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Warum ist internationale Umweltzusammenarbeit schwierig? Theoretische Argumente, Beispiele, Auswege

Title: Warum ist internationale Umweltzusammenarbeit schwierig? Theoretische Argumente, Beispiele, Auswege

Term Paper , 2005 , 22 Pages , Grade: sum. cum.

Autor:in: lic. phil Mathias Grimm (Author)

Politics - Environmental Policy
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Handelsliberalisierungen und die dadurch beschleunigten Globalisierungs- und Internationalisierungsprozesse im Wirtschaftssystem haben zu mehr Wirtschaftswachstum geführt, und bewirkt, dass zwischen den Nationalstaaten mehr Interpenetration stattfindet: Mehr Verkehr, mehr Handel, mehr Emissionen. Inzwischen besteht Einigkeit darüber, dass es durch die globale Wirtschaftsentwicklung zu Umweltproblemen gekommen ist, die im Interesse der Menschheit gelöst werden müssen. Die Staaten sind mehr denn je gefordert, ihre Zusammenarbeit zu intensivieren, weil intakte Umwelt knapp zu werden droht. Zwar weiss der Mensch immer mehr über die Effekte seines Handelns auf die Umwelt, doch ökologischer Stress zeigt seine Symptome häufig erst nach einer bestimmten Zeit. Zudem können die Orte der Emissionen und die Orte wo Probleme auftreten auch räumlich auseinander liegen. Dies hat zur Folge, dass die Staaten unterschiedlich starke Anreize haben, solchen Umweltproblemen mit wirksamen Massnahmen zu begegnen. Angesichts sehr unterschiedlicher Interessenkonstellationen zwischen den Staaten reicht eine national orientierte Umweltpolitik nicht aus, um Umwelt langfristig vor einer irreversiblen Degradation zu schützen. Bei der Umsetzung des Konzepts der nachhaltigen Entwicklung, wonach die heutige Generation ihre Bedürfnisse nur soweit befriedigen darf, dass ihr nachfolgende Generationen nicht in ihrer eigenen Entwicklung behindert werden, ist die Menscheit noch lange nicht am Ziel angekommen. Nutzenkalküle hinsichtlich der Erringung komparativer Vorteile stehen guten Lösungen noch allzu häufig im Weg. Und Marktinstrumente zur Änderung von Nutzenkalkulationen sind mit reinem Freihandel inkompatibel. Allerdings gibt es Ansätze, wirtschafts- und umweltpolitische Forderungen miteinander zu versöhnen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist ein Umweltproblem und wie entsteht es?

2.1 Ursachen von Umweltproblemen

2.2 Typen von Umweltproblemen

2.3 Problemwahrnehmung

3. Theoretische Ansätze

3.1 Interdependenz

3.2 Ansätze der Regimetheorie:

4. Beispiele von internationalen Regimen, die Umweltprobleme lösen sollen

4.1 Rheinabkommen:

4.2 Zerstörung der Ozonschicht

4.2 CO2 und Klimaerwärmung

5. Was steht „einfachen“ Problemlösungen im Weg?

5.1 Zum Paradigmenwechsel: Ein Meilenstein der internationalen Umweltpolitik

5. 2 Das Konzept der Nachhaltigen Entwicklung (Sustainable Development):

6. Schwierigkeiten für eine internationale Umweltzusammenarbeit

6.1 Zwischenfazit

7. Perspektiven für internationale Umweltzusammenarbeit

7.1 Vermittlungsprobleme lösen

7.2 Kreativität und Raffinesse

8. Fazit

9. Literatur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die strukturellen und politischen Hindernisse, die eine effektive internationale Zusammenarbeit bei der Lösung globaler Umweltprobleme erschweren. Dabei wird analysiert, inwiefern ökonomische Interessen und asymmetrische Machtverhältnisse zwischen den Staaten sowie das Spannungsfeld zwischen Welthandel und Umweltschutz die Lösungsfindung behindern.

  • Die Entstehung und Definition globaler Umweltprobleme im Kontext des Wirtschaftswachstums.
  • Die Anwendung politikwissenschaftlicher Ansätze wie der Interdependenz- und Regimetheorie.
  • Fallbeispiele internationaler Abkommen (Rhein, Ozon, Klima) und deren Erfolgsfaktoren bzw. Schwächen.
  • Die Rolle der Nachhaltigen Entwicklung und die Notwendigkeit von Innovationskraft in der Umweltpolitik.

Auszug aus dem Buch

4.1 Rheinabkommen:

Das Rheinabkommen von 1950 ist ein Beispiel für eine erfolgreiche Vereinbarung zwischen wenigen Ländern hinsichtlich eines Umweltproblems einer gemeinsamen Ressource. Hier bestand das Problem darin, dass Schadstoffe aus industriellen Produktionen der Länder am Oberlauf des Rheins mit Abwässern in die Länder am unteren Lauf des Flusses abgeschoben wurden. Mit anderen Worten: Oberanlieger konnten externen Effekte zu den Unteranliegern exportieren, die in der Folge daran zu leiden hatten, wobei das letzte Glied der Kette die grössten Kosten trägt (vgl. Kirchgässner 1999: 275). Einer guten Lösung dieses Problems stand im Weg, dass Oberanlieger zunächst keinen Anreiz hatten, Unteranlieger zu entschädigen. Die Lösung der Blockade erforderte es, zwei Probleme zu erkennen, die bei derartigen Konstellationen gelernt werden müssen:

1. Politische Psychologie: Dem Verursacher machen moralische Argumente, etwa die Verantwortungszuschreibung des Opfers, nichts aus. Das Opfer muss lernen, dass es dem Verursacher helfen könnte/müsste, das Problem zu lösen.

