Bildung und Tradition von Familiengut in Augsburg anhand der Familie Fugger mit einer kurzen Synopse zur Familie Welser


Seminararbeit, 2002
55 Seiten, Note: 13 Punkte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

A.Die Fugger
I. Geschichte der Fugger
1.Die Anfänge des Fuggerimperiums
2. Die Fugger als Weltmacht
II. Die Bildung und Erhaltung des Fuggervermögens
1. Bildung
a)Grunderwerb der Familie Fugger
aa) die Grundherrschaften
bb) Die Eigengüter
b) Die Heiratspolitik der Familie Fugger
2. Der Erhalt des Vermögens
a)allgemein
b) Die Testamentspolitik der Fuggerfamilie
aa) Allgemeines zu den Testamenten
bb) Die Testamente der Fugger im Allgemeinen
bbb) Die Testamente des Jakob Fugger des Reichen
( 1 ) Die Errichtung der Testamente
( 2 ) Der Inhalt der Testamente
(3) Das zweite Testament vom 22.12
a)Allgemeine Einleitung
b) Die Sorge um das Begräbnis
c) Die Seelgerätsbestimmungen
d) Die Vermächtnisse
e) Die Erbeinsetzung
f) Gehorsams- und Unterwerfungsklausel
g) Der besondere persönliche Wille
h) Die Kodizillarklausel und VorbehaltderÄnderung
j)Die Testamentsvollstreckung
k) Die Förmlichkeiten
(4) Der Unterschied des zweiten Testaments zum ersten Testament
cc) Die Testamente und die Gesellschaftsverträge

B. Die Welser im Vergleich zu den Fuggern
I.Überblick über die Welser
II. Vergleich
1. Bodenpolitik der Welser
2. Die Testamente der Welser

A. Die Fugger

I. Geschichte der Fugger

1. Die Anfänge des Fuggerimperiums.

Zu Beginn der Neuzeit spielte der Name Fugger in der Handels- und Wirtschaftsgeschichte nicht nur Augsburg, sondern Deutsch- lands und Europas , eine überaus große Rolle. Obwohl die Fugger aus kleinbürgerlichen Verhältnissen hervorgingen, war ihnen innerhalb erstaunlicher Zeit ein Aufschwung gegönnt, der sie als bedeutendeste Geldmacht ihrer Zeit dastehen ließ.[1] Für heutige Verhältnisse ist es unvorstellbar, welcher Reichtum und welche Macht in den Händen der Konzernchefs Jakob und Anton Fugger konzentriert waren. Man hat vor Jahren errechnet, dass die wirt-schaftliche Bedeutung des Hauses Fugger zu seiner Glanzzeit, etwa der eines Konzerns mit rund 100 der größten Unternehmen in Deutsch -land entsprochen haben soll. Doch wie kam es dazu? Wie schafften es die Fugger so reich zu werden?

Im Jahre 1367 zog der junge Hans Fugger und bald sein Bruder Ulin von Graben nach Augsburg, um Bürger dieser Stadt zu wer-den[2]. Hans Fugger war nicht ganz mittellos und nutzte somit die Gelegenheit als Angehöriger der Weberzunft in erster, sowohl auch in zweiter Ehe eine Tochter eines Zunftmeisters zu heiraten. So mehrte sich das Anfangsvermögen und 1396 war Hans Fugger bereits Zunftmeister und Ratsherr und stand an 41. Stelle der Augsburger Steuerzahler.

