

Die Home Box Office (HBO) Serie Sex and the City, eine der populären „Must see TV“-Serien, hat seit ihrem TV-Debüt 1998 eine riesige Fan-Gemeinde für sich gewinnen können und wurde bereits mit mehreren Auszeichnungen (darunter auch einige Golden Globes und ein Emmy) geehrt. Die auf dem gleichnamigen Buch von Candace Bushnell beruhende Serie zieht regelmäßig Millionen von Zuschauern vor den Bildschirm, die gespannt die Recherchen der Sex-Kolumnistin Carrie Bradshaw verfolgen. Von ihren Freundinnen inspiriert, schöpft Carrie für ihre Arbeit aus dem unermesslichen Pol aus gescheiterten Beziehungen, sexuellen Erfahrungen und unbefriedigenden Partnerschaften und verharrt dabei weiterhin auf der scheinbar endlosen Suche nach Mr.Right.

3. Die Charaktere

Carrie Bradshaw:

Die Mode-Trendsetterin und Schuhfanatikerin Carrie lebt für ihre Kolumne: alle Erlebnisse und Erfahrungen von ihr und ihren Freundinnen Miranda, Samantha und Charlotte sowie selbstreflexive Gedanken werden in ihr verarbeitet. Dabei kann die berühmte New Yorker Single-Frau auf einiges zurückblicken: nach zahlreichen Kurz-Affären schenkte sie ihr Herz dem charmanten und erfolgreichen Mr. Big. Aber auch diese Beziehung endete nach einigem auf und ab mit Bigs Hochzeit mit einer anderen. Nach dieser schmerzhaften Trennung lässt Carries quirlige und aufgeschlossene Art sie jedoch nicht verzweifeln: Möbeldesigner Aidan Shaw wird der neue Mann in ihrem vielseitigen Leben. Doch so einfach ist Mr. Big jedoch nicht wegzudenken: nach einer Sex-Affäre mit ihm geht schließlich ihre Beziehung mit Aidan in die Brüche und auch ein zweiter Versuch scheitert.

Miranda Hobbes:

Miranda ist eine intelligente und unabhängige Anwältin, die manchmal etwas zynisch reagiert. Ihre einzige längere Beziehung und später Freundschaft ging sie nach einigen Zweifeln mit dem Barkeeper Steve Brady ein, der ein sehr optimistisch und jungenhaftes Wesen hat. Durch ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten gibt es jedoch immer wieder Unstimmigkeiten in ihrer Partnerschaft, die schließlich zur Trennung führen. Ihre immer noch zum Teil sehr intime Freundschaft resultiert daraufhin in Mirandas Schwangerschaft und sie entscheidet sich letztendlich für das Kind.

Charlotte York:

Charlotte ist ein wenig konservativ und hat genaue Vorstellungen in Bezug auf ihr Liebesleben. Sie ist sehr optimistisch und glaubt an die große Liebe, die schließlich in der Hochzeit und Kindern resultieren sollte. Ihren Traumprinzen hat sie anscheinend in Trey MacDougal gefunden, einem charmanten, reichen Arzt aus angesehener Familie. Nach ihrer Hochzeit gibt Charlotte sogar ihren geliebten Job in einer Kunstgalerie auf um sich ganz den Pflichten einer Ehefrau zu widmen. Doch ihre Ehe scheint nicht ganz so perfekt zu verlaufen: nach sexuellen Problemen, Unstimmigkeiten mit ihrer dominanten Schwiegermutter und schließlich anderen Vorstellungen in Bezug auf Kinder reicht Charlotte die Scheidung ein.

Samantha Jones:

Die selbstbewusste PR-Managerin Samantha weiß, was sie will: hemmungslosen Sex, und das nicht zu selten. Mit einer riesigen Gemeinde von ständig wechselnden Liebhabern hat sie sich gänzlich der Monogamie und festen Bindungen abgeschworen. Oder doch nicht? Ihr Chef und Hotelmagnat Richard Wright kann (zumindest für eine Zeit lang) ihr Herz erobern.

4. Frauenrollen

4.1. Die traditionelle Rolle der Frau

In diesem kurzen Überblick soll grob und verallgemeinert betrachtet werden, welche konventionelle Rollenverteilung sich für die Frauen der Bourgeoisie des 19. und 20. Jahrhunderts vor der stärkeren Einflussnahme des Feminismus ergab und es sollen im Ansatz einige Idealcharakteristika des weiblichen Geschlechtes abgebildet werden.

Wenn Maskulinität mit Begriffen wie Selbstbewusstsein, Rationalität, Dominanz und Entscheidungsfreude definiert wird, bleiben für die Charakteristika des sogenannten „schwachen“ Geschlechts lediglich Eigenschaften wie Gefühlsbetonung, Schutzbedürftigkeit und schlicht weg Abhängigkeit zu nennen *1. Die Frau ist ein Beziehungsmensch, dessen Aufgaben hauptsächlich die Betreuung des Nachwuchs und die Pflichten des Haushaltes sind, sie soll also für ihren Mann einen Teil des Zuhauses darstellen. Wichtige Werte sind für sie Sparsamkeit sowie Selbstdisziplin und sie muss immer darauf achten, dass sie sich moralisch korrekt verhält.

Sie muss mit Hilfe von angemessener Kleidung und Körperpflege versuchen, attraktiv auf Männer bzw. ihren Ehemann zu wirken, da sie sich ja in einem Abhängigkeitsverhältnis zum „starken“ Geschlecht befindet. Der weibliche Körper ist also quasi ein Objekt der maskulinen Wünsche.

