In unserem Sprachsystem finden wir eine große Anzahl von Beziehungen zwischen den Wörtern bzw. ihren Bedeutungen. Hier spricht man von semantischen Relationen. Diese Seminararbeit beschäftigt sich mit zwei Phänomenen der Semantik – der Polysemie und der Homonymie. Es handelt sich hier um zwei eng verwandte Phänomene. Die Polysemie und die Homonymie werden oft getrennt behandelt. Dennoch führen ihre Gemeinsamkeiten dazu, dass die beiden Formen der lexikalischen Mehrdeutigkeit ähnliche Auswirkungen auf die Form und Inhaltsrelation des sprachlichen Zeichens haben. Damit es bei der Polysemie und der Homonymie nicht zu Verständigungsproblemen kommt, hat der sprachliche und schriftliche Kontext, in dem die Wörter stehen, eine wichtige Bedeutung. Es ist manchmal schwer zu entscheiden, ob nun ein bestimmter Fall lexikalischer Mehrdeutigkeit dem Vorkommen der Polysemie oder dem Phänomen der Homonymie zuzuordnen ist. So eignen sich beide Termini für Wortspiele, Witze und Sprichwörter
Zunächst soll, angefangen bei dem Terminus der semantischen Relationen, im ersten Kapitel anhand von Definitionen erläutert werden, was man unter den beiden Ausdrücken überhaupt versteht.
An die Erklärung schließt sich der Hauptteil der Hausarbeit an. Hier werden die Ansätze der Erläuterung der Polysemie und der Homonymie in verschiedenen Einführungsbüchern untersucht. Hierzu werden die beiden Erklärungsansätze knapp erläutert.
Die Hausarbeit wird sich demzufolge mit den Darstellungsweisen der Polysemie und der Homonymie in verschiedenen Einführungsbüchern beschäftigen.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 DEFINITION DER POLYSEMIE UND HOMONYMIE
2.1 POLYSEMIE
2.2 HOMONYMIE
3 DARSTELLUNG IN VERSCHIEDENEN EINFÜHRUNGSBÜCHERN
3.1 BERGMANN, ROLF: EINFÜHRUNG IN DIE DEUTSCHE SPRACHWISSENSCHAFT
3.1.1 Polysemie
3.1.2 Homonymie
3.2 DÜRSCHEID, CHRISTA: GERMANISTIK
3.2.1 Homonymie / Polysemie
3.3 JOHANNES VOLMERT: GRUNDKURS SPRACHWISSENSCHAFT
3.3.1 Polysemie
3.3.2 Homonymie
3.4 FISCHER, HANS-DIETER: EINFÜHRUNG IN DIE DEUTSCHE SPRACHWISSENSCHAFT
3.4.1 Polysemie
3.4.2 Homonymie
3.5 GROSS, HARRO: EINFÜHRUNG IN DIE GERMANISTISCHE LINGUISTIK
3.5.1 Polysemie
3.5.2 Homonymie
3.6 MEIBAUER, JÖRG: EINFÜHRUNG IN DIE GERMANISTISCHE LINGUISTIK
3.6.1 Polysemie
3.6.2 Homonymie
4 SCHLUSS
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die semantischen Phänomene der Polysemie und Homonymie, indem sie deren theoretische Grundlagen definiert und vergleicht, wie ausgewählte linguistische Einführungsbücher diese Konzepte didaktisch darstellen und voneinander abgrenzen.
- Theoretische Abgrenzung von Polysemie und Homonymie
- Etymologische und synchronische Betrachtungsweisen
- Analyse von Darstellungsweisen in linguistischen Standardwerken
- Untersuchung von Beispielen für lexikalische Mehrdeutigkeit
- Kontextuelle Bedeutung für Sprachverständnis und Wortspiele
Auszug aus dem Buch
3.6.1 Polysemie
Viele Ausdrücke sind mehrdeutig. Im Gegensatz zu einem vagen Ausdruck, dessen Extension aus einer Menge von mehr oder weniger typischen Vertretern besteht und unscharfe Ränder hat, umfasst die Extension eines mehrdeutigen Ausdrucks mehrerer verschiedene Mengen.