Nach seinem Tod nahm unter der Leitung der tüchtigen Mutter Elisabeth, geborene Gefattermann, das Vermögen weiter zu. Während sein Sohn Andreas Fugger, auch „Fugger vom Reh ge-nannt“ in die Bedeutungslosigkeit zurückfiel, sollte sein Sohn Jakob, auch „der Ältere“ oder „Fugger von der Lilie“ genannt der Stammvater epochemachender Kaufleute sein. Jakob der Ältere war schon nicht mehr nur Ratsherr und Webermeister, sondern gleichzeitig auch Kaufmann[3]. Er heiratete Barbara Bäsinger, Tochter eines Goldschmieds, Münzmeisters und Silberhändlers und bereits acht Jahre vor seinem Tod zählte Jakob zu den 12 reichsten Augsburgern.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1459 wurde Jakob Fugger geboren. Er war der Nachzügler der Familie und da alle wichtigen Führungspositionen der Fuggerfirma bereits besetzt waren, sollte er Geistlicher werden. Als seine Brüder Hans, Peter und Markus im Jahre 1473 verstarben, hatte er bereits die niederen Weihen im fränkischen Stift Herrfrieden empfangen. Lediglich dem Umstand, dass seine Brüder so früh verstarben, verdankte es Jakob, das Kloster verlassen zu können und Einzug in die Fuggerfirma zu halten.[4]

2. Die Fugger als Weltmacht

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Zuerst wurde er Lehrling in der Nürnberger Filiale, danach führte sein Weg über Rom nach Venedig. Während Jakob in Venedig das Kaufmannswissen erlernte, legte sein Bruder Ulrich den wichtigsten Grundstein für den Aufstieg der Fugger. Nunmehr begann für das Hause Habsburg und die Fugger gleich schicksalhafte Verkettung von Finanzen und Politik. Durch sie kamen die Fugger innerhalb kürzester Zeit zu fast un-glaublichem Reichtum.

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Im Jahre 1473 hatte sich Kaiser Friedrich III. in seiner Geldnot das erste mal an Ulrich Fugger gewandt und das Entgegenkommen des Fuggerbruders mit der Verleihung eines Wappenbriefes belohnt[5]. 1480 stiegen die Fugger in den Bergbau ein. Über Kredite an Sigmund den Münz-reichen, der ihnen zur Tilgung Silber zu Vorzugspreisen überließ, erlangten die Fugger bald eine Vorherrschaft im Tiroler Silberge-schäft. Von noch größerer Bedeutung wurde der „Ungarische Handel“ für die Fugger. Sie bildeten dort mit Johannes Thurzo eine Gesellschaft, um sich im ungarischen Silber- und Kupferberg-bau festzusetzen und das dort gewonnene Kupfer unter Ausnutz-ung der fuggerischen Handelsbeziehungen gewinnbringend abzu-setzen. [6] Ihre weitere Entwicklung führte über die Tiroler und un-garischen Silber- und Kupferkontrakte zur fürstlichen Geldleihe.

Immer mehr wurde Jakob Fugger in die Politische Finanz und damit in die politischen Auseinandersetzungen seiner Zeit hinein-gezogen. Zielbewusst wertete er die Zusammenhänge von Politik, Wirtschaft und auch der kirchlichen Situation für sich aus. Er ver-mochte die Papstwahlen Pius III und Julius II zu beeinflussen. Ohne sein Einvernehmen konnte Maximilian I weder einen Heereszug gegen die Türken unternehmen, noch seine Haus-macht am Balkon ausweiten.[7] Selbst die ungarische Krone geriet durch die von ihr beanspruchten Kredite in Fugger`sche Abhängig-keit.

Schließlich kam die Vorentscheidung über die Wahl des Nachfol-gers Maximilians auf dem Kaiserthron, die auf dem Augsburger Reichstag 1518 fallen sollte. Sie wurde für Maximilian I zum Prüf-stein in seinem Großmachtstreben, für die Fugger aber eine euro-päische Prestigefrage. In dem Ringen zwischen Franz I von Frankreich und Maximilian für seinen spanischen Enkel Karl, bür-gte Jakob Fugger dem Habsburger und gab den Kurfürsten hoch-begehrte Verschreibungen auf seinen Namen. Als nach dem Tod des Franz I von Frankreich sämtliche Stimmen der Kurfürsten am 28.6.1519 sich auf Karl vereinigten, bestand kein Zweifel darüber, wem Karl seinen Sieg verdankte. Es war Jakobs Meisterstück hoher Finanzierungskunst, die ungeheuren Kosten der Wahl auf-zubringen. Trotz alledem wurde mit dieser Kaiserwahl das Fugger-sche Prinzip absoluter Sicherheit und Deckung aufgegeben, den von nun an war das Unternehmen auf den Herrscher angewiesen. Der Keim zu jener jahrzehntelangen Abhängigkeit von der Gnade des übermächtigen Schuldner war gelegt und brachte durch den spanischen Staatsbankrott den Handel der Fugger schließlich zum Erliegen.[8]

