Unterrichtsentwurf zur Prüfungslehrprobe. Bernhard Schlinks Roman "Der Vorleser"

Das Verhältnis zwischen Michael und Hanna im Verlauf des Romans


Unterrichtsentwurf, 2017
22 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Analyse der Lehr- und Lernbedingungen

2. Kompetenzorientierte Planung der Stunde
2.1 Bezug zum Lehrplan
2.2 Kompetenzen zur thematischen Einheit und zur Unterrichtsstunde

3. Sachüberlegungen

4. Didaktisch-methodische Entscheidungen
4.1 Didaktisch-methodische Überlegungen zur Unterrichtsstunde
4.2 Verlaufsskizze

5. Strukturplan der Unterrichtsreihe

Literaturverzeichnis

Anhang

1. Analyse der Lehr- und Lernbedingungen

Ich unterrichte die Klasse 11/1 des beruflichen Gymnasiums seit Beginn des Schuljahres mit zwei Doppelstunden wöchentlich im Fach Deutsch. Sie besteht aus 8 weiblichen Schülerinnen und 16 männlichen Schülern1 im Alter von 16 bis 17 Jahren. Alle besitzen die mittlere Reife und streben die Allgemeine Hochschulreife im Jahr 2018 an. Die folgenden Einschätzungen beruhen auf meinen Beobachtungen im Unterricht, meinen Aufzeichnungen zur mündlichen Mitarbeit sowie Gesprächen mit dem Klassenlehrer. Demnach sehe ich die Klasse insgesamt als leistungsstarke Klasse, wobei fünf SuS das Schuljahr wiederholen. Die mündliche Mitarbeit erstreckt sich auf knapp die Hälfte der Klasse. Sophia, Tom S., Paul M., Chiara, Sonja, Tom K. und Ian können als Leistungsträger der Klasse bezeichnet werden. Sie geben wichtige Inhalte des Romans mühelos in eigenen Worten wieder, belegen ihre Aussagen durch Textstellen und begründen ihre Ansichten präzise. Die Mehrheit der Klasse tut sich etwas schwer mit dem Analysieren von Textstellen im Roman, beteiligt sich aber dennoch regelmäßig, sofern es um einfache Verständnisfragen oder um das Vorlesen von Textstellen geht. Einzig Lukas, Marc W., Marc P., Michelle, Helena und Hischam verhalten sich sehr ruhig, was jedoch auch in anderen Fächern der Fall ist. Generell versuche ich neben analytischem Vorgehen genügend Zeit für produktions- und handlungsorientierte Methoden einzuplanen. Das Erstellen von Plakaten zu thematischen Aspekten oder das Verfassen von kreativen Aufsätzen, wie z.B. innerer Monologe oder Briefe, hat den SuS in der Vergangenheit Freude gemacht und war ihren Aussagen zufolge eine willkommene Abwechslung. Da es sich um eine eher unruhige Klasse handelt, sind Unterrichtsphasen stets klar zu strukturieren, Anweisungen präzise zu formulieren und „Leerlauf“-Phasen zu vermeiden.

Wie der Struktur zur Unterrichtsreihe zu entnehmen ist, haben wir vor Ostern bereits die Handlungsstruktur des Romans, die Hauptfigur Michael Berg sowie den historischen Hintergrund der Lektüre – NS-Verbrechen und Holocaust – behandelt. Da die Lernenden den Roman bereits komplett gelesen haben, kann vorausgesetzt werden, dass alle SuS grundlegende Kenntnisse über die Beziehung von Michael und Hanna besitzen. Zur genaueren Analyse des Verhältnisses wurden die einzelnen Phasen der Beziehung am Montag (11.04.2016) anhand von Textstellen erarbeitet und die Ergebnisse gruppenweise in einem Protokoll festgehalten (Fachkompetenz).

Hinsichtlich des Sozialverhaltens ist festzuhalten, dass sich die SuS mir gegenüber stets höflich und freundlich verhalten. Die Lernenden sind kooperativen Arbeitsformen gegenüber aufgeschlossen und erstellen gerne gemeinsam Handlungsprodukte. Da es sich allerdings um eine sehr geschwätzige Klasse mit einigen „Unruheherden“ handelt und die Textstellen für die fünf Stationen der Beziehung konzentriert auszuwerten sind, habe ich die Gruppen für die jeweiligen Beziehungsphasen selbst festgelegt (Sozialkompetenz).

