Neue Möglichkeiten der ambulanten Intensiv- und Beatmungspflege ermöglichen es Menschen mit Tracheostoma am alltäglichen Leben teilhaben zu lassen. In der Welt der Informationsbroschüren werden zahlreiche Informationsmaterialien für Betroffene und ihren Angehörigen bereitgehalten. Nun ist es an der Zeit auch Personen ohne medizinische Vorkenntnisse Wissen anzubieten, um einen unbefangenen Umgang zu ermöglichen.
Die vorliegende Arbeit soll einen Prozess aufweisen in dem das genannte Informationsmaterial entwickelt wird. Anhand einer Literaturrecherche werden die derzeitigen Ist- Zustände ermittelt und aus den gewonnenen Erkenntnissen ein Instrument/Informationsfolder für einen unbeschwerten Umgang generiert. Zielpersonen des neugewonnenen Instruments sollen nicht medizinische Dienstleistende sein, wie z.B. FriseurInnen, BäckerInnen, Kaufhauspersonal, aber auch alle weiteren interessierten Personengruppen wie z.B. Freunde und Verwante.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Physiologie der Atemwege
2.1. Pharynx
2.2 Larynx
2.3 Trachea
2.4 Pulmones
3 Stimmbildung
4 Das Tracheostoma
4.1 Arten der Tracheotomie
4.2 Art des Tracheostoma- Systems
4.2.1 Trachealkanüle
4.2.2 Tracheostomaplatzhalter
4.2.3 Tracheostomapflaster
5 Körperbild
6 Ziel der Arbeit
7 Methode
8 Ergebnisse
8.1 Inhaltliche Gestaltung
8.1.1 Erkenntnisse aus der Sicht der körperlich gesunden Personengruppe
8.1.2 Erkenntnisse aus Sicht der körperbildveränderten Personengruppe
8.2 Grafische Gestaltung
8.3 Finale Foldergestaltung
9 Diskussion
10 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Bachelorarbeit hat zum Ziel, einen evidenzbasierten Informationsfolder für nichtmedizinisches Personal zu entwickeln, der dazu beiträgt, Ängste beim Erstkontakt mit tracheotomierten Personen abzubauen und Sicherheit in der zwischenmenschlichen Interaktion zu gewinnen.
- Anatomische und physiologische Grundlagen der Atemwege und des Tracheostomas.
- Psychologische Aspekte des Körperbildes und deren Einfluss auf soziale Interaktionen.
- Analyse von Bedürfnissen und Vorurteilen im Umgang mit körperbildveränderten Menschen.
- Kriterien für eine adressatengerechte, evidenzbasierte Gestaltung von Informationsmaterialien.
- Entwicklung und Validierung einer Lösungsstrategie zur Förderung der sozialen Inklusion.
Auszug aus dem Buch
5 Körperbild
"Das Körperbild ist durch mitmenschliche Begegnungen geprägt." (Küchenhoff, 2013, S. 207) Es wird aus den drei Komponenten Körperbewusstsein, Körperausgrenzung und Körpereinstellung gebildet. Mit dem Körperbewusstsein wird laut (Bielefeld, 1991) die psychische Repräsentanz des eigenen Körpers bezeichnet, das heißt, es bezieht sich auf die Aufmerksamkeit, die man seinem eigenen Körper schenkt. Unter dem Begriff Körperausgrenzung wird das Erleben der eigenen Körpergrenzen zur Umwelt thematisiert. Die dritte Komponente ist die Körpereinstellung. Diese beinhaltet die Gesamtheit der Einstellungen, vor allem die Zufriedenheit oder Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper. Die Kausalelemente Wahrnehmung, Gedanken, Gefühle und Verhalten, welche das Körpergefühl beschreiben, werden im Vier-Komponenten-Modell nach Legenbauer/Vock (2010) thematisiert (Lemche, 2016). Zur besseren Visualisierung der Kausalitäten wird auf Abbildung 12 hingewiesen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt den wachsenden Bedarf an Informationen zur Versorgung von tracheotomierten Personen und das Ziel, soziale Barrieren durch ein neues Instrument abzubauen.
2 Physiologie der Atemwege: Erläutert die anatomischen Strukturen und physiologischen Prozesse der Atmung sowie die Bedeutung der Stimmbildung als Ausdruck menschlicher Teilhabe.