2. Strategisches Akteursverhalten: Ihre Eigeninteressen veranlassen die Akteure, jeweils auf den grössten Teil des Kuchens zu spekulieren. Die Akteure mussten lernen, dass aber ohne eine Vereinbarung der Kuchen selbst kleiner wird (vgl. Kirchgässner: 1999 276).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die globalen Umweltprobleme als Resultat von Wirtschaftswachstum und Bevölkerungsdruck und stellt die Frage, warum internationale Kooperation in diesem Bereich besonders komplex ist.

2. Was ist ein Umweltproblem und wie entsteht es?: Das Kapitel klassifiziert Umweltprobleme nach ihrem räumlichen Ausmaß und ihren Ursachen, wobei der Konflikt zwischen Wirtschaftsentwicklung und ökologischer Belastung hervorgehoben wird.

3. Theoretische Ansätze: Hier werden die Interdependenztheorie und die Regimetheorie als Erklärungsmodelle für das Verhalten von Staaten in internationalen Umweltfragen vorgestellt.

4. Beispiele von internationalen Regimen, die Umweltprobleme lösen sollen: Anhand des Rheinabkommens, des Montreal-Protokolls und des Kyoto-Protokolls werden die Erfolgsaussichten und die Hürden internationaler Kooperation veranschaulicht.

5. Was steht „einfachen“ Problemlösungen im Weg?: Dieses Kapitel analysiert den Zielkonflikt zwischen ökonomischen Rationalitäten (Wachstum) und ökologischer Stabilität sowie den Paradigmenwechsel hin zur Nachhaltigen Entwicklung.

6. Schwierigkeiten für eine internationale Umweltzusammenarbeit: Es werden die Merkmale moderner Umweltpolitik und die fortbestehenden Hindernisse wie Nord-Süd-Asymmetrien und protektionistische Tendenzen diskutiert.

7. Perspektiven für internationale Umweltzusammenarbeit: Der Fokus liegt auf der Bedeutung von kompensatorischen Maßnahmen, kreativen Lösungsstrategien und der Notwendigkeit institutioneller Innovationen zur Überwindung von Dilemmasituationen.

8. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine Vermittlung zwischen ökonomischen und ökologischen Interessen durch kontinuierliche Lernprozesse und die Stärkung internationaler Institutionen erreicht werden muss.

Schlüsselwörter

Internationale Umweltpolitik, Regimetheorie, Nachhaltige Entwicklung, Klimawandel, Welthandel, Globalisierung, Umweltschutz, Kosten-Nutzen-Analyse, Interdependenz, Ressourcenbelastung, Nord-Süd-Konflikt, Free-Rider, Umweltökonomie, Kooperation, Politische Steuerung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den theoretischen und praktischen Herausforderungen der internationalen Zusammenarbeit bei der Bewältigung globaler Umweltprobleme.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Mittelpunkt stehen die Interdependenz zwischen Nationalstaaten, die Mechanismen internationaler Regimebildung sowie der Konflikt zwischen wirtschaftlichem Freihandel und ökologischem Schutz.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu erklären, warum internationale Kooperation bei Umweltproblemen trotz ihrer Dringlichkeit oft schwierig ist und welche Wege zu einer effektiveren Zusammenarbeit führen können.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine politikwissenschaftliche Analyse, die theoretische Konzepte (Regimetheorie, Interdependenz) mit empirischen Fallbeispielen verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert konkrete Regimes wie das Ozon- oder Klimaregime, diskutiert Hindernisse wie den "Free-Rider"-Effekt und erörtert Ansätze zur Überwindung von Blockaden, etwa durch kompensatorische Maßnahmen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Begriffe umfassen internationale Umweltpolitik, Regimetheorie, Nachhaltige Entwicklung sowie das Spannungsfeld zwischen ökonomischen Interessen und ökologischer Notwendigkeit.

Warum wird das Rheinabkommen als Fallbeispiel angeführt?

Das Rheinabkommen dient als positives Beispiel dafür, wie Staaten durch einen Lernprozess zu einer Kostenaufteilung finden können, um eine gemeinsame natürliche Ressource vor der Zerstörung zu bewahren.

Welche Rolle spielt das Konzept der „Nachhaltigen Entwicklung“ im Text?

Es fungiert als zentrales Paradigma, das die Bedürfnisse der heutigen Generation mit den Rechten künftiger Generationen in Einklang bringen soll, um eine langfristige ökologische Existenzgrundlage zu sichern.

Wie bewertet der Autor die Wirksamkeit aktueller Klimaabkommen?

Der Autor zeigt sich skeptisch bezüglich der Effektivität aktueller Instrumente und mahnt an, dass ohne eine tiefergehende internationale Institutionenbildung und Innovationskraft die gesetzten Klimaziele schwer zu erreichen sein werden.

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Details

Title
Warum ist internationale Umweltzusammenarbeit schwierig? Theoretische Argumente, Beispiele, Auswege
College
University of Zurich  (IPZ - Institut für Politikwissenschaft)
Course
Lizentiatsprüfungen
Grade
sum. cum.
Author
lic. phil Mathias Grimm (Author)
Publication Year
2005
Pages
22
Catalog Number
V47233
ISBN (eBook)
9783638442282
ISBN (Book)
9783638713580
Language
German
Tags
Warum Umweltzusammenarbeit Theoretische Argumente Beispiele Auswege Lizentiatsprüfungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
lic. phil Mathias Grimm (Author), 2005, Warum ist internationale Umweltzusammenarbeit schwierig? Theoretische Argumente, Beispiele, Auswege, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47233
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