Die Lernenden haben kein Problem damit, Arbeitsergebnisse im Plenum vorzustellen, wobei die Präsentationsphasen nicht zu lange andauern dürfen. Weiterhin fällt es den SuS oft schwer, behandelte Themen ohne konkrete Impulse kritisch zu reflektieren. In der Examensstunde werde ich daher Meinungen über die Beziehung von Hanna und Michael aus Amazon-Rezensionen nutzen und die SuS auf einer „Meinungslinie“ dazu Stellung beziehen lassen (Personalkompetenz). Von einem Transfer auf die eigene Lebenswelt wird am Montag abgesehen, da ich erstens nicht weiß, ob die SuS schon genügend eigene Erfahrungen mit Beziehungen gemacht haben und ob sie zweitens bereit dazu wären, vor den Besuchern davon zu erzählen.

In methodischer Hinsicht ist festzuhalten, dass die SuS bereits Erfahrungen damit haben, mithilfe konkreter Hinweise im Arbeitsauftrag Informationen und Bilder strukturiert und übersichtlich auf Plakaten darzustellen. Auch das Notieren von Stichworten auf Metaplankarten und deren Präsentation im Plenum ist den Lernenden bereits bekannt. Dies dürfte in der Vertiefungsphase der Examensstunde daher keine Probleme bereiten (Methodenkompetenz).

2. Kompetenzorientierte Planung der Stunde

2.1 Bezug zum Lehrplan

Die Durchführung der Unterrichtsreihe basiert auf dem Lehrplan für die gymnasiale Oberstufe des Landes Hessen für das Fach Deutsch. Demnach sollen die SuS der 11. Klasse u. a. ein zeitgenössisches episches Werk lesen, das dem Themenkomplex „Lebensentwürfe“ gerecht wird und Themen aufgreift, die Identifizierungspotential besitzen.2 Dieser Vorgabe entspricht der Roman „Der Vorleser“, da hier Themen wie Erwachsenwerden, Ablösung vom Elternhaus, Liebe und Sexualität aus der Perspektive eines Gleichaltrigen behandelt werden. Gerade die psychologischen Dimensionen der zwischenmenschlichen Beziehung und die moralischen Fragen, mit denen Michael konfrontiert wird, machen das Buch für Jugendliche interessant.

Mit Bezug auf den Lehrplan sollen die SuS in der Einführungsphase die Fähigkeit entwickeln, schriftlich und mündlich strukturiert zu formulieren, Sachverhalte deutlich zu beschreiben und begründet zu argumentieren.3 Hierbei sind die Textanalyse, das Darstellen komplexer Sachverhalte und die kommunikative Kompetenz besonders in den Fokus zu nehmen.4 Für die Examensstunde ist es notwendig, dass sich die Lernenden für die Textbestandteile ihres Plakats zielgerichtet Informationen aus der Lektüre ziehen und diese strukturiert in einem Ergebnisprotokoll dokumentieren. Im Anschluss sollen sie die Textelemente nach bestimmten Vorgaben übersichtlich auf ein Plakat übertragen und zusammen mit Bildelementen graphisch verarbeiten, was dem Arbeitsbereich „Umgang mit Texten“ und „Schreiben“ zugeordnet werden kann. Auch die für die Stunde vorbereitete Hausaufgabe ist hier einzuordnen, da die SuS dafür verschiedene Textstellen lesen, diese auf einen bestimmten Aspekt hin analysieren und ihre Ergebnisse dazu stichwortartig festhalten.

Eine tragende Rolle kommt außerdem in vielfacher Weise dem Arbeitsbereich „Sprechen und mündliche Kommunikation“ in der Examensstunde zu.5 Zu Beginn der Stunde rekapitulieren die Lernenden wesentliche Punkte aus den in der Vorstunde bereits präsentierten drei Plakaten, bevor uns die letzten beiden Phasen der Beziehung vorgestellt werden und gemeinsam ein Fazit gezogen wird. In der Vertiefungsphase kommt es zu einem kurzen Austausch der Lernenden, die sich in Kleingruppen über einen Aspekt ihrer vorbereiteten Hausaufgabe verständigen und sich auf 2-3 wichtige Aspekte dazu einigen. Zur Sicherung der Ergebnisse werden uns diese kurz vorgestellt, bevor die SuS zur Frage nach dem Einfluss der Beziehung auf Michaels Leben eine begründete Schlussfolgerung ziehen. Am Ende werden die SuS im Rahmen einer „Meinungslinie“ dazu aufgefordert, sich zu vorgegebenen Aussagen der Lehrkraft zu positionieren und ihre Meinung dazu zu begründen, wobei abermals die „kommunikative Kompetenz “ der SuS zum Tragen kommt.6