Die erste größere Krise trat ein mit dem Aufstand der Ungarn gegen die vermeintlichen Ausbeuter, die Fugger. Zugleich drohte vom Osten der Türkeneinfall. Jakob fand für die Verluste in Un-garn aber im Quecksilber Geschäft guten Ersatz. Die Krisenzeit war allerdings nicht vorbei, als Jakob Fugger , inzwischen auch „ der Reiche“ genannt, am 30.12.1525 verschied.

Jakob verstarb kinderlos. Seine Nachfolger waren die Söhne der Brüder Ulrich und Georg. Allerdings lebten von den männlichen Nachkommen Ulrichs nur mehr Hieronymus. Sein älterer Bruder Ulrich II war schon vor Jakob im Jahre 1525 gestorben. Hieronymus selbst zeigte für das kaufmännische Leben wenig Geschick und Neigung. Er starb unverheiratet im Jahre 1538. So waren die Söhne Georgs, Raymund und Anton, berufen, Namen und Geschlecht der Fugger fortzuführen. Georgs ältester geist-licher Sohn war schon 1511 gestorben und Raymund Fugger konnte sich wegen seiner schwachen Ge-sundheit nicht mehr zu sehr im anstren-genden Handelsbetrieb betätigen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Daher übernahm Anton Fugger allein die Leitung der großen Gesellschaft. Zu seiner Zeit konnten die von Jakob gelegten Wurzeln reiche Früchte tragen. Unter ihm erreichten die Fugger ihren Höhepunkt ihrer Kapitalkraft, ihrer kaufmännischen, indu-striellen und hochfinanzgeschäftlichen Leistung[9]. Als etwa im Jahre 1546 der Gipfelpunkt in der Entwicklungskurve erreicht war, besaßen sie ein Geschäftsvermögen von fast 5 Millionen Gul-den[10]. Der noch größere äußere Glanz, die Macht und das Anseh-en, das Anton genoss, dürfen allerdings nicht darüber hinwegtäu-schen, dass die zu Jakobs Zeiten vorhandene innere Festigkeit und Stärke schon wieder fehlte. Unerschütterlich hielt auch Anton Fugger als einer der entschiedensten Förderer kaiserlicher Macht und katholischer Gegenreformation zu Karl V., der ihm 1526 zu-sammen mit seinem Bruder Raymund uns seinem Vetter Hierony-mus die Würde erblicher Reichsgrafen verlieh. Jakob hatte Karl V. zur kaiserlichen Würde verholfen und Anton rettete ihn aus den kritischsten Situationen des Jahres 1552, als Kurfürst Moritz wider ihn zu Felde gezogen war, indem er ihm ein Darlehen in Höhe von 400 000 Dukaten gewährte[11]. Diese Treue zum Kaiser brachte es mit sich, dass das Schicksal des Hauses Habsburg zu dem der Fugger werden musste. So ist es nicht erstaunlich, dass beide Häuser zu gleicher Zeit die Jahre ihrer höchsten Macht erlebten. Die Schattenseite war allerdings, dass auch Rückschläge der Habsburger zu Rückschlagen der Fugger wurden.

Anton, der die Gefahren sah und um das Schicksal seiner Han-delsgesellschaft bangte, hegte trotzdem immer wieder die trügeri-sche Hoffnung, er werde die alten Darlehen zurück bekommen.

