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Thomas von Aquin - Eine Staatsphilosophie zwischen Glaube und Vernunft in "De regimine principum"

Title: Thomas von Aquin - Eine Staatsphilosophie zwischen Glaube und Vernunft in  "De regimine principum"

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 29 Pages , Grade: 2

Autor:in: Hichem Abidi (Author)

Politics - General and Theories of International Politics
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Summary Excerpt Details

Obwohl Thomas von Aquin sich primär als christlicher Theologe begreift, beginnt seine Philosophie nicht zu sehr theologisch, sondern von der natürlichen Vernunft, mit deren Hilfe alle Menschen, ob Heiden oder Christen, zur Erkenntnis dieser Welt gelangen können.
Thomas von Aquin zählt zu den Vertretern der Scholastik, eine philosophische Denkrichtung, die rationalistisch geprägt ist. Unter ihr verschmolz die christlichen Glaubensgrundlagen mit den Anschauungen des wiederentdeckten Aristoteles. Der Verstand sollte nicht länger nur dem Glauben untergeordnet sein, sondern er sollte dazu dienen, den Glauben zu durchleuchten. Für Thomas existiert im Grunde genommen nur eine Wahrheit, die sowohl auf dem Wege der Vernunft als auch auf theologischem Wege zu erschließen ist. Er brachte, indem er das auf die natürliche Vernunft gegründete Denken des Aristoteles einbezog, eine neue Sichtweise ins Spiel und versuchte diese mit der theologisch durchdachten Tradition des Augustinus zu einer Synthese zu vereinen. Während Augustinus die Bedeutung des Gottesstaates als das eigentliche Ziel des menschlichen Daseins ansetzt und den irdischen Staat verachtet, nimmt Thomas von Aquin hierbei eine ausgewogene Stellung ein, das übernatürliche Ziel einer Gemeinschaft entscheide für ihn über die passende Staatsführung im Diesseits. Thomas hebt diese Bedeutung des Ziels zwar nicht komplett auf, er führt die Menschen in die Welt zurück, die sie mit Hilfe der Gottgegebenen Vernunft durchaus so gestalten können, dass es ihnen sowohl im Diesseits als auch im Jenseits zum Wohle gereicht. Die zu behandelnde These dieser Hausarbeit, handelt von der natürlichen Vernunft des Menschen, wie sie Thomas von Aquin in seinem Werk skizziert.
Der zitierte Stoff basiert in erster Linie auf das Werk De regimine principum. Wir lassen aber bei unserer Ausführung Thomas von Aquin durch seine Zitate zu Worte kommen und geben seine Gedankenführung Zeitgenössischen Interpreten zu Veranschaulichung weiter.
Zur erst kommt die Sozialnatur des Menschen in besonderer Weise zu Sprache, um Wesen und Zweck der Gesellschaft im Lichte der Vernunft aufzuzeigen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Werk: Über die Herrschaft der Fürsten - De regimine Principum

3. von der Natur des Menschen

4. Herrschaftsformen in De regimine principum

5 . Thomas Staatsaufassung im Lichte der Neuzeit

6. Eine zweckmäßige Herrschaft

7. Der König im Lichte des Werkes

7.1 Wesen und Aufgaben

7.2 Der König als Hirte

7.3 Eine dem Amt gebührende Entlohnung

8. Revolution aus der Sicht von Thomas

8.1 Zur thomistischen Revolutionstheorie

8. 2 Zum Begriff der Revolution

9. Aspekten Verschiebung des Aquinaten

10. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Hausarbeit untersucht die staatsphilosophischen Grundannahmen des Thomas von Aquin in seinem Werk "De regimine principum" und analysiert, wie er den Einklang zwischen natürlicher Vernunft und göttlicher Ordnung konzipiert. Ziel ist es, seine Überlegungen zur Sozialnatur des Menschen, den legitimen Herrschaftsformen und dem Umgang mit staatlicher Autorität unter Berücksichtigung der scholastischen Tradition aufzuzeigen.