2.2 Kompetenzen zur thematischen Einheit und zur Unterrichtsstunde

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3. Sachüberlegungen

Ein wichtiges Thema innerhalb des Romans ist die Entwicklung des Verhältnisses zwischen Michael und Hanna im Verlauf von Michaels Leben. Zu Beginn (Februar 1959) sind beide glücklich und aufeinander fixiert, wobei die sexuelle Komponente zwischen den beiden dominiert. Michael ist der 21 Jahre älteren Hanna unterlegen. Sie bestimmt die Regeln: „Vorlesen, duschen, lieben und noch ein bisschen beieinanderliegen“.7 Bereits hier wird sichtbar, dass Hanna sich bei Meinungsverschiedenheiten durchsetzt und Michael stets nachgibt, um sie nicht zu verlieren. Als Hanna Ostern 1959 eine gemeinsame Situation missversteht und sich verlassen glaubt, kommt es zu einem großen Streit, bei dem sie Michael sogar mit dem Gürtel ins Gesicht schlägt. Auch hier verzeiht er ihr wieder. Im weiteren Verlauf wird Michael selbstbewusster, distanziert sich von ihr und trifft sich häufiger mit seinen Freunden. Hierbei sieht er sie im Sommer 1959 zum letzten Mal im Schwimmbad. Jedoch ignoriert er sie vor seinen Freunden, verleugnet die Beziehung und reagiert geschockt, als sie plötzlich verschwunden ist. Zwar realisiert er: „Wir hatten keine gemeinsame Lebenswelt, sondern sie gab mir den Platz in ihrem Leben, den sie mir geben wollte“,8 doch bricht eine Welt für ihn zusammen. In den nächsten Jahren verlieren sich beide aus den Augen. Erst im Frühjahr 1966 sieht Michael sie wieder im Gericht. Alte Bilder kommen hoch. Michael steht neben sich, beobachtet Hanna von hinten und erinnert sich, wie er sie an bestimmten Stellen geküsst hat. Er will sie verurteilen, jedoch auch verstehen, da „sie nicht zu verstehen, bedeutet, sie wieder zu verraten“.9 Und auch Hanna sucht seinen Blick, als sie durch eine Zeugenaussage schwer belastet wird. Viele Jahre später (1974), als Michael sich von Gertrud scheiden lässt, nimmt er wieder Kontakt zu Hanna auf, da er sie nicht vergessen kann. Er schickt ihr aufgenommene Kassetten, die sie nach einiger Zeit mit Briefen beantwortet. Ihr Selbstmord trifft ihn sehr. Er spürt die Tränen und „hätte nicht reden, sondern […] nur stammeln und weinen können“.10 Für Michael bleibt ungeklärt, „was er Hanna bedeutet hat und ebenso, was sie für ihn war“.11

Die Beziehung zu Hanna hat weitreichende Konsequenzen auf Michaels Privat- und Berufsleben. Zu keinem Zeitpunkt kann er die Beziehung überwinden, die gemeinsame „Geschichte“ vergessen und sich emotional von Hanna lösen.12 So bleibt er z.B. unter seinen Kommilitonen ein Außenseiter, der ihren Fragen zu Hanna ausweicht. Keine andere Frau kann er lieben, da sich jede Frau „wie Hanna anfassen und anfühlen, ein bisschen wie sie riechen oder schmecken muss, damit das Zusammensein stimmt“.13 Außerdem sieht sich Michael nach Hannas Prozess nicht mehr in der Lage, einen „handfesten juristischen Beruf“14 auszuüben.

4. Didaktisch-methodische Entscheidungen

4.1 Didaktisch-methodische Überlegungen zur Unterrichtsstunde

Der Einstieg in die Beziehungsthematik erfolgte am Montag (11.04.2016) über die Lösung eines Partnerschaftstests. Hierbei konnten sich die SuS aussuchen, ob sie diesen aus Hannas oder Michaels Perspektive ausfüllen wollten. In beiden Fällen kam es am häufigsten zu c-Antworten, was u.a. auf eine „leidenschaftliche“ Beziehung zwischen zwei sehr unterschiedlichen Partnern verwies. Dieser Test sollte einerseits eine Motivation für die SuS sein, sich anschließend intensiv mit der Beziehung der Protagonisten auseinanderzusetzen, andererseits soll das Testergebnis in der Examensstunde nochmals aufgegriffen werden.

