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Ikonoklasmus - Eine Aufarbeitung des byzantinischen Bilderstreits in Korrespondenz zum Bildersturm in der Reformation

Title: Ikonoklasmus - Eine Aufarbeitung des byzantinischen Bilderstreits in Korrespondenz zum Bildersturm in der Reformation

Seminar Paper , 2005 , 24 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Markus Gentner (Author)

German Studies - Miscellaneous
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Bilderstürme gab es in der Vergangenheit und gibt es heute. Die Arbeit ordnet den Unterschied von Bilderstürmen in ihren symbolischen und religiösen Bedeutungen ein und zeigt am Beispiel des byzantinischen Bilderstreits und der Ikonoklasten zur Reformationszeit die verschiedenen Ausprägungen und Folgen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist Ikonoklasmus?

2.1 Begriffliche Einordnung und historischer Hintergrund

2.1.1 Die Kaiserbildpraxis

2.1.2 Das Christusbild

2.2 Warum Bilderstürme?

3. Der byzantinische Bilderstreit

3.1 Der Verlauf

3.2 Die Motive

3.2.1 Die Argumente der Ikonoklasten

3.2.2 Die Argumente der Ikonodulen

4. Der Bilderstreit in der Reformation

4.1 Luther und seine Gegner

4.2 Das Bild an sich

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des Ikonoklasmus, indem sie den byzantinischen Bilderstreit des 8. und 9. Jahrhunderts einer historischen Analyse unterzieht und in einen direkten Vergleich zur Bildersturm-Problematik der Reformationszeit setzt. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Wirksamkeit religiöser Bilder sowie deren Missbrauchspotenzial als Machtsymbole, um die zugrunde liegenden Motivationen der Bildzerstörungen offenzulegen.

  • Historische und begriffliche Einordnung des Ikonoklasmus
  • Die Rolle des Kaiserbildes und des Christusbildes in Byzanz
  • Theologische Motive und Argumentationslinien von Ikonoklasten und Ikonodulen
  • Vergleich der bilderstürmerischen Diskurse zwischen Byzanz und der Reformation
  • Die Transformation religiöser Kultbilder zu ästhetischen Kunstobjekten

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Die Kaiserbildpraxis

In der spätantiken Gesellschaft wurde der Kaiser als die von Gott geweihte Vertretung auf Erden angesehen. „Der Kaiser war das lebende Bild des einen Gottes, des Sonnengottes, gewesen, bevor das Christentum Staatsreligion wurde.“ Sein Bild strahlte seine Macht aus und bestand in der frühchristlichen Zeit vor allem aus Standbildern auf öffentlichen Plätzen. Tafelbilder sandte er als Rechtssymbole seiner Präsenz in die in Provinzen seines Reiches. Auch bei Gerichtssitzungen ist die Amtsautorität durch den Kaiser im Bild vertreten. „Das Kaiserbild war nicht nur Amtssymbol, sondern zugleich Gegenstand kultischer Ehren.“ Seit dem sechsten Jahrhundert zierte das Bild des Kaisers die Vorderseite der staatlichen Münzen. Auf der Rückseite war das Kreuz in der Hand des Kaisers gedruckt, der so bildlich die Macht Gottes in den Händen hält. Nicht das Bild des Kaisers wurde verehrt, sondern der Kaiser wurde selbst Gegenstand ritueller Verehrung.

„Er saß bei offiziellen Empfängen wie eine Ikone, die nach einer festen Regie durch einen Vorhang verdeckt und enthüllt wurde, regungslos auf dem Thron und nahm die Proskynese entgegen“.

Die Person und ihr Bildnis waren im kaiserlichen Bildkult gleich gesetzt. Das Bild vertrat den Kaiser und ihm kamen alle Rechte und Ehren zu, die dem Kaiser auch zukamen. Es gilt dabei zwei wichtige Positionen des Kaiserbildes hervorzuheben:

„1. die ostentative Aufstellung beim Regierungsantritt. Sie bezweckte, daß der Untertan durch die Bildaufstellung die Übernahme der Herrschaft durch den neuen Kaiser anerkannte. 2. die gewaltsame Entfernung des Bildes, ein Zeichen des Aufstandes oder Abfalls, gelegentlich auch von oben verordneter Bestandteil der Damnatio memoriae.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Ikonoklasmus ein und verdeutlicht anhand aktueller sowie historischer Beispiele, dass Bilderstürme oft mit Machtwechseln und der Zerstörung von Symbolen einhergehen.

2. Was ist Ikonoklasmus?: Das Kapitel bietet eine begriffliche Definition und beschreibt den historischen Kontext, von der frühchristlichen Bilderlosigkeit bis hin zum Aufkommen des Christusbildes.

2.1 Begriffliche Einordnung und historischer Hintergrund: Hier werden die Ursprünge der Bildproblematik und die Entwicklung vom frühen Christentum bis zur Rolle des Kaisers analysiert.

2.1.1 Die Kaiserbildpraxis: Dieser Abschnitt beleuchtet den rituellen Bilderkult um den Kaiser und die Identität von Person und Bildnis in der Spätantike.