  • Die rationale Natur des Menschen und seine Sozialnatur.
  • Einordnung der Herrschaftsformen in normativen Kategorien.
  • Die Rolle des Königs als Hirte und die Begründung des Gemeinwohls.
  • Thomas von Aquins ablehnende Haltung gegenüber Revolutionen.
  • Vergleich thomistischer Staatsaufassungen mit neuzeitlichen Strukturen.

Auszug aus dem Buch

3. Von der Natur des Menschen

Schon in der Überschrift des ersten Kapitels lässt Thomas erkennen, dass es für Menschen, die in einer Gesellschaft leben, unabdingbar ist, dass diese von einem „mit ernstlichem Bemühen“ gesteuert werden. Außerdem stellt er fest, dass der Mensch ein bestimmtes Ziel vor Auge hat, menschliches Handeln grundsätzlich zielgerichtet ist, und der Mensch ferner seiner Vernunft nach handeln muss. Darüber hinaus soll der kürzeste Weg gesucht werden, zu diesem Ziel zu gelangen. „Der Mensch hat nun ein Ziel, dem sein ganzes Leben und sein Handeln zustrebt, denn er handelt nach seiner Vernunft, und diese kann offensichtlich nur im Hinblick auf ein Ziel tätig sein“. Außerdem brauchen Menschen, etwas, das ihnen den aufrichtigen Pfad zum Ziel aufzeigt.

Nun ist es notwenig, die erwähnten Begriffe und Gedankenführung, die uns heutzutage kaum geläufig sein dürften zu erläutern und ein Versuch zu wagen, seine aufgestellten Thesen nachzugehen.

Wenn Thomas von einem Ziel spricht, hat er stets ein teleologisches Verständnis vor Augen. In ihr ist die rationale Natur des Menschen stets auf ein Ziel gerichtet. Gesellschaft im Sinne von Thomas ist grundsätzlich nicht das Zusammenleben einzelner Individuen, sondern eine Verbundenheit, die wiederum auf ein Ziel hingeordnet ist. Dieses Ziel, ist das Gemeinwohl. Das irdische Ziel, das Gemeinwohl ist nicht uneingeschränkt nach der Tugend zu leben. Denn das gesellschaftliche Leben stellt für Thomas keinen Selbstzweck dar, sondern ist stets darauf ausgerichtet, den Menschen bei der Erreichung eines höheren Zieles, in „den Genuss der göttlichen Verheißung zu gelangen“, zu unterstützen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in das scholastische Denken des Thomas von Aquin ein und erläutert seinen Ansatz, natürliche Vernunft mit christlicher Glaubenstradition zu verknüpfen.

2. Das Werk: Über die Herrschaft der Fürsten - De regimine Principum: Es erfolgt eine Vorstellung des Werkes als Fürstenspiegel, der Bestimmungen für Regenten vorgibt und den Aufbau der Schrift skizziert.

3. von der Natur des Menschen: Thomas legt dar, warum der Mensch ein gesellschaftliches Wesen ist, das zur Erreichung seines irdischen und transzendenten Ziels auf eine Lenkung angewiesen ist.

4. Herrschaftsformen in De regimine principum: Das Kapitel kategorisiert die verschiedenen Staatsformen nach Aristoteles und grenzt gerechte Herrschaft von ungerechter Tyrannei ab.

5 . Thomas Staatsaufassung im Lichte der Neuzeit: Eine Gegenüberstellung von Thomas' Modell mit modernen parlamentarischen Monarchien und Ansätzen zur Gewaltenteilung.

6. Eine zweckmäßige Herrschaft: Der Fokus liegt auf der Begründung des starken Königtums als beste Herrschaftsform, die durch Vernunft und Gemeinwohlorientierung legitimiert wird.

7. Der König im Lichte des Werkes: Analyse der Rolle des Königs als Hirte, dessen Hauptaufgabe die Förderung des Gemeinwohls und die Orientierung an göttlicher Ordnung ist.