3 Stimmbildung: Beschreibt die Rolle der Stimme für die Identität und die physiologischen Grundlagen der Kommunikation.
4 Das Tracheostoma: Führt in die medizinische Definition des Tracheostomas sowie verschiedene Versorgungssysteme (Kanülen, Platzhalter, Pflaster) und deren Auswirkungen auf den Alltag ein.
5 Körperbild: Analysiert theoretisch, wie sich das Körperbild aus verschiedenen Komponenten zusammensetzt und durch soziale Interaktion beeinflusst wird.
6 Ziel der Arbeit: Definiert die Erstellung eines evidenzbasierten Informationsfolders zur Steigerung der Sicherheit im Umgang mit Betroffenen als zentrales Ziel.
7 Methode: Legt das Vorgehen bei der Literaturrecherche und die Strukturierung der Arbeit dar.
8 Ergebnisse: Stellt die inhaltliche und grafische Konzeption des Informationsfolders unter Einbeziehung von Studienergebnissen vor.
9 Diskussion: Reflektiert die Lücken in der Versorgungslage und bewertet das entwickelte Instrument kritisch im Hinblick auf Inklusion und Evaluation.
10 Fazit: Fasst die Bedeutung einer inklusiven Haltung für das gesellschaftliche Miteinander zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit, soziale Interaktionen neu auszurichten.
Schlüsselwörter
Umgang mit tracheotomierten Menschen, Berührungsängste, Tracheostoma, Körperbild, Körperbildveränderung, Inklusion, soziale Interaktion, Patientenedukation, Informationsfolder, Literaturrecherche, Kommunikationsbarrieren, Gesundheitskommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung eines evidenzbasierten Informationsfolders, der nichtmedizinischem Personal Sicherheit im Umgang mit tracheotomierten Personen vermitteln und soziale Ängste abbauen soll.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen die Physiologie der Atemwege, das medizinische Management eines Tracheostomas, die psychologische Bedeutung des Körperbildes und Strategien zur Gestaltung von Patientenedukation.
Was ist das primäre Ziel der Bachelorarbeit?
Das primäre Ziel ist es, durch fundiertes Wissen über Tracheostomata und Körperbildveränderungen Vorurteile abzubauen und eine bessere soziale Inklusion der betroffenen Personen zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine umfangreiche Literaturrecherche in elektronischen Datenbanken sowie eine Bedarfsanalyse durchgeführt, ergänzt durch einen Pretest zur Überprüfung der Praxistauglichkeit des Folders.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in anatomische Grundlagen, die Auswirkungen eines Tracheostomas auf den Alltag, die theoretische Auseinandersetzung mit dem Körperbild sowie die methodische Herleitung für die Gestaltung des Folders.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Tracheostoma, Körperbild, Inklusion, soziale Interaktion und Informationsgestaltung charakterisieren.
Welche Rolle spielt das Vier-Komponenten-Modell nach Legenbauer und Vocks?
Dieses Modell dient zur Analyse, wie Wahrnehmung, Gedanken, Gefühle und Verhalten das individuelle Körperbild formen und wie negative Zyklen bei körperbildveränderten Personen durch Kontakt durchbrochen werden können.
Warum wird im Folder besonders mit der Farbe Rot gearbeitet?
Die Farbe Rot dient als „Eyecatcher“ im Z-Schema der Wahrnehmung, um gezielt auf die kritische Frage „Wie soll ich mit Betroffenen umgehen?“ aufmerksam zu machen und die existenzielle Bedeutung der Lebenskraft zu betonen.
Welche Kriterien der „Wittener Liste“ wurden zur Erstellung genutzt?
Die Wittener Liste liefert zehn Beurteilungskriterien, darunter Zielgruppenorientierung, Alltagsbezug, positive Bewältigung, Verständlichkeit, Layout und die Verwendung von Quellen, die in die Konzeption einflossen.
Was ergab der Pretest des Informationsfolders?
Der Pretest mit einer gemischten Personengruppe zeigte, dass die inhaltliche Gliederung und die Verwendung von W-Fragen sehr positiv aufgenommen wurden, was zu einer leichten Optimierung der Reihenfolge führte.
- Arbeit zitieren
- Elisabeth Statnik (Autor:in), 2017, Die Entwicklung eines evidenzbasierten Informationsfolders zum alltäglichen Umgang mit Menschen mit Tracheostoma, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/473878