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Gerechtigkeit für Ruanda? Die Frage nach der nationalen Aussöhnung

Título: Gerechtigkeit für Ruanda? Die Frage nach der nationalen Aussöhnung

Trabajo de Seminario , 2005 , 21 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Sonja Neuerer (Autor)

Historia - África
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Im Rahmen meiner Hausarbeit möchte ich auf die Folgen innerhalb des Landes Ruanda für das Zusammenleben von Hutu und Tutsi nach dem Völkermord im Sommer 1994 eingehen.
Durch die Kolonialzeit unter den Deutschen und anschliessend unter den Belgiern kam es zu einer verschärften gesellschaftlichen Spaltung der Bevölkerung in die durch Tutsi bestimmte Oberschicht und der unterprivilegierten Schicht der Hutu, die den Großteil der Bevölkerung stellt.
Nach Ende der Kolonialzeit und diversen Ausschreitungen wurde 1962 bei Parlamentswahlen der Hutu Grégoire Kayibanda zum Präsidenten der kurz zuvor als unabhängig erklärten Republik gewählt.
Die Minderheit der Tutsi im Land war nunmehr aufgrund von Angriffen der Exil-Tutsi-Rebellen Repressalien der Regierung ausgeliefert, ähnlich wie zuvor die Hutu unter den Tutsi. Als die Angriffe 1990 unter derRuandischen Patriotischen Front(RPF) massiver wurden, entbrannte ein vierjähriger Bürgerkrieg, der die Regierung - seit einem Militärputsch 1973 unter General Habyarimana - massiv unter Druck setzte und sie schliesslich dazu zwang, dass Abkommen von Arusha zu unterschreiben, welches eine Beteiligung der Tutsi an der Regierung vorsah.
Doch der bis heute ungeklärten Absturz des Flugzeuges des Regierungschefs Habyarimana am 6. April 1994 wurde den Tutsi von Hutu - Hardlinern angelastet. Damit begann in Ruanda ein etwa hunderttägiger Völkermord, der mindestens 800.000 Opfer forderte.
Erst der Sieg der RPF, mit lediglich geringer und verspäteter Unterstützung der internationalen Gemeinschaft, welche den Völkermord zu lange als Stammeskrieg bewertete, beendete den Völkermord im Juli 1994, noch lange aber nicht die Auseinandersetzungen der beiden Bevölkerungsgruppen.
Wie bereits zuvor erwähnt, werde ich mich nur auf Ruanda beziehen und nicht auf die Folgen und Probleme in den anliegenden Ländern Burundi, Kongo, ehemals Zaire sowie Uganda, welche nicht zuletzt aufgrund der Flüchtlingsmassen noch heute aktuell sind, denn dies würde den angegeben Rahmen meiner Hausarbeit sprengen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Die Folgen des Völkermordes

1.1 Die Machtübernahme der RPF

1.2 Die sozialen Folgen

1.3 Die Politik der „Nationalen Einheit“

2 Der Internationale Strafgerichtshof

3 Nationale Gerichtsbarkeit

3.1 Staatliche Gerichte

3.2 Gacaca

4 Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Hausarbeit untersucht die langfristigen Folgen des Völkermordes von 1994 in Ruanda für das Zusammenleben von Hutu und Tutsi sowie die Effektivität verschiedener Ansätze zur nationalen Aussöhnung und Gerechtigkeitsfindung.

  • Die sozialen und gesellschaftlichen Folgen des Genozids.
  • Die Rolle und Problematik des Internationalen Strafgerichtshofs (ICTR).
  • Die Herausforderungen und Praxis der nationalen staatlichen Gerichtsbarkeit.
  • Die Bedeutung der Gacaca-Dorfgerichte für die Wahrheitsfindung.
  • Die politische Strategie der „Nationalen Einheit“ der ruandischen Regierung.

Auszug aus dem Buch

1.2 Die sozialen Folgen

Der Völkermord in Ruanda forderte mindestens 800.000 Tote, größtenteils Tutsi sowie einige gemässigte Hutu aus allen Bevölkerungsschichten. Der registrierte Bevölkerungsteil der Tutsi wurde dadurch um etwa ¾ dezimiert, was ca. 500.000 Opfern entspricht. Da die Identifizierung aber nach wie vor läuft, wächst die Zahl der Opfer stetig.

Ausserdem ist anzunehmen, dass bei vorherigen Bevölkerungszählungen sich zum Einen nicht alle Tutsi als solche haben registrieren lassen und zum Anderen die Zahl von Regierungsseiten herabgespielt wurde, um den Einfluss der Tutsi geringer wirken zu lassen. Deshalb kann man das genaue Ausmaß des Völkermordes nicht bestimmen.