8. Revolution aus der Sicht von Thomas: Darstellung der thomistischen Ablehnung von Umsturzbestrebungen und der ethischen Konsequenzen einer Revolution.

9. Aspekten Verschiebung des Aquinaten: Untersuchung der Säkularisierungstendenzen in Thomas' Philosophie und der Trennung von geistlicher und weltlicher Sphäre.

10. Fazit: Zusammenfassende Bewertung von Thomas' Bedeutung für die politische Ideengeschichte und sein Einfluss auf das vernunftgeleitete Denken.

Schlüsselwörter

Thomas von Aquin, Scholastik, De regimine principum, Staatsphilosophie, Vernunft, Gemeinwohl, Monarchie, Fürstenspiegel, Herrschaftsformen, Revolutionstheorie, christliche Philosophie, politische Ethik, Naturrecht, Gottesgnadentum, Aristoteles.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die staatsphilosophischen Überlegungen des Thomas von Aquin im Werk "De regimine principum" und untersucht das Spannungsfeld zwischen vernunftbasierter Herrschaft und göttlicher Ordnung.

Welche sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die menschliche Sozialnatur, die Klassifikation von Herrschaftsformen, die Rolle des Königs als Hirte sowie die thomistische Bewertung von Revolution und staatlicher Autorität.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Die Arbeit fragt nach der Bedeutung der natürlichen Vernunft in der Staatsphilosophie des Aquinaten und wie diese zur Legitimation einer zweckmäßigen Herrschaftsform führt.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Es handelt sich um eine textanalytische Arbeit, die das Werk "De regimine principum" durch Sekundärliteratur und zeitgenössische Interpretationen historisch und philosophisch einordnet.

Welche Inhalte bilden den Kern des Hauptteils?

Der Hauptteil behandelt die Natur des Menschen, die Unterscheidung zwischen gerechten und ungerechten Herrschaftssystemen, die Aufgaben des Königs sowie eine kritische Auseinandersetzung mit Revolutionen.

Was sind die charakteristischen Schlüsselwörter dieser Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Scholastik, Gemeinwohl, Naturrecht, Monarchie, Vernunft und den Bezug zum Fürstenspiegel-Genre definiert.

Warum lehnt Thomas von Aquin Revolutionen ab?

Thomas betrachtet Revolutionen als Bürgerkriegsähnliche Zustände, die dem Gemeinwohl entgegenstehen und das Risiko bergen, ein politisches Vakuum zu schaffen, aus dem oft eine noch schlimmere Tyrannei hervorgeht.

Wie unterscheidet sich das Modell des Aquinaten von modernen Staatsmodellen?

Während moderne Staaten auf Volkssouveränität und Gewaltenteilung basieren, ist Thomas' Modell hierarchisch und durch eine von Gott legitimierte Autorität geprägt, auch wenn erste Ansätze zur Gewaltenteilung erkennbar sind.

Inwiefern beeinflusst Augustinus das Werk des Thomas von Aquin?

Thomas setzt sich von Augustinus ab, indem er den Staat nicht nur als Folge eines Sündenfalls betrachtet, sondern dem Menschen durch seine gottgegebene Vernunft die Fähigkeit zuschreibt, eine sinnvolle und tugendhafte Gemeinschaft auf Erden zu gestalten.

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Details

Title
Thomas von Aquin - Eine Staatsphilosophie zwischen Glaube und Vernunft in "De regimine principum"
College
Technical University of Braunschweig  (Wirtschafts - und Sozialwissenschaften)
Course
Politische Theorien von der Antike bis zur Gegenwart
Grade
2
Author
Hichem Abidi (Author)
Publication Year
2005
Pages
29
Catalog Number
V47301
ISBN (eBook)
9783638442787
Language
German
Tags
Thomas Aquin Eine Staatsphilosophie Glaube Vernunft Politische Theorien Antike Gegenwart
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Hichem Abidi (Author), 2005, Thomas von Aquin - Eine Staatsphilosophie zwischen Glaube und Vernunft in "De regimine principum", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47301
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