Darstellung von zwei semantischen Relationen in verschiedenen Einführungsbüchern


Seminararbeit, 2005

16 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definition der Polysemie und Homonymie
2.1 Polysemie
2.2 Homonymie

3 Darstellung in verschiedenen Einführungsbüchern
3.1 Bergmann, Rolf: Einführung in die deutsche Sprachwissenschaft
3.1.1 Polysemie
3.1.2 Homonymie
3.2 Dürscheid, Christa: Germanistik
3.2.1 Homonymie / Polysemie
3.3 Johannes Volmert: Grundkurs Sprachwissenschaft
3.3.1 Polysemie
3.3.2 Homonymie
3.4 Fischer, Hans-Dieter: Einführung in die deutsche Sprachwissenschaft
3.4.1 Polysemie
3.4.2 Homonymie
3.5 Gross, Harro: Einführung in die germanistische Linguistik
3.5.1 Polysemie
3.5.2 Homonymie
3.6 Meibauer, Jörg: Einführung in die germanistische Linguistik
3.6.1 Polysemie
3.6.2 Homonymie

4 Schluss

5 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

In unserem Sprachsystem finden wir eine große Anzahl von Beziehungen zwischen den Wörtern bzw. ihren Bedeutungen. Hier spricht man von semantischen Relationen. Diese Seminararbeit beschäftigt sich mit zwei Phänomenen der Semantik – der Polysemie und der Homonymie. Es handelt sich hier um zwei eng verwandte Phänomene. Die Polysemie und die Homonymie werden oft getrennt behandelt. Dennoch führen ihre Gemeinsamkeiten dazu, dass die beiden Formen der lexikalischen Mehrdeutigkeit ähnliche Auswirkungen auf die Form und Inhaltsrelation des sprachlichen Zeichens haben. Damit es bei der Polysemie und der Homonymie nicht zu Verständigungsproblemen kommt, hat der sprachliche und schriftliche Kontext, in dem die Wörter stehen, eine wichtige Bedeutung. Es ist manchmal schwer zu entscheiden, ob nun ein bestimmter Fall lexikalischer Mehrdeutigkeit dem Vorkommen der Polysemie oder dem Phänomen der Homonymie zuzuordnen ist. So eignen sich beide Termini für Wortspiele, Witze und Sprichwörter

Zunächst soll, angefangen bei dem Terminus der semantischen Relationen, im ersten Kapitel anhand von Definitionen erläutert werden, was man unter den beiden Ausdrücken überhaupt versteht.

An die Erklärung schließt sich der Hauptteil der Hausarbeit an. Hier werden die Ansätze der Erläuterung der Polysemie und der Homonymie in verschiedenen Einführungsbüchern untersucht. Hierzu werden die beiden Erklärungsansätze knapp erläutert.

Die Hausarbeit wird sich demzufolge mit den Darstellungsweisen der Polysemie und der Homonymie in verschiedenen Einführungsbüchern beschäftigen.

2 Definition der Polysemie und Homonymie

Im folgenden Abschnitt werden die Termini Polysemie und Homonymie kurz angeführt, um zu erläutern was man unter diesen Ausdrücken versteht.

2.1 Polysemie

Der Terminus Polysemie (griech. polys viel; griech. sema Zeichen), ein Begriff aus der Lexikologie, bedeutet übersetzt ‚Mehrdeutigkeit’. Ein einziges sprachliches Zeichen, also ein Ausdruck, der zwei oder mehr Bedeutungen aufweist, welche etwas miteinander gemein haben und sich unter Umständen aus einer einzigen Grundbedeutung ableiten lassen.[1] Schlägt man in einem Wörterbuch nach, wird man die Grundbedeutungen unter einem Oberbegriff finden. So lassen sich die verschiedenen Bedeutungen etymologisch auf eine gemeinsame Quelle zurückverfolgen. Die Unterschiede sind durch metaphorische Ausdehnungen entstanden.