Dazu kommen über 2,5 Millionen Menschen beider Bevölkerungsgruppen, hauptsächlich aber beteiligte Hutu, die während und vor allem nach dem Völkermord, in die umliegenden Länder Zaire/Kongo, Tansania, Burundi und Uganda flüchteten. Insgesamt rund 3,5 Millionen Menschen, etwa die Hälfte der Gesamtbevölkerung Ruandas, haben ihre Dörfer, ihr Hab und Gut verlassen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung skizziert die historische Spaltung zwischen Hutu und Tutsi sowie das Ziel der Arbeit, die Folgen des Völkermordes und die Möglichkeiten der Versöhnung zu untersuchen.

1 Die Folgen des Völkermordes: Dieses Kapitel analysiert die Machtübernahme der RPF, die daraus resultierenden sozialen Spannungen sowie die staatlich propagierte Ideologie der „Nationalen Einheit“.

2 Der Internationale Strafgerichtshof: Das Kapitel behandelt die juristische Definition des Genozids und bewertet die Rolle sowie das Wirken des Internationalen Strafgerichtshofs für Ruanda (ICTR).

3 Nationale Gerichtsbarkeit: Hier wird der Zusammenbruch des Justizsystems nach dem Genozid und die Einführung staatlicher Gerichte sowie das traditionelle System der Gacaca untersucht.

4 Fazit: Das Fazit fasst die Schwierigkeiten bei der Erreichung von Gerechtigkeit zusammen und bewertet, ob die gewählten Wege langfristig zu einer nationalen Aussöhnung führen können.

Schlüsselwörter

Ruanda, Völkermord, Genozid, Hutu, Tutsi, RPF, Gacaca, Internationale Strafgerichtshof, ICTR, Nationale Einheit, Aussöhnung, Gerechtigkeit, Übergangslager, Traumata, Strafverfolgung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die soziopolitischen Folgen des Völkermordes in Ruanda von 1994 und die Versuche der Regierung sowie der internationalen Gemeinschaft, Gerechtigkeit herzustellen.

Welche zentralen Themen werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Auswirkungen des Genozids auf die ruandische Gesellschaft, die Arbeit des Internationalen Strafgerichtshofs (ICTR) und die Herausforderungen der nationalen Gerichtsbarkeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob Gerechtigkeit geschaffen wurde und inwieweit die derzeitigen Versuche der Aufarbeitung zu einer nationalen Aussöhnung beitragen können.

Welche methodische Herangehensweise wird gewählt?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse geschichtswissenschaftlicher und völkerrechtlicher Quellen zur Situation in Ruanda nach 1994.

Was ist Gegenstand des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Machtübernahme der RPF, die Kritik am ICTR sowie die Analyse des nationalen Justizsystems inklusive der traditionellen Gacaca-Gerichte.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Genozid, Nationale Einheit, Gacaca, ICTR und Aussöhnung geprägt.

Warum wird das Gacaca-System als "letzte Chance" bezeichnet?

Viele Ruander sehen in den lokalen Gacaca-Gerichten die letzte Möglichkeit, eine massenhafte Aufarbeitung zu leisten und einen erneuten Bürgerkrieg durch die aktive Einbindung der Bevölkerung zu verhindern.

Welches Problem besteht bei den Gacaca-Richtern?

Es besteht die Sorge, dass die ehrenamtlichen Laienrichter voreingenommen sind, da sie oft in verwandtschaftlicher Beziehung zu den beteiligten Parteien stehen und der juristische Beistand fehlt.

Final del extracto de 21 páginas  - subir

Detalles

Título
Gerechtigkeit für Ruanda? Die Frage nach der nationalen Aussöhnung
Universidad
University of Duisburg-Essen  (Institut für Neuere und Neuste Geschichte)
Curso
Proseminar: Völkermord in der Moderne. Ethnische Säuberung und Genozid im 19. und 20. Jahrhunder
Calificación
1,0
Autor
Sonja Neuerer (Autor)
Año de publicación
2005
Páginas
21
No. de catálogo
V47254
ISBN (Ebook)
9783638442466
Idioma
Alemán
Etiqueta
Gerechtigkeit Ruanda Frage Aussöhnung Proseminar Völkermord Moderne Ethnische Säuberung Genozid Jahrhunder
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Sonja Neuerer (Autor), 2005, Gerechtigkeit für Ruanda? Die Frage nach der nationalen Aussöhnung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47254
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