1560 starb Anton Fugger und hinterließ seine noch jugendlichen Söhne, von denen keiner die Begabung und das Interesse zeigte, die Fugger-Firma weiter zu leiten. Trotzdem übernahm Hans Jakob für kurze Zeit notgedrungen die Leitung. Er schied aber wie Ulrich und Christoph Fugger bald aus der Firma aus und so wurde das Imperium von Markus, dem ältesten Sohn Antons weiter-geführt[12]. Unter ihm nahm zwar der spanische Handel nach einen Aufschwung, aber ihm fehlte es an Konsequenz, Vorsicht, Ge-schicklichkeit und Energie, um sich gegen die aufkommende Kon-kurrenz der Genuesen durchzusetzen.[13]

Da überdies die spanischen Finanzen immer kritischer wurden, weil König Philipp II von Spanien rigoros die Forderungen seiner Gläubiger beschnitt, war das Ende der Fuggerischen Handlungen abzusehen. Die Gesellschaft erlitt ungeheure Einbußen. Der Ge-samtverlust der Fugger an die Habsburger, bedingt durch die spa-nischen Staatsbankrotte, wird um die Mitte des 17. Jahrhunderts mit 8 Millionen Gulden beziffert[14]. Das war der größte Teil des Verdienstes, den die Firma in rund hundert Jahren erzielte. Es gelang ihnen zwar einen Konkurs abzuwenden, allerdings muss-ten sie dafür enorme private Mittel aufbringen. In seinen letztes Lebensjahren übergab der gelähmte Markus die Leitung seinem Bruder Hans, der allerdings auch schon 1598 verstarb. Die streit-süchtigen Erben, die nunmehr in das Geschäft kamen, entzogen der Firma aus Furcht vor einer Katastrophe den größten Teil des Betriebskapitals, so dass ihr nur mehr verhältnismäßig wenig Geld zur Verfügung stand[15]. Die fehlende Führerpersönlichkeit im 17. Jahrhundert, die mangelnde kaufmännische Begabung der spä-teren Generationen, die Zersplitterung der Geschäftsanteile der einzelnen Familienmitglieder, sowie die schweren Schicksals-schläge von außen, insbesondere die wirtschaftlichen Krisen in Spanien, führten 1657 zum offiziellen Erlöschen der Fuggerfirma.

II. Die Bildung und Erhaltung des Fuggervermögens

1. Bildung

Fraglich ist, warum in den Jahrzehnten ihrer Blütezeit die Fugger-firma alle anderen Geld- und Handelshäuser Europas überrundet hat. Dies ist umso erstaunlicher, da die Fugger ihre Geschäfts-ideen eigentlich nur bei ihren anfangs erfolgreichen Augsburger Konkurrenten abgeschaut hatten. Den Wechsel vom Weberhand-werk zum Fernhandel hatten schon viele Familien vor ihnen vollzogen.

Für die alten Augsburger Geschlechter waren die Fugger neu-reiche Emporkömmlinge und noch 1498 standen die Fugger im Augsburger Stadtsteuerbuch nicht einmal unter den reichsten Augsburgern.

Was machte den Erfolg der Fugger aus?

Zunächst einmal war da der Zusammenhalt der Familie, die die Firma über drei Generationen auf- und ausgebaut hatte. In dieses Familienunternehmen brachte Jakob Fugger sein strategisches Genie und seine Raffinesse, seinen eisernen Willen und sein Machtstreben ein.