Die Sexualität der Frau dient hauptsächlich der Reproduktion, körperliche Verlangen werden ansonsten streng kontrolliert. Im 19.Jahrhundert wurde Frauen, die sich hysterisch verhielten oder zu starkes sexuelles Verlangen spürten sogar die Eierstöcke entfernt - die sogenannte weibliche Kastration. Das sexuelle Verhalten von Frauen wurde eher als passiv beschrieben und noch im späten 18.Jahrhundert wurde die An- oder Abwesenheit eines Orgasmus als Zeichen des sexuellen Unterschiedes angesehen *2.

Die Frauen mussten darauf achten, dass sie sich dem Dekor entsprechend verhielten und nicht an Achtung verloren, da sie sonst Gefahr liefen, in die Klasse der Prostituierten zu entgleiten.

In traditionellen bourgeois Kulturen war ungezügeltes Verhalten nicht nur ein Zeichen von den unteren Klassen, sondern wies auch auf Frauen hin, die sich den Geschlechterverhältnissen widersetzen wollten und daher wenig Achtung in der Gesellschaft fanden.

Selbst um das Jahr 1990 erhöht sich in der neokonservativen Ära der Druck, das Leben einer Frau in Bezug auf Hochzeit und ihre Kinder zu definieren.

Die Rolle der Frau in der patriarchalischen Gesellschaft ist also sehr eingeschränkt und gänzlich den maskulinen Bedürfnissen untergeordnet.

4.2. Die Frauen in Sex and the City

Die Serie Sex and the City stellt definitiv einen neuen Ansatz dar, die weibliche Sexualität des Postfeminismus im TV zu präsentieren.

Die dargestellten Frauen im Alter von 30 bis 40 Jahren sind unabhängig, in ihrem Denken, sowie auch finanziell. Die Arbeit stellt eine Form des Selbstausdruckes dar, da sich die Charaktere in ihren Tätigkeiten selbst verwirklichen können. Carrie lässt all ihre persönlichen Erfahrungen und Eindrücke in ihre Kolumne einfließen und veröffentlicht somit einen großen Teil ihres Privatlebens. In Samanthas Job als PR-Managerin spielt ihre Ausstrahlung und das Aussehen eine große Rolle, um beruflich erfolgreich zu sein und neue Klienten anzuwerben. Und mit Charlottes Arbeit in einer Kunstgalerie konnte sie ihr Hobby zur Profession machen. Lediglich bei Miranda ist eine strikte Trennung zwischen ihrem Beruf als Anwältin und ihrem Privatleben zu erkennen.*3. Im Gegensatz zu historischen Frauenfiguren, die weder im öffentlichen Leben Integration fanden, noch ihr Wohnort wirklich ihr Eigen nennen konnten, findet bei modernen Frauen wie denen in Sex and the City eine Art Verschmelzung von privatem und öffentlichem Leben statt*4. Dies wird auch am Beispiel des TV-Sehens deutlich: man verfolgt z.B. in den Nachrichten öffentliche Ereignisse und befindet sich aber zur gleichen Zeit in seinem eigenen Privatbereich. Frauen warten also nicht im und als Zuhause auf ihre Ehemänner, die mit ihrem verdienten Geld von der Arbeit wiederkommen, sondern stehen selber fest im Berufsleben und machen sich somit finanziell unabhängig.

Die Frauen integrieren sich immer mehr in die patriarchalischen Machtstrukturen ein und fordern diese geradezu heraus. Dabei weisen die vier Sex and the City Charaktere zum Teil auch eher maskuline Verhaltensmuster auf: Samantha hat hemmungslosen Sex wie ein Mann, aber auch die anderen trennen sich von ihren vielen kurzen Affären ziemlich emotionslos. Carrie und co. stehen der Männerwelt nicht als hilflose Objekte gegenüber, sondern gehen aktiv auf potentielle (Sex-)Partner zu und nehmen somit eher Subjektpositionen ein. So verfolgen die Zuschauer das ganze Geschehen auch aus Carries Sicht, die alle Ereignisse mit Ausrichtung auf ihre Kolumne kommentiert. Jane Arthurs stellt fest:

„...Woman are empowered to look – not only at consumer goods but also at their own bodies as sexual subjects“

(Arthurs, Jane, „Sex and the City and Consumer Culture: Remediating Postfeminist Drama“)

[...]


1 siehe Holly Devor, Gender blending

2 siehe Thomas Laqueur, Making sex

3 siehe Jane Arthurs, „Sex and the City and Consumer Culture“

4 siehe Tania Modleski , Feminism without woman

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Sex and the City - Vier emanzipierte Frauen auf der Suche nach Mr. Right
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Institut für Anglistik und Amerikanistik)
Veranstaltung
Reading ER - Ethik und Aesthetik von Prime Time TV
Note
1,7
Autor
Jahr
2004
Seiten
18
Katalognummer
V47232
ISBN (eBook)
9783638442275
ISBN (Buch)
9783640876501
Dateigröße
440 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Charaktere, Frauenrollen, Idealmann, Beziehungen.
Schlagworte
City, Vier, Frauen, Suche, Right, Reading, Ethik, Aesthetik, Prime, Time
Arbeit zitieren
Stefanie Brunn (Autor), 2004, Sex and the City - Vier emanzipierte Frauen auf der Suche nach Mr. Right, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47232

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