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Der Einfluss von Familienpolitik auf das gesellschaftliche Bild von Frauenrolle und Familie und dessen Auswirkungen auf die Geburtenrate eines Staates

Title: Der Einfluss von Familienpolitik auf das gesellschaftliche Bild von Frauenrolle und Familie und dessen Auswirkungen auf die Geburtenrate eines Staates

Term Paper , 2005 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Nadin Groeben (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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In seinem Buch „Die deformierte Gesellschaft - Wie die Deutschen ihre Wirklichkeit verdrängen“ beklagt Meinhard Miegel als eine Hauptursache für die schwierige wirtschaftliche Lage in Deutschland, die im europäischen Vergleich gesehen, sehr niedrige Geburtenrate oder, wie er es bezeichnet „mangelnde Humankapital“. Die Ursache hierfür schildert er folgendermaßen:
„Die Kinderarmut individualistischer Wohlstandsgesellschaften ist nicht die Folge unbeabsichtigter Fehlentwicklungen, die sich durch zusätzliche Kindergartenplätze oder höhere steuerliche Freibeträge beheben ließen. Vielmehr ist sie der Ausdruck des Wesenskerns dieser Gesellschaft.“ (Miegel 2002,22)
Die vorliegende Arbeit untersucht diese These und möchte die Frage beantworten, in wiefern die Familienpolitik einen Einfluss auf die Rollenverteilung von Frauen und Männern in der Gesellschaft hat und ob ein Zusammenhang zu den Geburtenraten hergestellt werden kann. Dazu schildert sie zuerst die aktuelle Situation von Familien in Deutschland unter Berücksichtigung von Studien und Statistiken. Zur Verdeutlichung, auf welche Art die Rollenbilder einer Gesellschaft durch Familienpolitik beeinflusst werden können, folgt eine Darstellung der völlig unterschiedlichen Entwicklung von BRD und DDR in diesem Bereich. Der darauf folgende Vergleich der familienpolitischen Maßnahmen der geburtenstarken Länder verdeutlicht den positiven Einfluss, den die Gleichstellung der Geschlechter auf die Bevölkerungsentwicklung hat und zeigt Defizite auf, die sich in diesem Bereich in Deutschland feststellen lassen.
Nach einem Überblick über die aktuellen Konzepte der deutschen Parteien im Bereich Familienpolitik schließt die Arbeit mit einer Zusammenfassung und einer persönlichen Stellungnahme zur Fragestellung.

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Inhaltsverzeichnis

1. Zielsetzung der Arbeit

2. Aktuelle Situation der Familien in Deutschland

2.1 Kinderwunsch und Erwartungen an die Politik

2.2 Wirtschaftliche und gesellschaftliche Situation von Familien in Deutschland

2.3 Familie und Beruf

3. Geschichte der Familienpolitik in Deutschland seit den 50er Jahren

3.1 Entwicklung der Familienpolitik in der Bundesrepublik Deutschland

3.2 Familienpolitik in der DDR

4. Familienpolitische Maßnahmen westeuropäischer Staaten im Vergleich

4.1 Dienstleistungen statt Transferzahlungen

4.2 Zusammenhang zwischen Geschlechtergleichstellung und Geburtenraten

5. Aktuelle Familienpolitische Konzepte der großen deutschen Parteien

5.1. Aktuelle Kampagne des Bundesministeriums für Familie

5.2 Familienpolitische Kernpunkte der Wahlprogramme der Parteien

6. Auswertung und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der staatlichen Familienpolitik auf das gesellschaftliche Rollenbild von Frauen und Männern sowie den daraus resultierenden Zusammenhang mit der Geburtenrate in Deutschland im europäischen Vergleich.

  • Aktuelle Situation und Kinderwunsch in deutschen Familien
  • Historische Entwicklung der Familienpolitik in BRD und DDR
  • Vergleich der Familienpolitik westeuropäischer Staaten
  • Zusammenhang zwischen Geschlechtergleichstellung und Geburtenraten
  • Analyse aktueller familienpolitischer Konzepte der politischen Parteien

Auszug aus dem Buch

4.2 Zusammenhang zwischen Geschlechtergleichstellung und Geburtenraten

Das Berlin- Institut für Bevölkerung und Entwicklung veröffentlichte ein Diskussionspapier, welches die unterschiedlichen familienpolitischen Maßnahmen der westeuropäischen Staaten vergleicht und deren Auswirkungen auf die jeweiligen Geburtenraten untersucht.

Im Ergebnis kommt diese Studie zu dem Schluss, dass vor allem die Länder hohe Geburten raten aufweisen, in denen die Gleichstellung der Geschlechter nicht nur auf dem Papier son dern auch in den Köpfen der Gesellschaft existiert.

Dies kommt zum einen durch die unter Punkt 4.1 genannte Schaffung von Kinderbetreu ungsmöglichkeiten, speziell für Kinder unter 3 Jahren zum Ausdruck, aber auch durch die Betrachtung der Aufgabenteilung zwischen Frauen und Männern in den jeweiligen Staaten.

So haben zum Beispiel die geburtenstarken Länder einen vergleichsweise hohen Anteil von Frauen mit höheren Bildungsabschlüssen in Naturwissenschaft und Technik – einer früheren Männerdomäne. Auch die Erwerbsbeteiligung von Frauen scheint einen wesentlichen Einfluss auf die Geburtenraten zu haben. So beträgt die Differenz zwischen der Erwerbsbeteiligung von Frauen und Männern in Schweden lediglich bei 4 Prozentpunkten, während sie in den kinderarmen Ländern Griechenland und Spanien 35 Prozentpunkte beträgt. Mit einer Diffe renz von 16 Prozentpunkten befindet sich Deutschland im Mittelfeld (Vgl. Krönert 2005).