Dieses wird anhand eines Beispiels verdeutlicht.
a) Die Zeitung liegt auf dem Tisch und hat angerufen.
b) Die Zeitung liegt auf dem Tisch.
c) Die Zeitung hat angerufen.
Das Beispiel a) klingt seltsam, obwohl die beiden Teilsätze in b) und c) für sich genommen in Ordnung sind. Dieses Beispiel zeigt deutlich, dass man mit dem Wort ‚Zeitung’ verschiedenartige Dinge bezeichnen kann. In b) ist ein Stück Papier gemeint, das mit Text bedruckt ist und in c) wird dagegen eine Person aus der Redaktion oder dem Vertrieb gemeint. Weitere mögliche Bedeutungen sind die Informationen, die in einer Zeitung stehen, die Firma, in der die Zeitung hergestellt wird oder das Gebäude, in dem die Redaktion arbeitet. Keine dieser Bedeutungsvarianten ist die typische Bedeutung von Zeitung. Die Zeitung in c) ist nicht weniger typisch als die Zeitung in b). Dabei handelt es sich vielmehr um verschiedene gleichwertige konzeptuelle Realisierungen, die alle systematisch auf eine gemeinsame Grundbedeutung des Ausdrucks Zeitung zurückgehen. Diese Art von Mehrdeutigkeit nennt man Polysemie.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der semantischen Relationen Polysemie und Homonymie sowie Erläuterung des Aufbaus der Seminararbeit.
2 DEFINITION DER POLYSEMIE UND HOMONYMIE: Theoretische Definition der beiden Phänomene unter Berücksichtigung von etymologischen und synchronischen Aspekten.
3 DARSTELLUNG IN VERSCHIEDENEN EINFÜHRUNGSBÜCHERN: Vergleich der Erklärungsansätze für Polysemie und Homonymie in verschiedenen linguistischen Einführungsbüchern.
4 SCHLUSS: Zusammenfassende Betrachtung der Schwierigkeiten bei der Abgrenzung von Polysemie und Homonymie und die Bedeutung für die Sprachpraxis.
Schlüsselwörter
Semantik, Lexikographie, Polysemie, Homonymie, Semantische Relationen, Mehrdeutigkeit, Lexem, Sprachwissenschaft, Etymologie, Synchronie, Diachronie, Einführungsbücher, Sprachsystem, Sememe, Wortschatz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den semantischen Phänomenen Polysemie und Homonymie und wie diese in verschiedenen linguistischen Lehrbüchern definiert und dargestellt werden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Mittelpunkt stehen die theoretische Abgrenzung der beiden Begriffe, ihre etymologische Herkunft und die Frage, wie die Mehrdeutigkeit von Wörtern sprachwissenschaftlich erklärt wird.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die unterschiedlichen Darstellungsweisen und Erklärungsansätze für diese beiden semantischen Relationen in verschiedenen Einführungsbüchern der Sprachwissenschaft zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse von Fachliteratur, indem sie Definitionen und Beispiele aus relevanten Einführungsbüchern (1991–2002) gegenüberstellt und vergleicht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Ansätze von Autoren wie Bergmann, Dürscheid, Volmert, Fischer, Gross und Meibauer zur Definition von Polysemie und Homonymie untersucht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen gehören Polysemie, Homonymie, Semantik, lexikalische Mehrdeutigkeit, etymologische Herkunft und synchronische Betrachtung.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Polysemie und Homonymie in der Praxis oft schwierig?
Die Arbeit zeigt, dass die Abgrenzung oft komplex ist, da polyseme Wörter ebenfalls homophon oder homograph sein können und die etymologische Herkunft im Sprachgebrauch manchmal nicht mehr transparent ist.
Welche Rolle spielt der Kontext bei der Interpretation mehrdeutiger Ausdrücke?
Der Kontext ist laut der Arbeit entscheidend, da er die Bedeutung von Wörtern festlegt, die ansonsten für Wortspiele, Witze oder Missverständnisse sorgen könnten.
- Quote paper
- Anne Fuest (Author), 2005, Darstellung von zwei semantischen Relationen in verschiedenen Einführungsbüchern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47413