Von Polysemie spricht man, wenn verschiedene Bedeutungen des Lexems sich von einer Grundbedeutung her ableiten lassen. Es wird also nach der etymologischen Wurzel der Bedeutungsvarianten gesucht, meistens einem Ausdruck, nicht selten des Lateinischen, in dem alle unterschiedlichen Bedeutungen enthalten sind. In der umgekehrten Richtung geht man dann folglich davon aus, dass sich aus der einen Grundbedeutung mehrere Bedeutungsvarianten herausdifferenziert haben. Polysemie hat zwei Bedeutungen für lediglich einen Ausdruck. Diese Sichtweise betont den synchronischen Standpunkt der Betrachtung. In der diachronischen Perspektive entsteht Polysemie, wenn ein Wort im Laufe der Sprachgeschichte eine oder gar mehrere neue Bedeutungen erhält, ohne seine ursprüngliche Bedeutung zu verlieren. Man muss auch von der Prämisse ausgehen, dass der sprachliche Kontext, in dem ein Ausdruck verwendet wird, von entscheidender Bedeutung für die gemeinte Bedeutung dieses Ausdrucks ist.[2]

Die Entstehung der Polysemie ist ein langsamer und gradueller Prozess, über den sich die Sprechergemeinschaft auch nicht unbedingt bewusst wird. Anders geht es dagegen bei einem metaphorischen Gebrauch eines sprachlichen Zeichens vonstatten. Ein bisher nur in einer bestimmten Bedeutung gebrauchter Ausdruck erhält eine übertragende Bedeutung, welche seine Einstufung als Polysem rechtfertigt.[3]

2.2 Homonymie

Die Homonymie (griech. homonnymia: die Gleichnamigkeit) beinhaltet zwei Bedeutungseigenschaften: die Homophonie (Gleichklang) und die Homographie (gleiche Schreibweise). Homonyme sind also Ausdrücke gleicher Laut- und Schreibweise, die aber dennoch unterschiedliche Bedeutungen haben. Deshalb sind Lexeme mit solchen Eigenschaften auch getrennt in Wörterbüchern aufgeführt. Wenn man die Ursprünge dieser Wörter und deren Bedeutungen zurückverfolgt, wird man auf unterschiedliche Quellen stoßen. Es wird eventuell eine Bedeutungsnähe erkennbar sein, Synonymie jedoch nie.

Bei Homonymie liegt ein Fall lexikalischer Mehrdeutigkeit vor, bei dem zwei Lexeme in ihrer Form übereinstimmen (Graphie und Lautung), sich aber in ihrer Bedeutung und in ihrer etymologischen Herkunft unterscheiden. Im Unterschied zur Polysemie haben die verschiedenen Bedeutungen der homonymen Ausdrücke nichts miteinander zu tun, es fehlen die gemeinsamen Seme. Deshalb handelt es sich um unterschiedliche Wörter; nicht um ein Wort mit mehreren Bedeutungen. So grenzt man die Homonymie von reiner Homophonie, einer Klangübereinstimmung, ab, da hier nur die Lautung von zwei oder mehr Ausdrücken identisch ist, nicht aber die Schreibung. Auch Homographie unterliegt nur dem Kriterium des gleichen Schriftbilds bei unterschiedlicher Aussprache und Bedeutung. Homonymie entsteht vorrangig dadurch, dass zwei Ausdrücke im Laufe der Sprachgeschichte zufällig eine gleiche lautliche Entwicklung nehmen.[4]

[...]


[1] vgl.: Linke, Angelika/Nussbaumer, Markus/Portmann, Paul R.: Studienbuch Linguistik. Tübingen: Niemeyer, 1996. S. 141.

[2] vgl.: ebenda. S. 167.

[3] vgl.: Lakoff, Georg/Johnson, Mark: Leben in Metaphern. Konstruktion und Gebrauch von Sprachbildern. Heidelberg: Auer, 1998. S. 131.

[4] vgl.: Linke, Angelika/Nussbaumer, Markus/Portmann, Paul R.: a. a. O.. S. 141.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Darstellung von zwei semantischen Relationen in verschiedenen Einführungsbüchern
Hochschule
Universität Paderborn
Veranstaltung
Semantik und Lexikographie
Note
1,7
Autor
Jahr
2005
Seiten
16
Katalognummer
V47413
ISBN (eBook)
9783638443678
ISBN (Buch)
9783640203659
Dateigröße
548 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Darstellung, Relationen, Semantik, Lexikographie
Arbeit zitieren
Anne Fuest (Autor), 2005, Darstellung von zwei semantischen Relationen in verschiedenen Einführungsbüchern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47413

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