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Zwischen Kausalität und Intention. Die sprachlichen Bedeutungskonzeptionen von Charles L. Stevenson und H. Paul Grice

Title: Zwischen Kausalität und Intention. Die sprachlichen Bedeutungskonzeptionen von Charles L. Stevenson und H. Paul Grice

Term Paper , 2005 , 26 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Michael Steinmetz (Author)

Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)
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Charles L. Stevenson - vornehmlich bekannt durch seine metaethische These, sittliche Wert-Urteile haben keinerlei deskriptiven Charakter, sondern dienen einzig und allein dem Zweck, Emotionen hervorzurufen, um damit andere zu beeinflussen oder zu überzeugen - entfaltet im dritten Kapitel seines eindringlich rezipierten Buches „Ethics and Language“ eine kausale Bedeutungstheorie für Lexeme bzw. Lexemkombinationen, welche unter anderem die seinerzeit revolutionäre Möglichkeit bietet, das Phänomen der Bedeutungsambiguität zu erklären.
Paul Grice – vornehmlich bekannt durch seine im Aufsatz „Logic and Conversation“ erarbeitete ‚Implikaturentheorie’ – greift Stevensons Ansatz auf, diskutiert ihn flüchtig, verreißt ihn und entwickelt eine eigene Bedeutungstheorie, welche besonders den Begriff der ‚Intention’ akzentuiert. Grice distanziert sich, indem er negierend auf Stevenson rekurriert, obstinat von einer kausalen Bedeutungstheorie. Er betrachtet die Bedeutung nicht als eine mit dem Zeichen kausal verbundene mentale Haltung, sondern versucht Bedeutung, oder vielmehr kommunikative Bedeutung als Erklärung, oder besser, als eine Disjunktion von möglichen Erklärungen der Sprecherintentionen aufzufassen. Damit verlässt Grice das seinerzeit vorherrschende psychologisch-behavioristische und naturalistische Milieu der Natur- und Geisteswissenschaften und lenkt den Fokus des Bedeutungsdiskurses auf die Ebene mentaler Repräsentationen des Sprechers, namentlich auf dessen kommunikative Absichten.
Unter der Fragestellung ‚Inwiefern lassen sich Divergenzen bzw. Kongruenzen zwischen den beiden Bedeutungstheorien ausmachen?’, wird Stevensons Aufsatz „Some Pragmatic Aspects of Meaning“ mit Grices Abhandlung „Meaning“ verglichen und abschließend zu harmonisieren versucht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 ‚Narural Meaning’

2.1 Stevensons ‚natürliche Manifestation’

2.2 Grices ‚natürliche Bedeutung’

3 Die sprachliche Bedeutung

3.1 Stevensons kausale Theorie

3.1.1 Stevensons emotiv behavioristische Bedeutungstheorie

3.1.2 Stevensons kognitiv behavioristische Bedeutungstheorie

3.1.3 Erstes Resümee

3.1.4 Grices Kritik an Stevensons kausaler Theorie

3.2 Grices intentionale Theorie

4 Abschließender Vergleich

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Divergenzen und Kongruenzen zwischen den Bedeutungskonzeptionen von Charles L. Stevenson und H. Paul Grice. Die zentrale Forschungsfrage lautet: Inwiefern lassen sich theoretische Gemeinsamkeiten oder Unterschiede in den sich augenscheinlich adversativ gegenüberstehenden Bedeutungstheorien ausmachen, wobei insbesondere das Verhältnis von Kausalität und Intention analysiert wird.

  • Vergleich der kausalen Bedeutungstheorie Stevensons mit der intentionalen Theorie Grices
  • Analyse der behavioristischen Grundlagen bei Stevenson (emotive und deskriptive Bedeutung)
  • Untersuchung von Grices Gebrauchsanalyse und dessen Begriff der ‚nicht-natürlichen Bedeutung’
  • Kritische Auseinandersetzung mit Grices Einwänden gegen den kausalen Ansatz
  • Diskussion über Möglichkeiten einer theoretischen Harmonisierung beider Ansätze

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Stevensons emotiv behavioristische Bedeutungstheorie

Stevensons versucht, seine Bedeutungstheorien der sprachlichen Zeichen im Rahmen des psychologischen Behaviorismus zu explizieren:

In this sense, the “meaning“ of a sign must be defined in terms of the psychological reactions of those who use the sign.

