Übersetzungsarbeit und der Roman "Harry Potter und der Stein der Weisen" von J. K. Rowling

Ein Übersetzungsvergleich


Seminararbeit, 2019
15 Seiten, Note: 2

Leseprobe

Inhalt

Vorwort

Übersetzungen

Die Übersetzungen des Titels

Die Übersetzung der Begriffe

Die Übersetzung der Namen

Conclusio

Literaturverzeichnis

Vorwort

„In jeder Sprache wird anders geschimpft, geschmeichelt, geliebt, gehaßt1, gedacht, sogar gerechnet, und das nicht nur mit anderen Vokabeln. Kurz, die Sprache ist für alles das zuständig, was zwischen den Zeilen steht – und in einem lesenswerten Buch steht zwischen den Zeilen mehr als in den Zeilen. Rund 50 Prozent aller belletristischen Titel, die hierzulande alljährlich publiziert werden, wurden zunächst in anderen Sprachen geschrieben. Und vergleicht man nicht nur die Titelzahlen, sondern auch noch die Auflagen, so kommt man nicht umhin, einen ansehnlichen Literaturimportüberschuss in deutschsprachigen Landen festzustellen. Doch, sie werden sehr fleißig gelesen, die Autoren aus zweiter Hand, wie man uns Literaturübersetzer auch schon genannt hat“ (Bayer:1996). Auch das Buch Harry Potter und der Stein der Weisen von J. K. Rowling ist eines dieser Literaturimporte. Indem Rowling ihre Zauberschüler im Internat Hogwarts über sieben Schuljahre hinweg älter werden ließ, wuchsen auch sämtliche Leser mit. Bis zum Finale des siebenten Teiles 2007 aber durch neue Leser möglicherweise durchaus noch weit darüber hinaus. Diese Arbeit wurde im Rahmen der Lehrveranstaltung 100062 PS FD: Übersetzungen im Deutschunterricht im Wintersemester 2018 an der Universität Wien geschrieben und möchte aufzeigen, dass Harry Potter und der Stein der Weisen in viele Sprachen übersetzt (siehe Kapitel „Übersetzungen“) wurde und zunehmend auch in den Deutschunterricht integriert wird. Es wurde versucht, folgende Fragen beantwortet: Welche Probleme gibt bzw. gab es bei der Übersetzung des Buches in den verschiedenen Sprachen? Kann man davon ausgehen, dass der Titel und die Namen der Figuren in jeder Sprache dieselbe Bedeutung haben? Wie und warum kann dieses Wissen in den Unterricht integriert werden?

Übersetzungen

Es gibt mehr als 70 offizielle Übersetzungen des Buches Harry Potter und der Stein der Weisen. Im Internet kursieren aber auch einige inoffizielle Varianten, wobei nicht alle im Internet kursierenden Übersetzungen inoffiziell sind. „Natürlich sind alle üblichen europäischen Fremdsprachen dabei, Potter gibt's aber auch auf Russisch, Chinesisch, Japanisch, Albanisch und sogar auf Zulu!“ schreibt der deutsche Carlsen- Verlag auf seiner offiziellen Website, obwohl das Buch niemals offiziell in Zulu übersetzt wurde“ (fandom.com: 2018b).

„Auch Blinde und Sehbehinderte können Harry Potter lesen. Das Buch gibt es in der deutschen Version bei der Deutschen Blinden-Bibliothek in Marburg oder an der Deutsche Zentralbibliothek für Blinde in Leipzig. Außerdem sind alle 7 Harry Potter - Bücher auch im Hörverlag als Hörbücher erschienen“ (Carlsen Verlag GmbH: o.J.a).