2.1.2 Das Christusbild: Hier wird der Konflikt zwischen der Verehrung des Kaiserbildes und dem aufkommenden Christusbild (Pantokrator) thematisiert.

2.2 Warum Bilderstürme?: Dieses Kapitel unterscheidet zwischen politisch und religiös motivierten Bildzerstörungen und deren unterschiedlichen Zielen.

3. Der byzantinische Bilderstreit: Diese Sektion behandelt die intensive Debatte um die Funktion von Bildern im Byzanz des 8. und 9. Jahrhunderts.

3.1 Der Verlauf: Ein chronologischer Überblick über die Phasen des byzantinischen Bilderstreits, eingeleitet durch Kaiser Leo III.

3.2 Die Motive: Eine tiefgehende Untersuchung der philosophisch-theologischen Fragen, die hinter der Ikonoklasmus-Debatte standen.

3.2.1 Die Argumente der Ikonoklasten: Die ideologische Argumentation der Bilderfeinde, insbesondere unter Kaiser Konstantin V., wird hier dargelegt.

3.2.2 Die Argumente der Ikonodulen: Die Verteidigung der Bilder durch Theologen wie Johannes von Damaskus und das Konzept der Verehrung des Urbildes stehen im Mittelpunkt.

4. Der Bilderstreit in der Reformation: Dieses Kapitel vergleicht den byzantinischen Streit mit den reformatorischen Positionen des 16. Jahrhunderts.

4.1 Luther und seine Gegner: Die unterschiedlichen Haltungen der Reformatoren wie Luther, Zwingli und Calvin zur Bilderverwendung werden analysiert.

4.2 Das Bild an sich: Zusammenfassende Betrachtung der Transformation des Bildes vom religiösen Kultgegenstand zum ästhetischen Kunstobjekt.

5. Fazit: Das Fazit resümiert die konstante Rolle der Bildfrage als Symptom für tiefgreifende institutionelle und gesellschaftliche Machtkonflikte.

Schlüsselwörter

Ikonoklasmus, Bildersturm, byzantinischer Bilderstreit, Reformation, Christusbild, Kaiserbild, Theologie, Kunstgeschichte, Bilderverehrung, Ikonoklasten, Ikonodulen, Martin Luther, Bilderverbot, Machtsymbole, Kultbilder.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Phänomen des Ikonoklasmus, also die systematische Zerstörung von Bildern, und vergleicht dabei den byzantinischen Bilderstreit mit der reformatorischen Bilderkritik.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Zentrale Themen sind die Theologie der Bilder, die Funktion von Herrscher- und Christusbildern sowie die Frage nach dem Missbrauch von Bildern als Machtsymbole in Staat und Kirche.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die tieferen Motivationen hinter Bilderstürmen aufzuzeigen und den Wandel des Bildverständnisses von der Antike bis zur frühen Neuzeit nachzuvollziehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine historische und theologische Analyse von Quellentexten und fachwissenschaftlicher Literatur, um den Diskurs des jeweiligen Zeitgeistes zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse der byzantinischen Debatte (Ikonoklasten vs. Ikonodulen) sowie eine kontrastierende Untersuchung der Positionen der Reformatoren wie Luther, Zwingli und Calvin.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die wichtigsten Schlagworte sind Ikonoklasmus, Bildersturm, Christusbild, Reformationszeit, Theologie und die Transformation von Kultobjekten zu Kunstwerken.

Wie unterscheidet sich die Kaiserbildpraxis vom Christusbild?

Das Kaiserbild fungierte als direktes Herrschaftssymbol und Amtssymbol, während das Christusbild im 4. Jahrhundert als Pantokrator aufkam und in Konkurrenz zur kaiserlichen Repräsentation trat.

Welche Rolle spielten die "Ikonodulen" in Byzanz?

Die Ikonodulen (Bilderfreunde) argumentierten, dass die Verehrung des Bildes auf das Urbild (Christus) übergehe, und verteidigten damit die Zulässigkeit sakraler Bilder als visuelle Unterstützung des Glaubens.

Was passierte mit Heiligenbildern in der Reformation?

Im Zuge der Reformation verloren Kultbilder ihre magische Aura und wurden meist als reine Lehrbilder der Wortverkündigung oder als ästhetische Objekte neu bewertet.

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Details

Title
Ikonoklasmus - Eine Aufarbeitung des byzantinischen Bilderstreits in Korrespondenz zum Bildersturm in der Reformation
College
University Karlsruhe (TH)  (Literaturwissenschaft)
Course
Vom Leib zum Buch
Grade
1,3
Author
Markus Gentner (Author)
Publication Year
2005
Pages
24
Catalog Number
V47344
ISBN (eBook)
9783638443135
Language
German
Tags
Ikonoklasmus Eine Aufarbeitung Bilderstreits Korrespondenz Bildersturm Reformation Leib Buch
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Gentner (Author), 2005, Ikonoklasmus - Eine Aufarbeitung des byzantinischen Bilderstreits in Korrespondenz zum Bildersturm in der Reformation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47344
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