Für die anstehende Textanalyse15 der fünf wichtigsten Beziehungsphasen im Roman (Beginn der Beziehung, Streit bei der Fahrradtour, Hanna verlässt Michael, Wiedersehen vor Gericht und Vorlesen während Hannas Haft) habe ich die Arbeitsaufträge für die einzelnen Phasen auf zuvor von mir festgelegte Gruppen verteilt, damit die „Unruheherde“ auseinandersitzen. Ich habe mich dafür entschieden, alle Lernenden die Textstellen zunächst in Einzelarbeit lesen zu lassen, um eine intensive Auseinandersetzung aller Gruppenmitglieder mit den Textstellen zu gewährleisten. Anschließend fanden sich alle SuS, die dieselben Textstellen gelesen hatten, in Gruppen zusammen, um sich darüber auszutauschen, welche charakteristischen Merkmale das Verhältnis zwischen Michael und Hanna in dieser Phase kennzeichnen und was die beiden füreinander empfinden. Weiterhin sollte sich jede Gruppe auf 1-2 passende Zitate zu ihrer Beziehungsphase einigen. Alle Ergebnisse wurden am Ende der Stunde von den Gruppen in ein Ergebnisprotokoll übertragen, das ihnen als Grundlage für die zu erstellenden Plakate dienen sollte.

Am Freitag (15.04.2016) wird jede Gruppe von mir Flipchart-Papier erhalten, um unter Beachtung gewisser Vorgaben (s. Arbeitsauftrag) zu ihrer Phase der Beziehung ein Plakat zu erstellen. Auf diesem soll das Verhältnis zwischen Michael und Hanna jeweils stichwort- oder thesenartig beschrieben und 1-2 Zitate zur Beziehungsphase aufgeführt werden. Außerdem kann sich jede Gruppe unter einer Vielzahl von Bildern von Hanna und Michael zwei aussuchen, um die Bilder passend zur jeweiligen Beziehungsphase zueinander zu positionieren und ebenfalls aufs Plakat zu übertragen. Die 5 Gruppen erhalten anschließend Zeit, um sich auf die Präsentation ihres Plakats vorzubereiten und zu klären, welche Personen in der Gruppe zu welchem Teil etwas sagen werden. Da in jeder meiner Unterrichtsstunden ein Stundenprotokoll16 von einem/r Schüler/in angefertigt wird, das die Lernenden mit zur Vorbereitung auf die Klausur nutzen sollen, wird anschließend festgelegt, wer dies für die anstehenden Plakat-Präsentationen und die Examensstunde übernimmt.17 Anschließend wird ein halb offener Stuhlkreis gebildet und die ersten drei Phasen der Beziehung, die sich auf den ersten Teil des Romans beziehen, präsentiert. Um die einzelnen Phasen inhaltlich zu vertiefen, werde ich bei jeder Vorstellung eine Rückfrage an die Klasse stellen. Am Ende der Stunde wird den SuS angekündigt, dass die vierte und fünfte Phase der Beziehung am Montag vorgestellt werden. Die Plakate werden vorsorglich von mir selbst mitgenommen, damit die Gruppen nicht vergessen, diese am Montag mitzubringen. Die Lernenden erhalten zur Vorbereitung auf die Stunde am Montag eine Hausaufgabe von mir (s. Anhang). Hierbei sollen die SuS einige Textstellen lesen, die sich mit dem Einfluss der Beziehung auf Michaels Leben beschäftigen und sich einige Notizen in die vorgegebenen Felder machen.

Die Examensstunde beginnt mit einer kurzen Wiederholung der wichtigsten Inhalte der ersten drei Plakate vom Freitag. Daraufhin werden uns die Gruppen vier und fünf ihre Beziehungsphase aus dem zweiten und dritten Teil des Romans vorstellen, wobei ich auch hier jeweils eine inhaltliche Rückfrage zum Plakat an die SuS stellen werde. Im Anschluss wird das Verhältnis von Michael und Hanna als Ganzes betrachtet und mit den SuS ein Fazit gezogen. Hierfür werde ich einerseits an den in der vorangegangenen Woche absolvierten Partnerschaftstest an-knüpfen und die SuS fragen, inwieweit der uns vorgestellte Beziehungsverlauf zum Testergebnis passt. Andererseits sollen die SuS beurteilen, ob das Sprichwort „Aus den Augen, aus dem Sinn“ auf Michael und Hanna zutrifft und ihre Meinung dazu begründen. Die wichtigsten Antworten hierzu, wie aus den Plakat-Präsentationen, wird der/die Stundenprotokollant/in, der mit einem Klemmbrett ausgestattet ist, schriftlich fixieren.