Das Buch ist demnach bestens für den (Deutsch-) Unterricht geeignet, da es von allen, also auch von gesundheitlich beeinträchtigten SchülerInnen gelesen oder gehört werden kann. Es war für viele ein großes Ereignis, als 2005 Harry Potter und der Halbblutprinz in Großbritannien erschien. Sehnsüchtig warteten Tausende vor den Buchläden bis diese um Mitternacht öffneten und die ersten Exemplare verkauft werden konnten. Auch in vielen anderen Ländern konnte die englische Version bald verkauft werden und viele warteten auf die Übersetzung in ihre jeweilige Muttersprache. Ein großer Teil der Leserschaft wollte aber nicht warten und stürzte sich auf die englische (UK) Version. Die Wartezeit war für viele unverständlich, denn kaum jemand wusste, was der Übersetzer später verriet: „Der Druck ist beträchtlich, aber viele müssen unter Druck produzieren und dabei auch noch schöpferisch sein“, erklärt Klaus Fritz der Tageszeitung Die Welt (Schneider: 2005). Der Übersetzer erhielt jedes der Harry Potter Bücher am selben Tag, wie alle anderen Leser auch und konnte erst dann mit seiner Arbeit beginnen. „Bis die Übersetzung fertig gestellt sei, werde er keinen freien Tag haben, aber das müsse man sportlich sehen und sich einen bestimmten Arbeitsrhythmus zulegen“ (Schneider: 2005) so Fritz im selben Interview 2005 nach der Übersetzung des 6. Bandes. Die Auswahl des richtigen Übersetzers ist die wichtigste Grundvoraussetzung für eine gelungene Translation in der jeweiligen Sprache. Klaus Fritz war eigentlich Übersetzter von Sachbüchern. 1996 wurde er gebeten, Probeseiten für Harry Potter zu übersetzen. „Von den üblichen Verdächtigen unter den Kinderbuchübersetzern hatte gerade niemand Zeit, und so musste Gabriele Leja, Lektorin des Carlsen Verlags, es mit jemandem wagen, für den Kinderbücher Neuland waren. Rückblickend war dies gar nicht so schlecht, denn Harry Potter braucht jemanden, der die vielen Einzelheiten der Zauberwelt präzise durchdenkt. Jemand, der nicht bereits durch den oft allzu lieben Kinderbuch-Jargon verdorben ist“ (Schneider: 2005).

Die SchülerInnen sind in den meisten Fällen mit Übersetzungsprogrammen aus dem Internet vertraut. Sie wissen, wie sie das richtige Programme für den ausgewählten Text finden können. Über menschliche Äquivalente haben sie wahrscheinlich noch nicht näher nachgedacht. Dass an einer richtigen Übersetzung jemand mit ausgezeichneten Kenntnissen der Sprache und des Themengebietes arbeiten muss, können die SchülerInnen im Unterricht anhand verschiedener Übersetzungen erarbeiten.

Die Übersetzungen des Titels

„Insgesamt wurde Harry Potter und der Stein der Weisen in 75 verschiedene Versionen übersetzt“ (Bauer: 2018). Man muss hier ausdrücklich von Versionen sprechen, da es bei manchen Sprachen vorkommt, dass das selbe Buch unter verschiedenen Titeln publiziert wurde. Es gibt zum Beispiel zwei verschiedene englische Versionen des Titels des ersten Bandes. Unter dem Originaltitel Harry Potter and the Philosopher's Stone wurde das Buch 1997 in England publiziert. Am 12.12. 2018 gab es das Buch im Verlag Bloomsbury in vielen verschiedenen Versionen zu kaufen. Die erste Unterscheidung findet zwischen h ardbacks und p aperbacks statt. Diese gibt es wiederum in einer UK Adult’ s Edition, einer UK Children ’ s Edition , als Large Print - Ausgaben und Audio Editions. Es gibt 20th Anniversary Editions und British Library Editions der ersten beiden Bücher und Illustrated Editions der ersten drei Bücher (Carlsen Verlag GmbH: o. J.b). Im ebenso englischsprachigen Amerika lautet der Titel Harry Potter and the Sorcerer's Stone . Auf Deutsch übersetzt heißt das Harry Potter und der Stein des Zauberers. „The word Philosopher has been replaced with Sorcerer - apparently because the US editor thought Americans were too thick to read an explanatory note“ (Jordan: 2016). Was hier etwas überspitzt formuliert wurde, hat einen wahren Kern. Der amerikanische Verlag Scholastic änderte den Namen des Buches, weil er sich höhere Verkaufszahlen vom stärkeren Fokus auf das Wort Zauberer versprach. Das Wort philosopher hätte das Augenmerk auf die Philosophie gelenkt und so eventuell das falsche Zielpublikum angesprochen. Diese Entscheidung ist umstritten, aber die Amerikanisierung britischer Bücher ist keine Seltenheit.