Das sichere und feste Auftreten der Fugger wurde begünstigt durch klare und feste innergesellschaftliche Verhältnisse, die sie durch die wirtschafts- wie rechtsgeschichtlich gleich bedeutungs-vollen Geschäftsverträge geregelt hatten. Während am ungari-schen Handel die Familie Thurzo beteiligt war, durften Teilhaber des „gemeinen“ Fuggerischen Handels nur mehr die Brüder selbst sein. In den Gesellschaftsverträgen war die Vorsorge getroffen, das nicht die Gesellschaft die „ Versorgungsanstalt unfähiger Mitglieder“ werden würde und dass schwache Erben die Leitung der Gesellschaft erhalten würden[16]. Deswegen wurden weibliche und unfähige Mitglieder der Familie gänzlich von den Geschäften ausgeschlossen. 1546 wurde der konstante Vertragsinhalt noch um einen weiteren Punkt ergänzt. Anton und Raymund verein-barten, dass der Grund- besitz der Familie niemals aus der Hand zu geben sei und nur „männlich in absteigenden Linien“ vererbt werden dürfe[17]. So verhinderten sie die Zersplitterung des Grund-besitzes und bewahrten die Einheit ihres Hauses. Resultierend daraus wurde den Töchtern die Mitgift stets bar ausbezahlt und spätere Erbansprüche vertraglich ausgeschlossen. Nach diesem kurzen Überblick soll kurz die Erwirtschaftung des Vermögens ein wenig genauer dargestellt werden. Dabei sollen vor allem die Aspekte in den Vordergrund treten, die die Fugger neben dem Handel so reich gemacht haben.

a) Grunderwerb der Familie Fugger

Neben dem Handel hatten die Fugger ein immerwährendes In-teresse an Grund und Boden. Gerade Jakob der Reiche rechnete damit, dass nachfolgende Generationen kaufmännisch untalentiert sein könnten und setzte auf Grunderwerbungen als Basis und un-erschütterlichen Grundstock des Fuggervermögens. Allein Jakob Fugger gab mehr als 100 000 rheinische Gulden für solche Erwer-bungen aus, und seine Nachfolger sind von diesem Wege nicht abgewichen. Wie oben bereits erwähnt ging Anton sogar so weit, die Erbfolge für das Grundeigentum der Fugger vertraglich zu regeln, um eine Zersplitterung zu vermeiden. Darüberhinaus machten es sich die Fugger zur eisernen Regel, niemals Grund-besitz wieder aus der Hand zu geben und daran hielten sie sich mit wenigen Ausnahmen im 30jährigen Krieg.

Die Fugger kauften Grundherrschaften, als auch Eigengüter.

aa) die Grundherrschaften:

Während des 16 Jahrhunderts haben sich die Fugger an die 50 Grundherrschaften zugelegt, von denen etliche sogar mehrere Dörfer umfassten, ansonsten aber waren die Ausmaße der Grund-herrschaften sehr verschieden und reichten von einem schlichten Acker- oder Weidefeld bis zu einer Grundherrschaft mit fünf Dör-fern ( Grundherrschaft Kirchheim)[18]. Auf diese Weise waren sie 1618 die Besitzer und Grundherren von rund 100 Dörfern. In den Kaufverträgen achteten die Fugger besonders auf die Aufzählung der mit der Grundherrschaft verbundenen Rechte, wie hohe und niedere Gerichtsbarkeit, das Jagd- und Fischrecht und das Patro-natsrechts. Die lehnsrechtliche Abhängigkeit der Grundherren war selbstverständlich ebenso ein wichtiger Bestandteil ihrer Erwer-bungen und oft der Gegenstand zusätzlicher Vereinbarungen.

bb) Die Eigengüter

Die überwiegende Mehrzahl der Erwerbungen sind kleinere Ab-schlüsse über drei verschiedene Arten von Gütern: Höfe mit höch-stens 20 Hektar Land; Sölden unter Einschluss des Wohnhauses, einer Scheune und einem Garten und schließlich noch liegende Güter, wie Äcker, Wiesen und Wälder.[19]

Die notariellen Kaufakte beschränkten sich darauf, des jeweilige Grund stück genau zu beschreiben, es an vier markanten Eck-punkten zu den Nachbarn abzugrenzen und genau örtlich festzu-legen und schließlich noch die Zahlungsweise zu vermerken, die bei den Fugger stets bar erfolgte. Die Beharrlichkeit der Fugger solche Erwerbungen in Angriff zu nehmen erscheint umso be-merkenswerter, als es sich meist um kleine Grundstücke handelte, die von den unterschiedlichsten Verkäufern vorgenommen wur-den. Es kam den Fuggern also nicht auf einen eindrucksvollen Be-sitzwechsel an, sondern wirklich um die Anhäufung von Gütern, die nach ihrem Auge einen gewissen Verkehrswert darstellten.