Für die anschließende Vertiefungsphase sollen die SuS ihre vorbereitete Hausaufgabe zum Einfluss der Beziehung auf Michaels Leben herausnehmen und mit ihren direkten Nachbarn sechs Murmelgruppen bilden. Jeder Kleingruppe wird ein Lebensbereich oder eine Personengruppe von mir zugewiesen und der Auftrag erteilt, sich mithilfe der Notizen aus der Hausaufgabe darüber auszutauschen und 2-3 Aspekte schriftlich auf Metaplankarten festzuhalten. Zur Sicherung der Inhalte wird uns anschließend eine Person aus der jeweiligen Murmelgruppe die Ergebnisse an der Pinnwand vorstellen. Da im Idealfall alle SuS die Hausaufgabe vorbereitet haben, kann jeder bei der Präsentation der Ergebnisse mitdenken und seine eigenen Angaben ergänzen.18 Auch hier möchte ich mit den SuS ein Fazit zum Einfluss der Beziehung auf Michaels Leben ziehen und sie im Zuge dessen beurteilen lassen, inwieweit die Beziehung schädlich für ihn war und ob er sie je überwunden hat. Die Meinungen der SuS dazu werden wieder von dem/der Protokollant/in notiert. Für die Reflexionsphase habe ich verschiedene Meinungen zur Beziehung von Michael und Hanna aus Amazon-Rezensionen herausgesucht (z.B. „Michaels Abhängigkeit von Hanna ist zu übertrieben dargestellt, denn Zeit heilt alle Wunden“) und einen Streifen auf den Boden geklebt, dessen äußere Pfeilspitzen für Zustimmung bzw. Ablehnung stehen. Nachdem ich eine Aussage vorgelesen habe, sollen sich die SuS entlang der „Meinungslinie“ positionieren. Da es auch Ziel der Stunde ist, die Fähigkeit, begründet zu einer Aussage Stellung zu beziehen, zu fördern, werden pro Aussage 2-3 SuS dazu aufgefordert, ihre Meinung zu begründen. Es ist allerdings anzumerken, dass sich die Anzahl der Aussagen an der noch zur Verfügung stehenden Zeit am Ende der Stunde orientiert (didaktische Reserve).

Falls die Zeit am Ende der Stunde zu knapp wird, wäre es mir wichtig, zumindest die Vertiefungsphase mit dem Fazit zum Einfluss der Beziehung auf Michaels Leben fertig zu besprechen, um die Stunde inhaltlich sauber abzuschließen.

4.2 Verlaufsskizze

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten19

[...]


1 Schülerinnen und Schüler wird im Folgenden mit SuS abgekürzt.

2 Hessisches Kultusministerium (2010), Lehrplan Deutsch, Gymnasiale Oberstufe, S. 53f.

3 Vgl. ebd., S. 50.

4 Vgl. ebd., S. 8.

5 Hessisches Kultusministerium (2010), Lehrplan Deutsch, Gymnasiale Oberstufe, S. 8.

6 Vgl. ebd., S. 8.

7 Schlink (1997), Der Vorleser, S. 43.

8 Vgl. ebd., S. 75.

9 Vgl. ebd., S. 151.

10 Vgl. ebd., S. 195.

11 Möckel (2007), Bernhard Schlink, Der Vorleser, S. 52.

12 Vgl. ebd., S. 51.

13 Schlink (1997), Der Vorleser, S. 165f.

14 Vgl. ebd., S. 171f.

15 Eine genaue Analyse von Textstellen ist in dieser Klasse sehr wichtig, da viele dazu neigen, sehr pauschale Aussagen über die Textvorlage zu treffen und eine wenig genaue Textarbeit in Klassenarbeiten leisten.

16 Brenner & Brenner (2014), Methoden für alle Fächer, Sekundarstufe I und II, S. 228.

17 Die Stundenprotokolle sind immer in der Folgesitzung in abgetippter Form bei mir abzugeben, damit ich sie für die ganze Klasse kopieren kann.

18 Alle SuS können ein Klemmbrett zum Schreiben benutzen.

19 Die Phasierung der Unterrichtseinheit basiert auf: Von Brand, T. (2010): Deutsch unterrichten, S. 110-121.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Unterrichtsentwurf zur Prüfungslehrprobe. Bernhard Schlinks Roman "Der Vorleser"
Untertitel
Das Verhältnis zwischen Michael und Hanna im Verlauf des Romans
Hochschule
Studienseminar für Gymnasien Wiesbaden
Veranstaltung
Deutsch Fachdidaktik
Note
1,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
22
Katalognummer
V474274
ISBN (eBook)
9783668937321
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Der Vorleser Lehrprobe Die Beziehung von Hanna und Michael
Arbeit zitieren
M. Sc. Lorraine Möller (Autor), 2017, Unterrichtsentwurf zur Prüfungslehrprobe. Bernhard Schlinks Roman "Der Vorleser", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/474274

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