"Wird ein Text von einem Kulturkreis in einen anderen überführt, sind es nicht nur sprachliche Unterschiede, welche die Wahrnehmung des Publikums beeinflussen. Der kulturelle Hintergrund spielt eine entscheidende Rolle. Daher können kleinere Änderungen nötig sein, um die gewünschte Wirkung zu erzielen“ (Pfälzischer Merkur: 2017).

Die Tatsache, dass bei der amerikanischen Übersetzung sogar der Titel verändert wurde zeigt deutlich, wie wichtig es ist, die Bedeutungsunterschiede der verschiedenen Kulturen genau zu beachten. Deshalb ist dieser Punkt auch für den Schulunterricht relevant. Bei den Begriffen aus der Harry- Potter - Reihe handelt es sich bei den zu übersetzenden Lexemen meist um Phantasieworte, was dem Übersetzter einen gewissen Handlungsspielraum bei seiner Arbeit lässt, denn er kann entscheiden, ob er einen Begriff original belässt, oder ob er ein neues Lexem entwirft bzw. das ursprüngliche Wort übersetzt. Ein Beispiel für ein Übersetzungsproblem beim Titel eines Buches ist Robert Seethalers Der Trafikant (Seethaler: 2012). Das Wort Trafikant ist österreichisch und in Deutschland kaum bekannt. Deshalb wurde das Wort in einer Art Vorwort auf der Innenseite des Buchumschlags als „ein kleines Tabak- und Zeitungsgeschäft“ umschrieben. In Harry Potter und der Stein der Weisen müssen der LeserIn manche Begriffe ebenfalls erklärt werden. Das Wort Muggel wird zum Beispiel so erklärt: „Ein Mugge l, sagte Hagrid, »so nennen wir Leute wie ihn, die nicht zu den Magiern gehören. Und es ist dein Pech, dass du in einer Familie der größten Muggel aufgewachsen bist, die ich je gesehen habe.“ (Rowling: 2000d). Im Deutschen wurde der Titel von Klaus Fritz mit Harry Potter und der Stein der Weisen übersetzt. Bei der Translation vom Englischen ins Deutsche wurde vom Singular ins Plural gewechselt. Aus dem Philosopher wurden die Weisen. Das Buch ist auch auf Latein erschienen, wurde in England publiziert und heißt Harrius Potter et Philosophi Lapis. Übersetzt ins Deutsche heißt das Harry Potter und der Stein der Weisen. Übersetzt wurde das Buch von Peter Needham. „Harry Potter ist ein Paradebeispiel dafür, dass die lateinische Sprache in der aktuellen Kinder- und Jugendliteratur fortlebt. So bestehen nicht nur die magischen Zaubersprüche, die in Hogwarts erklingen, zu großen Teilen aus lateinischen Versatzstücken und transportieren damit eine implizite Bedeutungsebene, die eine Hilfe für das Textverständnis bietet“ (Stierstorfer: 2017).

„The use of Latin in J. K. Rowling's books has prompted a surge of interest in the classics among high school students. After decades of decline, the numbers taking Latin for college credits has soared by 80 per cent since the first book was published in the United States six years ago“ (Poole: 2003).

Zum Erlernen der lateinischen Sprache ist die Übersetzung von Needham laut A. Lozar von der Freien Universität Berlin nicht zu empfehlen. „Fragwürdig ist (…) der Satzbau, der sich keineswegs an antiken Vorgaben orientiert, sondern als Mischmasch aus antikem, mittelalterlichem, neulateinischem und selbst gestricktem modernen Latein daherkommt“

„Für SchülerInnen ist eine Begegnung mit Harrius Potter verlockend: Einerseits ergibt sich aufgrund der Bekanntheit des Stoffes ein hoher Wiedererkennungswert und ein unmittelbares inhaltliches Verständnis des Textes, andererseits bietet sich mit der lateinischen Übersetzung auch die Herausforderung, die erworbenen Lateinkenntnisse nicht mehr nur an Klassikergrößen wie Caesar oder Cicero, sondern an einem modernen Text zu erproben, der dem Interessenhorizont der Jugendlichen durch seine vielfältigen Aktualisierungs- und Identifikationsangebote entgegenkommt. Die Attraktivität des Themas dürfte auch im Erwerb sprachlicher und methodischer Schlüsselkompetenzen liegen: Die SchülerInnen können hier einmal selbst ‚Lehrer’ spielen, indem sie die Qualität der Übersetzung beurteilen“ (Natzel-Glei: 2011).