Dieser Unterschied beruht aber nicht immer auf Freiwilligkeit der Mütter. Denn selbst für den Fall dass die Kinderbetreuung gesichert ist, sei es durch eine Einrichtung oder Absprache mit dem Partner, machen Eltern, im speziellen die Mütter, auf dem deutschen Arbeitsmarkt nicht selten die Erfahrung, dass viele Arbeitgeber immer noch nach überholten Rollenmustern ihre Personalpolitik betreiben.

So ist es keine Seltenheit, dass Müttern während eines Bewerbungsgespräches die obligatori sche Frage gestellt wird, wie sie das denn mit der Betreuung regeln wollen und ob arbeiten mit so einem kleinen Kind denn überhaupt ginge. (Vgl. Rosenkranz, 2005). Während die Betreuungsfrage an sich noch verständlich erscheint, umso weniger ist es die Tatsache, dass diese Frage wohl in den seltensten Fällen den Vätern in ähnlicher Situation gestellt wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zielsetzung der Arbeit: Darstellung der Problemstellung bezüglich niedriger Geburtenraten in Deutschland und Einführung in die Fragestellung nach dem Einfluss der Familienpolitik auf Rollenbilder.

2. Aktuelle Situation der Familien in Deutschland: Analyse des sinkenden Kinderwunsches, der ökonomischen Lage von Familien und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf unter den gegebenen Rahmenbedingungen.

3. Geschichte der Familienpolitik in Deutschland seit den 50er Jahren: Historische Gegenüberstellung der konservativ geprägten Familienpolitik der BRD mit dem auf Frauenerwerbstätigkeit ausgerichteten Modell der DDR.

4. Familienpolitische Maßnahmen westeuropäischer Staaten im Vergleich: Untersuchung, warum Länder mit Dienstleistungsfokus statt reiner Transferzahlungen eine höhere Geburtenrate und stärkere Geschlechtergleichstellung aufweisen.

5. Aktuelle Familienpolitische Konzepte der großen deutschen Parteien: Übersicht über aktuelle Regierungsinitiativen sowie die familienpolitischen Schwerpunkte und Versprechen der Parteien im Wahljahr 2005.

6. Auswertung und Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und persönliche Einschätzung zur Notwendigkeit des gesellschaftlichen Wandels bezüglich der Rollenbilder.

Schlüsselwörter

Familienpolitik, Geburtenrate, Geschlechtergleichstellung, Frauenrolle, Vereinbarkeit, Kinderbetreuung, Erziehungsgeld, Deutschland, DDR, Familienmodell, demographischer Wandel, Transferzahlungen, Rollenbild, Elternzeit, Erwerbstätigkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen staatlicher Familienpolitik, gesellschaftlichen Rollenbildern von Frauen und Männern und der Geburtenrate in Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Staaten.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung der Familienpolitik in BRD und DDR, der Vergleich mit anderen europäischen Ländern hinsichtlich Betreuungsangeboten und die Analyse aktueller politischer Programme in Deutschland.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, inwiefern die Familienpolitik die Rollenverteilung zwischen Frauen und Männern beeinflusst und ob daraus ein direkter Zusammenhang zur Geburtenrate abgeleitet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine Literatur- und Diskursanalyse, die auf statistischen Daten, Studien des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung und aktuellen politischen Wahlprogrammen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Bestandsaufnahme der Familiensituation, den historischen Rückblick auf die deutsche Teilung, den internationalen Vergleich der Familienförderung sowie die Darstellung aktueller parteipolitischer Konzepte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist maßgeblich geprägt durch Begriffe wie Familienpolitik, Geschlechtergleichstellung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, demographische Entwicklung und Rollenbilder.

Welche wesentlichen Unterschiede zwischen BRD und DDR werden im Text herausgearbeitet?

Während die BRD lange das Modell der Hausfrauenehe mit finanziellen Anreizen förderte, setzte die DDR früh auf eine aktive Förderung der Frauenerwerbstätigkeit und den massiven Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen.

Warum schneidet Deutschland im internationalen Vergleich bei der Geburtenrate oft schlechter ab?

Der Text argumentiert, dass Deutschland im Vergleich zu geburtenstarken Ländern zu sehr auf Geldleistungen setzt, anstatt in notwendige Dienstleistungsinfrastruktur wie flächendeckende Ganztagsbetreuung zu investieren, was die Vereinbarkeit von Beruf und Kind erschwert.

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Details

Title
Der Einfluss von Familienpolitik auf das gesellschaftliche Bild von Frauenrolle und Familie und dessen Auswirkungen auf die Geburtenrate eines Staates
College
Berlin School of Economics and Law
Course
Politikwissenschaft
Grade
1,0
Author
Nadin Groeben (Author)
Publication Year
2005
Pages
19
Catalog Number
V47329
ISBN (eBook)
9783638442992
Language
German
Tags
Einfluss Familienpolitik Bild Frauenrolle Familie Auswirkungen Geburtenrate Staates Politikwissenschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nadin Groeben (Author), 2005, Der Einfluss von Familienpolitik auf das gesellschaftliche Bild von Frauenrolle und Familie und dessen Auswirkungen auf die Geburtenrate eines Staates, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47329
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