b) Die Heiratspolitik der Familie Fugger

Als Hans Fugger aus Graben nach Augsburg kam und durch seine Heirat zum einen des Status eines Augsburger Stadtbürgers er-hielt, zum anderen aber auch beruflich ein wenig aufstieg, da sei-ne Gemahlin die Tochter eines Zunftmeisters war, und auch seine zweite Heirat die selben Auswirkungen hatte, lässt sich bereits vermuten, dass die Fugger auch durch ihre geschickte Heirats-politik, für die Hans Fugger den Grundstein setzte, ihr Vermögen und ihre Macht aufstockten

Ulrich führte 1479 mit Veronika von Lauginger erstmals eine „ Frau patrizischen Geblüts“ ein[20]. Die Lauginger waren mit den reichsten und vornehmsten Familien verschwägert und besaßen große Landgüter ( z.B.: Schloß Wellenburg).

[...]


[1] Ehrenberg, Das Zeitalter der Fugger, S. 116

[2] Pölnitz, Jakob Fugger, S.5

[3] Pölnitz, Jakob Fugger, S. 10

[4] Pölnitz, Jakob Fugger, S. 15

[5] Pölnitz, Jakob Fugger, S. 14

[6] Pölnitz, Jakob Fugger, S, 52

[7] Pölnitz, Jakob Fugger, S. 152

[8] Pölnitz, Jakob Fugger, S. 440

[9] Strieder, Jakob Fugger der Reiche, S. 164

[10] Strieder, Jakob Fugger der Reiche, S. 165

[11] Hering, Die Fugger, S. 224f

[12] Hering, Die Fugger, S. 293

[13] Ehrenberg, Das Zeitalter der Fugger, S. 171

[14] Ehrenberg, Das Zeitalter der Fugger, S. 186

[15] Hering, Die Fugger, S. 305

[16] Pölnitz, Jakob Fugger, S. 58

[17] Mandrou, Die Fugger als Grundbesitzer, S.35

[18] Mandrou, Die Fugger als Grundbesitzer, S.37

[19] Mandrou, Die Fugger als Grundbesitzer, S.39

[20] Pölnitz, Die Fugger, S. 55 und 343

Ende der Leseprobe aus 55 Seiten

Details

Titel
Bildung und Tradition von Familiengut in Augsburg anhand der Familie Fugger mit einer kurzen Synopse zur Familie Welser
Hochschule
Universität Augsburg  (Rechtswissenschaften)
Veranstaltung
Seminar Ehe, Familie und andere Solidargemeinschaften
Note
13 Punkte
Autor
Jahr
2002
Seiten
55
Katalognummer
V4738
ISBN (eBook)
9783638128964
Dateigröße
1482 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Seminararbeit beschäftigt sich sehr detailliert mit der Auswertung der Originaltestamente von Jakob Fugger, dem Reichen. Desweiteren wird auf die kaiserliche Notariatsordnung von 1512 eingegangen. Den Rahmen der Arbeit bildet eine ausführliche Schilderung der Fuggeranfänge bis zum Verschwinden der Großhandelsfamilie. Zum Schluß wird anhand einer kurzen Synopse der Unterschied zur Familie Welser erläutert. Enthält zusätzlich 4 Präsentationsfolien.
Schlagworte
Bildung, Tradition, Familiengut, Augsburg, Familie, Fugger, Synopse, Welser, Seminar, Solidargemeinschaften
Arbeit zitieren
Susanne Kaske-Weber (Autor), 2002, Bildung und Tradition von Familiengut in Augsburg anhand der Familie Fugger mit einer kurzen Synopse zur Familie Welser, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4738

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