Die Übersetzung der Begriffe

„Wir waren im Blindflug“ (Schneider: 2005) , sagt Fritz über die Arbeit als Übersetzer am ersten Band. Denn dort mussten übersetzerische Entscheidungen getroffen werden, die Auswirkungen auf alle weiteren Bände haben würden.“ Er beschloss, die Eigennamen der Personen möglichst in der englischen Form zu belassen, die selbsterklärenden Namen der Wesen und Dinge aus der Zauberwelt dagegen ins Deutsche zu übertragen. Escapators übersetzte er mit Trolltreppe, boggart mit Irrwicht “ (Schneider: 2005). Werden die Namen und Begriffe gleich benannt wie in der Originalausgabe, so steigert das deren Wiedererkennungswert. Aus wirtschaftlichen Gründen werden möglichst wenige Eigennamen übersetzt. In einer Leipziger Studie „wurden die deutschen, russischen, niederländischen, französischen, polnischen und tschechischen Texte miteinander verglichen. Dabei nahm sich vor allem die niederländische Version viele Freiheiten heraus. Nur 13 Prozent der Namen des englischen Textes wurden beibehalten, und viel vom Lokalkolorit des Originals ging so verloren“ (Etzold: 2004). 13 Prozent sind ein sehr kleiner Anteil und dieser Umstand bringt ein marktwirtschaftliches Problem mit sich, denn diese Änderungen gehen auf Kosten des Wiedererkennungswertes. Wenn die Hauptperson beispielsweise in einer Übersetzung einen anderen Namen trägt als im Original, so müssen in diesem Sprachraum auch die Merchandiseartikel anders benannt werden und das verursacht Kosten, die nicht notwendig wären, wenn alle Begriffe in der Übersetzung gleich wären wie in der Originalausgabe. Die deutsche Übersetzung von Klaus Fritz ist in Fachkreisen ebenfalls nicht unumstritten. Bei der Übersetzung des englischen Buches ins Deutsche sind beispielsweise einige Wortspiele verloren gegangen. In manchen Fällen ist dies sprachlich nicht zu vermeiden, denn die Autorin hat in sehr vielen Namen und Begriffen Anspielungen und Bedeutungen versteckt. Als Beispiel wäre hier die Winkelgasse, im Englischen Diagon Alley, zu nennen, die Hauptstraße im Londoner Einkaufsviertel für Hexen und Zauberer. „Der Name ist wohl eine Anspielung auf die verwinkelte Struktur dieser Straße. Von der Winkelgasse zweigt die Nokturngasse ab und läuft quer zur Muggelwelt. Das Wortspiel wäre in der Form Diagon-Allee (zu Diagonale) übertragbar gewesen, auch wenn es keine Allee im eigentlichen Sinne, sondern eine Gasse ist. In der eigenständigen plattdeutschen Übersetzung wurde das Wortspiel so übertragen“ (fandom.com: 2018e). Der Priva te Drive ist mit dem deutschen Wort Ligusterweg schlecht übersetzt, denn „bei der deutschen Übersetzung des Straßennamens geht leider ein Wortspiel verloren: Der englische Begriff für liguster ist privat. Die englische Bezeichnung ähnelt also dem Begriff Private, der treffend charakterisiert, wie es in dieser Wohnstraße zugeht: Jeder legt größten Wert auf seine Privatsphäre, Schaut aber gleichzeitig immer über den Zaun der Nachbarn, ob sie auch wirklich ein respektables Privatleben haben“ (fandom.com: 2018d).

„Die deutsche Übersetzerin Dr. Ulrike Draesner kritisierte die Harry-Potter-Übersetzungen von Klaus Fritz: “Fritz ist ein Übersetzer von Sachbüchern und das merkt man ständig. Es mangelt ihm an Sprachsensibilität, an sprachlicher Erfindungskraft. So geht viel von der Ironie und dem literarischen Biss aus dem Original verloren. (…) Er rechnet Meilen korrekt in Kilometer um, aber Sprachwitz und Anspielungsreichtum gehen in der deutschen Version verloren.”“(Rijniers: 2018).