Die emotive Bedeutungstheorie hat zur Aufgabe, emotiven Ausdrücken wie „Hurrah“, welche beim Produzenten als Ausdruck und beim Hörer als Auslöser von Gefühlen fungieren, eine kausal erklärbare Bedeutung zuzuweisen. Stevensons Problem dabei ist folgendes: „Hurrah“ kann sowohl einen euphorischen bzw. emphatisch erregten Gefühlszustand als auch - auf ironische Weise - einen niedergeschlagenen bzw. bedrückten Gefühlszustand als auch eine reservierte bzw. ablehnende Haltung als auch eine gleichgültige bzw. desinteressierte Haltung etc. ausdrücken. Diese Aufzählung ließe sich ad infinitum fortführen. Eine additive Auflistung der den emotiven Ausdruck begleitenden Assoziationen hält Stevenson jedoch für weder sinnvoll noch durchführbar. Wie also ist es möglich, eine eindeutige Korrelation zwischen dem Zeichen und dessen Bedeutung herzustellen? Diese Frage versucht Stevenson mit dem Begriff ‚Disposition’ zu beantworten:

The word “disposition“ (or “power,“ or “potentiality,” or latent ability,” or causal characteristic,” or “tendency,” etc.) is useful in dealing with complicated causal situations, where some specified sort of event is a function of many variables.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutungstheorien von Stevenson und Grice vor und formuliert die Leitfrage zur Untersuchung ihrer Divergenzen und Kongruenzen.

2 ‚Narural Meaning’: In diesem Kapitel werden die Grundbegriffe der ‚natürlichen Bedeutung’ nach Stevenson und Grice analysiert, die den Ausgangspunkt für ihre jeweiligen Theorien bilden.

3 Die sprachliche Bedeutung: Dieses Hauptkapitel expliziert Stevensons kausale Theorie, insbesondere seine emotive und kognitive Behaviorismustheorie, sowie Grices fundamentale Kritik daran.

4 Abschließender Vergleich: Hier werden die theoretischen Ansätze kontrastierend gegenübergestellt und auf mögliche Gemeinsamkeiten oder eine mögliche Harmonisierung hin geprüft.

Schlüsselwörter

Bedeutungstheorie, Stevenson, Grice, Kausalität, Intention, Behaviorismus, Disposition, emotive Bedeutung, deskriptive Bedeutung, natürliche Bedeutung, nicht-natürliche Bedeutung, ordinary language philosophy, Sprecherintention, Semantik, Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die philosophischen Bedeutungskonzeptionen von Charles L. Stevenson und H. Paul Grice im direkten Vergleich.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Spannung zwischen kausalen, behavioristischen Erklärungen der Bedeutung und der intentionalen Sichtweise auf sprachliche Äußerungen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, zu klären, ob die als gegensätzlich wahrgenommenen Ansätze von Stevenson und Grice divergenzen oder inhaltliche Schnittmengen aufweisen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es werden Gebrauchsanalysen sowie die Rekonstruktion und Kontrastierung der jeweiligen Bedeutungstheorien anhand der Originaltexte durchgeführt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit Stevensons dispositioneller Theorie, Grices Kritik an dieser und seiner eigenen intentionalen Bedeutungstheorie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen Bedeutungstheorie, Intention, Kausalität, Behaviorismus und das Konzept der Disposition.

Warum lehnt Grice den kausalen Ansatz von Stevenson ab?

Grice kritisiert insbesondere die Zirkularität und die Unfähigkeit des kausalen Modells, die spezifische Sprecherintention in konkreten Kommunikationssituationen adäquat abzubilden.

Was versteht Stevenson unter dem Begriff der Disposition?

Disposition beschreibt bei Stevenson das Potential eines Zeichens, unter bestimmten Bedingungen eine konditionierte psychische Reaktion – etwa eine Emotion oder Kognition – beim Hörer auszulösen.

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Details

Title
Zwischen Kausalität und Intention. Die sprachlichen Bedeutungskonzeptionen von Charles L. Stevenson und H. Paul Grice
College
http://www.uni-jena.de/
Course
Paul Grice
Grade
1,0
Author
Michael Steinmetz (Author)
Publication Year
2005
Pages
26
Catalog Number
V47297
ISBN (eBook)
9783638442749
ISBN (Book)
9783638659307
Language
German
Tags
Zwischen Kausalität Intention Bedeutungskonzeptionen Charles Stevenson Paul Grice Paul Grice
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Steinmetz (Author), 2005, Zwischen Kausalität und Intention. Die sprachlichen Bedeutungskonzeptionen von Charles L. Stevenson und H. Paul Grice , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47297
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