„Die allgemeine Empfehlung lautet: Namen werden nicht übersetzt“ (Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer Bayern: o.J.). Eine Regel, an die sich die meisten Übersetzer bei der Übertragung der Harry-Potter- Welt jedoch bewusst nicht gehalten haben. Bei vielen Übersetzungen ist sogar sehr viel mehr lokalisiert worden“ (uepo.de: 2008).

Manchmal aber helfen weder Kompromisse noch konsequentes Beibehalten der Originalnamen. Zum Beispiel im Fall des Tom Marvolo Riddle. Ordnet man die Buchstaben anders, dann kommt heraus, welcher Finsterling sich mit diesem klingenden Namen tarnt: "I am Lord Voldemort." Da musste sich jeder Übersetzer eine eigene Lösung einfallen lassen. Auf Deutsch wurde daraus Tom Vorlost Riddle – ist Lord Voldemort, auf Niederländisch Marten Asmodom Vilijn – Mijn naam ist Voldemort und auf Französisch Tom Elvis JedusorJe suis Voldemort (Etzold: 2004). Auch vom amerikanischen ins britische Englisch gab es einige begriffliche Änderungen. „So wurde beispielsweise das Wort jumper in sweater umbenannt, weil im amerikanischen Englisch jumper eine Art Kleid ist“ (Mingo: 2007). An diesem Beispiel zeigt sich die Wichtigkeit des häufig unterschätzten Übersetzers. Er ist in gewisser Weise eine Art Sekundärautor, der große Macht über die Story hat. Die Wichtigkeit des Übersetzers wird oft vergessen oder gar nicht wahrgenommen. Seine Aufgaben sollten im Schulunterricht auf jeden Fall besprochen und mit weiteren Beispielen untermauert werden. Als weiters Beispiel würde sich die Buchserie The Hunger Games (Collins: 2011) eignen, denn es wurde ebenfalls weltweit publiziert und verfilmt und ist den SchülerInnen, zumindest in der Oberstufe, sicherlich ein Begriff. Der Journalist Markus Keuschnigg geht in der Presse sogar soweit, dass er mit Harry Potter und Die Tribute von Panem eine neue Zielgruppe definiert hat: „Jetzt merkt man, was für Türen „Harry Potter“ eigentlich aufgestoßen hat: Die führen nicht nur in die Zauberwelt Hogwarts, sondern auch ins Reich der dunklen Jugendfantasien. Über Jahrzehnte hinweg wurde die junge Zielgruppe von der Filmindustrie als Haufen Spaßsuchender definiert, der schnell unterhalten und überwältigt werden will. Jede Verunsicherung wurde aus den Geschichten getilgt, geboten wurde eskapistische Kurzweil. Zauberlehrling Potter und, in geringerem Ausmaß, die Vampirseifenoper „Twilight“ haben in der jüngeren Vergangenheit hingegen beispielhaft vorgeführt, dass Jugendliche sich sehr wohl für ernsthafte und dunkle Stoffe begeistern. Die Kulturindustrie, allen voran der Literatur, dicht gefolgt vom Filmbetrieb, hat die Zeichen der Zeit erkannt und wirbt jetzt nicht mehr um „Teenager“, sondern – wie dem Marketingsprech zu entnehmen ist – um „young adults“, also junge Erwachsene. Die neu definierte Zielgruppe braucht neu definierte Helden“ (Keuschnigg: 2012).

[...]


1 Dieser Rechtschreibfehler ist im Originalzitat so vorhanden und wurde im Zuge dieser Arbeit daher nicht geändert.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Übersetzungsarbeit und der Roman "Harry Potter und der Stein der Weisen" von J. K. Rowling
Untertitel
Ein Übersetzungsvergleich
Hochschule
Universität Wien
Note
2
Autor
Jahr
2019
Seiten
15
Katalognummer
V474048
ISBN (eBook)
9783668976580
ISBN (Buch)
9783668976597
Sprache
Deutsch
Schlagworte
übersetzungsarbeit, roman, harry, potter, stein, weisen, rowling, übersetzungsvergleich
Arbeit zitieren
Beatrix Sanda (Autor), 2019, Übersetzungsarbeit und der Roman "Harry Potter und der Stein der Weisen" von J. K. Rowling, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/474048

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